Siri Story

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Siri Story

Beitrag#1von broken heart shipper » 5. Aug 2010 00:07

Von Melli



Simone saß in der Küche und starrte an die Wand. Tränen glitzerten in ihren Augen. Sie hatte Richard in flagranti erwischt. Ausgerechnet mit seiner Anwältin. j
Da stürmte Vanessa herein, unbekümmert wie immer.
"hey Mama, kannst du mir bitte mal..."
"Nicht jetzt Vanessa! Ich hab für solche Sachen jetzt keinen Kopf"!
Vanessa zog beleidigt ab.
"Ich bin doch auch deine Tochter" dachte Vanessa mehr enttäuscht als wütend.
Sie lief in ihr Zimmer.
Unten hörte sie ein unterdrücktes Schluchzen. Ihre Mutter weinte.
Aber Vanessa war zu stolz, hinunter zu gehen und sie zu fragen, was los war. Oder sie einfach in den Arm zu nehmen. Schließlich tat das ihre Mutter auch nie!

Nachdem sie sich richtig ausgeweint hatte, ging Simone auf wackeligen Schritten ins Bad.
Im Spiegel sah sie eine Frau, deren Make-Up völlig verschmiert war. Die Wimperntusche lief ihr in haarfeinen Strichen die Wangen hinab.
Sie wollte diese Frau nicht sehen. Wie von Sinnen begann sie sich abzuschminken.
Ihr Gesicht war ganz rot, als sie fertig war.
Ihre Augen waren ganz gescwollen vom vielen Weinen.
Eine halbe Ewigkeit starrte sie sich im Spiegel an. Selbstzweifel nagten an ihr. Sie berührte eine tiefe Falte die sich vom Nasenflügel bis zum Mundwinkel zog. Dann begann sie machanisch, sich neu zu schminken. Keiner sollte ihre Verzweiflung sehen.
Als sie fertig war, wirkte sie scon zufriedener. Sie machte ihre Haare auf und schüttelte sie leicht. Sanft wie Seide fielen sie ihr über die Schultern.
Sie zog sich um und klopfte dann bei Vanessa.
"Ja"?
Vanessas Stimme klang genervt.
Sie öffnete die Tür.
"Vanessa, kann ich reinkommen"?
"Kann ch dir doch sowieso nicht verbieten".
Simone trat ein.
"Was wolltest du den vorhin von mir"?
"Du solltest mir nur eine Arbeit unterschreiben. War das zu viel? Wenn ja, dann entschuldige vielmals"!
"Na dann gib mal her. Was habt ihr denn geschrieben"?
"Französisch. Ich habe eine 1. Unterschreiben ist nicht mehr nötig. HaT Jenny schon gemacht."
"Kann...kann ich die Arbeit mal sehen"?
"Keine Zeit. Ben und ich wollen ins Kino. Tschüss dann".
Vanessa ließ ihre Mutter in ihrem Zimmer stehen, wie einen begossenen Pudel.
Die Schiebetür zum Badezimmer öffnete sich und Jenny stand im Rahmen.
"Hast du das eben mitbekommen, wie sie mit mir umgesprungen ist"? fragte Simone mit aufgesetzter Empörung.
Jenny sah ihre Mutter vorwurfsvoll an.
"War ja nicht zu überhören. Und soll ich dir mal was sagen? Vanessa hat recht. Du vergisst manchmal, das es uns gibt. Früher habe ich immer die erste Geige Gespielt, Vanessa war dir doch echt sch****"!
"Das ist nicht wahr"!
"Oh doch. Wann hast du eigentlich zum letzten Mal eine Klassenarbeit von ihr unterschrieben"?
"Ich..Ich glaube..Ich...nein ich weiß es nicht Jenny".
"Siehst du? Das ist eine Kleinigkeit. Alle Klassenarbeiten im letzten halben Jahr habe ich unterschrieben. Keine einzige Papa oder du".
"Eines müsst ihr wissen: Ihr seit meine Töchter. Ich liebe euch".
"Dann zeig es gefälligst. Vorallem Vanessa"!
Mit diesen Worten knallte sie die Schiebetür zu.
Wenige Minuten später hörte sie wie die Haustür zufiel.
"Vanessa tut mir so leid. Ich bin so froh das unser Verhältnis seit meiner Fehlgeburt besser geworden. Ich werde mal mit ihr reden" dachte Jenny.

Simone fuhr ziellos durch Essen. In ihrem Kopf ratterte es. Was Jenny ihr alles an den Kopf geworfen hatte! Und erst Vanessa. Aber die Mädchen hatten recht. Und das war gerade das, was Simone störte.
Schließlic kam sie vor dem Zentrum zum Stehen. Ihr fiel ein, das Vanessas Eishockeymannschaft gegen 18 Uhr Training hatte. Sie nahm sich vor, ihr zuzusehen, von der Chefetage aus.

Tatsächlich fuhr Vanessas Mannschaft kurz nach 18 Uhr aufs Eis.
Sie beobachtete ihre Tochter. Ein bißchen stolz war schon dabei. Sie verstand nicht viel von Eishockey, aber das was Vanessa da mit ihrer Mannschaft zusammmen spielte, schien wirklich gut zu sein.Ingo lobte seine Mannschaft fast durchgehend.
Auf einmal sah Vanessa hoch. Simone drehte sich aus Reflex weg.
Als sie wieder hinsah, lagen Vanessa und Ben auf dem blanken Eis. Erschrocken machte sie sich auf den Weg nach unten.
Sie fand Vanessa in der Damenumkleide.
Vanessa rieb sich mit schmerzverzerrtem Gesicht die Schuler, während Ingo eine Salbe und Handschuhe aus dem Erste-Hilfe Kasten nahm.
"Was ist passiert"? fragte Simone leicht besorgt.
"Betriebsunfall. Nichts ernstes. Du kannst wieder gehen" sagte Vanessa kühl. Sie hatte ihre Mutter nicht einmal angesehen.
Sie sah Ingo fragend an.
"Die Schulter ist leicht geprellt" antwortete Ingo auf eine ungestellte Frage.
Simone nickte.
"Danke" sagte sie kaum hörbar.
"Verschwinde! Jetzt weißt du was los ist, also hau ab"! rief Vanessa gereizt.
Simone ging.
Sie taumelte in ihr Büro.
Was lag da auf ihrem Schreibtisch.
Sie setzte sich. Ihre Beine drohten ihr wegzuknicken.
Auf ihrem Schreibtisch lagen die Scheidungspapiere.

Etwas später kam sie nach hause. Jenny und Vanessa standen in der Küche und kümmerten sich um das Abendessen.
"Mama war echt fertig, vorhin Vanessa. Mach doch mal einen Schritt auf sie zu. Nur einen ganz kleinen" bat Jenny.
Mit einem Ruck knallte Vanessa die Kühlschranktür zu.
Dabei hatte sie wohl nicht an ihre verletzte Schulter gedacht. Ein stechender Schmerz durchzuckte ihren Körper.
"Nein! Das mach ich so oft!"
"Naja, auch wieder wahr. Aber..."
Die Mädchen hatten Simone noch nicht bemerkt.
"Nichts aber! Sie ist meine Mutter, aber ich spüre nichts davon"!
"Ich weiß. Ich kann ja nochmal mit ihr Reden".
"Ach das hat doch keinen Sinn! Aber..."
"Ja"?
"Jenny ich bin echt froh, das ich dich habe".
Jenny umarmte ihre Schwester vorsichtig, aus Angst, ihr weh zutun. Sie war sichtlich gerührt.
Dann sah Jenny Simone.
"Hasst du mich, Vanessa ? Hasst du mich so sehr"? hauchte sie leise.
Vanessa löste sich aus Jennys Umarmung.
Sie verlor die nerven.
"Ja! Ja! Ja, Simone ich hasse dich! Ich asse dich bis aufs Blut"!
Dann stürmte sie in ihr Zimmer.
Simone wurde schwarz vor Augen. Ihre Beine sackten weg.
Als Simone wieder zu sich kam, sah sie sich erst mal um. Sie lag im Schlafzimmer. Die Erinnerung an vorhin kam wieder.
"Ja! Ja! Ja, Simone, ich hasse dich!"
Vanessas Satz verfolgte sie regelrecht.
War sie eine solche Rabenmutter?
Wie war sie überhaupt hier her gekommen?
Langsam stand sie auf. Auf wackeligen Beinen ging sie ins Bad. Das erste was ihr auffiel, war das Richards Schrank leer war. Sie schaufelte sich kaltes Wasser ins Gesicht.
Ihre Ehe war kaputt und ihre Tochter asste sie, um es mit Vanessas Worten zu sagen bis aufs Blut.
Nachdem sie sich beruhigt hatte, klopfte sie an Jennys Tür.
"Komm ruhig rein Vanessa, ich bin fertig! Mach dich auf was gefasst"!
Simone öffnete die Tür.
"Ich bins" sagt sie leise.
"Oh. Frau Scholz wollte gerade nach dir sehen".
"Was ist überhaupt passiert? Und wie bin ich ins Schlafzimmer gekommen"?
"Du bist vorhin in der Küche umgekippt. Wumm! Und weg warst du. 5 Minuten total weggetreten. Ich hab einen Arzt angerufen. Papa hat sich ins Schlafzimmer getragen."
"Wo ist er"?
"Keine Ahnung, auf alle Fälle sind sämtliche Koffer, die wir besitzen weg. Mir st egal, wo er ist."
Simone schluckte.
"Was hast du denn mit Vanessa vor"?
"Sie möchte sich von mir Schminken und umstylen lassen."
"Wozu denn das? Ist sie etwa verliebt"?
"Willst du sie das nicht selber fragen"?
"Ich trau mich nicht".
"Bitte was? Simone Steinkamp traut sich nicht? Dassind ja ganz neue Töne."
"Jenny bitte. Ich meine es ernst."
"Tja, Vanessas Ansage war zwar heftig, aber es ist wohl die Wahrheit."
In diesem Moment flog die Tür auf und Vanessa stürmte herein.
"Ich geh dann mal" sagte Simone betreten.
Jenny erfasste eine Welle des Mitleids für ihre Mutter.
Selbst Vanessa guckte betroffen, als Simone weg war.
Jenny machte sich daran, ihre Schwester umzustylen.
1 Stunde später verließ eine perfekt gestylte Vanessa das Haus, um auf eine Party bei eine Mitschülerin zu gehen.
Simone hatte in einem Punkt recht- Vanessa war bis über beide Ohren in Tim verliebt.
Wenn daraus etwas werden würde- Jenny würde es Vanessa gönnen. Von ganzem Herzen.

In der Nacht konnte Simone nicht schlafen. Sie hörte Vanessa gegen drei Uhr nach hause kommen, rührte sich aber nicht vom Fleck.
Bald darauf stand Vanessa im Badezimmer und versuchte nur kuriosen Verenkungen ihre Schulter einzureiben.
Jenny schlief tief und fest, zum ersten Mal seit langem wieder. Sie wollte sie nicht wecken.
So sehr sie sich auch bemühte- sie erwischte die verletzte Stelle nicht.
"Dann nehm ich eben ne Schmerztablette" dachte sie und schlich hinunter ins Wohnzimmer, wo sich die Hausapotheke befand.
Gerade hatte sie die gewünschten Schmerztabletten gefunden, als sie eine Hand auf ihrer Schulter spürte. Sie roch einen fremden, und doch vertrauten Geruch.
"Mama"? fragt sie leise.
"Ja. Ich bins. Ich hab dich gehört".
"War ich so laut"?
"Nein, ganz und gar nicht. Ich hab dich erst gehört als du in deinem Zimmer warst. Ich kann nicht schlafen. Gut so oder tuts weh"?
"Nein. Machst du gut".
Stille.
"Ich hasse sie nicht. Sie ist doch meine Mutter" dachte Vanessa.
Um Himmels Willen, wie sehr müssen ihre Worte Simone verletzt haben?
"Aua".
"Entschuldige, Vanessa".
"Schon gut."
"So fertig. Ich geh wieder ins Bett. Vielleicht werd ich ja beim Lesen müde."
"Okay".
Vanessa blieb im Wohnzimmer sitzen. So hatte sie ihre Mutter selten erlebt.
Fast liebevoll hatte sie Vanessas Schulter eingerieben.
Mann, was war sie auch so blöd und glotzte nach oben zur Chefetage statt auf den Puk?
Sie ging in die Küche und machte sich eine heiße Milch mit Honig.
Sie trank sie genüsslich aus, ehe sie eine zweite Tasse nahm, und noch mal von vorne anfing.
Dann trug sie die Tasse, die fast bis zum Rand volll war die Treppe hinauf.
Sie sah, das im Schlafzimmer ihrer Mutter noch Licht brannte und klopfte vorsichtig an.
"Ja"?
Vanessa betrat zögerlich das elterliche Schlafzimmer.
"Ich hab dir eine heiße Milch mi Honig gemacht. Mit viel Honig, wie du es magst."
Simone war baff. Sie wusste nicht was sie sagen sollte. Sie war im wahrsten Sinne des Wortes absolut sprachlos.
"Hats dir jetzt die Sprache verschlagen"?
"Nein..ich...Danke Vanessa".
"Mama, darf ich mich zu dir setzen"?
"Natürlich."
Als Vanessa ihrer Mutter die Tasse gab, berührten sich ihre Hände.
"Mama"?
"Ja"?
"Ich hasse dich nicht. Es tut mir so leid".
Vanessa wollte ihre Tränen hinuterschlucken, aber es ging nicht.
Sie begann hemmungslos zu weinen.
Sie rückte von Simone ab.
"Meine Güte, wahrscheinlich erwartet sie jetzt eine deftige Standpauke" dachte Simone und sah ihre Tochter versöhnlich an.
Vanessa bemerkte dies nicht, weil sie den Kopf gesenkt hatte.
"Jetzt sag schon was! Sag was oder schrei mich an! Aber rede mit mir" schluchzte Vanessa.
"Komm mal her Vanessa".
Und dann schloss Simone ihre Tochter in ihre Arme.
Sie waren sich so nah, wie Mutter und Tochter es sich von Natur aus sein sollten.
Sie war ihr so nah, das sie Simones Herzschlag hören konnte.
Am nächsten Morgen wachte Jenny auf und wollte als erstes nach ihrer Schwester sehen.
Als sie die Tür zu ihrem Zimmer öffnete, sah sie dass das Bett ihrer unberührt war.
Ihr erster Gedanke war, das Vanessa bei ihrer Freundin übernachtet hatte.
Sie ging zurück in ihr Zimmer und suchte nach einer ganz bestimmten Weste, die sie aber nicht in ihrem Schrank fand.
Sie sah bei Vanessa nach- nichts.
Vielleicht war sie ja versehentlich im Schrank ihrer Mutter gelandet.
Als sie im elterlichen Schlafzimmer leise Schritte hörte, öffnete sie die Tür.
"Morgen Mama. Hast du vielleicht..."
"Psssst"!
Simone legte mahnend den Finger auf den Mund.
Jenny wusste damit nichts anzufangen, bis sie die schlafende Vanessa im Ehebett liegen sah.
"Entschuldige. War nicht wichtig" flüsterte Jenny und verdrückte sich wieder.
Als sie die Tür schloß, breitete sich ein Lächeln auf ihren Lippen aus.

Eine halbe Stunde später saß sie gerade beim Frühstück, als ihre Mutter hereinkam.
"Ich schätze, die hast du gesucht" grinste Simone und hielt Jenny die vermisste Weste entgegen.
"Oh ja danke. Schläft Vanessa noch"?
"Tief und fest. Wir sind erst gegen 5 Uhr eingeschlafen."
"Wie kam das eigentlich"?
Simone erzählte alles, von Anfang bis Ende. Kein einziges Detail ließ sie aus. Simone wirkte müde, aber trotz allem glücklich.
Da kam Frau Scholz herein.
"Guten Morgen Frau Steinkamp. Was kann ich ihnen bringen.
"Ich hab noch keinen Hunger Frau Scholz, danke. Wissen sie was? Gehen sie nach hause und machen sie sich einen schönen Tag. Haben sie sich verdient."
Frau Scholz sah Jenny irritiert an. So kannte sie ihre Chefin gar nicht!
Jenny machte nur eine Kopfbewegung nach draußen.
Dann bedankte sich die Haushälterin und ging.
"Was ist denn mit dir los"? fragte Jenny lachend.
"Jenny, ich habe heute Nacht eines verstanden: Ich lebe nicht nur für die Firma. Ich bin nicht nur Geschäftsfrau sondern auch Mutter. Dieser Tag gehört nur Vanessa und dir."
Jenny guckte zunächst ein wenig skeptisch.
Aber dann freute sie sich unheimlich.

Zwei Stunden später öffnete Simone leise die Schlafzimmertür.
Vanessa lag mittlerweile auf ihrer Bettseite. Sie vermnute, das sie im Schlaf ihre Nähe gesucht hatte.
Sie setzte sich vorsichtig an den Bettrand und beobachtete noch einige Minuten Vanessas Schlaf, bevor sie ihr sanft über die Wange strich.
Vanessa grummelte vor sich hin und zog unwillig die Bettdecke über den Kopf.
"Aufwachen Vanessa. Es ist 10 Uhr. Oder willst du einen Tag mit deiner Mutter verpassen"? fragte sie mit sanfter Stimme.
Mit einem Ruck wurde die Bettdecke zurückgetreten.
"Guten Morgen Mama" murmelte sie schlaftrunken.
"Guten Morgen mein Schatz. Hast du gut geschlafen"?
"Ja, so gut wie schon lange nicht mehr. Beantworte nur eine Frage: Das mit heute Nacht habe ich nicht geträumt, oder"?
"Nein Vanessa. Ab heute ändert sich alles. Das verspreche ich dir".
Als Unterstreichung ihrer Worte nahm sie Vanessa, die sich inzwischen halbwegs aufgerichtet hatte in ihre Arme.
Vanessa war so glücklich, das sie am liebsten in Simones Armen weitergeschlafen wollte.
Aber einen Tag mit Simone wollte sie um keinen Preis verpassen!
Sie gingen wieder hinunter, wo Jenny gerade dabei war, Vanessa Frühstück zu machen.
"Morgen du alte Schlafmütze! Ich hoffe, ein Schinken-Käsesandwich ist okay"!
"Morgen. Schinken-Käse ist prima".
Soe umarmte ihre Schwester.
Das war zu einem morgendlichen Ritual geworden.
Simone stand lächelnd im Türrahmen.
Sie war glücklich, ja. Aber zum vollendeten Glück, fehlte ein Familienmitglied. Richard. Sie vermisste ihn so sehr.
Simone ließ ich ihre Melancholie ihren Mädchen zuliebe nicht anmerken.
Nun war Power-Shopping angesagt!
Jenny und Vanessa, aber auc Simone zog es in ein Sportgeschäft.
Vanessa brauchte neue Turnschuhe und einen neuen Hockeyschläger. Ihr alterhatte bei dem Zusammenstoß mit Ben den Geist aufgegeben.
Jenny suchte nach einem neuen Trainigsanzug und Simone sah sich unauffällig bei den Schlittschuhen um.
Als ihre Mutter außer Reichweite war tippte Vanessa ihre Schwester an.
"Jenny, sieh mal".
Vanessa zeigte in Simones Richtung, die 2 Paar Schlittschuhe genauer unter die Lupe nahm.
"Meinst du sie will wieder Eislaufen"?
Jenny zuckte mit den Schultern.
"Vielleicht. Also ich für meinen Teil hab ja erst ein neues Paar gekriegt".
Als Simone meinte, die Mädchen würden es nicht sehen, kaufte sie sich neue Schlittschuhe. Und ihr gelang ein Lächeln dabei.

Abends kamen die drei Frauen müde nach hause. Die Kreditkarten der drei waren um ein paar hundert Euro leichter.
Zu hause packte Simone die Schlittschuhe aus.
"Mama, Schlittschuhe! Willst du wieder Eislaufen""? tat Vanessa erstaunt.
"Jenny musste sich das Lachen verkneifen.
"Naja...zumindest in meiner Freizeit" murmelte sie und fügte mit einem Lächeln hinzu: "in meiner Freizeit, die ich von nun an zum größten Teil mit meinen Mädchen verbringen will".
Sie legte ihre Arme um Jenny und Vanessa.
"Wir schaffen das schon ohne Papa. Irgendwie" sagte Simone leise.
Sie hoffte, das den Mädchen die Unsicherheit in ihrer Stimme nicht aufgefallen war.
Dann stellten sie sich in die Küche und kochten gemeinsam. Paella. Vanessas Lieblingsessen.

In der Nacht konnte Simone nicht schlafen. Sie beschloß, ins Zentrum zu fahren. Mitten in der Nacht. Sie sah noch einmal nach Vanessa und Jenny, die tief und fest schliefen.
"Morgen, wenn ihr aufwacht, bin ich wieder da. Versprochen" sagte sie leise.
Vorsichtig schloß sie kurz das Zentrum auf und schaltete die Alarmasnlage ab.
Sie wollte endlich wissen, ob sie das Eislaufen noch beherrschte.
In der Damenumkleide zog sie sich ihre Schlittschuhe an. Sie passten wie angegossen.
Sie freute sich wie ein kleines Mädchen aufs Eis.
Kurz darauf stand sie auf dem Eis. Noch lehnte sie mit leicht zitternden Knien an den Banden.
Dann stieß sie sich mit voller Kraft ab und lief. Sie lief und lief, drehte Pirouetten, versuchte einen Doppelaxel, an dem sie allerdings scheiterte. Sie strauchelte einen Moment heftig und landete dann unsanft auf dem Eis.
Simone schüttelte sich erschrocken.
"Also den Doppelaxel muss ich noch üben" murmelte sie.
Als sie ihren Trainingsanzug zurechtzog, sah sie wie zufällig nach oben in die Chefetage.
Dort stand Richard. Offensichtlich hatte er sie die ganze Zeit beobachtet.
Nun sah sie plötzlich eine Frage in seinen Augen.
Frei nach dem Motto: "WSimone, ist alles in Ordnung mit dir"?
Sie hielt kurz die Daumen hoch und gab im damit wohl eine Antwort auf ine ungestellte Frage.
Richard nickte ihr kurz zu.
Dann fuhr Simone auf die Banden zu. Für heute hatte sie genug.
Sie traf Richard erst am Ausgang wieder.
"Ist dir was passiert bei dem Sturz? Das sah fast filmreif aus".
"Tja, kommt davon, weil ich jahrelang nicht mehr Eis gelaufen bin! Und warum? Weil ich meine Träume für so einen Vollidioten wie dich aufgegeben habe"!
"Diesen Vollidioten hast du aber mal geliebt" sagte Richard.
"Falsch. Ich liebe diesen Vollidioten noch" dachte Simone traurig.
"Stimmt. Der größte Fehler meines Lebens".
Ups. Jetzt merkte selbst Simone, das sie Richard verletzt hatte.
"Es tut mir leid. Das ist mir eben so rausgerutscht".
"Gib mir noch eine Chance Simone. Eine Allerletzte. Ich will die Scheiddung nicht mehr. Ich liebe dich doch".
"Weißt du warum du das sagst? Weil eine Scheidung dir Kopf und Kragen kostet."
"Das ist nicht wahr".
"Warum hast du mir dann die Scheidungspaiere auf den Tisch gelegt? Warum Richard"?
Simone war den Tränen nahe.
Richard legte ihr sanft einen Finger auf den Mund.
Dann küsste er sie.
Es war ein Kuss, den Simone voller Leidenschaft erwiderte.
Sie versanken in ihrer Leidenschaft.
Plötzlich löste sich Simone von ihm, holte aus und verpasste ihm eine saftige Ohrfeige.
"Lass das"! giftete sie den verdutzten Richard an.
Dann ließ sie ihn stehen wie bestellt und nicht abgeholt.
"Wie blöd bin ich eigentlich? Ich weiß doch worauf ich mich wieder einlasse. Er verletzt mich doch sowieso wieder! So naiv wie ich ist niemand in ganz Essen"! dachte sie traurig.
Aber sie liebte diesen von ihr besagten Vollidioten!
Als sie in der Villa ankam, brannte Licht in der Küche.
Als sie Schritte auf dem Flur hörte, kam Vanessa aus der Küche.
Sie guckte schräg, als sie ihre Mutter sah.
"Du siehst aus, als würdest du an meinem Verstand zweifeln".
Vanessa grinste.
"Wo kommst du denn her"?
"Ich war im Zentrum. Eislaufen".
"Echt? Wie cool ist das denn?"
Vanessa umarmte ihre Mutter stürmisch.
"Es war einfach ein tolles Gefühl sich mal den Frust von der Seele zu laufen. Euren Vater habe ich getroffen.
"Hat er was gesagt"? fragte Vanessa und machte dabei keine Anstalten sich aus der Umarmung ihrer Mutter zu lösen.
"Wir haben geredet, als wäre nie etwas zwischen uns gewesen" log Simone.
"Typisch Papa, typisch Mama".
"Warum"?
"Der eine empfindet für den anderen noch etwas. Aber keiner macht den ersten Schritt."
Damit hatte Vanessa den Nagel auf den Kopf getroffen.
"Woher willst du das wissen, Vanessa"?
"Mama, ich bin doch nicht blöd! Denkst du ich merke nicht das du ihn vermisst"?
"War das so offensichtlich?"
"Schon. Jenny hat mich auch schon drauf angesprochen".
Simone wusste, das sie ihre Tochter nicht mehr länger etwas vormachen konnte.
"Vanessa, ich hab dich eben angelogen. Wir haben uns gestritten - und dann...ja, wir haben uns geküsst".
"Dacht ichs mir doch gleich. Willst du auch heißen Kakao? Ich hab grad welchen gemacht. Richt für zwei."
"Gern".
Sie gingen in die Küche und setzten sich auf die Hocker.
"Du bist jetzt aber nicht sauer auf mich oder"? fragte Simone schuldbewusst.
"Nein. Ganz und gar nicht".
Vanessa umarmte ihre Mutter wieder.
"Ich wollte euch keine Hoffnung machen, Jenny und dir".
"Ich weiß" sagte Vanessa leise.
Sie tranken noch ihren Kako und gingen dann in ihre Betten. Mit dem Vorsatz, ihren sturen Eltern in Sachen Ehe ein bißchen auf die Sprünge zu helfen, schlief Vanessa kurz darauf tief und fest, während Simone von ihrem Schlafzimmer aus hinaus in den Vollmond starrte und lautlose Tränen weinte.

Gegen 10 Uhr klopfte es an ihre Schlafzimmer Tür.
"Was ist denn"? brummte Simone unwillig.
Jenny kam herein. Sie trug ein voll beladenes Tablett vor sich her.
"Frühstück direkt ans Bett? Womit hab ich das denn verdient"? fragte Simone lächelnd.
"Tja, ich habe heute viel vor mit dir. Du brauchst viele Balaststoffe, Vitamine und...naja, was Sportlerinnen eben brauchen."
Simone guckte wie ein Fragezeichen.
"Na, wir gehen Eislaufen, was denkst du denn"? sagte Jenny und begann zu lachen.
"Hat dir Vanessa von meinem nächtlichen Ausflug erzählt"?
"Na klar. Sie war sehr glücklich dabei. Und stolz. Sehr stolz Mama".
"Wo ist sie eigentlich"?
"Es ist 10 Uhr. In der Schule, wo sonst"?
"Ach ja richtig."
"Mama"?
"Ja"?
"Ich bin froh, das es dir gutgeht."
Hatte Vanessa doch nicht alles erzählt?
"Ich auch" sagte Simone leise.
Eine Stunde später setzten sie ich in Jennys Wagen und fuhren in Richtung Zentrum.

Die ersten Schritte waren noch etwas wackelig, aber dann drehte Simone ihre Runden, als würde sie es jeden Tag machen.
Die Zeit verging wahnsinnig schnell.
Sie hatten verschiedene Figuren geprobt, zwei Drittel davon klappten noch prima.
Nur beim Doppelaxel hatte es Simone zweimal hintereinander ordentlich aufs Eis gewickelt.
Gegen 13 Uhr betrat Vanessa die Eishalle.
Sie sah ihre Mutter Eislaufen und war beeindruckt.
Jenny kam zu ihr.
"Sie sieht glücklich aus, oder"? fragte Jenny ihre Schwester.
"Schon."
In diesem Moment gelang Simone ein grandioser Doppelaxel.
Begeistert klatschten die Mädchen Beifall.
Kurz darauf fuhren sie nach hause. Dort wollten sie sich einwen gemütlichen Tag machen.

Am nächsten Morgen kam Simone nur mit Mühe aus dem Bett.
Sie hatte fürchterlichen Muskelkater.
Sie stand vor der Treppe wie vor einem unüberwindbaren Hindernis.
"Eins, zwei, drei" sagte sie leise und lief dann hinunter.
Auf halber Strecke begegnete ihr Vanessa.
"Guten Morgen. Du kriechst ja wie eine Schnecke."
"Ich hab überall Muskelkater. Selbst an Stellen, wo ich nie dachte, das es sie gibt."
Vanessa lachte.
Simone stimmte mit ein. Doch selbst das Lachen tat ihr weh.

In der Nacht war Simone klar geworden, das sie mit Richard reden musste.
Sie hatte heftige Schmetterlinge im Bauch, wie ein Teenager als er ihr Büro betrat.
"Hallo Richard. Wegen gestern...es tut mir leid".
"Mir auch. Ich hätte dich nicht so überfallen sollen."
"Hast du nicht. Du einem Kuss gehören immer zwei."
Sie kamen sich gefährlich nahe. Simone hörte ihr eigenes Herz bis zum Hals schlagen.
Dann küsste sie ihn.
Ganz zaghaft. Als sie merkte, das Richard ihren Kuss erwiderte, wurde sie mutiger. Aus anfänglicher Scheu wurde schnell Leidenschaft.
Da klopfte es.
Richard und Simone fuhren abrupt auseinander.
"Ich geh dann mal" sagte er leise.
In der Tür standen Vanessa, Jenny, Tim, Ben und Nina.
"Hey Mama, hast du den Belegungsplan für den Pool? Wir wollen Schwimmen gehen".
"Alle"?
"Ja, ich auch" sagte Jenny.
"Der Pool ist heute nicht belegt. Ihr könnt so lange machen wie ihr wollt."
"Danke"! rief Vanessa.
Die Truppe wollte gerade gehen, als jemand rief: "Niemand geht hier irgendwo hin"!
Vor ihnen stand Erwin Krämer. Mit gezückter Waffe.
"Mitkommen"! rief er.
Simone rutschte das Herz in die Hose.
"Nehmen sie mich- aber lassen sie dei Kinder in Ruhe. Was wollen sie überhaupt"?
"Stellen sie keine Fragen Frau Steinkamp. Mitkommen, alle".
Er hielt Simone seine Waffe an die Schläfe.
Vanessa schrie angsterfüllt.
Simone und Krämer liefen voraus.
Seine Waffe drückte er schmerzhaft gegen Simone Hinterkopf.
"Jetz oder nie" dachte sie.
Mit einem Ruck drehte sie sich um und verpasste Krämer einen heftigen Schlag gegen den Unterkiefer.
Es glang ihr wirklich, ihn außer Gefecht zu setzen.
Aber sie merkte das sie sich beeilen musste. Krämer kam bestimt bald wieder zu sich.
Sie warf den Schlüssel zu ihrem Büro zu.
"Lauft! Lauft! Schließt euch ein"! schrie sie in Panik.
Jenny fing den Schlüssel und rannte mit den anderen zurück, während Simone wieder als Geisel genommen wurde.
"Dafür musst du bezahlen"! schrie Krämer, hielt sie so fest in seinem Griff, das sie sich kaum bewegen konnte.
Dann drehte Krämer sich um und schoss auf die Tür. 4 Mal.
Drinnem hörte sie Schreie. Vanessas Schreie.
In diesem Moment konnte Simone nur hoffen, dass es keine Schmerzensschreie waren.
"Jenny, Vanessa, ich liebe euch"! schrie sie verzweifelt, bevor sie von Krämer in den Lift gezogen wurde.
In der Chefetage saßen ein paar Angestellte. Einige hatten frei und anderen- so vermutete Simone zumindest beim ersten Hinsehen, war wohl die Flucht gelungen.
"Wo ist mein Sohn"? schrie Nadja in Panik.
Simone wurde direkt neben Nadja gestooßen.
"Wissen sie wo mein Sohn ist, Frau Stinkamp, haben sie ihn gesehen"? fragte sie leise.
"Und wo ist meine Tochter"? schrie in diesem Moment Dieter Sommer aus irgend einer Ecke.
"Ich konnte sie in Sicherheit bringen. Er hat auf die Tür geschossen. Aber ich denke, wenn dabei etwas passiert wäre, hätten sie schon längst um Hilfe gerufen" sagte Simone leise.
Sie nickte auch Dieter Sommer zu.
Dieter atmete auf. Seine Tochter war in Sicherheit.

Währenddessen, in Simones Büro...
Den fünf war nichts passiert. Sie hatten sich gleich, nachdem Jenny den Schlüssel umgedreht hatte, hinter dem Schreibtisch versteckt.
Jenny und Vanessa wussten ganz genau, dass ihre Elern unter den Geiseln waren. Aber was war mit Dieter, julian und Nadja?
Den fünf blieb nichts anderes übrig, als sich gegenseitig zu trösten.

Herr Krämer. Sie wollten uns,, und sie haben uns jetzt! Also lassen sie die anderen Angestellten gehen."
"Damit die zur Polizei rennen"?
"Vergessen sie nicht, das im Büro meiner Frau 5 junge Leute eingesperrt sind. Die haben bestimmt schon die Polizei gerufen. Sie haben keine Chance." sagte Richard möglichst ruhig.
Aber seine Frau hörte die Angst in seiner Stimme.
Just in diesem Moment heulten Sirenen auf. Die Polizei wa da. Das Zentrum wurde umgestellt.
"Sie haben meine Firma in den Ruin getrieben"! schrie Krämer und hielt Simone die Waffe kerzegerade auf die Stirn.
Simone schloss die Augen.
"Jetzt machs kurz und schieß endlich" dachte sie für einen Moment.
"Das de Riegel vom Markt nicht angenommen wurde...dafür kann niemand etwas" versuchte Richard zu erklären.
"Halten sie den Mund."
"Mein Mann hat recht. Das stimmt. niemand kann etwas dafür. Wenn sie wollen, dann werden wir sie finanziell unterstützen" wagte Simone einen Versuch.
Richard sah sie irritiert an. Das konnten sie sich unmöglich leisten!
Doch Simone warf ihrem Mann einen unmissverständlichen Blick zu. Frei nach dem Motto: "Vertrau mir bitte".
Simone stand auf und sah sofort das Richard es ihr gleichtat.
"Geben sie mir die Waffe. Bitte", sagte sie leise und immer noch so ruhig wie möglich.
"Sie lügen doch wenn sie den Mund aufmachen" schrie Krämer.
Richard trat immer näher an Simone heran. Was sollte das?
Sie schloss die Augen. Ihr Gefühl sagte ihr, er würde schießen. Jetzt.
Da krachte Tatsächlich ein Schuss.
Simone verlor das Gleichgewicht. Richard war gegen sie gefallen. Er blutete stark aus dem Bauch.
"Nein" hauchte sie leise "bitte nicht. Bitte, bitte nicht"!
Mit bloßen Händen drückte sie die Wunde am Bauch ab.
Nun wussten alle: Es ging im wahrsten Sinne des Wortes um Leben und Tod.
"Simone...ich...ich"..
"Ja? Richard bleib bei mir, bitte".
"Ich liebe...dich Simone."
"Ich dich auch. Verlass mich nicht! Lass mich nicht allein, mich und die Mädels, bitte"!
Richard verlor das Bewusstsein.
"Richard"! schrie Simone in Panik.
Sie merkte, wie zwei Hände sich auf ihre Schultern legten.
Ohne die Wunde loszulassen, drehte sie sich um.
Nadja stand hinter ihr, Krämer drückte ihr die Waffe an den Kopf.
Nadja war von Krämer unter Waffengewalt dazu gezwungen worden Verbandszeug zu holen. Dabei hatte sie die Gelegentheit gehabt, nach den 5 zu sehen, die in Simones Büro noch immer eingesperrt waren. Sie vergewisserte sich, das es allen gut ging.
Doch im Lift zwang wurde sie von ihm gezwungen, Simone zu sagen, das Jenny und Vanessa tot seien.
Sie verarztete Richard so gut es ging.
Doch nur 5 Minuten später war Krämer mit seiner Freilassung einverstanden.
Simone wollte mitgehen, aber Krämer stieß sie brutal zurück ins Büro. So brutal, das sie mit dem Hinterkopf gegen die Tischkante stieß.
Nadja fiel nichts anderes ein, als Simone einfach in den Arm zu nehmen.
"Ich muss ihnen was sagen" setzte sie leise an, als sie merkte, das Krämer die Waffe auf sie richtete.
"Was"? fragte Simone schwach.
"Vanessa und Jenny...ich habs gesehen...sie sind tot Frau Steinkamp".
"Nein! Nein!!!!!!!"
Simones ganze Verzweiflung und Angst brach endlich aus ihr heraus.
"Nein...nein das darf nicht sein....bitt...nein".
"Ich habs mit eigenen Augen gesehen. Es tut mir so leid".
Simone vergrub ich in Nadjas Armen.

Währenddessen...
Die Feuerwehr war endlich angerückt. Simones Büro lag im 2.Stock. Um sicherzugehen, das sich bei einem Sprung niemad verletzte, wurden die eingesperrten fünf per Drehleiter aus dem Büro befreit.

"Meine Kinder..mein Leben..." hauchte Simone leise.
Denn Kopf in Nadjas Schoß gebettet, lag sie auf dem Boden. Nadja schämte sich zwar für ihre Lüge, aber sie hatte immerhin das Leben ihres eigenen Sohns geschützt. Krämer hatte gedroht, ihn zu erschießen, wenn Nadja Simone nicht sagte, was er wollte.
"Wie geht es Tim, Nina, und Ben"? fragte Simone leise, kaum hörbar.
Denen geht es gar nicht gut. Sie stehen völlig unter Schock".
"Meine Kinder sterben und ich war nicht bei ihnen" weinte Simone.
Nadja konnte Simone nicht mehr in die Augen sehen.
"Dieses Geheule ist ja unerträglich! Du verdammte Heuchlerin"!
Simone fuhr hoch.
"Meine Kinder sind tot, und ich habe keine Ahnung wie es meinem Mann geht. Er hat sehr viel Blut verloren, wie sie sehen. Also machen sie es kurz und erschießen sie mich endlich"! schre sie.
Ihr Leben war nichts mehr wert, ohne ihre Familie.
"Frau Steinkamp, nein"! schriei Nadja entsetzt.
"Ich weiß, was ich tue Nadja. Würdest du ohne Ben leben wollen"?
"Ich...Simone, hör mir zu"...
Simone schloss die Augen, als Krämer die Hand ausstreckte und direkt auf ihre Stirn zielte.
Sekunden später krachte ein Schuss. Im Büro sah man seine eigene Hand vor Augen nicht mehr. Das SEK hatte das Zentrum gestürmt. Es war vorbei. Simone zog es den Boden unter den Füßen weg.
Als Simone die Augen wieder öffnete lag Krämer in seinem eigenen Blut. Er war tot.
Sanitäter hüllten Simone, Nadja und die übrigen in Decken.
"Warum hat er mich nicht einfach erschossen? Ich hab doch niemanden mehr" sagte Simone leise.
"Deine Kinder leben Simone. Es geht ihnen gut," sagte Nadja leise, immer noch völlig beschämt
"Was sagst du da? Willst du mich fertig machen"?
"Es simmt Simone."
Simone ahnte, das Nadja die Wahrheit sagte.
Sie liefen auf den Ausgang zu.
Simone begann zu rennen.
Sie sah, wie Vanessa eine Polizistin kurzerhand über den Haufen rannte, um zu Simone zu können.
Mutter und Tochter rannten aufeinander zu.
Die stürmische Umarmung brachte beide aus dem Gleichgewicht.
Weinend lagen die beiden vor dem Eingang.
Simone überschüttete Vanessa mit Küssen, während Vanessa einfach nur da lag und hemmumngslos weinte.
Ganz langsam und nur mit Widerwillen löste sie sich von ihrer Mutter.
Sie standen auf.
"Wie gehts Papa? Und wo...wo ist Jenny"?
"Jenny musste mit ins Krankenhaus fahren. Die Sannis haben ihr Einverständnis für die OP gebraucht."
"Du hast ganz allein hier ausgeharrt, nach eurer Befreieung"?
"Naja," sagte Vanessa und zog damit Annette zu sich heran, "ohne sie hätte ich die Nerven verloren."
"Danke Frau Bergmann".
"Kein Problem Frau Steinkamp."
Ausgerechnet eine von Richards kurzen Affären. Schon komisch, dieses Schicksal.

Von der Polizei waren sie ins Krankenhaus gefahren worden. Simone wollte zu Richard. Sofort. Keine Minute wollte sie mehr verlieren.
Die ganze Zeit über hielten sich Mutter und Tochter bei den Händen.
Vanessa kuschelte sich an ihre Mutter. Sie war froh, das es Simone den Umständen entsprechend gut ging.
Unter den Angehörigen der Geiseln hatten sich auch Schaulutige befunden, die bald das Gerücht gestreut hatten, die Steinkamps würden tot sein.
"Erschossen er sie, die alte Steinkamp wie Vieh" schossen ihr die Worte eines Passanten durch den Kopf.
Schließlich kamen sie endlich am Krankenhaus an.
Si rannten auf die Intensivsation, nachdem sie erfahren hatten, das Richard eine Stunde vorher aus dem OP geschoben worden war.
Dort saß Jenny und wachte an dem Bett ihres Vaters.
Nachdem Simone auch bei Jenny Luft gemmacht hatte, ließen die Schwestern Simone mit Richard allein.
"Richard? Richard hörst du mich?"
Simome kämpfte gegen ihre Tränen an, aber es gelang ihr nicht sie hinunterzuschlucken. Sie wurde von einer Welle ihrer eigenen Emotionen überrollt.
Sie begann hemmungslos zu weinen.
Auf dem Flur standen Vanessa und Jenny.
Vanessa wollte zu ihrer Mutter aber Jenny hielt sie sanft zurück.
"Das hört sich so schrecklich an. Ich muss doch zu ihr und sie in den Arm nehmen."
"Nicht jetzt Vanessa. Mama muss das ganze erst mal begreifen".
Widerwillig setzte Vanessa sich wieder hin.
Simone saß an Richards Bett und traute sich nicht, ihren Mann zu berühren.
Bis eine Krankenschwester kam, Simones Hand einfach auf Richards legte und sagte: "Auch wenn er jetzt tief schläft- er spürt dass sie bei ihm sind".
Sie ging wieder.
"Richard, du darfst nicht sterben. Hörst du? Du darfst nicht sterben! Das verbiete ich dir. Du darfst nicht!"
Simone stand auf, ging eine Weile im Zimmer herum und sackte schließlich weinend an der Wand entlang.
Das reichte wohl nicht nur Jenny und Vanessa, sondern auch einer anwesenden Ärztin. Sie merkte nicht, wie Jenny und Vanessa ihre Mutter versuchten, festzuhalten, die verzweifelt um sich schlug. Sie merkte nur einen kleinen Stich in ihre Vene. Danach wurde sie ruhiger.

Jenny und Vanessa hatten die Ärztin überredet, das sie Simone mit nach hause nehmen wollten.
Simone dämmerte vor sich hin. Mal schlief sie, wenn Jenny nach ihr sah, mal nicht.
Nun saß Jenny an ihrem Bett und beobachtete den unruhigen Schlaf ihrer Mutter. Jenny gähnte. Seit 2 Tagen hatte sie kaum geschlafen, genauso wie Vanessa, die sich gerade erst hingelegt hatte.
"Papa schafft das Mama" sagte Jenny leise "und dann fangt ihr nochma ganz von vorn an. Es wird alles gut. Bestimmt".
Irgendwann musste sie eingefallen sein. Denn als sie die Augen aufschlug, blickte sie in die besorgten Augen von Frau Scholz, die ihr einen Kaffee und Lachsschnittchen hinhielt.
"Hä? Bin ich eingeschlafen?"
"Sie haben tief und fest geschlafen, als Vanessa nach ihnen gesehen hat".
"Oh. Wie spät ist es"?
"Fast 12 Uhr".
Jenny warf einen Blick auf ihre Mutter.
Sie schlief.
"Lassen sie meine Mutter bitte schlafen, bis sie von selbst aufwacht. Sie hat gesern Nacht ein Beruhigungsmittel bekommen."
"In Ordnung Frau Steinkamp".

Erst gegen Nachmittag war Simone einigermaßen fit.
Sie traute sich und ihren wackeligen Beinen sogar zu, an die Tür zu gehen, als es klingelte.
Sie staunte nicht schlecht: Vor der Tür stand Nadja.
"Hallo. Ich wollte mal nach dir sehen".
"Komm rein."
"Wie gehts dir"?
"Naja, es geht. Das Zeug das die mir gestern gespritzt haben, muss ein echter Hammer sein".
"Wieso, wirkt es noch"?
"Etwas."
"Leg dich hin. Ich mach uns einen Kaffee."
"Gern. Die Maschine macht alles selber".
Nadja lächelte und kehrte zwei Minuten später mit zwei Tassen zurück.
"Ähhm...wegen meiner Lügen vorgestern-...es tut mir leid Simone, ehrlich".
"Also, im ersten Moment war ich echt sauer...aber dann habe ich deine Beweggründe erfahren. Krämer hat gedroht Ben und dich zu erschießen. Ich hätte das selbe für meine Töchter getan".
"Wirklich".
"Simone, ich glaube Freunde können wir nicht mehr werden. Aber Waffenstillstand ist okay, oder"?
Simone lächelte und hob ihre Tasse.
"Auf den Waffenstillstand" sagte sie leise.
Die beiden Frauen prosteten sich zu.

Als Simone abends auf die Intensivstation wollte, sagte Mann ihr, Richard sei aufgwacht und auf eine Normalstation gebracht worden.
Simone freute sich wie ein kleines Mädchen. Trotzdem machte sie sich Vorwürfe, nicht bei ihm gewesen zu sein, als er aufwachte.
Sie betrat das Zimmer.
Sie sagten beide nichts.
SIe küssten sich lange, sehr lange.
Wenig später lag sie neben ihm.
"Tut mir leid das ich nicht da war, als du aufgewacht bist".
"Schwester Kathrin von der Intensivstation hat mir erzählt was passiert ist. Wenn die dich schach matt setzen, kannst du dafür nichts."
"Trotzdem".
"Mönchen"?
Simone lachte.
"Was ist"? fragte Richard irritert.
"Ich liebe es wenn du mich so nennst"
Richard küsste sie zärtlich.
"Lass uns nochmal ganz von vorn anfangen, ja"? sagte Simone leise.
Richard nickte.
"Ich will nicht das etwas zwischen uns steht. Deshalb muss ich dir was sagen" setzte Simone an.
Sie setzte sich auf, als würde sie sich darauf gefasst machen, gleich wieder weggestoßen zu werden.
"Ich hatte eine Affäre mit Axel Schwarz".
"Bitte"?
"Ja. Aber glaub mir bitte, das ist vorbei".
"Simone geh bitte."
"Richard..."
"Geh bitte. Ich muss das erst mal schlucken. Ich will dich die nächsten paar Tage nicht sehen.
Simone ging.
Das hatte man also von Ehrlichkeit! Jede Menge Ärger und einen verdammten Liebeskummer!

Kurz darauf stand sie am Imbiss und kippte den zweiten Schnaps in sich hinein.
Auf einmal stand Nadja hinter ihr.
"Probleme"? fragte sie.
"Männer" sagte Simone leise.
"Ich will auch einen"
Annette schenkte Nadja grinsend einen Schanps ein.
"Simone, wir haben Waffenstillstand geschlossen und den will ich ehrlich anfangen. Ich muss dir was sagen".
"Ups? Hab ich das nicht vorhin auch gesagt? Und nun steh ich hier und sauf mich voll" dachte Simone.
"Sch..Schieß los".
Hoppla. Die Schnäpse wirkten.
Nadja schluckte.
"Ben ist Richards Sohn."
Simone fiel ihr Schnapsglas aus sder Hand. Mit einem Schlag war sie stocknüchtern.
Simone wurde blass.
"Simone, sag was, bitte"! bat Nadja fast flehend.
"Irgendwie habe ich sowas immer geahnt."
"Woher?"
"Auch wenn ihr nichts mehr miteinander hattet- ich habe gespürt das euch noch etwas verbindet. Jetzt weiß ich auch, was".
"es tut mir leid. Ich wollte ehrlich zu dir sein".
"Ich weiß. Komm heut Abend in die Villa und nimm Ben mit. Bist du einverstanden, wenn wir es Jenny und Vanessa sagen"?
"Wenn du meinst".
Simone nickte und ging. Das musste soe erst mal verdauen.

Am Abend kamen Nadja und Ben wie vereinbart in die Villa.
"Wir machen es kurz" sagte Simone leise "Jenny, Vanessa: Ben ist euer Halbbruder".
Im ersten Moment schluckte vor allem Vanessa.
Aber dann freute sie sich auch schon ein bißchen. Klar, es war schon eine völlig neue Situation für sie und Jenny- aber sie hatten soviel überstanden, dass sie das auch noch schaffen würden!

2 Tage später klingelte es bei den Steinkamps.
Ein Kurier stand vor der Tür und gab eine Rose ab. Für Simone.
Am nächsten Tag bekam sie zwei Rosen. Am dritten Tag drei. So ging das bis drei Wochen vorbei waren. Mit jedem Tag hatte sie eine Rose mehr bekommen.
Als Vanessa am Tag darauf 22 Rosen entgegen nahm und die Mädchen allein in der Villa waren, redeten sie darüber.
"Mama hat offensichtlich einen Verehrer" mutmaßte Jenny.
"Stimmt". Hier. Ist übrigens die letzte" grinste siwe und hielt ihrer Schwester eine Vase hin.
"Würde mich mal interessieren, wer das ist" sagte Jenny.
"Mal ehrlich: Meinst du das mit Mama und Papa wird noch was"?
Jenny atmete tief durch.
"Ich denke nicht, Vanessa. Sie haben beide viele Fehler gemacht."
Vanessa guckte ihre Schwester traurig an. Jenny nahm sie in ihre Arme und wirkte selbst ganz betreten, als ihre Schwester zu weinen begann.

Zwei Tage war ein anonymer Brief an Simone in der Post.
Simone las ihn mindestens zehn mal durch, bis ihr ein Licht aufging. Der Brief enthielt Passagen aus "Romeo und Julia". Nur das der Name Julia durch ihren eigenen Namen ersetzt war.
Darunter stand:"Wenn du wissen willst, wer ich bin, folge immer den Rosen. Sie werden dir den Weg zu mir weisen"
Aus Neugierde ging Simone zum Ausgang. Dort lagen drei Rosen, zu einem Pfeil geradeaus gelegt.
Sie lief und lief. Unterwegs sammrlte sie mehr als 50 Rosen ein.
Ihr Herz klopfte bis zum Hals.
Immer noch hoffte sie, das Richard hinter der Aktion steckte. Aber sie wollte hinterher nicht enttäuscht sein und verwarf den Gedanken wieder.
Dch ihr Herz schlug immr heftiger, als sie vor der Pizzaria "Portofino" stand.
Das Portofino war ein über Jahre hinweg geführter Familienbetrieb.
Vor 20 Jahren hatte sie dort Richard kennengelernt. Er hatte dort gekellnert und hatte Simones Familie bedient.
Sie waren ins Gespräch gekommen.
2 Wochen später waren sie in die Oper gegangen. Richard hatte sein ganzes Ersparnis geplündert, um sie einladen zu können.
Als sie das "Portofino" betrat, führte sie erneut ein Weg aus Rosen zu dem Tisch, an dem sie damals gesessen hatten.
Ihr Herz machte Freudensprünge, als Richard vor ihr stand.
Niemad der beiden sagte ein Wort.
Es knisterte förmlich zwischen ihnen.
"Du"? fragte Simone leise.
"Soll ich gehen"? fragte Richard sanft.
Simone lehnte ihre Stirn gegen Richards Schulter.
"Nein", flüsterte sie "geh nicht. Bitte".
Dann küssten sie sich endlich.
Unglaublich schön und lange.
Sie gingen zu "ihrem" Tisch und stieße mit Rotwein an.
Simone fielen fast die Augen aus dem Kopf, als das Essen kam: Richard hatte für seine Frau Lachsauflauf mit Bandnudeln bestwellt- genau dass Essen, das sie gehabt hatte, als sie Richard kennengelernt hatte.
"Das weißt du noch"? fragte sie erstaunt.
"Natürlich. Simone, den Abend als ich dich kennengelernt habe, werde ich nie vergessen."
Sie küsste ihn zärtlich.
"Läufst du heute noch auf dem Eis"?
"Ich laufe nur für dich" lachte Simone und umarmte ihn.
Er streichelte ihren Nacken.
Simone bekam eine heftige Gänsehaut.
Richard wusste ganz genau, wo er sie berühren musste, um sie zum Schweben zu bringen.

2 Stunden später warensie in der Eishalle.
Auf dem Weg dort hin war Simone schwindelig geworden.
"Das kommt bestimmt vom Glücklichsein" dachte Simone und sagte Richard nichts davon.
Als sie sich umgezogen hatte, fiel Richard auf, dass seine Frau ganz blass war.
"Gehts dir gut, mein Schatz"? fragte Richard besorgt.
"Mir gehts gut Richard. So gut wie lange nicht mehr" sagte sie nicht ganz wahrheitsgemäß, küsste ihn zärtlich und begann dann zu laufen.
Fast eine Stunde hielt sie durch. Dann wurde ihr schwarz vor Augen.
Mit blankem Entsetzen musste Richard zusehen, als Simone wie ein Korkenzieher auf das blanke Eis fiel.
Simone...hey mach keinen Blödsinn! Simone, hörst du mich? Hallo, Simone"!
Zwei Hände klatschten Simone unsanft ins Gesicht.
Sie öffnete die Augen und sah in das besorgte Gesicht von Nadja.
"Nadja...oh Mann...was ist passiert...wo ist Richard"? fragte Simone schwach.
"Der ruft nen Arzt. Du bist umgekippt. Schwups, und weg warst du! Ich kam grade in die Halle."
"Hilfst du mir mal beim Aufstehen"?
"Natürlich. Komm".
Vorsichtig zog sie Simone hoch.
Langsam liefen sie auf die Banden zu.
"Hast du das öfter"? fragte Nadja.
"Nein. Das Heißt, vorhin war mir mal schwindelig. Aber das war gleich wieder vorbei."
"Und dann gehst du noch aufs Eis? Bist du lebensmüde"?
"Ich schwöre dir, es ging mir wieder gut".
In diesem Moment sackten ihr erneut die Beine weg.
Nadja, die alles andere als einen sicheren Stand auf dem Eis atte, fiel mit auf den Boden.
"Man, was ist nur los mit dir? Lass dich von Dr. Üdler untersuchen".
"Ach Quatsch! Vielleicht ist das nur der Stress in der letzten Zeit...die Geiselnahme, der Stress mit Richard, die Firma..."
"Stimmt. War alles ein bißchen viel in letzter Zeit."
Sie erreichten die Zuschauerbänke.
Nadja machte sich wirklich ernsthafte Sorgen. Simone war weiß wie das Eis persönlich.

Einige Minuten später, Simone hatte sich schon fast wieder erholt, stürmte Richard mit Dr. Üdler in die Halle.
Er hörte Simone ab, notierte sich Puls- und Blutdruckwerte.
"Der Blutdruck ist mit 100 zu 60 zu niedrig Frau Steinkamp. Für heute und morgen ist schonen angesagt."
"Dr. Üdler, ich kann doch nicht..."
"Mönchen"! sagte Richard mahnend.
"Ja, ja ich bin ja schon still".
"Also ab nach hause! Sollte etwas sein, können sie mich jederzeit anrufen".
"Danke" antwortete Richard.
Sie gingen zum Auto. Simone war speiübel.
"Wie fühlst du dich"? fragte Nadja unterwegs.
"Im wahrsten Sinne des Wortes: Zum Kotzen".
"Oh je. Ich muss nach hause, Mike hat irgendwas von ner Überraschung gesagt. Ich seh morgen mal nach dir".
"Okay. Nadja"?
"Ja"?
"Danke".
"Kein Problem."

Am nächsten Morgen fühlte sich Simone schon viel besser.
Sie fühlte sich so gut, das sie Lust auf einen Espresso und ein ausgiebiges Frühstück hatte.
Vanessa hatte heute schulfrei, also, so fand Simone, war das eine gute Gelegentheit, mal wieder etwas mit ihrer Tochter zu unternehmen.
Sie saßen gerade beim Frühstück, als es klingelte. Kurz darauf ließ Frau Scholz Nadja herein.
"Morgen Simone, na, wieder fit"?
"Ja, naürlich. Ich könnte schon wieder Bäume ausreißen".
"Übertreib mal nicht. Vorhin hast du ausgesehen wie eine Leiche" warf Vanessa ein.
Simone stand auf und ging zum Kühlschrank.
"Vanessa, hast du gestern..aha, da ist er ja".
Nadja und Vanessa trauten ihren Augen nicht, als Simone sich ein Brötchen mit Marmelade schmierte und danach noch Senf darauf strich.
"Simone"? fragte Nadja entgeistert.
"Ja"? antwortete Simone fröhlich.
"Willst du das wirklich essen"? fragte Nadja zurück.
"Klar"!
Damit biss Simone herzhaft in das Brötchen.
"Oh Gott. Sie isst es wirklich. Sag mal kann es sein, dass du anderer Umstände bist, Mama"?
"Hä"?
"Bist du schwanger, Mama"?
"So ein Quatsch! Wie kommst du darauf"?
"Du isst Sachen, an die ich nicht mal zu denken wage" antwortete ihre Tochter lachend.
"Ich bin in einer halben Stunde wieder da. Ich geh nur schnell etwas besorgen".
Damit verschwand Nadja. Was hatte sie vor?

Als Nadja wiederkam hatte Simone zei Brötchen mit Senf gegessen.
Vanessa hatte sich vor Ekel geschüttelt.
"So, bin wieder da und hab dir was mitgebracht".
Mit diesen Worten zog Nadja einen chwangerschaftstest aus ihrer Tasche.
"Dann machen wir ihn eben! Aber ich bin sowieso nicht schwanger"!
"Das werden wir noch sehen".

Na toll, wenn man Pinkeln sollte konnte man natürlich nicht! Typisch!
Simone stand im Bad und hatte schon einen Liter Leitungswasser getrunken.
Dann endlich klappte es.
Drei Minuten starrten Nadja auf den Test wie die Schlange aufs Kaninchen.
"Zwei Streifen..Nadja sieh nach, was zwei Streifen bedeuten"!
Nadja sah nur kurz auf die Packung.
Dann schluckte sie kurz.
"Zwei Striefen bedeuten das du schwanger bist, Simone."
Schwanger....verdammt".
"Hey, das ist doch schön! Richard und du, ihr habt euch gerade wieder zusammengerauft, jetzt bist du schwanger! Das passt doch"!
"Es kommen zwei Väter infrage, Nadja."
"Ups. antwortete Nadja trocken.
Simones Finger spielten nervös mit dem Test.
"Zum einen ist da natürlich Richard. Und dann..."
"Ja"?
"Ist da noch Dr. Axel Schwarz."
"Du lieber Himmel. Weiß der überhaupt wie man 'Schwangerschaft' oder 'Baby' schreibt"?
"Garantiert nicht. Aber was ist wenn der Test..."
"Ich weiß was du sagen willst Simone. Du willst sagen, das so ein Test sich irren kann. Ja, das gibt es. Aber die Chance liegt bei einem Prozent. Wenn überhaupt".
"Würest du mich zu Dr. Üdler fahren? Ich will nur Klarheit ob ich schwanger bin oder nicht."

1 Stunde später verließen sie die Praxis des Arztes. Ja, Simone war schwanger. Und das definitiv!
Wieder zurück, ging in der Villa die große Rechnerei los. Simone war in der 8. Woche.
"Oh je, das wird echt knapp," murmelte Nadja.
"Das wird sogar sehr knapp. Axel darf nicht der Vater sein! Er darf es einfach nicht"!
"Jetzt beruhige dich erst mal"!
Nadja nahm Simone in ihre Arme.
"Wir machen so eine Fruchtwasseruntersuchung. Da lässt sich das doch feststellen."
"Und wie willst du an eine DNA von Dr.Schwarz kommen, Frau Oberschlau"?
"Das lass mal meine Sorge sein."

Am nächsten Morgen räumte Simone Richards Geschirrr nicht in die Spülmaschine. Sie ließ seinen Kaffeelöffel in einer kleinen Plastiktüte verschwinden.
Sie hoffte, das Nadja genausoviel Glück hatte.
Gegen 10 Uhr kam die erlösende Nachricht. Nadja hatte Axel seinen Kaffeelöffel gemopst und bewahrte ihn sicher verpackt in ihrer Sporttasche auf.
Noch am selbwn Tag wurden die Proben untersucht und mit Simones Fruchtwasser verglichen.
Die Frau im Labor war eine Freundin von Nadja.
"Gebt mir eine Stunde. Dann habt ihr Klarheit"
Die Frauen nickten.

Punkt eine Stunde später erschien Nadjas Freundin auf dem Flur.
"Machen wirs mal spannend. Wer soll der Vater sein"?
"Mein Mann natürlich" antwortete Simone nervös.
"Da haben sie Glück. Seine Vaterschaft ist zu 99,999999 % erwiesen.
Ein Freudenschrei von Simone hallte über den Flur.
Da hatte sie nochmal richtig Glück gehabt.
Allerdings hinderte sie das nicht daran, Axel mal so richtig ins Schwitzen kommen zu lassen...

Für Simone war sofort klar, dass sie das Kind bekommen würde. Natürlich war es eine Risikoschwangerschaft. Sie musste sich alle 2 Tage untersuchen lassen. Aber das war ihr egal. Hauptsache dem Kind gings gut!
Als sie mit Richard abends alleine war, verkündete se ihm die frohe Botschaft.
"Du kriegst ein Kind"?
"Ja Richard. Ich bin schwanger. Ich kann es selbst kaum glauben".
"Ist das nicht eine Risikoschwangerschaft"?
"Schon. Aber Hauptsache dem Krümel da drin gehts gut".
Vorsichtig legte Richard seine Hände auf Simones Bauch.
Simone genoss die zärtliche Berührung.
Ihr war nach mehr.
Fordernd zog sie Richard an sich heran.
"Simone...bist du dir ganz sicher"? fragte er zwischen zwei stürmischen Küssen.
Simones Antwort war ein langer, leidenschaftlicher Kuss.
Es dauerte nicht mehr lange, bis sie ihrer Leidenschaft nachgaben und miteinander schliefen.

Eng aneinander gekuschelt lagen sie wenig später in ihrem Ehebett.
"Simone"?
"Ja"?
"Bist du sicher das ich der Vater bin"?
Simone küsste ihn zärtlich.
"Ganz sicher".
"Wirklich"?
"Felsenfest."
"Ich liebe dich".
"Und ich dich erst".

Am nächsten Morgen erzählte sie Axel frohlockend von ihrer Schwangerschaft. Sie musste sich das Lachen verkneifen. Axel war dermaßen die Kinnlade runtergefallen, so hatte sie ihn noch nie erlebt! Sollte er ruhig ein bißchen Schwitzen, für das, was er in der Firma hinter ihrem Rücken getan hatte.
Sie ahnte nicht, zu was Axel wirklich fähig war...
Simone genoss ihr Leben in vollen Zügen.
Richard las seiner schwangeren Frau jeden einzelnwn Wunsch von den Lippen ab.
Und sie hatte Lust auf merkwürdige Dinge. Erdnüsse mit Mayonaise zum Beispiel.
Vanessa schüttelte sich bei dem Essverhalten ihrer Mutter.
"Das arme Baby- kaum im Bauch kriegt es schon zu spüren, wie verrückt es bei uns sein kann" hatte sie mal gesagt.
Simone mampfte ungerührt weiter. 6 Wochen später hatte sie bereits 3 Kilo zugenommen.

An diesem Abend, es war schon recht spät, waren sie allein im Zentrum.
Sie schwammen im Pool umher, bis Richard seine Frau auf den Rücken drehte und sie sanft festhielt.
"Ich kann noch immer gar nicht glauben, das wir nochmal Eltern werde. Mal ehrlich, hättest du das vor ein paar Wochen für möglich gehalten"? fragte Simone und sah Richard erwartungsvoll an.
"Nein. Ich hätte euch nicht gedacht, das wir nochmal zueinander finden".
Sie küssten sich, bis Simone erschrocken zurückzuckte.
"Da war jemand".
"Wo?"
"Draußen am Eingang! Wir werden beobachtet Richard".
Richard sah nach.
"Da ist nichts Simone. Keine Menschenseele ist unterwegs."
"Meinst du, schwangere können auch Gespenster sehen"? lachte Simone.
"Schon möglich" grinste Richard und küsste seine Frau zärtlich.
"Vielleicht war es ja der Wind" verwarf Simone ihren Gedanken.
Doch sie wurden tatsächlich beobachtet....

"Ich hab Hunger" murmelte Simone auf der Fahrt.
"Schon wieder"? lachte Richard.
"Klar, seit ich weiß, das ich schwanger bin könnte ich 24 Stunden essen- und das 7 Tage die Woche.
Sie durchwühlte ihre Handtasche nach ihrem Geldbeutel.
"Halt bitte bei der Pommes Schranke an. Ich sterbe gleich vor Hunger."
"Schwangerensoll man gehorchen" grinste Richard und so hielten sie an.
Mit vollstem Genuss verputzte Simone eine scharfe Frikadelle mit Pommes, obendrauf noch eine Currywurst. Natürlich extra scharf.
Da rutschte ihr das Herz in die Hose.
Sie sah Axel einige Meter weiter hinter einem Busch stehen.
"Richard dreh dich mal um. Aber ganz langsam und vorsichtig".
Richard drehte sich um und sah in die Richtung seiner Frau.
Auch er sah Axel nun stehen.
Entschlossen ging Richard auf ihn zu.
"Richard, lass das! Bitte"!
"Der spioniert uns aus! Du hattest recht"!
"Auch spinn dich aus! Der ist doch nur eifersüchtig"!
Simone rannte ihrem zornigen Mann hinterher.
Er packte Axel am Kragen. Jeder einzelne Muskel seines Körpers spannte sich an.
"Was soll das? Warum beobachten sie uns"? schrie er wütend.
"Richard lass es! Du hast doch gehört was ich gesagt habe"!
"Nichts da"!
"Das ist Zufall" versuchte Axel sich zu rechtfertigen.
"Na klar! Meine Frau hat sie vorhin schon bemerkt"!
"Richard, hör auf! Ach wisst ihr was? Mir recht es! Ich fahr nach hause"!
Damit ließ sie die beiden Männer stehen wie zwei begossene Pudel.
Sie knallte Annette das Geld auf den Tresen und raste davon.
Ihr war speiübel vor Aufregung. Und vor Angst.

2 Stunden später klingelte es.
Richard stand vor der Tür. Er hatte nochh keinen Schlüssel und wohnte noch im Hotel.
Simone hatte ihn gebeten, noch nicht einzuziehen und Richard hatte dies aus Liebe zu Simone respektiert.
"Na? Was für Blessuren muss ich verarzten"? fragte Simone trocken.
"Keine. Er ist nochmal davon gekommen".
"Na also. Und jetzt komm rein. Schwangere Frauen sind sehr anlehnungsbedürftig".
Das ließ Richard sich nicht zweimal sagen.
Wenige Minuten später hatten sie es sich im Schlafzimmer gemütlich gemacht.
Simone lag mit dem Kopf in Richards Schoß und ließ sich den Bauch streicheln.
Sie schwiegen. Beide genossen einfach nur den Moment.
"Was meinst du: Was wird es"? fragte Simone nach einger Zeit leise.
"Egal. Hauptsache Mama und Kind geht es gut."
"Ich wünsch mir einen Jungen".
"Ehrlich"?
"Ja. Wir haben ja zwei wunderbare Mädels."
"Stimmt. Aber was ist wenn es wieder ein Mädchen wird"?
"Dann bin ich trotzdem sehr glücklich."
Sie küssten sich. Erst ganz sanft und zaghaft.
Aus Vorsicht wurde Leidenschaft.
Richard küsste seiner Frau den Hals, konnte seine Hände gar nicht mehr von ihr lassen.
Als sie miteinander schliefen, hätte Simone vor lauter Glück am liebsten die Zeit angehalten.
Macht Schwangersein glücklich?
Diese Frage stellte Simone sich mit jedem Tag ihrer Schwangerschaft.
Regelrecht aufgeblüht war sie, laut Vanessa.
Ihr Bauch wuchs langsam aber sicher.
Sie versteckte ihre Schwangerschaft nicht in weiten Klamotten, so wie sie es bei Jenny und Vanessa getan hatte, nein, sie zog sich an wie immer.
Auch die Angestellten des Zentrums genossen das entspannte Verhalten ihrer Chefin.
Simone merkte nicht, das sie weiterhin beschattet wurde.
Der Angestellte verhielt sich unauffällig, notierte sich genau, wann Simone kam und ging. Und ganz besonders wenn sie im Zentrum allein war.

Voller Stolz zeigte Simone Vanessa ein Ultraschallbild, das sie bei ihrer Untersuchung am Nachmittag bekommen hatte. Vanessa hatte ihre Mutter noch nie so glücklich und gelöst erlebt.
Sie hatte wieder richtig Spaß am Leben.
Sie dachte nicht nur an die Firma, sondern auch an die Familie.
Und das freute Vanessa.

Eines Abends gingen Jenny und Vanessa zum ersten Mal gemeinsam aus. Natürlich mit dem Hintergedanken, den Eltern ein paar entspannte Stunden zu gönnen.
Simone wirbelte durchs Schlafzimmer, bezog das Bett neu, zündete Kerzen an.
Allerdings wartete sie vergeblich auf Richard.
WO war er? In der Firma erreichte sie keinen einzigen Angestellten. Dazu war es viel zu spät. Er ging nicht an sein Handy. Als sie in seinem Hotel anrief, erfuhr sie von einem Portier, das Richard das Hotel am Morgen verlassen hatte und seitdem nicht mehr aufgetaucht war.
"Er wird doch nicht....ach Quatsch, nein..."murmelte sie vor sich hin.
Für einen Moment dachte sie daran, Richard würde sie wieder betrügen. Aber sie hatte das Gefühl, Richard war noch nie so ehrlich zu ihr gewesen.
Sie strich sanft über ihren Bauch.
"Dein Papa verlässt uns nicht. Es lässt sich bestimmt ganz leicht erklären."
Simone merkte, das sie nicht an ihre eigenen Worte glaubte.
Sie beschloss, mal in der Firma nach dem rechten zu sehen. Mit einem Schlag sagte ihr ihre innere Stimme, das sie sofort hinfahren sollte.
Sie blies im Eiltempo die Kerzen aus und rannte kurz darauf zum Auto.

Sie parkte vor dem Zentrum. Merkwürdig. Alles dunkel. Aber Richards Wagen stand direkt vor dem Zentrum.
Sie trat zögerlich ein.
Sie schaltete das Licht ein. Dann musste sie einen Schrei unterdrücken.
Richard saß gefesselt und geknebelt auf dem Boden.
Hastig riss sie im das Klebeband vom Mund.
"Was ist passiert"? fragte sie in Panik.
"Simone verschwinde! Verschwinde, solange du noch kannst! Tu es für unser Kind"!
"Was...wi...was ist hier los?"
Und dann sah sie den Angestellten. Axels Assistent.
"Oh mein Gott. Raus hier" dachte sie nur noch."Richard, ich liebe dich" brüllte si noch aus Leibeskräften, bevor sie sich ins Auto setzte um so viel Vorsprung wie möglich zu bekommen.
Doch ihr Verfolger hatte sie schnell eingeholt?
Was hatte er vor? Warum hat er das?
"Tu es für unser Kind". Richards Worte schossen ihr durch den Kopf.
Mit einem MAL WAR SIE KLAR IM Kopf. Axel wollte ihr Kind töten lassen- um sich vor vermeintlichen Unterhaltszahlungen zu drücken.
Sie raste eine Strecke entlang, einen Waldweg, den sie noch nie gefahren war.
Es ging nur stur gerade aus, Simone hatte keine Möglichkeit, ihm auszuweichen. Sie saß in der Falle.
Gerade als sie beschloss zu bremsen, um zu Fuß weiter zurennen schrie sie entsetzt auf: Ein Reh stand mitten auf dem Waldweg. Sie konnte nicht mehr bremsen. Ein verdammt harter Aufprall war zu hören. Dann raubte ein unberechenbarer Schmerz Simone das Bewusstsein.
Als Simone wieder erwachte, Sah sie als erstes Vanessas Besorgtes Gesicht.
"Hallo meine Süßen. Wie gehts euch"? fragte Simone schwach.
"Wie soll es uns den gehen, Mama? Beschissen gehts uns"! sagte Jenny fast Vorwurfsvoll.
Vanessa stieß ihrer Schwester mahnend im die Seite.
"Ist doch wahr" zischte Jenny.
"Was ist mit dem Kind"? fragte Simone weiter
Dem Kind gehts gut Mama. Du hattest Blutungn, aber die wurden gestillt. Außerdem hast du eine mächtige Gehirnerschütterung und ein paar Prellungen. Du hast ast Glück gehabt" sagte Vanessa leise.
Simone merkte, das ihre Tochter versuchte, ihre Tränen hinunter zuschlucken.
"Komm her Vanessa" sagte sie leise.
Simone hob die Arme unter der Bettdecke hervor und streichelte Vanessas Haare,
Aus Angst ihr wehzutun, legte Vanessa nur ganz zaghaft die Arme um ihre Mutter.
"Lasst mich mal mit eurem Vater allein" flüsterte sie Vanessa ins Ohr.
Vanessa nickte, küsste ihre Mutter sanft auf die Stirn und zog Jenny dann zur Tür.
"Ja, ja ich komm ja schon" murrte Jenny.
Einen Moment lang grinsten sich die Eltern an.
Richard hatte noch kein Wort gesprochen.
"Richard, ich werde dich jetzt etwas fragen. Bitte antworte mir ehrlich".
"Natürlich", sagte Richard und nahm zärtlich Simones Hand.
"Wenn ich dir jetzt sage, das ich dich über alles liebe-glaubst du mir dann"?
"Natürlich glaube ich dir Sione. Warum sollte ich das nicht tun"?
"Ich hab dich mit diesem Irren allein gelassen".
"Du musstest es tun. Für unser Kind Simone. Denk an unser Kind"!
"Wennich nicht weggerannt wäre, wäre der Unfall nicht passiert".
"Wenn du niht weggerannt wärst, hätte er dir das Kind quasi aus dem Bauch geschlagen."
"Oh Gott."
Simone entzog sich Richard Hand und legte die Arme schüzend um ihren Bauch.
Richard überhäufte Simone mit zärtlichen Küssen, als sie zu weinen begann.
"Du darfst dich nicht aufregen Simone," sagte er leise.
"Dieser Kerl wollte mir unser Kind nehmen und ich soll mich nicht aufregen? Na ganz große Klasse"!
Richard legte ihr mahnend den Finger auf den Mund.
"Ich bin froh, das dieser Kerl sein Ziel nicht erreicht hat" sagte Richard sanft.
"Ich auch. Richard?"
"Ja"?
"Ich liebe dich. Von ganzem Herzen."
"Ich dich auch Simone".
Das hörte Simone nicht mehr. Ihr Brsutkorb hob und senkte sich gleichäßig. Sie war eingeschlafen. Sie schlief tief und fest in Richards Armen.

2 Wochen später, Simone stand vor Anfang des 5. Monats, wurde sie, unter den Auflagen, strengste Bettruhe zu halten, sich zu entspannen, und sich verwöhnenn zu lassen, entlassen.
Iht Gefühl sagte Simone, das wieder ein Mädchen in ihr heranwuchs. Sie ahnte es einfach.
Und so blätterte sie in einem Buch mit Kindernamen.
"Luna-Marie" gefiel ihr besonders gut.

Zur gleichen Zeit stand Vanessa mit Ben und Nina an der Imbissbude.
"Wie gehts deiner Mum"? fragte Nina beiläufig.
"Lässt sich von vorn bis hinten und wieder zurcvk verschönen. Und das ist auch gut so".
"Guckt mal, wenn man vom Teufel spricht" meinte Ben und zeigte in Richtung Eingang des Steinkamp-Zentrums.
"Das ist tatsächlich meine Mum. Was will die hier"?
"Vielleicht will sie euch vom Training abholen. Ist ja offiziell erst 5 Minuten vorbei" meinte Nina.
"Sie steht rum wie bestellt und nicht abgeholt. Das ist doch nicht die Art deiner Mutter" gab Ben zu bedenken.
"Ich frag sie einfacvh mal" murmelte Vanessa.
Sprachs und ging auf den Eingang zu.
Sie tippte Simnone auf die Schulter.
Das war nicht Simone.
Aber diese Frau sah Simone sehr, sehr ähnlich. Die selben Gesichtszüge, die slbe Haarfarbe, die Augen...
"Tschuldigung...ich hab sie mit meiner Mutter verwechselt" druckste Vanessa herum.
"Schon gut" sagte die Fremde leise und rannte dann hektisch weg.
Die Stimme war fast dieselbe.
War war diese Frau? Und was wollte sie?
Vanessa llief zu ihren Freunden zurück. Sie war völlig verwirrt.
"Ich muss noch was erledigen. Sehen wir uns nachher beim Training, Ben"?
"Ja klar".
"Und du Nina"? fra<gte Vanessa weiter.
"Nein, ich muss arbeiten. Aber zum Zuschauen später komme ich sehr gern".
"Okay bis dann".
Vanessa ging.
"Was war das denn"? fragte Ben irritiert.
"Keine Ahnung. Aber da ist was passiert. Hast du die Frau weglaufen sehen? Das war doch nie im Leben Simone Steinkamp"!
"Stimmt. Eine Mutter rennt nicht vor ihrer eigenen Tochter weg."
"Ich seh mal nachher nach ihr. Da stimmt was nicht" sagte Nina.
Okay. Bis später dann".
Die Kids gingen getrennte Wege.

Wie ein Wirbelwid raste Vanessa durch die Villa. Sie hatte nur ein Ziel: Das Familienstammbuch zu finden!
Nirgends wurde sie fündig.
Als sie gerade Simones Schrank durchsuchte, platzte Jenny herein.
"Was machst du da, Vanessa"?
"Ich such was" antwortete Vanessa kurz angebunden.
"Und was"?
"Das Familienstammbuch."
"Was willst du damit"?
Vanesxsa erzählte von der Begegnung mit der Frau.
"Das gibts ja wohl nicht", sagte Jenny ungläubig. "also, wenn wir wirklich eine Tante haben, dann weiß ich nichts von ihr".
"Da bist du genauso schlau wie ich. Man, ich weiß nicht, wo wir noch suchen sollen"!
"Aber ich. Komm mit."
Jenny führte ihre Schwester zum Safe im Salon.
"Kennst du den aktuellen Code"? fragte Vanessa.
"Ja".
Damit tippte Jeny die Zahlenkombination 030487 ein. Das war Vanessas Geburtsdatum.
Die Mädchen suchten im Eiltempo weiter.
Simone müsste jeden Moment nach Hause kommen.
"Ich habs" rief Vanessa und fing an zu blättern.
"Das gibts nicht. Hör dir das an: Johannes Steinkamp, geboren am 1.12.1930 in Essen, Charlotte Annabelle Steinkamp, geb. von Dahlmann, geboren am 23.1.32 in Frankfurt. Die Töchter: Simone Annamarie Steinkamp, geborem am 23.5.63 in Essen und Carmen Maren Susanne Steinkamp, geborem am 29.8.69 in Essen", las Vanessa halblaut vor.
"Das darf nicht wahr sein."
"Ist aber so. Und von ihrem Tod oder von einer Heirat steht nichts drin.
In diesem Moment kam Simone nach hause.
Den Mädchen gelang es gerade noch, das Stammbuch wieder im Safe verschwinden zu lassen und diesen zu verschließen.
Geistesgegenwärtig drückte Vanessa ihrer Schwester ihr Vokabelhaeft in die Hand, das auf dem Tisch lag.
Jenny vrstand sofort und spielte mit.
"Vanessa, sag mir mal was 'Familienstammbuch' heißt."
"Family Album".
"Sehr gut. Und was heißt 'Familienzuwachs'"?
"Family increase, glaub ich".
"Stimmt. Also um den Test morgen musst du dir keine Sorgen machen. Das klappt bestimmt."
Hallo ihr zwei. Du lernst mit Vanesa Vokabeln, Jenny"?
"Sie hat mich gebeten, sie abzufragen".
"Und? Klappte es"?
"Ja klar. Vanessa ist besser als sie denkt."
"Na dann ist es ja gut. Hast du heute noch Training, Vanessa"?
"Ja klar."
"Okay. <Ich bin müde. Ich geh mich hinlegen."
"Okay" antworteten die Mädchen gleichzeitig.
Simone gin nach oben.
Vanessa atmete tief durch. In ihr stieg die Wut.

Am nächsten Morgen verlief das Frühstück schweigsam.
"Ist was mit euch? Ihr seit so still" erkundigte sich Simone besorgt.
"Ich bin nur von einem Menschen enttäuscht worde, den ich liebe" sagte Jenny leise.
Vanessa nutzte die Gelegentheit und sagte: "Ich auch".
"Wie...was ist denn passiert"?
"Wieso hast du uns nie gesagt, das du noch eine Schwester hast"? fragte Vanessa mehr enttäuscht als wütend.
"Weil Carmen tot ist" erwiderte Simone eiskalt.
So eiskalt, das Vanessa wusste, dass es besser war, ihrer Mutter nicht zu glauben.
Vanessa konnte nicht fassen, dass ihre Mutter ihre Schwester so eiskalt verleugnete. Am liebsten hätte sie ihr direkt ins Gesicht gesagt, das sie Carmen gesehen hatte. Lebend!
Aber sie ließ es dann doch.
In der Schule redete sie sich bei Ben und Nina ihren Kummer von der Seele.
"Deshalb warst du so komisch" stellte Nina fest.
"Ja. Tut mirt leid. Das hat mich alles total durcheinander gebracht".
"Kann man ja verstehen. Meinst du, diese Carmen taucht nochmal auf?" fragte Ben.
"Ich weiß es nicht. Aber hoffen will ich es."
Abends wollten sich die Kids bei Ben zum DVD-schauen treffen. Aber Vanessa sagte ab. Sie hatte die Frau wieder gesehen, als sie am Zentrum vorbeilief.

Eine ganze Weile beobachtete Vanessa Carmen aus icherer Entfernung.
Carmen saß am Eingang und sah verdammt unglücklich aus.
Der leere Blick iher Augen ging Vanessa sehr nah.
Schließlich hielt Vanessa es nicht mehr aus und lief zielstrebig auf den Eingang des Seinkamp Zentrums zu. Sie fröstele, es war verdammt kalt.
Als Carmen Vanessa auf sich zukommen sah, wollte sie weglaufen. Aber Vanessa war schneller. Mit einem großen Schritt gelang es ihr Carmen am Arm zu packen und sie festzuhalten.
"Wer sind sie"?
"Gegenfrage: Wer bist du"? fragte Carmen.
"Wenn es sie interessiert- mein Name ist Vanessa Steinkamp."
"Mein Name ist Carmen Steinkamp. Carmen Maren Susanne Steinkamp".
"Also doch."
"Du hast nachgeforscht, nachdem du mich gesehen hast, oder"?
"Allerdings. Man ist das ein Hammer. Auf einmal hab ich eine Tante."
"Und ich eine Nichte. Hätte nicht gedacht, das Simone ein Kind hat".
"2 Nichten. Und das dritte Kind ist gerade unterwegs," korrigierte Vanessa.
"Oh. Na dann."
"Mal ehrlich: Was willst du"?
"Ich will meine Schwester sehen. Und ihre Familie kennenlernen."
Vanessa musste zugeben, dass das sehr ehrlich klang.
"Warum warst du jahrelang weg? Weder Jenny noch ich kannten dich".
"Jenny"?
"Meine Schwester, deine Nichte."
"Was hat <Simone euch erzählt"?
"Weil Carmen tot ist" hallten die Worte ihrer Mutter in Vanessas Kopf.
"Sie hat erzählt, du wärst tot".
Carmen lachte bitter auf.
"Stimmt. Ich bin für meine Familie gestorben, als ich nach dem Abi kein BWL studieren wollte um danach eines Tages mal mit Simon die Firma zu übernehmen".
"Wie bitte"?
"Ja. Ich bin Hebamme geworden. Das hat ihnen nie gepasst. Vater hat mir mal vogeworfen, das ich nicht seine Tochter bin. DESWEGEN! Weil ich mich für etwas anderes entschieden habe. Für meine Eltern und schließlich auch Simone, gab es nur noch die Firma. Ich war ihnen egal. Eines Tages bin ich ausgezogen und hab nur einen Zettel mit meiner neuen Adresse hingelegt, in der Hoffnung, wenigstens Mutter würde sich melden...Tja, seit diesem Tag, meinem 19. Geburtstag, habe ich nie wieder ewas von ihnen gehört. "
"Das ist ja schrecklich. Das eigene Kind zu verstoßen, nur weil es eine andere Berufswahl hat....das ist grauenhaft."
"So ist die Familie Steinkamp. Alles was erzählt ist Erfolg, Erfolg und nochmal Erfolg"!
"Carmen..."
"Ist doch wahr".
Carmen war den Tränen nahe.
"Du kommst jetzt mit in die Villa. Mama kann dich nicht länger aus ihrem Leben verdrängen."
"Nein! Ich kann das nicht"!
"Warum nicht? Willst du wochenlang hier vor dem Zentrum herumlungern, bis du ihr mal begegnest"?
"Wir hatten nie ein gutes Verhältnis. Sie hat mich immer als Konkurentin gesehen."
"Geschwisterliebe. Typisch. Das kenn ich. Und jetzt komm mit. Sonst kann man uns morgen hier als Eisfiguren betrachten".
Auffordernd streckte Vanessa ihrer Tante die Han hin.
"Also gut."
Carmen stand langsam auf, als wolle sie den Weg in die Villa hinauszögern. Das fiel Vanessa zwar auf, aber sie sagte nichts. Sie war viel gespannter auf das Gesicht ihrer Mutter, wenn Carmen vor ihr stehen würde!

Carmen fuhr den Weg in die Villa Steinkamp, als würde sie jeden Tag nichts anderes tun.
"Hast du Angst"? fragte Vanessa vorsichtig.
"Angst...naja, Angst nicht. Aber ich hab echt einen Kloß im Hals."
"Keine Bange. Wenn sie ausfallend wird sind immer noch Jenny und ich da. Ich ruf Jenny gleich an, damit sie uns die Tür aufmacht".
Damit wählte sie Jennys Handynummer.
"Ja Jenny, Vanessa hier. Ich werrd Gerade nach hause gefahren."
"Von wem"? fragte ihre Schwester irritiert.
"Von Mamas Schwester. Carmen. Du musst uns die Tür aufmachen bitte! Sonst schickt Mama sie gleich wieder weg"!
"Du bist ein verrücktes Huhn, Vanessa, weißt du das? Aber klar, mach ich! Bis gleixch"!
Jenny legte auf.
Als sie in die Einfahrt einbogen, war Vanessa froh, das Jenny vor der Haustür stand und offensichtlich auf die beiden wartete.
Als Carmen vor ihr stand, musterte Jenny sie ein wenig skeptisch, aber dann...
"Die Ähnichkeit mit Mama ist unglaublich" sagte sie leise.
Dann fielen sich die drei um den Hals.
"Jennx, wer ist denn an der Tür"? wurden sie von drinnen unterbrochen.
Simone. Carmens Herz klopfte bis zum Hals.
Da kam Simone an die Tür. Nun gab es kein zurück mehr für Carmen.
"Hallo große Schwester" sagte sie leise.
"Carmen...was was machst du hier"?
Carmen ging in die Offensive.
"Ich will dich sehen."
"Jetzt hast du mich gesehen. Tschüss dann".
Carmen musste mitansehen, wie Simone Vanessa hereinzog und ihr dann die Tür vor der Nase zuschlug. Im wahrsten Sinne des Wortes.

"Sag mal, spinnst du? Was sollte das denn"? fragte Vanessa wütend.
"Sie hat in meinem Leben nichts zu suchen! Genauso wie in eurem! Sie hat einen schlechten Einfluss"!
"Schlechten Einfluss! Schlechten Einfluss"! äffte Vanessa ihre Mutter nach.
"Ja"! versuchte Simone sich zu rechtfertigen.
"Wovon soll dieser schlechte Einfluss denn kommen? Vielleicht, weil sie nicht zum Steinkamp-Imperium gehört"? donnerte Jenny.
WUMM! Jenny hatte den Nagel voll auf den Kopf getroffen.
Simone war sprachlos.
"Komm Vanessa. Hier ist mir die Luft zu dick"!
Jenny packte ihre Schwester am Arm und zog sie mit sich. Simone blieb wie angewurzelt im Flur stehen. Sie fror und schwitzte gleichzeitig. Ihr Herz hämmerte wie wild.

"Mist, sie ist bestimmt schon über alle Berge" fluchte Vanessa.
"Ich denke nicht. Weit kann sie nicht sein"! sagte Jenny beruhigend.
"Da! An der Pommes-Schranke"! schrie Vanessa plötzlich.
Tatsächlich stand dort Carmens Wagen.
Sie stand an der Schranke und kippte Schnäpse in sich hinein.
Vorsichtig, aus Angst, Carmen würde die Flucht ergreifen, näherten sich die Mädchen dem Tisch.
Vanessa legte langsam die Arme um sie.
"Es tut mir so leid Carmen" sagte Jenny leise.
"Scho..Schon Okay. Hab jamit jerechnet" lallte Carmen.
Au weia. Anscheinend hatte sie schon so einiges getrunken.
"Komm mit zu uns! Bitte! Besuch kann Mama uns nicht verbieten"! flehte Vanessa.
"Wiss ihr...bei eurer Mudder...is nieman erwüsch der nich in ihr Leben pass....ha! Un ich gehöre zu diesen Menschen" lallte Carmen erneut.
"Jetzt reichts! Du kommst jetzt mit und schläfst deinen Rausch aus"! rief Jenny aufgebracht.
"Un...was sacht eure....Mudder dazu"?
"Ist mir gerade piepegal, und Jenny auch, also los"!
"Na jut. Annedde...was kriechst du von mir"?
"Geht aufs Haus" murmelte Annette nur.
"Dange. War schön dich kennegelernt zu habe".
"Oh mein Gott. Die hat ihren Rausch bis morgen mittag noch nicht ausgeschlafen" dachte Vanessa.

Wieder in der Villa angekommen, war es ein schönes Stück Arbeit, die stockbesoffene Carmen, vorbei an Simone nach oben zu bringen.
Vanessa half ihrer Tante die Treppe hinauf zu kommen. Kein leichtes Unterfangen, wie Vanessa bald merkte. Beinahe 2 mal wäre sie mitsamt Carmen die Treppe wieder hinuntergefallen. Aber mit vereinter Kaft schafften es doch alle beide, während Jenny ihre Mutter gekonnt in ein Gespräch über die Firma verwickelte.
Irgendwann kam Jenny ins Zimmer. Vanessa hatte ihre Tante, so wie sie war, in ihr Bett verfrachtet.

Am nächsten Morgen zog Vanessa erbarmungslos die Vorhänge zurück.
"Man, mach wieder zu"! grummelte Carmen unter der Decke hervor.
"Also hier ist man schon besoffen bevor man was getrunken hat" bemerkte Vanessa.
Carmen stand auf und griff sich sogleich an den Kopf.
"Boaah hab ich nen Schädel...war ich sehr schlimm gestern"?
"Naja, schlimm nicht, aber du bist gehörig aus dem Rahmen gefallen."
"Oh Gott. Schlimm genug".
"Mama ist in der Firma. Du kannst dich in Ruhe fertig machen."
"Okay. Vanessa"?
"Ja"?
"Danke. Ich glaube, ohne Jenny und dich würde ich jetzt in einem Straßengraben liegen."
"Schon okay. Sei leise, Jenny schläft noch".
Kurz darauf schlich Carmen auf Zehenspitzen ins Bad.
Die Schritte, die immer näher kamen, hörte sie zu spät.
Sie konnte nicht reagieren, als die Schiebetür aufging und Simone im Rahmenstand.
"Was machst du hier, Carmen"?
"Ich...sorry ich hab hier geschlafen".
"Hinter meinem Rücken? In meinem Haus"?
"Ja, inunserem Elternhaus!" platzte Carmen wütend heraus.
"Hättest du nicht wenigstens fragen können"?
"Muss ich fragen wenn ich in meinem Elternhaus schlafen will"? gab Carmen patzig zurück.
Simone schluckte.
"Carmen" sagte sie leise und so ruhig wie möglich "ich glaube wir sollten vernünftig miteinander reden. Jetzt sofort."
Carmen nickte.
Sie gingen hinunter in die Küche. Carmen setzte sich auf einen Hocker, und wartete, was kam.
Simone setzte sich mit eingem Abstand zu ihrer Schwester.
Die eine schien auf den ersten Schritt der anderen zu warten.
Schließlich fasste Carmen sich ein Herz.
"Schön, wieder hier zu sein. Du hast echt was aus der Villa gemacht. Respekt".
"Danke. Und wie erging es dir, all die Jahre"?
"Gut. Mein Beruf ist das, was ich immer wollte."
"Du hast wirklich Hebamme gelernt"?
"Ja. Hast du in der Zeitung voon der Neueröffnung eines Geburtshauses gelesen"?
"Meinst du das Geburtshaus Storchennest"?
"Ja genau. Das ist meins".
"Toll. Was hat dich hierher zurückgezogen"?
"Die Trennung von meiner Lebensgefährtin. Wir waren 8 Jahre zusammen. Auf einmal war alles vorbei."
"Lesbisch ist sie auch noch. Ich habs schon immer gewusst" dachte Simone, sagte aber nichts.
"Ich hatte niemanden mehr in Hamburg. Dann wollte ich zurück. Um jeden Preis. "
"Aha."
"Simone, warum hast du mich nie gesucht? Warum"?
"Weil..ach es ist soviel passiert in all den Jahren..."
"Und du hast nicht einmal Zeit, dich mit deiner Schwester auseinanderzusetzen? Wie arm ist das denn"?
"Du hättest jederzeit zu mir kommen können".
"Ach ja"?
"Ja, natürlich"!
"Das hat man ja gesehen. Erst hast du mich jahrelang verleugnet, und gestern hast du mich gleich wieder vor die Tür gesetzt."
"Carmen..."
"Nix Carmen! Weißt du eigentlich seit wann ich von unseren Eltern nicht mehr gehört habe, das sie mich lieben? Seit ich 10 Jahre alt bin, nicht mehr! Du warst immer die Nummer 1! Simone hier, Simone da!"
"Carmen bitte"!
"Nichts da! Ich geh jetzt! Ich dachte du freust dich wenn ich einen Schritt auf dich zu komme, auf dich und deine Familie! Aber nein! Ist okay, ich verschwinde"!
Damit packte verschwand sie aus der Tür.
Ein bitterer Verzweiflungsschrei löste sich aus Simones Körper.
In diesem Moment spürte sie einen heftigen Tritt gegen ihre Bauchdecke.
"Schon gut Kleines. Mama beruhigt sich schon wieder. Frieden"?
Das Kind bewegte sich noch mal recht munter, dann war Ruhe.

Als Richard bei ihr war, brachte sie es nicht fertig, ihm von Carmen zu erzählen.
Sie lag nur in seinen Armen und weinte. Sie fragte sich, ob sie wirklich alles falsch gemacht hatte.
Richard konnte sie nur in den Arm nehmen. Er traute sich nicht, Simome die Wahrheit zu sagen.
"Weißt du was vorhin passiert ist"? fragte Simone mit einem Anflug von einem Lächeln.
"Nein, was"?
"Ich habe unser Kind zum ersten Mal gespürt."
"Oh nein und ich bin mal wieder nicht da"!
"Mach dir mal keinen Kopf. Das wird die nächsten Wochen oft genug passieren".
Richard küsste sie liebevoll
Wenn Richard bei ihr war konnte Simone all den Stress vergessen. Und das machte sie glücklich.

Am Abend, Vanessa und Jenny waren nicht da, packte Simone die Lust auf Currywurst mit Pommes.
Sie setzte sich ins Auto und fuhr zur Pommes Schranke.
"Oh nein," murmelte sie vor sich hin.
An der Schranke stand Carmen.
"Naja, dir zuliebe" sagte sie leise und strich sich über den Bauch.
Die Quittung kam sofort. Das Kind bewegte sich munter in ihrem Bauch.
"Ja, ich hab ja auch Hunger" lachte sie und stieg aus.
Sie bestellte bei Jutta Sommer.
"Hallo Carmen," sagte sie vorsichtig.
Nichts. Keine ReaKtion.
Sie setzte sich bedrückt und futterte das bestellte Essen.
Aus den Augenwinkeln nahm sie wahr, das Carmen ging.
Da kam Jutta auf sie zu.
Sie hatte zwei Tassen Tee in der Hand.
"Den hab ich gar nicht bestellt", sagte Simone irrtiert.
"Der geht aufs Haus" lächelte Jutta.
"Danke".
"Das war ihre Schwester, oder"?
"Hab ich eine Leuchtschrift auf der Stirn"? fragte Simone trocken.
"Die Ähnlichkeit...also wenn ihre Schwangerschaft nicht wäre, würde ich ie garantiert verwechseln".
"Ich bin 4 Jahre älter."
"Das sieht man nicht. Sie könnten Zwillinge sein."
"Ich weiß. Carmen ist genauso sur, aber mindestens genauso zielstrebig wie ich. Hat...hat sie eben was zu Frau Bergmann gesagt, wo sie hinwollte"?
"In ihr Geburtshaus, sofern es das Storchennest ist, worüber sie geredet hat".
"Danke. Auch für den Tee".
Simone trank hastig aus und lief zum Auto.. In diesem Moment wollte sie nur noch eins: Zu Carmen. Sofort.

Sie bog in die Straße ein, die sie noch von der Anzeige in Erinnerung hatte.
"Storchennest. Da ist es" murmelte sie halblaut vor sich hin.
Es brannte Licht. Wenn man genau hinhörte, konnte man Musik von Mel C hören.
Angespannt ging sie die Treppe hinauf.
Sie konnte nicht verhindern, das ihre Hand zitterte, als sie klingelte.
Gleich danach hörte sie Schritte.
Carmen öffnete.
"Simone" sagte sie leise.
"Ja. Kann ich reinkommen"?
"Äh...sicher, klar".
Der Flur war babyblau gestrichen. Das war Carmens Lieblingsfarbe. Simone erschrak, als ihr nichts mehr einiel was sie über ihre Schwester wusste.
"Vorsicht. Hier stehen überall noch Farbeimer rum" rieß Carmen Simone aus ihren Gedanken.
Simone stieg lächelnd über einen Eimer weg.
"Schön hast du es hier. Wirklich."
"Danke", sagt Carmen überrascht.
"Kann ich dir was helfen"?
"Das wird ja immer schöner" dachte Carmen, hielt aber den Mund.
"Jetzt sieh dich erst mal um."
"Okay".
Nach einem 20-minütigen Rundgang kam Simone zurück. Sie war ehrlich beeindruckt.
Es war bestimmt schön, hier ein Kind zur Welt zu bringen.
Carmen saß auf dem Boden und fuhr mit einem Pinsel die Ecken an den Wänden entlang.
Auf einem Bett lag ein eingepacktes Päckchen.
"Es ist für dich" sagte Carmen leise, nachdem sie Simones Blick bemerkt hatte.
Sie öffnete es vorsichtig.
Zum Vorschein kam ein gemeinsames Bild von ihr und Carmen. Carmen war damals 14, Simone 18 Jahre alt.
Es war eines der wenigen gemeinsamen Fotos.
Sie sah hinüber zu Carmen. Sie Schwester hatte ein versöhnliches Lächeln im Gesicht.
Noch am selben Abend hatte Simone sich ein Herz gefasst und Richard von Carmen erzählt.
Natürlich war er genauso überrascht wie Jenny und Vanessa, aber schließlich freute er sich drauf, Carmen bei einem Familienessen kennenzulernen.
"Erschrick nicht- sie könnte meine Zwillingsschwester sein Es gibt so manchen, der uns verwechseln würde, wenn ich nicht schwanger wäre."
"Gut. Simone"?
"Ja"? Ich bin froh, das du so ehrlich bist".
"Soll ich dir was sagen? Ich auch."

Am nächsten Abend kam Carmen etwas früher um Simone bei den Vorbereitungen für das Essen zu helfen. Mit Stolz berichtete Carmen, das sie heute 4 Hebammen angestellt hatte und die Arbeiten im Storchennenst beendet waren.
Irgendwann fiel Simone auf, das für den geplanten Lachsauflauf etwas entscheidendes fehlte: Lachs!
Simone düste noch einmal in die Stadt, um welchen zu holen. Carmen mixte in der Zwischenzeit ein paar scharfe Dips für die Tortillias, die Vanessa gemacht hatte.
Da fiel ihr Teller herunter.
"Mist! Ausgerechnet das Familiengeschirr"!
Im Vierfüßlerstand sammelte sie die auf dem Boden liegenden Scherben auf.
"Simone dreht mir den Hals um" dachte sie.
In diesem Moment spürte sie, wie zwei Hände sich auf ihren Po legten.
Wie vom Bllitz gestreift fuhr sie herum und verpasste sie Richard eine schallende Ohrfeige.
"Ach du liebes bißchen", murmelte sie, nachdem sie verstand, wem sie da eine gescheuert hatte.
"Oh mein Gott wie peinlich! Entschuldigung"!
"Ich bin hier der Schuldige. Du bist Carmen, oder"?
"Richtig, die bin ich."
"Simone hat mich vor eurer Ähnlichkeit noch gewarnt".
Augenblicklich prusteten beide lso.
In diesem Moment kam Simone nach hause.
Sie fiel in das Gelächter der beiden ein, obwohl sie nicht wusste, worum es ging.
Lachend erzählte Carmen, was passiert war.
"Lass die Finger von meiner Schwester. Bei ihr haben Männer sowieso keine Chance" sagte Simone gespielt drohend und küsste ihn zärtlich.
"So glücklich möchte ich auch mal wieder sein" dacte Carmen mit ein wenig Neid.
Aber sie gönnt ihrer Schwester ihr Glück.
Da stürmten Vanessa und Jenny herein.
Es versprach, ein schöner Abend zu werden.

Am nächsten Morgen kam Carmen müde die Treppe hinuter.
Sie hielt einen Umschlag in ihrer Hand, von dem sie ganz vergessen hatte, ihn Simone zu geben.
Gestern Abend war es ziemlich spät geworden. Gegen 4 Uhr morgens saßen Richard, Carmen und Simone noch bei einem Glas Wein. Auch Simone hatte sich knapp ein halbes Glas gegönnt.
"Morgen Carmen. Gut geschlafen"?
"Morgen Simone. Ja, so gut wie lang nicht mehr.
Carmen musterte ihre Schwester. Sie trug die Haare offen.
Schon als kleines Kind hatte Carmen das offene Haar ihrer Schwester gefallen.
Simone schien die Gedanken ihrer Schwester zu lesen.
"Weißt du noch, was du früher immer gesagt hast, wenn ich mit offenen Haaren herumgelaufen bin"? fragte Simone leise.
Carmen nickte.
"Ich hab immer gesagt, du siehst aus wie Schneewittchen".
"Ach...ich habe übrigens die Tellerscherben in deiner Tasche entdeckt. Da lugte eine raus."
Carmen wurde feuerrot im Gesicht.
"Jetzt siehst du aus, wie ein kleines Mädchen, das was ausgefressen hat", sagte Simone und prustete los.
"Sorry, ich hatte Schiss."
"Ach komm. Die Dinger haben mir nie gefallen. Das kommt eigentlich nur raus, wenn Mama und Papa mal da sind.
Ups. Damit war Simone wohl nicht nur in ein Fettnäpfchen getreten, sondern in eine ganze Fettwanne.
Ihre Schwester war merklich zusammengezuckt.
"Ach bin ich doof. Tut mir leid. Wahrscheinlich macht Schwangersein nicht nur wahnsinnig emotional, sondern auch weich in der Birne. Komm mal her"
Simone schloss ihre Schwester in die Arme. Betreten musste sie mitanhören, wie Carmen bitterlich anfing zu weinen.
"Mama und Papa haben weder auf Briefe oder Anrufe reagiert. Nichts"! heulte Carmen verzweifelt.
"Ich wollte es immer besser machen als Mama und Papa. Weißt du was? Wahrscheinlich sind sie doch die besseren Eltern. Ich wollte immer mehr für die Kinder da sein. Das gegenteil war der Fall. Vanessa habe ich bis vor ein paar Monaten sträflich vernachlässigt," gestand Simone.
"Das hat sie erzählt. Gleichzeitig hat sie aber gesagt, dass sie glücklich mit der momentanen Situation ist. Du bist zuhause, wenn sie von der Schule kommt, und du interessierst sich für sie Das hat sie vermisst."
"Ich weiß. Sie ist auch etwas anlehnungsbedürftig zur Zeit. Ich glaube, sie möchte das nachholen, was wir verpasst haben."
Carmen nickte voll Verständnis für ihre Nichte.
"Was hast du eigentlich da"? fragte Simone und deutete neugierig auf den Umschlag in Carmens Hand.
"Ist für dich".
Carmen streckte Simone den Umschlag hin.
Mit erwartungsvollen Augen betrachtete Carmen Simones Reaktion.
"Gutschein für: einen Geburtsvorbereitungskurs, einen Krs Schwangerschaftsgymnastik...und"..
Simone stockte kurz.
"Die Geburt" sagte sie leise.
"Nur wenn du das möchtest" fügte Carmen kleinlaut hinzu.
"Ich vertraue keiner anderen Hebamme mehr" lächelte Simone und nahm ihre Schwester in den Rm.
Mitten in der Umarmnung fragte Carmen: "Du, nur mal so interessehalber: Wissen Mama und Papa das du schwanger bist"?
"Nein. Die würden mich für mindestens so verrückt erklären wie dich damals."
Carmen lachte.
"Garantiert.Aber lass es doch mal auf einen Versuch ankommen"!
"Jetzt sofort"?
"Ja klar"!
Aufmunternd hielt Carmen Simone das Telefon hin. Nach kurzem Zögern wählte Simone die Nummer ihrer Eltern.
Simone hielt die Luft an, als sie das Freizeichen hörte.
"Steinkamp, hallo"? Ihre Mutter.
"Hallo Mama. Simone hier."
"Hallo Kind. Wie geht es dir"?
"Mir geht es seit langem mal wieder sehr gut. Und euch"?
"Naja, sein Herz macht deinem Vater ganz schön zu schaffen."
"Schlimm"?
"Nein, nicht mehr."
"Was heißt das"?
"Er lag erst drei Wochen im Krankenhaus."
"Und das erfahre ich erst jetzt? Am Telefon"?
Carmen legte ihrer Schwester behutsam die Hände auf die Schultern.
Simone schluckte schwer.
"Bleib ganz ruhig" flüsterte Carmen ganz leise.
Erleichtert drückte Simone die Hand ihrer Schwester.
"Simone, bist du noch dran"?
"Äh...ja sicher. Habt ihr Lust am Sonntag zu uns zu kommen? Wir könnten mal wieder einen Familienbrunch machen."
"Familienbrunch...tsss...für die existier ich doch gar nicht" dachte Carmen.
"Wir kommen sehr gern, Simone. Schließlich haben wir uns lange nicht gesehen."
"Gut Mama. Ich freu mich. Ich muss euch such was sagen...das heißt, ihr werdet es sehen. Lasst euch überraschen".
"Na du machst es aber spannend. Ich seh al nach deinem Vater. Tschüss Kind."
"Tschüss Mama".
Kaum hatte Simone aufgelegt, zeterte Carmen los.
"FAMILIENBRUNCH? Sag mal, hast du nen Sprung in der Schüssel"?
"Carmen...ich will euch doch nur einander näher bringen. Ich will das die Familie wieder koomplett ist, verstehst du? Ich will das sie akzeptieren, das du zu meinem Leben gehörst. Und wenn ihnen das nicht passt, dann..."
"Ja"?
"Ihr Problem. Ich jag dich nicht wieder weg. Nie wieder".
Carmen war gerührt über die Worte ihrer Schwester.
Vor lauter Rührung kullterten ihr Tränen über die Wangen.

Je näher dieser Sonntag rückte, desto nervöser wurde Carmen. Bereits am Freitag hatte sie Simone gezeigt, was sie anziehen wollte.
"Carmen! Unsere Eltern kommen und nicht der Papst"!
"Ich hab echt Angst."
"Ich weiß, kleine Schwester. Aber man muss auch mal einen Schritt auf jemanden zu mahen können. Und damit meine ich nicht dich, sondern unsere Eltern".
"Ach ich weiißß, ich bin unausstehlich! Tut mir leid"!
Simone lachte und strich ich über den Bauch.
"Bin ich doch auch seit geraumer Zeit."
"Du hast einen Grund."
"Welchen"?
Carmen grinste breit.
"Hormonüberschuss".
"Na warte du freche Göre"!
Carmen rannte die Treppe hinauf und wollte vor ihrer Schwester ins Schlafzimmer flüchten.
Simone aber nahm den Weg durchs Bad und war schneller. Sie packte sich ein Kopfkssen und warf es nach ihrer Schwester.
Es begann eine wilde Kissenschlacht wie aus Kindertagen, bis Carmen erschöpft quer auf das Ehebett sank.
"Gnade"! flehte sie lachend.
"Na gut."
Simone legte sich neben ihre Schwester.
"Carmen?"
"Ja"?
"Bist du glücklich gerade, ich meine so wie es zwischen uns ist"?
"Ich bin nicht glücklich Simone. Ich bin überglücklich."
"Hast du Angst vor Sonntag"?
"Ja. Das ist definitiv keine Nervosität mehr"
"Keine Angst. Ich bin da, kleine Schwester".
Simone nahm die Hand ihrer Schwester.
Das merkte Carmen nicht mehr. Sie war eingeschlafen.
Simone deckte ihre Schwester zu wie ein kleines Kind und verschwand dann nach unten.
Im Salon traf sie auf Richard.
"Was machst du den hier? Ich hab dich gar nicht gehört."
Richard küsste seine Frau zärtlich.
Dann lachte er.
"Kein Wunder bei dem Gegacker da oben. Habt ihr das Schlafzimmer auseinander genommen"?
"Naja, wir werden es mal merken, wenn das Bett zumachenkracht" grinste Simone.
"Scherzkeks. Wie gehts euch beiden denn"?
Mit diesen Worten strich er so zärtlich über Simones Bauch, das sie sich wünschte, er würde nie mehr aufhören.
"Gut gwehts uns. Und noch besser gehts uns, wenn du weiter machst."
Richard nahm Simone auf die Arme und trug sie zum Sofa.
Eine ganze Weile lagen sie aneinander gekuschelt da.
"Hey, da war ein Fuß"! rief Richard plötzlich.
Simone lachte.
"Ja, hab ich gemerkt".
Sie war glücklich, so wie ihre Situation jetzt war. Nun musste nur noch der Brunch gut gehen. Doch je mehr Simone plötzlich daran dachte, desto mehr zweifelte sie daran...
Und dann kam dieser Sonntag. Richard hatte die erste Nacht in der Villa verbracht. Simone war froh, das er neben ihr lag, als sie aufwachte.
Sie kuschelte sich dicht n ihn. Bald wachte Richard auf.
"Guten Morgen" sagte Simone betreten.
"Was ist denn los mein Schatz? Ist es wegen dem Brunch?" fragte Richard besorgt.
"Ich glaube, ich habe mitllerweile mehr Angst als Carmen".
"Wovor denn genau? Die Schwangerschaft...dann das Wiedersehen mit Carmen...von allem ein bißchen."
"Mach dir nicht soviele Sorgen. Das ist gar nicht gut für euch beide."
"Ich wüsste das was".
"Was meinst du jetzt"?
"Was gut für uns ist".
"Ach ja? Ein Frühstück mit Marmelade und senf?"
"Spinner".
Simone zog Richard zärtlich zu sich heran.
"Verstehe" murmelte Richard zwischen zwei Küssen.
Sie schliefen miteinander. Ganz sanft und vorsichtig.

2 Stunden später rannten sie in die Küche. Sie waren reichlich spät dran.
Carmen schnitt gerade ein paar Radischen für den Salat.
"Was sind das denn für Manieren? Die Gastgeber kommen als letzte?" frotzelte sie gutmütig.
"Sag mir lieber wo ich anfangen soll! Wie gehts dir überhaupt? Bist du sehr nervös"? fragte Simone ihre Schwester.
Carmen trat an ihre Schwester heran und küsste sie sanft auf die Stirn.
"Alles fertig große Schwester. Während Jenny, Vanessa und ich seit morgends 9 Uhr in der Küche schuften, liegen die zwei Hausherren noch im Bett. Egal, ich gönns euch echt!. Und nein, ich bin nicht nervös"!
Carmen kreuzte die Finger hinter dem Rücken.
Sie wollte ihrer Schwester nicht noch zusätzlich Angst machen.
Vanessa hatte das deutlich gesehen. Die halbe Nacht hatten die beiden geredet. Vanessa wusste, das ihre Tante große Angst vor dem Zusammentreffen mit ihren Eltern hatte.
Die halbe Nacht hatte sie die weinende Carmen getröstet- dementssprechend schlecht kamen beide aus dem Bett.
"Soll ich dir das ehrlich glauben? Du weißt..."
"Ich kann dir alles sagen, Simone ich weiß. Aber glaub mir, mir gehts gut. Wie gehts euch beiden?"
Carmen atrich zärtlich über denBauch ihrer Schwester.
"Ich bin von einem mächtigen Tritt aufgewacht. So frei nach dem Motto:Guten Morgen Mama, ich will jetzt endlich Frühstück".
Carmen lachte.
Simone war wirklich der Annahme, das es ihrer Schwester gut ging. Sie ahnte nicht im geringsten, wie es wirklich in Carmen aussah.
Da klingelte es. Carmen, sowie auch Simone rutschte das Herz in die Nierengegend.
"Komm" sagte Simone leise und streckte Carmen auffordernd die Hand hin, wie einem kleinen Kind.
Carmen nahm Simones Hand dankbar an und ging mit.
Carmens Herz klopfte immer wilder. Simone schien das zu bemerken. Am Treppenaufgang blieb sie stehen und umarmte ihre Schwester.
"du hast doch Angst, oder"?
"Die ganze Zeit schon" gab Carmen zu.
"Warum sagst du denn nichts?"
"Ich wollte dich nicht beunruhigen."
"Ach Kleines. Ich bin schwanger, aber nicht krank! Vergiss nicht: Ich bin da, du bist nicht allein".
"Okay".
Die beiden lösten sich voneinander. Carmen zog den Gweruch des Parfüms von Simone tief ein. Er hatte etwas unglaublich beruhigendes.
Gemeinsam gingen sie zur Tür. Immer noch Hand in Hand.
Wie auf Kommando atmeten die beidwen nochmal tief durch und Simone öffnete die Tür.
"Hallo ihr zwei" sagte Carmen ein wenig eingeschüchtert.
"Ca...Carmen" sagte Charlotte Steinkamp völlig überrumpelt.
"Ja. Ja ich bins".
"Kommt rein" sagte Simone unverbindlich, in der Hoffnung, die Stimmung auflockern zu können.
Als nächstes bemerkten die Eltern Simones Schwangerschaft.
"Wie weit bist du den, mein Kind"? fragte der Vater interessiert.
"Im 6.Monat" antwortete Simone so ruhig wie möglich.
Die Eltern traten ein.
"Was wird es denn"? fragte die Mutter und strich vorsichtig über Simones Bauch..
Simone hob die Schultern.
"Es ist sehr eitel. Versteckt immer das entscheidende" antwortete soe.
"Die arme Carmen. Für sie interessieren sie sich kein Stück! Und das wollen liebende Eltern sein! Pah"! dachte Simone verächtlich.
Die Geschwister gingen in die Küche, während die Steinkamps die Mädchen undd Richard begrüßten.
"Ich hab kein gutes Gefühl dabi Simone. Ich glaube, es ist besserm, wenn ich gehe".
"Kommt nich infrage Süße, du bleibst. DIe müssen sich den Tatsachen jetzt endlich mal stellen"!
"Simone"?
"Ja, Kleines?
"So hast du mich früher auch imer genannt, weißt du noch? Kleines oder Krümel. Das haben unsere Eltern nie gemacht...Schneewitchen".
Simone umarmte ihre Schwester.
Carmen genoss Simones Anflug von Zärtlichkeit, auch wenn sowas nicht gerade selten war, in letzter Zeit.
Dann nahm Carmen den Nudel-Gemüseauflauf aus dem Ofen. Das Lieblingsessen des Vaters.
Zum Nachtisch sollte es Erdbeeren in Weincreme geben- das liebste Dessert ihrer Mutter.
Carmen Herz raste noch immer wie wild.
Sie betraten voll beladen den Salon.
"Simone, das sieht großartig aus"! sagte der Vater.
Schon da wäre der tempramentvollen Simone fast der Kragen geplatzt. Nicht sie hatte sich in der Küche die Finger und gearbeitet, sondern Carmen!
Das Essen war völlig verkrampft. Man dachte, man sei in einem schlechen Film, mit grottenschlechten Laiendarstellern, die eine Familie spielen sollten.
"Die Stimmung ist zum Kotzen" bemerkte Vanessa irgendwann trocken.
"Allerdings" pflichtete Jenny ihrer Schwester bei.
"Vanessa! Jenny!" ermahnte Richard seine Töchter.
Simone hielt es nicht mehr auf dem Stuhl.
"Was denn? Die Mädchen haben doch recht Richard! Nicht ich, sondern Carmen hat sich in der Küche die Finger wundgekocht! Sie hat euer Lieblingsessen gemacht, um euch eine Freude machen zu können. Außerdem geht es immer nur um mich! Seht euch Carmen dich mal an, wie traurig sie in ihrem Essen rumstochert! Ihr interessiert euch gar nicht für sie! Ihr tut als wäre sie Luft"!
Simone atmete tief durch. Endlich hatte sie ihrem Ärger Luft gemacht.
Carmen schien darüber nicht so glücklich zu sein.
Völlig durcheinander lief Simone nach oben ins Bad.
Carmen lief ihr nach.
Krz darauf sah sie Simone am Wannnenrand sitzen.
"Meine Bauchdecke spannt. Das brennt wie Feuer," klagte sie.
Carmen griff wortlos zu dem Massageöl, das bei den Hygieneartikeln stand.
Sie machte Simones Bauch frei und cremte ihre Schwester mit einer großzügigen Portion Öl ein.
"Gut so"? fragte Carmen leise.
"Das machst du wunderbar. Tut sehr gut."
"Da bin ich aber beruhigt".
Unten hörten sie Vanessa schreien. Auch ie brüllte ihren ganzen Zorn der letzten Jahre heraus.
Da hörte Simone ein "Simone hätte damals auf mich hören sollen. Sie hätte nie Kinder bekommen sollen."
Simone fuhr wie elektrisiert hoch und rannte aus dem Bad.
Carmen rannte, selbst entsetzt über das was sie gerade gehört hatte hinterher..
"Simone warte" flehte Carmen, doch es war sinnlos. Entweder konnte oder wollte Simone Carmen nicht hören.
Auf der Treppe hörte Carmen einen bitterlichen Schrei.
Erschrocken musste sie mitansehen, wie ihre Schwester die Treppe hinunterfiel.
Simone war bei Bewusstsein. Bei vollem Bewusstsein.
Und so merkte die Schwangere auch das die Wehen einsetzten.
"Tut was! Ich verlier mein Kind! Ich verlier mein Kind"! schrie Simone immer wieder.
Heftige Wehen quälten Simone regelrecht.
"carmen, tu was! Rette unser Kind"! flehte Richard.
"Ich verlier unsder Kind" weinte Simone.
"Nein Simone! Du verlierst es nicht! Ich werde alles dafür tun! Ich lass dich nicht im Stich. Versprochen"! sagte Carmen mehr weinend, als klar im Kopf.
Carmen war klar: Das Leben des Babys lag nun in ihren Händen!
Sie hielt Simones Hand und ba sie inständig, nicht zu pressen, bevor sie ihre Mutter anschrie, endlich einen Krankenwagen zu rufen.
"Rette mein Kind"! flehte Simone immer und immer wieder.
"Ich verspreche es dir", sagte Carmen leise und küsste Simone auf diee Stirn.
Sie hoffte, das sie dieses Versprechen halten konnte.
Simone erlebte die Fahrt wie im Nebel.
Immer wieder strich sie sich über den Bauch und sprach mit ihrem ungeborenen Kind.
"Du darfst jetzt noch nicht auf die Welt kommen, hörst du? Das ist viel zu früh. In 3 Monaten erst, ja"?
Carmen war zu Tränen gerührt.
Im Rückspiegel des RTWs sah sie, wie 2 Autos hinterherrasten: Der Wagen mit Richard, Vanessa und Jenny - und der ihrer Eltern.
"Nun seht ihr, was ihr angerichtet habt! Mit eurem ewigen Perfektionismus"! dachte sie verächtlich.
Sie ballte die Hände zu Fäusten als Simone schmerzerfüllt schrie.
"Carmen! Hilf mir, bitte! Carmen! Carmen, wo bist du? Carmen!" schrie sie plötzlich.
"Ich bin bei dir Simone. Ich sitze hier vorne. Wir sind gleich in der Klinik. Dann bin ich dir ganz nah, versprochen"!
"Andi! Zieh mir ein Beruhigungsmittel auf! Schnell!" rief die Notärztin.
Carmen fuhr herum.
Durch das Sichtfenster sah sie, die der Sanitäter und die Ärztin Simone festhalten mussten, damit sie sich nicht von der Liege befreite.
"Simone, ich bin bei dir. Ich lass dich nicht im Stich, große Schwester. Versprochen. Wir sind gleich da! Da kann dir geholfen werden! Bitte halte durch! Ich weiß, die Trage ist nicht das angenehmste, aber du mmusst dich beruhigen, Schneewittchen".
Einen Moment konnte sie Simone direkt in die Augen sehen.
Simones Augen waren gezeichnet von Verzweiflung, Angst und Hillosigkeit.
"Halte durch, große Schwester" sagte Carmen leise.
"Ich liebe dich, Carmen" sagte Simone leise.
"Ich dich auch. "
Carmen traten Tränen in die Augen. Sie hasste es, machtlos zu sein. Machtlos. Nichts tun zu können.
Da kamen sie endlich in der Uniklinik an.
Carmen stürmte aus dem RTW und öffnete mit fliegenden Fingern die Hintertüren.
Die Notärztin hatte auf das Beruhigungsmittel verzichtet. Carmens Worte mussten wie Balsam für Simone gewesen sein.
Auf der Gynäkologie wurde Simone sofort mit Wehenhämmern behandelt.
Die Wehen ließen langsam nach.
Carmen und Richard wichen nicht mehr von ihrer Seite.
Doch die Schmerzen dauerten noch etwas an.
Simone biss sich ein paar mal auf die Unterlippe, um ihre Schreie zu unterdrücken.
Doch einmal konnte sie sich nicht mehr zurückhalten.
Entsetzt lief Richard aus dem Raum.
"Richard, bleib bei mir, bitte"! flehte Simone unter Tränen.
Carmen rannte hinterher.
"Kümmert euch im Simone" rief sie Jenny und Vanessa auf dem Flur zu.
Die Eltern wollten ebenfalls zu ihr.
Vanessa stellte sich mitten in den Türrahmen.
"Verpisst euch endlich! Ihr seht doch, was ihr angerichtet habt"! schrie sie wütend.
Als Vanessa drohend die Fäuste ballte, wichen die Großeltern zurück.
Vanessa schloß die Tür und atmete erst mal tief durch.
Dann sah sie, wie ihre Mutter haltsuchend die Hand nach ihr ausstreckte.
Die andere hielt Jenny.
Zaghaft nahm Vanessa Simones Hand. Sie setzte sich auf einen Stuhl und lehnte den Kopf an Simones Schulter und lauschte dem Atem ihrer Mutter.
Er ging stoßweise. Sie ahnte, das Simone versuchte, ihre Schmerzen zu verheimlichen.Die Hilflosigkei ihrer Mutter hatte sie noch nie erlebt. Sie machte ihr Angst.

In der Zwischenzeit.....
Carmen gelang es kurz vor dem Ausgang, Richard einzuholen, und ihn festzuhalten.
"Simone braucht dich jetzt, du Idiot! Geh gefälligst zu ihr zurück"! sagte sie sanft.
"Carmen ich kann das nicht"!
"Man, bist du ein Feigling"!
WUMM! Das saß erstmal. Carmen war es nicht gewohnt, ihr Steinkamp'sches Temprament zu zügeln.
"'Tschuldigung" murmelte sie.
"Du hast ja recht. Ich bin ein Feigling. Ich kann es nicht ertragen, wenn Simone solche Schmerzen hat. Dafür..."
"Ja"?
"Dafür liebe ich sie viel zu sehr."
Dann sag ihr das. Genau das braucht sie jetzt. Dich, ihre Familie."
"Also meine Schwiegerweltern können gerne wieder gehen"!
"Klingt blöd, aber sie braucht jetzt alle Richard. Die ganze Familie muss hinter ihr stehen."
"Die Wehen...sind die schon weniger geworden seit der Fahrt"?
Carmen nickte.
"Und sie werden bald aufhören. Euer Zuwachs wird dann, schätze ich mal, zwei oder drei Tage nix von sich spüren lassen".
"Aber gefährlich ist das nicht."
"Nein. Und jetzt komm. Geh zu deiner Frau und sag ihr das was du mir eben gesagt hast. Wort für Wort."
"Okay".

Kaum waren sie zurück, blickten sie in das erleichterte Gesicht von Simone.
"Ich hatte seit 5 Minuten keine Wehe mehr" sagte sie leise, mit ein wenig stolz.
"Los Mädels, wir gehen mal einen Kaffee trinken" sagte Carmen aufgesetzt und gab ihren Nichten ein Handzeichen nach draußen.
DIe Mädchen verstanden sofort und gingen mit.
Simone rutschte auf dem Bett herum, um Richard Platz zu machen.
"Simone das mit eben. Es tut mir leid wirklich."
Simone lächelte.
"Das muss dir nicht leid tun. Ich war noch nie besonders gut im Schmerzen aushalten".
"Scherzkeks. Nein. Ich meine etwas ganz anderes."
"So? Was denn"?
Simone kuschelte sich eng an Richard, der Simone in seine Arme nahm.
"Simone, ich hab das vorhin nicht usgehalten, weil ich es nicht ertragen konnte, das du solche Schmerzen hast. Dafür liebe sich dich viel zu sehr."
Simone kulleten Tränen der Rührung über ihre Wangen.
"Du weinst ja schon wieder, Schatz," sagte Richard leise und küsste Simone sanft.
"Das ist die Rührung."
Sie küsste ihn zärtlich. Er streichelte ihr den Bauch und wollte wohl gar nicht mehr aufhören.
Da spürte Richard einen schwachen Tritt. Das Kleine schlief wohl fast.
"Da war ein Fuß" sagte Richard glücklich.
Simone grinste breit.
"Joa...hab ich auch gemerkt".

In der Zwischenzeit.....
Vane´ssan, Jenny und Carmen saßen in der Cafeteria.
Carmen erklärte ihren Nichten genau, wie und womit Simone behandelt wurde.
"Kommt das Kind denn durch"? fragte Vanessa angstvoll.
"Das Kind ist über dem Berg. Die Herztöne ind einwandfrei. Nur bewegungslustig wird es die nächsten paaar Tsge nicht sein".
"Warum"? fragte Jenny entsetzt.
"Der Wehenhemmer ist für das Kind wie für uns eine Schlaftablette. Es wird lange schlafen, aber dafür vermutlich auch danach wieder länger wach sein und die Mama mit Tritten ärgern".
Die Mädchen lachten.
"Ist doch wahr" rechtertigte Carmen sich und fiel in das Gelächter mit ein.
Ihr Lachen erstickte, als die Steinkamps hereinkamen.
"Wie geht es Simone, Carmen"? fragte der Vater.
"Wow, ihr fragt sie was" murmelte Vanessa.
Jenny versetzte ihrer Schwester einen mahnenden Hieb in die Seite.
"Naja, die Umstände halt" wich Carmen etwas aus.
"Was soll das heißen? Kommt das Baby durch"? fragte die Mutter.
Carmen nickte und wiederholte das, was sie den Mädchen erklärt hatte.
"Simone will uns im Moment nicht sehen" fuhr die Mutter fort.
"Aha, deshalb kommt ihr also zu mir" sagte Carmen, biss sich aber im selben Moment auf die Zunge.
"Können wir heute Nacht in der Villa übernachten? Wir würden gerne in Essen bleiben, bis wir uns ausgesprochen haben"? fragte der Vater.
WIR? Wer war da gefragt? Nur Simone oder die ganze Familie?
"Wir können euch nicht verbieten in eurem Haus zu schlafen"sagte Jenny.
Das stimmte.
"Schlaft heute Nacht bei Richard und Simone im Schlafzimmer. Wie ich Richard einschätze, bleibt er heute Nacht sowieso bei ihr."
"Danke Carmen" erwiderte die Mutter.
Und sie lächelte dabei.

Mitten in der Nacht kam Richard nach hause.
Carmen konnte nicht schlafen. Sie saß in der Küche und trank ihren bewährten Schlaftee.
"Hallo RIchard. Wie gehts meinem Schneewittchen"?
"Gut gehts ihr. Sie ist endlich eingeschlafen. Und was es wird, wissen wir jetzt auch."
"Machs nicht so spannend".
"Ein Mädchen".
Carmen lachte.
"Das war ja klar" gluckste sie.
"Ich gehg dann mal ins Bett. Ich bin hundemüde. Weckst du mich morgen so gegen 8 Uhr"?
"Wecken tu ich dich gern, aber du musst heute die Nacht auf dem Sofa verbringen".
"Warum"?
"Unsere Eltern schlafen dort."
"Ach ja"?
"Ja. Sie haben mir schon etwas leid getan vorhin."
"Na gut. Dann gute Nacht. Carmen?"
Camen sah ihn abwartend an.
"Danke. Auch im Namen von Simone. Wir wüssten beide nicht, was wir ohne dich gemacht hätten.
"Ich bin Hebamme. Das ist mein Job."
Bald darauf ging Richard ins Bett.

Am nächsten Morgen schlug Carmen die Augen auf, als Kaffeeduft direkt an ihrer Nase roch. Eine Überraschung erlebte sie, als sie in das Gesicht ihrer Mutter blixckte. Sie trug ein vollbeladenes Tablett vor sich her.
Mit allem was Carmen mochte. Das wusste sie überhaupt?
"Morgen" sagte Carmen überrascht und ziemlich baff. Und das war sie selten, genau wie Simone.
"Guten Morgen" grüßte die Mutter, "darf ich mich zu dir setzen? Ich denke, wir haben viel zu bereden".
Carmen setzte sich auf und deutete ihrer Mutter mit einem Kopfnicken an, damit sie sich setzte.
Gespannt wartete sie darauf, was ihre Mutter zu sagen hatte.
"Carmen, das mit damals ist völlig aus dem Ruder gelaufen. Es tut mir leid".
"Ach ja"?
"Ja. Dein Vater und ich haben dich sehr vermisst."
"Ach ja, und deshalb habt ihr euch auch 22 Jahre nicht gemeldet."
"Es kam soviel dazwischen..."
"Seltsam. Genau das selbe hat Simone auch gesagt. Gibs doch zu, das es an eurem Idealismus lag. Jemand der nicht in euer Bild passt, wird einfach wegrationalisiert".
"Das ist Unsinn."
"Ich war euch doch egal damals."
Carmen hatte Mühe, sich zu beherrschen.
"Du warst früher so wie Vanessa heute."
"Tja, auch sie hat sich ein dickes Fell und eine große Klappe zugelegt. Irgendwie muss man sich ja wehren, um zu überleben."
"Du hast es uns immer schwer gemacht, Carmen".
"Ja klar. Erzähl mir nicht, das ich immer ein schwieriges Kind war."
"Nein. Natürlich nicht.. Du weißt gar nicht, wie glücklich wir waren, als du zur Welt gekommen bist. Alle drei. Simone hat immer auf dich aufgepasst, als 5-jährige. Sie hat immer gesagt, ich soll darauf achten, das ich die Windeln wechseln soll, wenn sie voll ist. Sie hat dir auch oft die Flasche gegeben. Wenn Simone nachts nicht schlafen konnte und wenn du wach warst, hat sie dich immer mit zusich genommen."
"Wirklich"?
"Ja. Simone hätte dich dann um keinen Preis hergegeben. Weißt du, ich habe nie bereut, euch bekommen zu haben. Aber eines bereue ich."
"Was?"
"Die Erziehung. Ich habe Simone zu dem gemacht, was sie heute ist. Eine eiskalte berechnende Geschäftsfrau, die nicht, aber wirklich nichts dem Zufall überlässt."
"Du hast aber auch eine liebevolle Mutter aus ihr gemacht. Weißt du warum"?
"Nein."
"Simone wollte immer alles besser machen als du. auch wenn sie dafür erst in den letzten Monaten die Kurve gekriegt hat."
"Carmen, ich weiß ich kann das nicht alles aufholen, was wir verpasst haben. Aber können wir versuchen, ganz normal miteinander reden"?
"Du brauchst die Zeit nicht aufholen. Ich bin kein Kind mehr, das ist vorbei."
Charlotte Steinkamp schluckte hörbar.
"Weißt du, das es mir gestern fast das Herz zerrissen hat, als Simone vor lauter Schmerzen schrie"?
"Ich habs gesehen. Es hat dich Mühe gekostet, dich zusammen zureißen, oder"?
"Ja. Und weißt du auch warum"?
"Ehrlich gesagt, nein".
"Ich hab ein Kind verloren. Ich weiß genau was sie gefühlt hat".
"Wie bitte"?
"Ja. Es war 2 Jahre vor Simones Geburt. Ich war im vierten Monat. Damals bin ich in der Firma die Treppe heruntergefallen und bewusstlos unten liegen geblieben. Blutungen setzten ein. Als man mich fand, war es bereits zu spät."
"Oh. Das wusste ich nicht".
"Damals hat ein sogenannter Spontanabgang stattgefunden. Du weißt ja was das heißt."
"Ja genau. Und was passierte damals"?
Carmen zog ihre Beine an ihren Körper und nippte an ihrem Kaffee.
"Ich bekam Depressionen. Nach einem Suizidversuch wurde ich in die Psychatrie eingewiesen. Dort konnte man mir keine Medikamente geben. Zu diesem Zeitpunkt war ich wieder schwanger. Ich glaube, Simone hat mir schon als kleines Embryo das Leben gerettet. Ich hatte wieder eine Aufgabe. Mutter sein, verstehst du"?
"Ja, ich glaub schon".
"Wir waren so glücklich damals, als beide Schwangerschaften grandios verliefen."
"Verstehe. Kann ich dich mal was fragen"?
"Ja, sicher."
"Weiß Papa das du hier bist"?
Charlotte Steinkamp nickte.
"Er ist bei Simone im Krankenhaus und wartet dort auf uns".
"Na dann los"!
Carmen flitzte ins Bad, zog sich um, legte sich von Simones Make-Up auf und verließ kurz darauf gemeinsam mit ihrer Mutter die Villa.

Vor der Universitätsklinik....
"Carmen"?
"Ja"?
"Darf ich dich mal in den Arm nehmen"?
Carmen umarmte ihre Mutter wortlos. Minutenlang standen sie so da.
"Lass uns reingehen" sagte Carmen irgwendwann.
Die Mutter nickte.
In Simones Zimmer sah Carmen, das ihre Schwester wohl wieder topfit war.
Sie machte sich gerade mit Genuss über eine Portion Bandnudels mit Schinkensoße her, die der Vater auf ihren Wunsch mitgebracht hatte.
Carmens Ablehnung wich schnell. Zaghaft umarmte sie ihren Vater zur Begrüßung.
Die Umarmung wurde erwidert.
Simone freute sich darüber wie ein Kind.
Die Familie Steinkamp war wieder vereint.

2 Wochen später wurde Simone entlassen. Ihr war Wassergymnastik angeordnet worden, die Carmen nur zu gern übernahm.
Simone lag in Rückenlage im Wasser und ließ sich von ihrer Schwester den Bauch massieren.
Simone wusste nicht, warum sie es tat, aber sie erzählte Carmen von dem Unfall, bei dem sie das Kind fast verloren hatte.
Und sie erzählte, das Axel immer noch frei rumlief. Carmen ballte die Hände zu Fäusten.
"Unglaublich. Solche ypen sollte man in einen Sack stecken, den dann zubinden und draufhauen- man trifft niemand falsches."
"Das ist er."
Simone zeigte unauffällig auf Axel, der an der Theke stand.
"Und man hat keine Bewiese"? fragte Carmen.
"Nichts."
"Die Welt ist ungerecht."
"Wem sagst du das".

Wenig später waren sie wieder in der Villa. Simone war müde und wollte sich hinlegen.
Carmen saß in der Küche und rührte in ihrer Tasse Tee.
Ihr schoss durch den Kopf, was Simone erzählt hatte.
Axels Gesicht hatte sie sich gemerkt.
"Denn bring ich in den Knast Schwesterherz. Beweise dafür werde ich finden. Verlass dich drauf".
Am nächsten Morgen saßen Vanessa und Simone allein beim Frühstück.
"Mama"?
"Ja mein Schatz"?
"Du hast doch heute Schwangerschaftsgymnastik oder"?
"Zum ersten Mal, warum"?
"Ich würde dich gern begleiten. Darf ich? Ich hab heute frei".
Simone strahlte.
"Ja klar, gern".
"Schön. Ich war nämlich noch nie in Carmens Geburtshaus."
"na dann wirds aber Zeit. Hast du heute noch was vor"?
"Ich geh gleich zu Nina und helf ihr ein Referat für Deutsch vorzubereten. Aber die Zeit reicht uns".
"Gut. Soll ich dich dann bei den Sommers holen"?
"Nein lass mal. Ist ja nicht weit."
"Okay. Um 14 Uhr vorm Strochennest"?
"Ja. Mama"?
Simone sah sie abwartend an.
"Ich freu mich drauf".
Vanessa drückte ihrer Mutter einen Kuss auf die Wange und verschwand wenig später.
"Ich glaub meine Kleine bedrückt was" dachte Simone, nachdem Vanessa verschwunden war.
Sie ahnte nicht, wie recht sie damit hatte.

Etwas später, bei den Sommers...
"Hast du mit Tim geredet"? fragte Nina.
"Nein. Ich trau mich einfach nicht".
"Verstehe. Wie lang bist du den überfällig"?
"6 Wochen."
"Weiß außer mir nochh jemand Bescheid"?
"Nein. Und das möchte ich auch nicht. Meine Eltern würden nen Film drehen."
"Ach komm, deine Mum hat sich doch echt verändert."
"Ja, das stimmt, aber ich hab echt Angst das ich dann wieder nicht in das perfekteBild der Familie Steinkamp passe."
"Quatsch mit Soße. Die unterstützen dich doch bestimmt, wenn..."
"Du kennst meine Eltern nicht".
"Deine Mama müsste doch wissen wie das ist. Sie wüsste bestimmt genau was du fühlst."
"Genau. Morgendliche Übelkeit inklusive Kotzerei und perversem Frühstück".
"Das meine ich nicht. Ich meine, was dein Herz sagt".
"Ich besorg mir nachher noch nen Test. Und morgen weie ich Mama ein."
"Und Tim. Aber warum ausgerechnet morgen"?
"Weil ich heute den Tag mit ihr verbringen will. Das will ich mir nicht vebauen. Tim? Auf keinen Fall"!
"Er steht dazu wenn er Mist gebaut hat."
"Vielleicht hast du ja recht."
"Ich weiß das ich recht habe."
"Ich geh dann mal nen Test besrogen. Wünsch mir Glück."
"Klar. Und wenn was ist, ruf mich an".
"Okay. Danke Nina."
Vanessa umarmte Nina zum Abschied. Sie waren echte Freunde geworden.

Währenddessen...
Simone beichtete Carmen ihre Sorgen um Vanessa.
"Sie ist so merkwürdig. So ruhig und in sich gekehrt. Das ist doch nicht ihre Art", erzählte Simone.
"Hast du sie mal darauf angesprochen?"
"Nein. Aber genau das mache ich heute Abend unter 4 Augen. Von Mutter zu Tochter."
"Wenn sie nicht reden will, lass sie und kitzel es nicht aus ihr heraus. Sie kommt schon von ganz allein, wenn sie Probleme hat".
"Das glaube ich weniger. Sie kennt es ja nicht anders als es in sich hineinzufressen. Ich glaube, sie vertraut dir eher als mir."
"Ich halte auf alle Fälle die Augen offen."
"Sagst du mir Bescheid, wenn sie zu dir kommen sollte"?
"Wenn sie das möchte, dann ja. Wenn nicht, wirst du von mir nichts erfahren."
"In Ordnung. Auch wenns mr echt weh tut".
Carmen nahm ihre Schwester in den Arm.
"VIelleicht ist alles nur ein Missverständnis" sagte soe leise.
"Hoffentlich. Aber ich würde mich wohler fühlen, wenn sie zu mir kommt und mit mir redet".
"Gib ihr Zeit".
Simone nickte. Auch wenn das nicht so einfach war.

Bald darauf saßen etwa 6 Sc hwangere im Geburtshaus, darunter Simone, wie vergeblich auf ihre Tochter wartete.
Eine halbe Stunde zu spät stürmte sie schließlich herein. Unbekümmert wie immer.
Sie begrüßte Carmen mit einem Kuss auf die Wange und setzte sich dann hinter ihre Mutter. Wenn Test hatte sie tief in der Tasche vergraben.
Die Nähe zu ihrer Mutter und ihrer Ungeborenen Schwester genoss sie sichtlich.
Genau in diesem Moment war Carmen, ganz Hebamme, ein Licht aufgegangen. War ihre Nichte vielleicht schwanger und traute sich nicht, damit herauszurücken? Möglich wäre es ja!
Als Vanessa kurz zur Toilette ging, ergriff Simone die Gelegentheit, mit ihrer Tochter allein zu sein.
Vanessa hatte sich eingeschlossen.
"Vanessa, ich bins, Mama. Ist alles in Ordnung bei dir"?
Eilig steckte Vanessa den Test weg.
"Ja klar. Ich kom gleich"!
In diesem Moment trat sie auch schon aus der Tür.
"Ist wirklich alles in Ordnung Schatz? Du bist so bedrückt in letzter Zeit".
"Sicher ist alles in Ordnung. Was soll sein"?
"Ich weiß nicht. Sags mir dann bin ich schlauer".
"Es ist nichts, ehrlich"!
"Du kannst zu mir kommen, wann immer du willst, ja"
"Okay. Mama"?
"Ich hab dich lieb".
"Ich dich auch meine Kleine. Und jetzt komm, sonst verpassen wir den Rest".
Vanessa kam mit. Sie bemühte sich, ihre schlechte Stimmung zu überspielen. Zu groß war ihre Angst vor Simones Ablehnung, wenn sie ihr die Wahrheit sagte.

Am Abend kamen die beiden müde nach hause.
Sie waren noch Schwimmen im Zentrum gewesen, während Carmen den nächsten Kurs vorbereitete.
Vanessa legte ihre Tasche in ihrem Zimmer ab und nahm den Test heraus.
In ihren Fingern kribbelte es. Sollte sie ihn machen, oder nicht?
In diesem Moment kam ihre Mutter ohne anzuklopfen herein. Vanessa gelang es nicht, den Test zu verstecken.
Simone konnte deutlich lesen was ihre Tochter da in ihren zittrigen Händen hielt: Einen Schwangerschaftstest.
Vanessa war mindestens so erschrocken wie Simone.
"Mama, ich hab mich nicht getraut" flüsterte Vanessa.
"Schon okay."
Simone verließ das Zimmer ihrer Tochter und wackelte ins Schlafzimmer.
Dort legte sie sie sich quer aufs Ehebett und schloss die Augen.
"Mist, Verdammter Mist! Mist! Mist und nochmal Mist"! fluchte Vanessa leise vor sich hin und schleuderte den Test aufs Bett.
"Bin ich so ein Unmensch, das sie nicht mit mir redet? Bin ich eine so schlechte Mutter"? dachte Simone.
"Jetzt ist sie total enttäuscht. Bestimmt denkt sie, ich vertraue ihr nicht" sinnierte Vanessa.
"Vanessa hat ja recht. Ein vertrauenswürdiger Mensch bin ich ja nicht gerade".
Vanessa überlegte kurz, schnappte sich dann den Test und schlich wie ein verprügelter Hund ins elterliche Schlafzimmer.
"Mama"?
"Ja"?
"Es tut mir leid".
"Was"?
"Das ich nix gesagt habe. Ich hatte Angst."
"Wovor, Vanessa, wovor"?
"Das dann wieder alles ist wie früher".
"Vanessa leg dich zu mir".
Der Tonfall ihrer Mutter duldete keinen Widerstand.
Vanessa legte sich, in eingem Abstand, neben Simone.
Ihre Mutter zog sie liebevoll zu sich heran.
"Versprich mir, das du mir das nächste mal sagst, wenn dich was bedrückt".
"Okay."
Erleichtert kuschelte sich Vanessa an ihre Mutter, die sie in ihre Arme schloß.
"Mama"?
"Ja"?
"Machen wir den Test? Jetzt"?
"Sicher, das du mich dabei haben willst"?
"Ja. Ich will wissen woran ich bin und allein bin ich zu feige."
"Na dann komm".
Vanessa trabte hinter ihrer Mutter her ins Bad, als ging es um ihre eigene Schlachtung.
5 Minuten später legte Vanessa den Test ins Waschbecken und setzte sich neben ihre Mutter auf den Badewannenrand.
Schutzsuchend kuschelte sie sich an ihre Mutter.
"Du hast ja Herzklopfen" bemerkte Vanessa nach einiger Zeit.
"Na hör mal. In 2 Minuten entscheidet sich, ob meine jüngste Mama wird".
"Du Oma" scherzte ihre Tochter.
"Freche Rübe".
"Mama, guckst du mal nach dem Test"?
Simone stand auf und ging zum Waschbecken.
Sie drehte und wendete den Test überflüssigerwiese in ihren Händen, bevor sie sich das Sichtfenster ansah.
Dann ging sie zu ihrer Tochter zurück.
"Der test ist negativ, Vanessa".
Vanessa atmete gut hörbar durch.
"Aber was hab ich dann"? fragte sie unsicher.
"Keine Ahnung. Deshalb nehm ich dich nachher mit zu meiner Ärztin. Okay"?
Vanessa nickte nur.

Zwei Stunden später ließ Simone sich bereits untersuchen.
"Ihrem Baby geht es gut" lobte Frau Dr. Ritter sie.
"Kein Wunder. Ihr Essverhalten hat sich normaliesier" lachte Vanessa.
Die drei Lachten
Vanessa war erstaunt darüber, wie schnell so ein kleines Baby-Herz schlagen konnte.
"So, und nun ist ihre Tochter dran.
Simone und Vanessa tauschten ihre Plätze.
"Also eines ist sicher" sagte Dr. Ritter "der Test hatte recht, schwanger bist du nicht.
"Was ist es dann"? fragte Vanessa unsicher.
Die Ärztin drehte den Monitor näherzu ihrer Patientin.
"Siehst du den kleinen Punkt, da am Eierstock"?
"Ja. Ich glaub schon."
"Das ist eine Zyste. Etwa 1,5 bis 2 Zentimeter groß.
"Ist das gefährlich"? fragte <Simone besorgt.
"B ei der Größe und im Alter ihrer Tochter - nein. Ich werde ihr Tabletten dagegen verschreiben. In 6 Wochen sehen wir uns dann wieder zur Kontrolle. Einverstanden"?
"ja, okay" antwortete Vanessa.
Nachdem die Ärztin Vanessa ein Rezept ausgestellt hatte, waren die beiden entlassen.
"Komm, wir gehen jetzt erst mal ein Eis essen" schlug Simone vor.
"Okay" sagte Vanessa, baff über den Vorschlag ihrer Mutter.
Sie bestellten sich jeweils einen Erdbeerbecher und Vanessa tat etwas, was sie noch nie getan hatte: Sie redete über die Schule und darüber, das sie ein paar Klausuren versemmelt hatte.
"Gibt schlimmeres. Selbst ich hab ne Ehrenrunde gedreht. Elfte auf Zwölfte Klasse."
"Ne, echt"?
"Doch. Okay, einfach wars nicht. Aber es war gut so."
"Naja, vom Sitzenbleiben will ich noch nicht reden. Ich könnte aber in Wirtscvhaftslehre echt Hilfe gebrauchen."
"Jederzeit".
Wozu hatte sie schließlich BWL studiert?
Das trockene Studium zahlte sich doch Tag für Tag aus.
Am Abend machte Simone ihr Versprechen wayhr: Sie erklärte ihrer Tochter, wie Bestellungen und Abrechnungen in der Firma gehandhabt wurden.
Bei ihrer Hilfe blühte Simone regelrecht auf.
Simone fühlte sic immer besser.
Auch zu den Eltern hatten Carmen und sie nun mehr Kontakt.
Carmens Geburtshaus lief so gut, das sie sich bald eine eigene Wohnung leisten konnte. Aber auf das Bitten ihrer Schwester Simone blieb sie in der Villa.
Simone spürte immer mächtigere Tritte ihrer Tochter. Auch auf einen Namen hatten sie sich jetzt geeinigt: Die Kleine sollte Luna-Marie heißen. Patentante würde natürlich Carmen werden.
Simone war nur noch halbtags oder gar unregelmäßig in der Firma.. Seit der Geiselnahme war ihr klargeworden, das es wichtigere Dinge gab, als immer nur ihre Firma.
Vanessa freute sich, wenn ihre Mutter zuhause war, wenn sie von der Schule kam.
Ihre Zyste hatte sich komplett aufgelöst. Seit dem Fehlalarm mit der Schwangerschaft war das Verhältnis der beiden noch enger geworden.
Nur eines verheimlichte Simone ihrer Familie: Seit der Geiselnahme quälten sie regelmäßig Panikattacken, schwere Panikattacken.
Bisher hatte niemand etwas mitbekommen.
Bis zu diesem Freitag.
Vanessa und ihre Mutter waren im Pool eine Runde schwimmen gewesen.
Schließlich nahmen sie den Lift in die Umkleidekabinen, da es Simone mit dem Treppenlaufen immer schwerer hatte.
Wassereinlagerungen machten ihr zu schaffen.
"Ruhig Simone, ganz ruhig, gleich hast dus geschafft" dachte sie.
In diesem Moment hab es einen gewalltigen Ruck.
Das Licht im Aufzug flackerte und ging dann aus.
"Was ist denn jetzt los"? rief Vanessa erschrocken.
"Wir stecken fest" presste Simone unwirsch hervor.
"Ach ne, da wäre ich nicht drauf gekommen" gab Vanessa mit leichter Frechheit zurück.
Simones Atem ging schneller.
Ihr Puls begann zu rasen, sie fühlte sich wie eingeschnürt.
"Mama, ist alles okay mit dir"?
Simone schnappte nach Luft.
"Ich..ich krieg..ich krieg keine Luft" krächzte sie.
"Mama, hör auf! Wir sind bestimmt gleich wieder draußen."
"ich....Vanessa".....
"Beruhige dich."
Vanessa tastete sich nach ihrer Mutter und zog sie sanft auf den Boden.
"Ganz ruhig atmen. Versuch ruhig zu atmmen".
Sie legte beide Häbnde auf den Brustkorb ihrer Mutter.
Tatsächlich beruhigte Simone sich wieder.
""Hast du das öftr"? fragte Vanessa nach einer Weile.
"Nein. War wohl der Schreck" log Simone unverblümt.
"Man, du hast mich ganz schön erschreckt" sagte Vanessa leicht vorwurfsvoll.
In diesem Moment ging das Licht an und der Lift setzte sich wieder in Bewegung.
"Gott sei Dank" murmelte Simone.
"Allerdings" sagte Vanessa und half ihrer Mutter beim Aufstehen.
Sie kamen genau da an, wo sie gewesen waren. Im Erdgeschoß.
Simone war leichenblass im Gesicht und sah als erstes in Richards besorgte Augen.
"Alles okay. Ist nur der Schrck" sagte sie stark.
Richard schloß seine Frau in die Arme.
Simone merkte, das sie wieder Farbe ins Gesicht bekam.
Und sie hoffte, das Vanessa den Vorfall vergessen würde.

4 Wochen später war Simone allein in der Villa Steinkamp.
Es war gegen Abend.
Sie war gerade aus der Wanne gestiegen und lag nur im Bademantel auf dem Ehebett.
Sie vertiefte sich in ein Buch, das Carmen ihr geliehen hatte.
"Lauf, Jane, lauf"! hieß es.
Es war so spannend, das sie sich seit Tagen nicht mehr davon lösen konnte.
Okay, es war ein ziemllich heftiger Thriller. Aber lesen hat noch keiner Schwangeren geschadet!
Auf einmal hörte Simone einen Schuss.
Ihr wurde schwindelig. Ihr Herz und ihr Puls begannen zu rasen.
Ein heftiger Schmerz zog durch ihre Bauchdecke.
Es schnürte ihr die Luft ab.
Sie wollte schreien, aber es ging einfach nicht.
3 heftige Stiche gegen die Bauchdecke. Dann immer und immer wieder.
Sie wollte aufstehen, aber sie hatte keine Kraft.
Sie versuchte ruhig zu atmen.
Es klappte nicht. Immer heftiger schnappte sie nach Luft.
Bis sie schließlich das Bewusstsein verlor.
ast zur gleichen Zeit hielt Carmen einen Kurs in Schwangerschaftsgymnastik ab.
Sie wartete vergeblich auf ihre Schwester, die zu den Teilnehmern gehörte.
Sie probierte in der Villa anzurufen. Anrufbeantworter. Dann auf Simones Handy. Mailbox.
Mit einem Schlag beschlich die sensible Carmen ein ungutes Gefühl.
Sie bat ihre Kollegin, allein weiterzumachen und raste kurz daauf los.
Wie eine Irre fuhr sie durch Essen.
Sie musste zu ihrer Schwester, sofort. Irgendetwas war passiert. Sie spürte es.
Auf einmal blitzte es.
"Verdammter Mist! Auch das noch"! fluchte sie voller Angst.
Wenig später schloß sie mit fliegeden Fingern die Villa auf.
"Simone! Simone, bist du da? Ist alles in Ordnung bei dir? Simone"!
Aus dem Bauch heraus stürmte Carmen die Treppe hinauf ins Schlafzimmer.
Dort sah sie Simone am Boden liegen. Bewusstlos.
"Oh Gott!"
Sie tastete sich erst nach dem Puls ihrer Schwester. Sie lebte.
Dann tastete Carmen vorsichtig Simones Bauch ab.
Mit einer Hand spürte sie muntere Bewegungen, in der anderen Hand hielt sie ihr Handy und rief den Notarzt.
Kaum hatte Carmen aufgelegt, kam Simone zu sich.
Das erste, was Carmen hörte, war ein schmerzerfüllter Schrei.
Da wurde ihr klar, das es sich nicht um Kindsbewegungen handelte - sondern um Wehen.
"Carmen, hilf mir, bitte," flehte Simone inständig.
"Der Notarzt ist informiert. Ich muss dich untersuchen Simone. Ich fürchte, die Geburt ist nicht mehr aufzuhalten".
Simone ließ sich gehorsam untersuchen.
Entsetzt stellte Carmen fest, das der Muttermund schätzungsweise 7 cm geöffnet war. Ab 10 Zentimetern könnte das Kind zur Welt kommen.
Die Fruchtblase schien noch in Ordnung zu sein.
"Mein Kind, was ist mit Luna Marie"?
"Ich weiß es nicht Simone".
Offensichtlich verhielt sich das Nesthäkchen still, den Simone spürte keine Wehen.
In diesem Moment hörte Carmen die Sirenen des Krankenwagens heulen.
"Ich bin gleich wieder bei dir"!
Sie rannte die Treppen hinuter und wies den Notarzt ein.

Wenighe Minuten später wurde Simone abtransportiert. Ein Schmerzmittel hatte sie bekommen, aber keine Wehenhämmer.
Der Notarzt hatte die Vermutung von Hebamme Carmen geteilt: Das kleine musste heute noch auf die Welt kommen, per Kaiserschnitt. Lieber sofort als später.
Unterwegs informierte Carmen Richard, Jenny und Vanessa.
Bald war klar, das die Kleine Luna Marie auf die Welt kommen würde. Jetzt.
Simone wurde der Unterleib betäubt und kurz darauf lag sie im OP-Saal.
Carmen wusste, das es sich nur noch um Minuten handeln konnte.
Richard und sie waren bei ihr Richard hielt seiner Frau die Hand, ihr anderer Arm war aus Sicherheitsgrünnden festgeschnallt.
Carmen saß dicht bei ihrer Schwester und redete beruhigend auf sie ein.
Dann, nur etwa 5 Minuten nach dem ersten Schnitt, hörten die beiden einen kräftigen, etwas schwachen Schrei.
Luna Marie. Sie war da. Sie war auf der Welt.
"Unsere Tochter" sagte Richard gerührt.
"Luna arie Carmen Steinkkamp" sagte Simone leise.
Carmen liefen Tränen der Freude über die Wangen. Sie hatte nicht gewusst,, dass ihre Schwester sie zur Patentante machen wollte.
Nur ein paar Serkunden durften die frisch gebackenen Eltern ihre Tochter betrachten.
Dann rannte die Hebamme mit dser kleinen auf dem Arm in Richtung Untersuchungszimmer.
"Was ist mit ihr Carmen"? fragte Richard leise.
"Sie ist ein 7-Monatskind. Das ist früh".
"Schaust du mal nach ihr? Bitte", fragte Simone. Carmen merkte, das Simone das Herz blutete. Ihr Mutterherz.
"Klar".
Carmen stand auf und ging hinüber ins Untersuchungszimmer, um nach ihrer Nichte zu sehen.
Die Mienne der anwesendenn Kinderärztin verhieß nichts gutes.
Die Lunge der Kleinen Luna war noch viel zu klein.
Sie musste künstlich beatmet werden.
Nachdem Simone und Richard dies Schocknachricht erfahren hatten, standen sie voller Sorge vor dem Brutkasten ihrer Tochter.
"Sie ist 44 Zentimeter groß und 1250 Gramm schwer. So ein kleines Würmchen" sagte Simone leise..
Sie wandte sich an die anwesende Krankenschwester.
"Ich würde meine Tochter so gern auf den Arm nehmen. Geht das"?
"Mit einer Wärmedecke geht alles" antwortete die Schwester lächelnd.
Kurz darauf hielt Simone ihre Tochter zum ersten Mal in den Armen.
Sie war so klein und zerbrechlich.
Simone ahnte, das sie und ihre Familie mal wieder einen langen Weg vor sich hatten.
5 Tage nach der Geburt der kleinen Luna Marie machte ein neuer Teeladen in Essen auf.
Hebamme Carmen war fasziniert davon, denn Tee half wirklich in allen Lebenslagen. Es gab anregende Tees, die Carmen gern bei Müttern verwendete, die seit mehr als einem Tag in den Wehen lagen. Und es gab Tees für frisch gebackene Mütter wie Simone.
Andächtig schnupperte sie an einem Päckchen. Es war ein Erdbeer-Vanillie Tee.
"Denn nehm ich ihr mit. Was für Mama gut ist, kann Tochter nicht schaden.
Sie bezashlte und ging kurz darauf ins Zentrum. Seit neustem nahm sie Richard und Simone ein bißchen Papierkram ab.
Dabei genehmigte sie sich eine Tasse von dem Tee, den sie Simone gekauft hatte.
Da kam Axel herein.
"Oh, ich dachte es wäre niemand hier" rechtfertigte er sich.
"Kann ich was für sie tun"?
"Ihr Schwager hat die Zahlen des Monats angefordert. Hier sind sie".
"Erklären sies mir nicht, ich kapiers eh nicht. Ich nehm sie nachher mit."
"Vielen Danlk. Wissen sie was? Einen Moment lang habe ich gedacht, die Chefin sitzt hier".
"Das denken viele".
"Was riecht hier so"?
"Tee".
"Ach so".
Axel ging.
"Was um Himmels Willen war das denn"? dachte Carmen skeptisch.
Doch bald hatte sie Axels seltsame Unterredung vergessen.
Als sie kurz darauf eine Runde schwimmen ging, bemerkte sie nicht, wie er nochmal in Simones Büro ging.

Am Abend klopfte Carmen an Simones Zimmertür im Krankenhaus.
Simone war nicht da.
"Klar, sie ist bestimmt bei Luna"! dachte Carmen und schlug sich mit der flachen Hand gegen die Stirn.
Tatsächlich wurde siev auf der Frühchenstation fündig. Simone saß neben dem Berutkasten ihrer Tochter. Sie hatte die kleine wieder mittels Wärmedecke auf dem Arm- und stillte! Die erfahrene Hebamme war überrascht. Die Kinderärztin hatte Simone in Aussicht gestellt, ihre Tochter spätestens in 6 Wochen stillen zu können.
Simone hatte ihre Schwester bemerkt.
"Hallo mein Engel. Komm rein".
Carmen strich der kleinen Luna ohne Scheu, aber ganz zaghaft über die Wange und begrüßte ihre Schwester mit einem Kuss auf die Wange.
"Es geht ihr schon viel besser. Ich darfv sie sogar 5 Minuten stillen."
"Alles andere wird nochg zu anstrengend für ihre Lungen sein".
"Das hat diese Ärztin auch gesagt. Carmen"?
"Ja?"
"Wenn du mich nicht gefunden hättest...wenn du nicht auf dein Gefühl gehört hättest...dann wäre Luna tot. Danke".
"Das mit dem unguten Gefühl im Bauch ist ne Berufskrankheit. Wirst du noch öfter erleben".
Simone legte ihre Tochter sanft ab.
"Magst du sie mal halten"?
"Natürlich".
Die Schwestern wecvhselten die Plätze.
Carmen durchfuhr eine Welle des Glücks.
So glücklich war sie lange nicht mehr gewesen.
"Hast du mir etwas mitgebracht"?
Simone wendete sich interessiert der riesigen Sporttasche zu, die Carmen angeschleppt hatte.
"Ein bißchen Heimat" grinste Carmen.
Simoneöffnete die Tasche. Darin lag ihr samtroter Lieblingsbademantel, ein paar eingerahmte Fotos, ihr Parfüm und noch ein bißchen Süßkram und ein paar Leckereien.
Genussvoll biss Simone in einen Lachscracker.
"Bäääh...die Dinger stinken echt widerlich" beschwerte sich Carmen.
Die sind aber mindestens genauso lecker" lachte Simone und zog darauf den Tee aus der Tasche.
"Hmmm...der riecht lecker".
"Da ist Vanille drin, das beruhigt Mutter und Kind".
"Schmeckt der so gut wie er riecht"?
"Absolut lecer.
"Dann mach ich mir gleich heute Abend eine Tasse."
Carmen blieb noch lange bei ihrer Schwester.
Kurz nachdem carmen gegangen war, es war schon spät, brühte Simone sich eine Tasse auf.
Sie siebte die Teeblätter ab und probierte neugierig.
"Carmen hat Geschmack" dachhte sie und trank die Tasse in einem Zug aus und machte sich gleich die nächste.

Eine halbe Stunde später lag sie in ihrem Bett. Ihre Bettnachbarin schlief bereits. Simone tat das junge Mädchen leid- sie hatte niemanden, der sich mit ihr auf das Baby freute. Wirklich niemanden. Schrecklichr Gedanke.
Simone wurde warm.
"Kaum ist das Kinsd auf der Welt krieg ich Wechseljahrem, oder wie?"
Sie streifte ihre Decke ab und zog ihren Schlafanzug aus und schlüpfte in ein Nachthemd, das auch bei den Sachen, die Carmen ihr mitgebracht hatte, dabei gewesen war.
Es half nichts. Ihr wurde schwindelig. Schweißausbrüche maltretierten sie.
"Was soll das denn jetzt"? dachte sie verstört.
Sie schleppte sich zurück in ihr Bett und stieß dabei geräuschvoll gegen den Nachttisch.
Nele, ihre Bettnachbarin, drehte sich erschrocken, offensichtlich mit einem Schlag hellwach, in ihrem Bett herum.
"Alles in Ordnung Frau Steinkamp"?
"Ich..ich...ich weiß nicht, keine Ahnung...Ich schwitze...und auf der anderen Seite ist mir kalt. Und schwindelig ist mir auch".
Es stimmte: In einem Moment zog Simone sich die Bettdecke bis zum Kinn, im nächsten Moment warf sie sie wieder ab.
Nele drückte den Klingelknopf.
Simone bekam ein Beruhigungsmittel. Sofgort wurde ihr untersagt, ihre Tochter am nächsten Tag zu stillen.
Simone starrte an die Decke.
Nele konnte offensichtlich auch nicht schlafen.
"Was iszt nur los mit mir"? dachte Simone "ich hab einen Mann, der mich über alles liebt, ich bin nochmal Mutter geworden, ich habe zwei wunderbare Töchter und eine großartige Schwester. Eigentlich müsste ich der glücklichste Mensch der Welt sein."
Sie ahnte nicht, was wirklich mit ihr los war.
Am nächsten Morgen kam Simone nur mit Mühe aus dem Bett.
Ihr Kopf schmerzte furchtbar.
Als sie ih eigenes Spiegelbild sah, erschrak sie vor sich selbst.
Sie sah aus wie ein Junkie.
"Du lieber Himmel...Simone...solche Nächte hast du früher leichter weggesteckt" murmelte sie vor sich hin.
"Was war überhaupt gestern? Warum hab ich solche Kopfschmerzen? Und überhaupt...warum...warum seh ich so fertig aus"? dachte sie angestrengend nach. Ihr fiel es einfach nicht ein.
Sie zog sich an um danach zu ihrer Tochter zu gehen. Die wartete bedtimmt auf ihr Frühstück!

Um so verblüffter war sie, als eine Krankenschwester ihr versuchte zu erklären, das sie ihre Tochter aufgrund eines Beruhigungsmittels nicht stillen durfte.
"Wovon reden sie? Teufel nochal, ich will zu meiner Tochter"!
"Sie dürfen zu ihr, jederzeit. Aber die nächsten 2 Tage dürfen sie nicht stillen".
"Beruhigungsmittel...pah! Warum denn überhaupt"?
"Sie hatten gestern eine Panikattacke Frau Steinkamp".
"Wie bitte"?
"Ja. Wissen sie das nicht mehr"?
"Ich glaube, wenn ich noch etwas wüsste, würde ich hier niemals so ein Theater veranstalten."
Die Krankenschwester ließ sie schließlich zu Luna.
Aber irgendetwas war höchtmerkwürdig. Bis jetzt hatte sie sich immer an ihre Panikattacken erinnern können...aber jetzt?

Am Nachmittag kam Richard zu Besuch. Simone vermisste ihre zwei älteren Töchter.
"Beide kommen morgen. Jenny trainiert ziemlich hart und Vanessa hat anderes im Kopf".
"Ach so". Simone kuschelte sich an Richard.
Sie saß auf Richards Schoß. Sie beobachteten ihre schlafende Tochter.
Zum Stillen wurde das Beatmungsgerät abgenommen. Die Ärztin hatte ihr erklärt, die Stillzeit Schritt für Schritt erhöhen zu wollen.
Allerdings hatte Simone ja nun absolutes Stillverbot.
"Unglaublich, das wir nochmal Eltern geworden sind, oder"? rieß Richard sie aus ihren Gedanken.
"Schon. Ein kleines Wunder, unsere Tochter. Weißt du, worüber ich immer wieder nachdenke"?
Richard küsste Simone zärtlich.
"Also Gedanken kann ich noch keine lesen".
"Damals, die Geiselnahme...wenn ich überlege das ich schon da Lunas Leben gefährdet habe, dann...."
"Simone, Schatz! Du konntest das damals nicht wissen".
"Warum hast du dich eigentlich vor mich geworfen"?
"Weil ich dich liebe, du verrücktes Huhn! Was denkst du denn"?
"Ich dachte du stirbst mir. Es war die absolute Hölle".
Richard schloss seine Frau fester in seine Arme.
"Es ist vorbei Simone. Vorbei".
"Es verfolgt mich so, Richard. Ich kann nichts dagegen tun. Dauernd seh ich alles vor mir. Erst liegst du in deinem Blut, dann Krämer. Immer wieder höre ich Vanessas Schreie. Sie hat immer wieder gerufen 'Mama, Papa, ich liebe euch' als wäre es das letzte Mal. Als Krämer mich in den Lift gezerrt hat, dachte ich, ich seh euch nie wieder. Er hat ja auf die Tür geschossen. Vanessa hat geschrieen. Ich dachte sie sei getroffen."
"Du bist eine Heldin Simone. Ist dir das eigentlich klar? Du hast den Kids das Leben gerettet".
"Ich seh mich nicht als Heldin, Richard. Wir haben die Geiselnahme verursacht Richard. Wir sind schuld an allem.
Simone konnte ihre Tränen nicht mehr schlucken.
Sie begann hemmungslos zu weinen.
"Simone, niemand hat schuld. Das war eine Verkettung voller Umstände".
Simone lachte bitter auf.
"Ich liebe dich Simone. Weißt du orauf ich unglaublich stolz bin"?
Simone sah ihn verdattert an.
"Worauf?" fragte sie leise.
"Du hast mich zum Vater von drei Töchtern gemacht. Ich liebe euch vier über alles".
Simone küsste ihn gerührt.
Gegen Abend ging Richard. Simone brühte sich in der Teeküche eine Kanne von Carmens Tee auf. Die wollte sie sich für später aufheben.
Irgendwann war sie in ihrem Zimmer eingeschlafen.
Gleich als sie aufwachte, goss sie sich eine Tasse Tee ein. Bald darauf schlief sie erneut ein.
Sie hatte Alpträume. Die Ärzte stellten Lunas Beatmungsgerät ab. Sie wollten sie töten!
"Nein...nicht bitte...lasst sie leben...Ich mach euch fertig..."
Simone wälzte sich unruhig hin und her.
Nele beobachtete en Schlaf ihrer Bettnachbarin.
Schließlich rüttelte sie Simone sanft.
Simone schoss erschocken hoch.
"Was ist los"? fragte Simone voller Angst.
Ihr Puls raste, ihr Atem ging schnell.
"Sie hatten einen Alptraum," sagte Nele beruhigend.
"Ich muss zu meiner Tochter".
Damit war Simone verschwunden.

Getrieben von ihren Wahnvorstellungen betrat Simone die Frühchenstation.
Ìmmer wieder hatte sie diese Bilder vor Augen.
Es war die Hölle.
Sie sah die Schwester in einem Zimmer arbeiten und ergriff ihre Chance. Sie schaltete das Beatmungsgerät ab und nahm Luna aus dem Brutkasten.
Luna begann zu weinen. Ganz leise.
"Schschscht!!! Mama bringt dich in Sicherheit".
Die Kleine schien zu verstehen. Sie war ganz still.
Simone versteckte ihre Tochter in ihren Armen.
Die Krankenschwester hatte sie nicht mal bemerkt.
Als die Krankenschwester eine halbe Stunde später Lunas Verschwinden bemerkte und den Alarm auslöste, war Simone längst über alle Berge.
Mitten in der Nacht klingelte das Telefon bei den Steinkamps.
Schlaftrunken wanken Vanessa und Jenny die Treppe hinunter.
"Wer immer das auch ist - derjenige hat echt nen Schaden"! fluchte Vanessa.
Jenny ging ran.
"Jenny Steinkamp-Herzog, hallo"?
"Hallo Frau Steinkamp. Mein Name ist Dr. Adrian Feldmann. Ich habe schlechte Nachrichten für sie.
Jenny rutschte das Herz tiefer.
"Meine Schwester hört mitr. Was ist los"?
"Ihre Mutter und ihre kleine Schwester- sie sind verschwunden."
"Wie bitte"?
"Leider ja."
"Wie konnte das passieren"? fragte Vanessa hysterisch.
"Wir wissen es nicht. Falls sie bei ihnen auftaucht- rufen sie sofort die Polizei".
"Meinwe Mutter ist doch keine Schwerverbrecherin"! wehrte sich Jenny.
Vanessa sah Carmen und Richard die Treppe hinunterrennen.
"Sie hat ein Kind entführt, das auf ein Beatmungsgerät angewiesen ist! Ihre Schwester schwebt in Lebensgefahr! Das heißt wenn sie überhaupt noch lebt"! rechtfertigte sich der Arzt.
"Gut. Falls sie auftaucht ruf ich die Polizei. Und natürlich nen Krankenwagen."
"Gut. Wir melden uns, wenn sie wieder auftaucht, wovon wir nicht ausgehen."
"Dr. Feldmann, eine Frage habe ich noch."
"Bitte."
"Meine Mutter...iast sie gefährlich"?
"Im Moment gehen wir davon aus, das sie entweder unter Wochenbettdpressionen oder Wahnvorstellungen leidet. Letzteres kann gefährlich werden, ja".
"Oh Gott".
"bleiben sie ruhig, das ist ganz wichtig."
"Okay. Tschüss Herr Feldmann".
"Tschüss."
"Mama ist nicht mehr sie selbst" wimmerte Vanessa.
Dann erzählte sie endlich von der Panikattacke im Fahrstuhl.
Carmen zählte kurz darauf eins und eins zusammen.Als sie Simone gefunden hatte- musste sie damals auch eine Attacke gehabt haben.
Für den Rest der Nacht war im Hause Steinkamp an Schlaf nicht mehr zu denken.

Am nächsten Morgen wachte Simone auf. Als erstes griff sie sich an den Kopf. Schon wieder solche Kopfschmerzen!
Da schrie die kleine Luna.
"Luna...grundgütiger, was hab ich getan"?
Die kleine atmete selbstständig.
"Ich fahr uns zurück ins Krankenhaus. Keine Angst".
Sie hörte etwas Radio. Plötzlich ließ sie die Stimme der Moderatorin zusammenfahren:
"Und nun bitten wir unsere Hörer um besondere Aufmerksamkeit: Seit gestern Nacht werden die Geschäftsfrau Simone Steinkamp und ihre neugeborene Tochter Luna Marie vermisst. Es wird vermutet das Simone Steinkamp unter Wochenbettdpressionen leidet und hire Tochter entführt hat. Das Kleine Mädchen ist aufgrund einer Frühgeburt auf ein Beatmungsgerät angewiesen. Simone Steinkamp hat schulterlanges, braunschwarzes Haar, braune Augen und eine weibliche Statur. Man sieht ihr die Geburt ihrer Tochter an. Sie ist 44 Jahre alt und 1,65 Meter groß. Sollten sie Frau Steinkamp gesehen haben, wenden sie sich bitte an die Polizei Essen, unter der Nummer..."
Simone stellte das Radio ab.
"Ich hab meine eigene Tochter entführt...oh Gott"!
Sie fuhr in Richtung Krankenhaus.
Vor der Klinik kam dann die Angst. Die Angst, das man ihr Luna wegnehmen würde. Immerhin hatte sie Luna entführt und damit das Leben ihrer kleinen Tochter riskiert.
Zögerlich betrat sie die Klinik. Keiner schien sie zu erkennen. Sie ging auf die Frühchenstation.
Dort begegnete ihr Dr. Feldmann.
"Frau Steinkamp, um Gottes Willen" sate er leise.
"Bitte nehmen sie mir mein Kind nicht weg, bitte..." Simone schluchzte zum Gotterbarmen.
Niemand nimmt ihnen ihr Kind weg, Frau Steinkamp! Niemand. Sie leiden unter sogenannten Wochenbettdepressionen. Sie wussten nicht was sie tun. Niemand nimmt ihnen Luna weg. Ich untersuche sie Kurz und dann können sie bei ihr bleiben. Unter Aufsicht".
"Mit Vanessa und Jenny hatte ich das nie" sinierte Simone.
"Das kann jeden irgendwann treffen. Geben sie mir ihr Kind, Frau Steinkamp."
Zögerlich legte sie dem Arzt Luna in die Arme.
10 Minuten später kam er wieder.
"Ihre Tochter fühlt sich pudelwohl. Ich denke, auf das Beatmungsgerät kann verzichtet werden, probeweise. Aber im Brutkasten soll sie vorerst bleiben".
"Hauptsache es geht ihr gut."
"Mama!!!!!!!!" hallte es in diesem Moment über den Gang.
Vanessa.
"Was denken die jetzt alle von mir"? dachte Simone ängstlich.
Vanessa umarmte ihre Mutter stürmisch.
Auch Carmen, Richard und Jenny kamen jetzt angerannt.
Sie umarmten Simone naheinander.
"Keine Angst. Diese elenden Depressionen gehen vorbi. Ich helf dir dabei. Versprochen" flüsterte Carmen ihr ins Ohr.
Simnone wollte sich gar nicht aus der Umarmung ihrer Schwester lösen.
"Du bist ein Engel, Carmen. Weißt du das"? fragte Simone leise.
"Ich dachte immer, ich bin Hebamme" grinste Carmen verschmitzt.
"Freches Luder. Ich liebe dich Carmen. Ich bin froh das es dich gibt".
Carmen rollten Tränen der Rührung über die Wangen.
Simone war froh, das keiner ihr ihre Aktion verübeelte. Auch Richasrd nicht. Er versprach seiner Frau, ihr zur Seite zu stehen - wann immer sie ihn brauchte.

Abends waren Simone und Carmen allein.
Simone schüttete ihrer Schwester das Herz aus - in der Annahme sie leide wirklich an diesen Depressionen.
Carmen kannte diese Symtome nur zu gut und stand ihrer Schwester bei.
"Carmen"?
"Ja, große Schwester"?
"Machst du uns diesen Tee, den du mir mitgebracht hast? Der ist so lecker."
"Klar. Ich bin gleich wieder da"!
Zehn Minuten säter kam Carmen mit zwei vollen Tassen zurück.
Simone lag in sich zusammengerollt auf dem Bett und schlief fast.
Aber sie hatte Carmen bemerkt.
"Oh. Ich bin wohl eingeschlafen."
"Was dir bestimmt gut tut. Hier, unser Tee".
"Danke".
Simone trank Tee aus Gewohnheit heiß, während Carmen ihren lieber abkühlen ließ.
Auf einmal war sie wieder da. Diese Enge in der Brust. Die Schweißausbrüche...
"Du miese kleine Ratte...du willst mich fertig machen...du hast den Tee vergiftet"..
"Wie? Was? Bist du bescheuert"? fragte Carmen irritiert und versuchte ihre Schwester festzuhalten und sie zu beruhigen. Nun wusste sie was los war. Irgendetwas stimmte mit dem Tee nicht.
Sie war so in ihre Gedanken vetieft, das sie von Simone überwältigt wurde.
Dann spürte Carmen, wie ihr die Luft abgeschnürt wurde. Von Simones Händen.
"Simone...lass...lass mich los...Simone..ich...liebe dich.." krächzte Carmen.
Ihr Körper kämpfte gegen sdie Bewusstlosigkeit an.
"Du zerstörst mein Leben nicht! Du nicht"!
In diesem Moment sah Carmen aus den Augenwinkeln Vanessa ins Zimmer kommen.
Als Vanessa die Situation begriff, hielt sie einen Ringbuchordner, den sie dabei hatte, hoch über dem Kopf.
"Jetzt oder nie" dachte Vanessa, bevor sie den Ordner mit voller Kraft auf den Hintgerkopf ihrer Mutter schlug.
Simones eisenharter Griff lockerte sich.
Carmen richtete sich halbwegs auf und hustete heftig. Sie schnappte nach Luft, rannte zum Fenster.
Vanessa schrie, fassungslos über alles was sie gesehen hatte, um Hilfe.
Simone wurde ein Beruhignugsmittel verabreicht. Sie würde erst mal lange schlafen, hatte eine Ärztin prophezeit.
Wie gelähmt kamen die beiden in die Villa zurück.
"Oh Gott, wie seht ihr denn aus"? fragte Richard besorgt.
"Mama hat...sie hat...sie wollte...sie hat fast....ach Mist"!
Vanessa schluchzte zum Steinerweichen.
"Was ist passiert"? fragte Richard, an Carmen gerichtet.
Carmen ging wortlos nach oben.
"Carmen"! schrie Vanessa verzweifelt.
"was ist passiert, Vanessa? Möchtest du es mir nicht sagen"?
Vanessa schüttelte den Kopf.
Auch sie ging nun in ihr Zimmer.
"Hi, was ist denn hier los"?
Jenny kam gerade vom Training.
"ich habe keinen Schimmer Jenny. Irgendwas ist passiert. Rede bitte mal mit Vanessa".
"In Ordnung".
2 Minuten später saß Jernny auf Vanessas Bettkante und streichelte ihrer weinenden Schwester sanft den Rücken.
"Willsyt du mir nicht sagen was passiert ist"? fragte Jenny sanft.
Vanessa schluchzte auf und schüttelte mit dem Kopf.
"Gut meine Süße. Wenn irgendetwas ist - ich bin in meinem Zimmer. Ich wollte eigentlich nochmal weg. Aber ich spüre das du mich brauchst. Ich bleib da. Du kannst jederzeit kommen. Auch nachts".
"Danke Schwesterherz", wimmerte Vanessa unter der Decke hervor.
"Keinwe Ursache. Und wenn du einfach nur bei mir sein willst- egal. Ich möchte nicht, das du deinen Kummer allein austrägst".
Vanessa nickte nur.

Jenny schlich die Treppe hinunter wie ein geprügelter Hund. Sie sah gerade noch, wie Carmen das Haus verließ. Irrte sie sich, oder hatte Carmen sämtliche Reisetaschen dabei, die sie damals bei ihrem Einzug angeschleppt hatte?
Alarmiert rannte Jenny wieder nach oben.
Tatsächlich-Carmens Habseligkiten waren weg. Alles weg.
"Was ist da nur passiert"? fragte sich Jenny verzweifelt.
Sie versuchte Carmen erst auf dem Handy und dann im Storchennest zu erreichen-nichts.
Gegen Abend kam eine SMS
Hallo Jenny, macht euch keine Sorgen um mich. Ich bin bei einer Angestellten untergekommen. Carmen
"Gott sei Dank" sagte Jenny leise.
Sie hörte ihre Schwestwer weinen. Aber Vanessa hatte sich eingeschlossen. Sie kam nicht an sie heran.

Mitten in der Nacht spürte Jenny, wie ihre Bettdecke leicht angehoben wurde. Kurz darauf spürte sie, wie ihre Schwerster sich gegen ihren Rücken kuschelte.
"Sie hat sie fast erwürgt" wimmerte Vanessa.
"Was? WER hat WEN fast erwürgt"?
"Mama hat Carmen fast umgebracht. Mit ihren eigenen Händen Jenny. Mit ihren eigenen Händen".
"Oh Gott Kleines. Und du musstest alles mitansehen".
Jenny schloss ihre Schwester fest in ihre Arme.
Vanessa weinte. Sie weinte sich in den Schlaf.

Am nächsten Morgen erlebten die Steinkamp-Schwestern eine Überraschung. Als sie zum Frühstück kamen, saß Carmen am Tisch.
Vanessa und Carmen umarmten sich stürmisch, während Jenny es vezog, ganz zaghaft vorzugehen. Soe war entsetzt über die Tat ihrer Mutter. Sie hätte nie gedacht das Simones Hände töten könnten.
Jenny nahm Carmen sanft das Halstuch ab, das sie trug.
Sie sollte recht behalten. Das Tuch verdeckte Würgemale.
"Euer Vater und ich haben uns etwas überlegt. Wir ziehen das aber nur durch, wenn ihr BEIDE damit einverstanden seit".
"Wir hören" sagte Vanessa leise.
"Wir haben uns überlegt, Simone in eine Psychatrie einweisen zu lassen" erhob Richard die Stimme.
"Aber Mama ist nicht verrückt" sagte Vanessa leise.
"Das hat niemand gesagt Vanessa. Mama ist krank. Sehr krank" flüsterte Jenny ihr ins Ohr.
"Bist du dafür"? fragte Vanessa ihre Schwester.
"Ich will das beste für Mama. Also ja, ich bin dafür."
"Dann bin ich es auch" sagte Vanessa leise.
Das Urteil war gefällt. Simone würde in eine Psychatrie kommen.

Als Simone erwachte, befand sie sich in einem Krankenwagen.
"Was...wo...wo..aua..mein Kopf..wo bringen sie mich hin? Warum...warum bin ich von vorn bis hinten festgeschnallt"?
Einbe Sanitäterin sah sie beruhigend an.
"Sie kommen in eine Klinik, wo ihnen geholfgen wird, Frau Steinkamp. alles wird gut."
"Können sie die Fesseln ein wenig lockwern? Die Dinger tun verdammt weh."
"Das darf ixch nicht, tut mir leid. Nicht nach dem Angriff auf ihre Schwester vor 2Tagen."
"Meine...meine Schwester? Was..was hab ich mit ihr gemacht"?
"Wissen sie da nicht mehr"?
"Nwein. Ich hab keine Ahnung."
"Sie haben ihre Schwester fast erwürgt."
Simone wurde schwindelig.
"Wie geht es meiner kleinen Prinzessin"? fragte sie leise.
"Als ich sie gesehen habe, stand sie noch massiv unter Schock."
"Mein Leben ist beim Teufel. Ich komm in die Kalpse, hab meine Schwester fast umgebracht und meine 3 Kinder inklusive Ehemann seh ich in Zukunft nur noch durch dickes Glas. Verdammt! Ich bin nicht verrückt! Ich bin nicht verrückt, das müssen sie mir glauben"!
"Ich glaube nicht das sie verrückt sind! Ich glaube das sie krank sind und Hilfe brauchen."
Simone schloss die Augen. Sie wollte nichts mehr hören, geschwige denn sehen wo sie hinkam.

Carmen lag rücklings auf dem Bett.
"Du bist nicht verrückt oder wahnsinnig. Das weiß ich Simone. Du bist krank und du brauchst Hilfe. Schneewwittchen, wir stehen das durch, die ganze Familie. Ich verstehe trotzdem nicht, warum du mich fast umgebracht hast. Ich kann es nur erahnen", dachte Carmen verzweifelt.
Auf einaml fiel ihr ein: Der Tee! Sie hatte den Tee noch nicht untersuchen lassen!" Das war genau das, was sie seit drei Tagen tun wollte!
Sie schnappte sich das Päcken und gab es ins Krankenhauslabor.

3 Tage später bekam sie das Ergebnis: Der Tee war auf sämtliche Rauschgifte, sogar auf Giftpflanzen untersucht worden. Es war ein ganz normaler Tee. Nicht war gefunden worden.

Zur gleichen Zeit....
Axel schwengte ein Beutelchen Tee in seiner Hand.
"Frau Steinkamp, Frau Steinkamp! Wie kann man nur so blöd sein?"
Es war so einfach, den Tee mit dem vergifteten Tee auszutauschen. Carmen war so naiv!
"Und nun- bring ich der guten Frau Steinkamp mal ihren Lieblingstee in die Klinik. Darüber wird sie sich freuen...Und in ein paar Monaten heißt der neue Chef des Steinkamp-Imperiums dann 'Dr. Axel Schwarz'.
Gelächter war zu hören. Böses Gelächter.
Seit Simones <einlieferung in die Psychatrie waren 3 Wochen vergangen. Vanessa hatte Sehnsucht nach ihrer Mutter und wollte sie endlich besuchen. Der einzige Haken an der Sache war, das sie nicht volljährig war. Jemand müsste mitkommen oder ihr eine Einverständniserklärung geben. Jenny hatte sie schon gefragt. Dabei hatte sie auf eisenharten Granit gebissen. Jenny würde weder mitkommen, gschweigedenn ihr eine Einverständniserklärung geben!
Jenny hatte sich merklich von ihrer Mutter distanziert, as Simone sehr, sehr weh tat. Richard brauchte sie gar nicht zu fragedn- der traute sich sowieso nicht zu ihr. Und Carmen- die einzige die mitkommen oder ihr wenigstens diese dumme Erklärung unterschreiben würde, war sie. Und sie war in Berlin auf einer Fortbildung. Schöner Mist!
"Dann fälsch ich das Ding eben".
Sie übte fast 2 Stunden Carmens Schrift, bias es einigermaßen funktionierte.
Schließlich war sie stolz auf ihr Werk.
"Ich, Carmen Maren Suanne Steinkamp, erlaube meiner Nichte Vanessa Steinkam, 17 Jahre, ihre Mutter Simone Steinkamp, am 1.5.07 von 14 Uhr bis 16 Uhr zu besuchen. Mit freundlichen Grüßen, Carmen M. Suanne Steinkamp.", las sie halblaut.
Dann schnappte sie sich ein Foto ihrer kleinen Schwester Luna und verließ das Haus.

Eine Psychatrie hatte Vanessa sich echt anders vorgestellt. Kalt und steril.
Aber hier war alles so hell und freundlich.
Sie ging zur Anmeldung.
"Na dann kündige ich dich mal bei deiner Mutter an" sagte die Pförtnerin freundlich.
"Nen, bitte nicht, ich möchte sie überraschen! Sie weiß nicht das ich komme"!
"Verstehe. Sie ist bestimmt unten im Park. Sieh da mal nach."
"Okay. Danke"!
Vanessa stiefelte in den Park.
Dort war sie ehrlich beeindruckt. Überall wuchsen Blumen, ein Kirschbaum bildete die Zentrale des Parks und war wohl ein beliebter Treffpunkt, denn darunter standen ein paar Grüppchen.
Sie sah sich suchend nach ihrer um.
Schließlich sah sie Sione allein auf einer Bank sitzen.
"Arme Mama" dachte Vanessa und nahm sich weiter vor, ihre Mutter zu üüberraschen. Sie schlich sich von hinten an sie heran und hielt ihr die Augen zu.
"Überraschung"! rief sie laut.
Simone drehte sich ungäubig um.
"Vanessa" hauchte sie leise.
Vanessa rnnte um die Bank herum und umarmte ihre Mutter stürmisch.
Simone glaubte zu träumen.
Ganz langsam legte sie die Arme um Vanessa. Dann war ihr klar dass das Realität war. Als sie es entgbültig begriff, begann sie Vanessa mit Küssen zu überschütten.
"Mama, ich bin so froh dich zu sehen" schluchzte Vanessa.
Es waren reine Freudentränen.
Simone küsste ihr sanft die Tränen weg.
In diesem Moment kam eine junge Frau mitsamt Volleyball auf sie zu.
"§Hey Simone" Grad wollte ich dich fragen, ob du mitspielen magst! Aber das hat sich ja wohl erübrigt."
"Danke Mariella. Morgen gern, aber heute...".
"Schon okay. Bis heute Abend"!
Damit rasnnte die junge Frau, den Ball vor sich her drippelnd, auch schon wieder weg.
"Wer ist das"? fragte Vanessa interessiert.
"Das ist Mariella. Sie ist auch auf meiner Station Sie ist etwas nervig, aber auf der anderen Seite ist sie so nett, das man ihr das nicht übel nehmen kann".
"So sieht sie auch aus. Gehen wir ein Stück? Dann kannst du mir alles zeigen."
Arm in Arm gingen sie über das Klinikgelände.
Schließlich kamen sie in Simones Zimmer an.
Vanessa staunte nicht schlecht: Die Wand über Simones Bett war über und über mit Fotos der Familie tapeziert.
Kein weißer Zentimetert Wand war mehr zu sehen.
"Das kannst du gleich dazu hängen" sagte Vanessa leise und gab Simone das Foto von Luna.
"Mein Gott...meine Kleine wie sie gewachsen ist...und ich darf sie während meiner Therapie nicht sehen. Das ist so gemein."
Vanessa schloss ihre Mutter zärtlich in ihre Arme.
"Nicht weinen, bitte. Luna vermisst dich auch so. Seitdem du nicht mehr stillst, weint sie jeden Tag um die Zeit, in der du eigentlich stillen solltest."
"Ehrlich?"
"Ja. "
"Was ist mit Papa und Jenny? Vermissen sie mich? Und Carmen"?
"Jenny...naja, das glaub ich nicht. ABer Papa schon, daran glaub ich ganz fest. Und Carmen erst...weißt du was ihr in den letzten Tagen immer wieder passiert ist"?
"Nein was"?
"Sie hat ayam Tisch immer für dich mitgedeckt. Als wärst du bei uns".
"Oh je, armer Krümel. Dabei hab ich sie doch fast..."
Schscht...das hat Carmen dir doch verziehen."
"Aber ich verzeih mir das nicht."
"Hast du eigntlich...naja.."
"Ob ich noch Wahnvorstellungen habe"?
Vanessa nickte.
"So 3 bis 4 mal die Woche. Aber ich geb die Hoffnung nicht auf, dass das aufhört und ich hier rauskomme".
"Mama, ich liebe dich".
"Ich liebe dich auch, Vanessa. Ich liebe dich auch".
Simone weinte vor Rührung.
Und sie weinte vor Abschiedsschmerz, als Vanessa eine Stunde später gehen musste.
Aber es war jemand da, die sie tröstend in den Arm nahm. Mariella.

Am späten Abend, in einer Essener Wohnung...
Das Telefon klngelte.
"Hallo"?
"Hallo Bruderherz."
"Hallo geliebte Schwester. Wie ist die Lage"?
"Gut. Ich hab ihr gerade wieder was in den Tee getan. Gib ihr 10 Minuten, dann gehts los."
"Sehr gut. Für dass das du sie nicht mehr alle hast und dich extra einwiesen lässt, machst du deine Sache verdammt gut".
"Ich weiß, das ich dir was schulde! Aber wenn das vorbei ist, sind wir geschiedene Leute, das schwör ich dir"!
Dann wurde eingehängt.

2 Tage später halluzinierte Simone auf übelste Weise, so sehr, das sie ans Bett gefesselt wurde. Die Gefahr, das sie sich im Wahn selbst verletzte, war zu groß. Carmen war angerufen wordcen und hatte ihre Fortbildung sofort abgebrochen, um bei ihrer großen Schwester zu sein.
"Ich bin bei dir, Schneewittchen. Ich hab gestern ein ganz tolles Lied gehört. Soll ichs dir vorsingen? Ich tus einfach 'Gib nicht auf, du bist gleich da, und dann vergisst du das was vorher war. Du bist gleich da. Du bist gleich da. Am Ort, wo keiner vor dir war. Halte durch, du bist ganz nah, und dann vergisst du das, was vorher war..."Carmen brach ab. Sie begann bitterlich zu weinen.
Irgendwann , im Morgen, war Simone wieder klar im Kopf.
"Mein Kopf..."
"hey, Schwesterherz".
"Carmen"?
"Ja, meine Süße, ich bins."
"Verzeih mir, Krümel", wimmerte Simone den Tränen nahe.
"Ich verzweih dir", sagte Carmen leise und brach selbst in Tränen aus.
Sie warf sich in die Arme ihrer Schwester.
"Ich würd dich so gern in den Arm nehmen. Aber es geht nicht" wimmerte Simone.
"Wenn dass das einzigste Problem ist..."
"Mit wenigen Handgriffen hatte Carmen ihre Schwester entfesselt.
Die beiden fielen sich erleichtert in die Arme.
"Hilf mir, Carmen, bitte"!
"Ich weiß langsam nicht mehr wie."
Simone sah ihren "Krümel" lange an.
"Hilf mir, hier rauszukommen", sagte sie dann.
Einen Moment lang wurde Carmen heiß und kalt.
"Aber wie"? fragte sie hilflos.
"Das krieg ich schon raus".
"Manchmal glaub ich echt, du bist wahnsinnig".
"Ich werd hier drin wahnsinnig".
"Ich weiß. Ich werd dir helfen, versprochen".
Simone kuschelte sich sanft in die Arme ihrer Schwester. Bald schlief sie ein.

Am nächsten Tag erlebte Simone eine Überraschung: Richard kam sie besuchen.
Er hatte sich seit ihrer Einlieferung nicht blicken lassen.
"Was willst du? Du hast dich so lang nicht blicken lassen, und jetzt"? brüllte sie ihn wütend an.
"Simone...Schatz, ich hab mich einfach nicht getraut."
"Also als allgemeingefährlich bin ich noch nicht eingestuft worden."
"Das meine ich nicht. Weißt du noch, was ich zu dir gesagt habe, als du nach deinem Treppensturz mit Lunchen in den Wehen gelegen bist"?
"Ich....das du es nicht mitansehen kannst wenn ich leide"?
"Genau".
Simone schlich an Richard heran wie ein geprügelter Hund.
"Langsam siehst du wirklich Gespenster, Schatz, oder"?
"Halt den Mund" sagte sie leise.
Sie küssten sich. Erst ganz sanft und zaghaft, dann immer wilder und stürmischer.
"Du glaubst gar nicht wie sehr ich dich vermisse. Nachts ist deine Bettseite immer so kalt. Und morgens, wenn ich aufwache, liegt nie jemand neben mir," flüsterte er ihr zwischen zwei stürmischen Küssen ins Ohr.
Jeder der beiden wusste was passieren würde. Und sie wollten es. Beide.
Sie ließen sich unglaublich viel Zeit. Als Richard langsam in sie eindrang, glaubte Simone, vor Glück zerspriingen zu müssen.
Ihr Rhytmus war mal so schnell, als könnten sie nicht mehr genug voneinander kriegen, und mal so langsam, als seien beide so zerbrechlich wie hauchdünnes Glas.
Aber auch da kam der Abschied. Aber Simone weinte nicht. Sie wusste, das sie bald rauskommen wurde.

In den nächsten Tagen kunschaftete sie das Gelände aus. Doch nirgends war ihr eine Fluchtmöglichkeit sicher genug.
2 Wochen später, Mariella hatte Simone eine Woche verschont, setzte sie sich beim Mittagessen zu Simone.
"Raus mit der Sprache. Wann willst du abhauen"?
"Wie? Wovon redest du"?
"Du schleichst Zeit Tagen um sämtliche Ausgänge. Erzähl mir nicht, du willt sie auf Sicherheit testen."
"Also gut...ja du hast recht! Ich muss hier raus! Ich werd hier wahnsinnig"!
"Hey, gaynz ruhig"!
"Es ist so Mariella! Ich werd hier drin irre"!
"Der Heizungskeller".
"Was ist mit dem"?
"Grh masl runter vom Schlauch. Der ist unvergittert."
"Was?"
"Ja. Hab ich zufällig bei Gartenarbeiten entdeckt. Das Fenster ist hinter einem Busch. Ich denk mal, das die hier drauf vertrauen, dass das niemand entdeckt."
"Soviel Blödheit hab ich selten gesehen".
"Wer hilft dir"?
"Meine Schwester."
"Sag ihr, sie soll morgen um Mitternacht am Haupteingang stehen. Da führt das Fenster hin."
"Hilfst du mir"?
"Klar. Bis dahin hab ich den Schlüssel für den Keller."
"Kommst du mit"?
"Nein. Ich habs zu oft versucht, werde strenger bewacht. Aber du hast echt ne Chance."
Simone umarmte Mariella gerührt. Sie ahnte nicht, wie sehr es in diesem Moment um Mariella geschehen war.

Am nächsten Tag, gegen Mitternacht....
Mariella klopfte.
Kurz. Lang. Kurz. Das war ihr Zeichen.
Simone war ganz in schwarz gekleidet, schwarz wie die Nacht eben.
Sie schlichen tastsächlich unerkannt in den Keller. Am Ausgang erkannte Simone Carmens Wagen. Sie tat es wirklich!
Mittels Räuberleiter half Mariella Simone aus dem höher stehenden Fenster.
"Den Rest musst du allein schaffen. Viel Glück."
Simone umarmte Mariella dankbar.
Dann schloss Mariella leise das Fenster.
Sie sah Simone noch davonrennen.
"Viel Glück Simone. Ich liebe dich" hauchte sie leise.

Simone rannte, als ging es um ihr Leben.
Nur 2 Minuten später saß sie in Carmens Wagen, die ohne Begrüßung davonraste.
Sie kamen vorm Zentrum zum stehen. Simone wollte sich erst mal dort verstecken, auch wenn es riskant war.
Erst in den Umkleidekabinen fiel eine zentnerschwere Last von den Frauen ab. Sie umarmten sich erleichtert.

Gegen drei Uhr schreckte Mariella aus dem Schlaf. Der Alarm. Es war ein ganz bestimmter Alarm. Simones Verschwinden war entdeckt worden.
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mone betete, das Carmen rechtzeitig zuhause ankam. Den die Polizei suchte in der Villa bestimmt als erstes.

Völlig abgehetzt legte sich Carmen in ihr Bett.
"Geschafft! Schwesterherz, jetzt hab ich aber was gut bei dir" murmelte Carmen müde.
In diesem Moment klingelte das Telefon bei den Steinkamps.
Carmen schreckte hoch. Sie ahnte böses.
Auf dem Flur begegneten ihr ihre Nichten.
"Bestimmt ist wieder was mit Mama" sagte Vanessa verängstigt.
"Steinkamp, hallo"?
Richard hatte abgehoben.
"Hallo Herr Steinkamp, Psychtrische Klinik, Sonneneck, Herrner, mein Name. Ihre Frau ist aus der Klinik geflohen."
"Wie bitte"?
"Ja. Hat sie sich bei ihnen gemeldet?"
"Nein. Kann man etwas tun"?
"Falls ihre Frau auftaucht, bewahren sie Ruhe, machen sie ihr keine Vorwürfe und reden sie mit ihr. Patienten wie ihre Frau haben meist eine Einsicht und kehren in die Klinik zurück."
Carmen und die anderen hastten via Lautsprecher mitgehört.
"Simone ist zwar manchmal anstrengend, aber nicht blöd" dachte Carmen fast verächtlich.
Carmen merkte nicht, das Vanessa immer wieder misstrauisch zu ihr hinübersah.
Vanessa ahnte, das ihre Mutter Hilfer gehabt hatte. Vielleicht ja wirklich von carmen?

Am nächsten Morgen, Simone hatte in ihrem Büro geschlafen, knurrte ihr der Magen.
"Mensch Carmen, beeil dich, ich sterbe vor Hunger" maulte Simone vor sich hin.
In diesem Moment flog die Tür und - und im Rahmen stand Nadja.
Im ersten Moment schwankte Nadja. Wer im Himmels Willen stand vor ihr? Simone oder Carmen?
Doch dann wurde Nadja bewusst, das Simone vor ihr stand.
"Simone...du wirst schon überall gesucht.
"Hallo Nadja. Ich weiß."
"Mensch, sag mal, spinnst du? Du kannst ins Gefängnis kommen, ist dir das klar? Nach Lunas Entführung war ein Aufenthalt in der Psychatrie die letzte Ausweichmöglichkeit."
"Ich bin nicht verrückt, warum glaubt mir keiner"? wimmerte Simone.
Just in diesem <Augenblick ging die Tür auf und Carmen schaue herein.
"Au weia" dachte sie "die erste Mitwisserin".
"Bitte verrate mich nicht" sagte Simone leise.
Carmen atmete unmerklich drch. Simone hatte nicht "Verrate UNS nicht gesagt".
Aber lange würde sie die Lüge, allein geflohern zu sein, eh nicht aufrecht erhalten können.
"Keine Angst. Ich hab dich nicht gesehen Simone. Pass auf dich auf".
"Danke Nadja. Du hast was gut".
"Quatsch. Sie vorsichtig unsd pass auf dich auf. Das reicht".
Simone umarmte Nadja vorsichtig.
Sie wusste das es schwierig werden würde, sich im Zentrum versteckt zu halten.

Zur gleichen Zeit, in der Klinik....
Mariella saß auf Simones Bett.
"Ach Simone, wenn ich höchtens eine Nummer von dir hätte. dann könnte ich mich jetzt vergewissern, das du es geschafft hast und das es dir gut geht".
Aufeinmal vibrierte ihr Handy. Axel hatte ihr es bei der Einlieferung zu ihren Sachen geschmuggelt.
"Was willst du"? fuhr sie ihren Bruder an.
"Die geflüchtete Frau...die Beschreibung passt auf die Steinkamp. Ist sie geflohen oder nicht"?
"Ich hab nichts mitgekriegt."
"Lüg mich nicht an".
"Ich weiß echt nix."
"Mariella du lügst! Du lügst um sie zu schützen! Hast du dich in sie verknallt? War ja klar"!
"Ja, mein Gott sie ist weg! Aber bitte Axel....bitte, bitte tu ihr nichts"!
"Ich hatte mal wieder rexcht. Mein liebes Schwesterlein hat sich verliebt. Dumm, wenn einem die Gefühle im Weg tehen, was"?
"Weißt du was? Ich bin froh dass das so is"!
"Du kriegst Simone schneller wieder als du denkst! Und dann erhöhst du die Dosis auf das 5-fache. Ist das angekommen"?
"Ja" sagte Mariella leise.
Axel hatte aufgelegt.
Ihr Blick fiel auf das Nachttischchen.
Dort stand eine Thermoskanne.
Wie vom Blitz gestreift öffnete Mariella den Deckel. Die Kanne war halbvoll.
Sie verschließ das Zimmer, ging in ihr eigenes und kramte ein Tütchen unter einer Teppichfalte hervor.
Sie schüttete etwas hinein und schraubte den Deckel wieder zu.
Dann ging sie zur diesnthabeneden Schwester.
"Können sie das ins Labor bringen? Es ist dringend."
"Was ist das, Frau Schwarz"?
"Tee von Frau Steinkamp. Man wird herausfinden das er vergiftet ist. Mit der Engelstrompete."
"Bitte"?
"Glauben sie mir nicht? Dann lassen sie uns ins Labor gehen. Jetzt."
"Frau Schwarz, sie sind ja völlif durcheinander. Gehen sie auf ihr Zimmer, ich bring ihnen gleich etwas zur Beruhigung."
"Ich bin völlig klar im Kopf, Schwester Tanja! Ich bin genauso wie Simone hier fehl am Platz!"
"Frau Schwarz...waren sie das? Haben sie Frau Steinkamp vergiftet, Systematisch?"
"Ja".
"Seit wann"?
"Seit sie hier ist. Ich hab mir ihr Vertrauen erschlichen und dann losgelegt."
"Wurden sie dazu beauftragt"?
"Ja."
"Von wem"?
"Das möchte ich nicht sagen.."
"Das ist Deckung einer Straftat. Wissen sie das"?
"Ja. Ich habe meine Gründe.
In diesem Moment wurde Mariella schwarz vor Augen. Sie kippte nach hinten weg und krachte mit dem Kopf gegen eine Kommode.

Im Zentrum....
Gegen Abend schloß Simone sich in ihrem Büro ein.
Irgendwann klopfte es.
"Wirs sinds, Carmen und Nadja" wisperte es.
"Habt ihr mich erschreckt" sagte Simone, nachdem sie die beiden hnien gelassen hatte.
"Dafüür haben wir was zu essen mitgebracht".
Mit Genuss machten die drei sich üüber eine Familienpizza her.
"Glaubt ihr mir"? fragte Simone leise.
"Ich glaub dir" sagte Carmen überzeugt.
"Ich auch" sagte Nadja leise.
"Ich musste da raus. Sonst wäre ich wirklich irre geworden."
Carmen nahm ihre Schwester behutsam in den Arm, als sie zu weinen begann.

Nachts, in der Klinik...
Das Telefon klingelte.
"Nachtwache, Eckert"?
"Hallo Frau Eckert. Ich möchte ihnen gern das Ergebniss von Frau Steinkamps Tee übermitteln."
"Was? Ihr habt das Ergbnis schon? Bestimmt ein falscher Alarm von dieser Schwarz, oder"?
"Nein. Ihr Geständnis war echt. Wir haben im Tee große Spuren der Engelstrompete gefunden. Die Menge hätte nicht mehr zu Hallzinationen und Horrortrips geführt. Es wäre tödlich gewesen.
"Oh mein Gott. Das heißt, Frau Steinkamp ist in allen Punkten rehabilitiert"?
"Korrekt".

Simone ahnte nichts von ihrem Glück, sie ahnte auch nicht, was noch auf sie zukommen würde.
Es war tief in der Nacht. Simone konnte nicht schlafen.
Sie hatte Sehnsucht nach Luna.
"Und wenn es mich den Kopf kostet--ich muss zu ihr, ich MUSS"!
Kurz darauf lief sie in Richtung Universitätsklinik. Es war ganz schön weit, aber das war ihr egal.
Nach einer Stunde kam sie in der Klinik an.
Sofort nahm sie Kurs auf die Frühchenstation. Sie merkte nicht, das die Pförtnerin zum Telefon griff und die Polizei rief.

"Hallo mein Schatz. Mein Gott bist du gewachsen! Es ist so schön dich zu sehen".
Simone sprach ganz leise mit ihrer kleinen Tochter.
Als wolle Luna ihrer Mutter ein Zeichen geben, lehnte sie den Kopf an Simones Brust.
"Na dann" lächelte Simone und begann kurz darauf zu stillen.
In der Klinik hatte sie regelmäßig Muttermilch abgepumpt. Sie hatte sich strikt geweigert, abzustillen.
Ihr Lächeln gefror, als sie sah das zwei Polizistinnen direkt auf sie zukamen.
"Simone Steinkamp"? fragte die eine mit fester Stimme.
"Ja" presste Simone leise heraus.
Vorsichtig legte die kleine Luna, die zu weinen begann zurück in den Brutkasten.
"Was ist? Wollen sie ihre Tochter nicht trösten? Also ich könnte meine Tochter nicht schreien lassen" sagte die andere Polizistin freundlich. Sie war deutlich jünger als die andere.
"Wie....was..ich dachte sie müssen mich festnehmen" stotterte Simone.
"Vor 22 Uhr ja, jetzt nicht mehr" fuhr die jüngere fort.
"Ich versteh nichts."
"Sie sind offiziell entlassen Frau Steinkamp. Sie wurden über Monate hinweg nit der Engelstrompete vergiftet".
"Das...das heißt ich kann bei meiner Tochter bleiben"?
"Natürlich. Sie können aber auch nach hause".
"Das mach ich morgen früh alles, dann hol ich auch meine Sachen. Aber jetzt...nein, ich möchte bei meiner Tochter bleiben".
"Gut. Wir informieren ihre Angehörigen."
"Nein, bitte nicht. Ich möchte sie gern überraschen".
"Na gut. Gute Nacht Frau Steinkamp".
"Gute Nascht."
Kaum waren die beiden weg, sagte Simone leise: "Hast du gehgört, Lunchen? Ich darf bei dir bleiben".
Sie nahm Luna aus dem Brutkasten´.. In diesem Moment begann sie vor Glück zu weinen.

Als sie am Morgen ihre Sachen zusammenpackte, fand sie einen Brief von Mariella.
"Liebe Simone,
ich weiß nicht wo ich anfangen soll. Es fällt mir schwer, das alles offen zu legen was ich dir angetan habe. Du hast kurz nach meiner Einlieferung gesagt, ich erinnere dich an jemanden. Ich habe nur abgewunkn. Nun muss ich dir sagen, das ich mit vollem Namen Mariella Antonia Schwarz heiße. Jetzt stuzt du bestimmt. Und wieder hast du recht. Ich bin die Schwester von Dr. Axel Schwarz. Als er erfahren hat, in welcher Klinik du liegst, hat er mich zu einem Suizidversuch gezwungen. Ich schulde ihm schließlich was, hat er gesagt. Erst in der Klinik habe ich erfahren, was er vor hat. In einen BH eingearbeitet hab ich den Samen der Engelstrompete gefunden. Ich sollte dich damit vergiften, schleichend. Und genau das habe ich getan. Aber dann, und bitte glaube mir jetzt, standen mir meine Gefühle im Weg. Ich hab mich in dich verliebt Simone....
Die Wut kochte in Simones Körper hoch. Der Brief umfasste noch fast 4 Seiten, aber sie zerriss ihn.
Als Mariella ihr auf dem Flur begegnete, sagte sie leise: "Ich bin enttäuscht von dir Mariella, sehr enttäuscht. Verschwinde aus meinem Leben."
"Simone, ich wollte..."
"Halt den Mund!"
Simone ging und wischte sich hastig ein paar Tränen aus den Augenwinkeln. Anders als Mariella. Die ließ ihren Tränen freien Lauf.

Sie stieg aus dem Taxi und freute sich wie ein Kind auf ihre Familie. Sie hoffte, das Jenny sich auch freute. Ihre Älteste hatte nie von sich hören lassen. Aus der Zeitung hatte sie erfahren, das Jenny für die EM nominiert war.
Sie klingelte Sturm. Drinnen erklang die Stimme einer offensichtlich genervten Vanessa.
"Ja, ja ich komm ja schon" rief sie.
Sekunden darauf rieß sie die Tür auf.
"Hallo mein Schatz" sagte Simone leise.
"Mama...bist du wahnsinnig hier aufzutauchen? Die Bullen suchen dich überall".
"Ich bin offiziell entlassen" sagte Simone sanft.
"Was"? fragte Vanessa verwirrt.
"Was ist jetzt? Nimmst du mich mal in den Arm"?
"Na klar"!!!!! rief Vanessa fröhlich und fiel ihrer Mutter stürmisch um den Hals.
Sie zerrte Simone regelrecht in die Villa. Den Anwesenden Carmen und Richard fielen fast die Augen aus dem Kopf.
Jenny war weg. Auf Promotiontour. Na toll.
Carmen setzte ihrer Nichte ein Zeichen, frei nach dem Motto "Komm wir lassen die beiden allein".

Nachdem Simone Richard alles erzählt hatte, schrie er wütend: "Dieses miese Dreckschwein! Ich mach den fertig! Den prügel ich durch bis er nicht mehr weiß, wer er ist"!
"Richard, man kann ihm ichts beweisen. Dafür aber Mariella. Sie hat gegenüber Schwester Tanja ein mündliches und mir gegenüber ein schriftliches Geständnis abgelegt."
"Da meint man, die ganze Familie ist so kriminell"!
"Das kann man wohl sagen. Richard"?
"Ja"?
"Halt mich fest. Halt mich einfach nur fest."
Richard schloss seine Frau wortlos in seine Arme.

3 Wochen später hätte Simone vor Glück platzen können. Sie durfte die kleine Luna mit nach hause nehmen. Mit Jenny hatte sie bisher nur das nötigste gesprochen.
Sie hatte es sich auf dem Ehebett gemütlich gemacht und stillte ihre Kleinste.
Da kam Vanessa herein, ein Fax in der Hand.
"Mama sieht unglaublich glücklich aus" dachte sie.
"Hallo mein Schatz. Was gibts"?
"Da ist ein Fax für Papa und dich gekommen. Vom BDE."
"Wie bitte? Was wollen die denn"?
Vanessa hielt das Fax so, dass ihre Mutter es lesen konnte.
"Die wollen den NRW-Paarlauf im Zentrum machen. Von mir aus".
"Seit wann ist dir die Firma egal"? fragte Vanessa.
Simone setzte sich auf und küsste Vanessa zärtlich auf die Stirn.
"Es git echt wichtigerers".
Aus der Zeitung hatte Simone erfahren, das Mariella aus der Klinik entlassen worden war und sofort in U-Haft gewandert war.
Es tat ihr kaum leid.
"Wäre das nicht was für dich"?
"Bitte was"?
"Na der Paarlauf".
"Ich? Spinnst du? Ich bin doch viel zu alt dafür! Außerdem- mit wem soll ich denn laufen"?
"Mein Papa".
"Das glaubst du wohl selbst nicht".
"Ja klar, warum nicht"?
Vanessa ahnte nicht, dass sie ihre Mutter auf eine Idee gebracht hatte.

Am Abend fragte sie Richard, was er davon hielt, mit ihr beim Paarlauf mitzumachen.
Er lehnte ab. Wie Simone befürchtet hatte.

3 Tage später saß Carmen, in der Meinung, sie wäre allein, in der Chefetage und regelte ein bißchen Papierkram für Simone und Richard.
Als sie fertig war und das Licht ausschalten wollte, sah sie zwei Personen in inniger Umarmung auf der Eisfläche.
"Welche Idioten trainieren um diese Zeit noch"? fragte sie sich verdonnert.
Sie schob die Jalousien zur Seite um die beiden besser erkennen zu können.
Ihr stockte der Atem. Es waren Nadja und Richard. Und sie gingen sehr, sehr vertraut miteinander um.
"Du gottverdammtes...." fluchte Carmen "Simone stillt zuhause eure neugeborene Tochter und du? Du schmeißt dich an die nächste ran"!
"Carmen, ist alles in Ordnung bei dir"?
Carmen fuhr wie elektrisiert herum.
Hinter ihr stand Diana und sah sie abwartend an.
"Ich...äh klar ich hab nur laut gedacht."
"Muss ja ein ziemlicher Mistkerl sein".
"wer"?
"Der Kerl über den du dich gerade aufgeregt hast".
"Ach ja der...stell dir vor, eine meiner Mütter ist letzte Woche von ihrem Mann sitzengelassen worden! Schrecklich oder"?
"Typisch Mann. Gehst du mit mir in die '7'? Ich will noch nicht nach hause. Im Loft ist dicke Luft".
"Das ist in der Villa auch, wenn ich die Katze aus dem Sack lass" dachte Carmen.
"Ja, klar können wir machen. Unter einer Bedingung."
"Und die wäre"?
"Ich lade dich ein".
"Da sag ich nicht nein. Also los! Ich komm gleich um vor Durst"!
10 Minuten später saßen sie in der Nummer 7.

Auf dem Eis....
"Danke nochmal Nadja. Ich finde es toll das du mir hilfst".
"Ist doch klar! Simone war enttäuscht vorhin oder"?
"Und wie. Sie hat geguckt als würden ihr jeden Moment die Tränen kommen".
"Oh je. Jetzt musst du sie eigentlich nur noch überreden, sich anzumelden."
"Wie denn? Da fragt sie gleich mit wem sie laufen soll".
"Stimmt. Okay, dann melden wir euch eben heimlich an."
"Hast du dir gleich schon eine Kür überlegt?"
"Nein. Aber ein Lied hab ich schon für euch beide."
"So? Was für eines"?
"Wie wärs mit 'Time to say goodbye' von Andrea Bocelli und Sarah Brightman"?
Richard lächelte.
"Das ist Simones Lieblingslied".
"Na dann ist das ja ein Volltreffer."
"Genau. Wann treffen wir uns morgen"?
"Um die selbe Zeit? Gegen 21 Uhr"?
"Passt."
"Okay. Bis Morgen".
Die Wege der beiden trennten sich.

3 Stunden später wackelte Carmen zu Fuß in die Steinkamp-Villa.
Sie hatte einiges getrunken, auch Diana war nicht mehr nüchtern gewesen.
Schwerfällig zog sie ihre Jacke aus und torkelte in die Küche.
Und dann war ihr so als wäre sie mit einem Schlag nüchtern.
Simone und Richard standen beide nur im Bademantel in der Küche und knutschten wie zwei junge Teenager.
Carmens Magen zog sich zusammen.
Wie sollte sie ihrer Schwester nur beibringen, was sie gesehen hatte?
"Hallo ihr zwei" sagte sie so neutral wie möglich.
"Hallo Carmen. Wo kommst du denn her"? fragte Simone erstaunt. Sie war es nicht gewohnt, das Carmen so spät heimkam.
"Ich war mit Diana im '7'.
"Ach so."
Richard küsste Simone zärtlich auf den Nacken.
"Lass die Finger von meiner Schwester" hätte Carmen am liebsten geschrieen Aber sie verhielt sich still.
Richard zog Simone sanft mit sich.
Simone zwinkerte ihrer Schwester verschwörerisch zu, aber Carmen reagierte nicht.
Carmen war klar, das heute Nacht zwischen den beiden viel mehr laufen würde, als nur knutschen. Bei dem Gedanken wurde sie wütend.

Am nächsten Morgen wurde Carmen durch eine warme Hand wach, die ihr sanft über die Wange strich.
Mühsam öffnete sie die Augen und hätte sich am liebsten gleich an den Kopf gegriffen.
Sie blickte in das besorgte Gesicht ihrer Schwester.
"Guten Morgen Krümel" sagte Simone sanft.
Sie stellte ein Tablett mit Frühstück auf dem Nachttisch ab und setzte sich an den Bettrand.
"Morgen Schneewittchen" brummte Carmen.
"Krümel, hast du was auf dem Herzen"?
"Ne, wieso"?
"Du warst so komisch gestern Nacht".
"Ach das. Ich war nur müde."
"Erzähl mir doch nichts. Was ist los"?
"Nichts. Ehrlich."
Carmen brachte es nicht übers Herz, ihrerv Schwester zu erzählen, was sie gesehen hatte.
Sie war doch so glücklich! Das wollte sie nicht kaputt machen!
In diesem Moment schrie die kleine Luna marie.
Carmen war froh über die Unterbrechung.
"Entschuldige. Lunchen will frühstücken".
Simone verließ den Raum.
Carmen vergrub ihr Gesicht in ihren Händen. Sie kam sich richtig mies vor!

Erst gegen Mittag trieb sie Durst aus dem Bett.
In der Küche stand Richard. Carmen hätte am liebsten kert gemacht.
"Hallo Carmen. Ich muss mal mit dir reden".
"Ich auch mit dir" rutschte es Carmen heraus.
"Das trifft sich gut. Also pass auf, ich brauch dringend eine Komplizin."
"Ach ja"?
Das war ja wohl die Höhe! Sollte sie etwa als Alibi herhalten?
"Ja. Es ist so. Simone will doch unbedingt am Paarlauf NRWs mitmachen. Richtig"?
"Richtig".
"Nun ja ich hab ja abgelehnt. Im Nachhinein finde ich die Idee toll."
"Und jetzt soll ich den Karren für dich aus dem Dreck ziehen, oder wie"?
"Ach was! Du sollst dich mit Simone beim Paarlauf anmelden".
"Bitte?"
Damit sie keine Zeit hat, drüber nachzudenken, wo er sich nachts rumtreibt?
"Ich will Simone überraschen, Nadja und ich arbeiten bereits daran. Ein Lied haben wir schon, und Nadja brütet gerade eine Kür aus."
"Aha, verstehe. Und ich soll mit Simone trainieren, während du noch nebenher mit Nadja übst, oder wie jetzt"?
"Du hast es erfasst, liebe Schwägerin."
"Oh Gott. Fettwanne. Mist. Wie peinlich"!
"Was"?
"Naja, ich hab euch gesehen gestern Abend. Ihr seid so vertraut miteinander umgegangen...ich dachte...du lieber Himmel wo bin ich da hineingeraten"?
"Du dachteast war haben was miteinander.
Carmen nickte.
"Das mit mir und Nadja ist vorbei. Ich liebe Simone. Mehr als mein eigenes Leben".
"Okay, lieber Schwager! Ich bin dabei"!
"Du bist klasse Carmen! Danke"!
"Oh Mann! Das ist ja gerade nochmal gut gegangen"! dachte Carmen erleichtert.
Sie freute sich schon diebisch auf das Gesicht ihrer Schwester, wenn sie ihr sagte, das sie Simone und sich anmelden würde!
Carmen machte ihrer Schwester am nächsten Morgen Frühstück. Richtig feierlich mit Champagner und Lachs.
Leise schlich sie ins Schlafzimmer.
"Morgen, Schwesterherz. Aufwachen, es gibt was zu feiern".
"Hmmm...lass mich noch ein bißchen...Luna hat mich die ganze Nacht auf Trab gehalten" grummelte >Simone unter der Decke hervor.
"Wenn ich dir sage, dass ich uns beim NRW Paarlauf angemeldet hab-bist du dann wach"?
Simone schoß in die Höhe, so sehr, dass Carmen zusammenzuckte.
"Was hast du"?
"Ich hab uns beim Paarlauf angemeldet" piepste Carmen kleinlaut.
"Ich...ich weiß nicht was ich sagen soll..."
"Freust du dich"?
"Na klar bei ich mich"!
Simone schälte sich aus dem Bett und fiel ihrer Schwester um den Hals.
"Du musst gut frühstücken"! beschwor Simone ihre Schwester liebevoll.
"Ich platze gleich vor lauter Kohlenhydraten und Ballaststoffen"! wehrte Carmen sich lachend.
"Na dann ist es ja gut"! lachte Simone und machte sich über das Frühstück her.
1 Stunde später waren die beiden bereits in der Eishalle.

Schon am Abend hatten die beiden Schwestern mit fürchterlichem Muskelkater zu kämpfen.
Im Schneckentempo öffnete Simone die Kühlschranktür.
"Ich glaub ich hab an Stellen Muskelkjater, die es offiziell gar nicht gibt" jammerte sie kichend.
"Mir tut mein Bauch und mein Hintern höllisch weh," jammerte Carmen zurück.
In diesem Moment schlich Richard herein. Carmen musste sich das lachen verkneifen. Er lief, als hätte man ihn verprügelt.
"Hab ich Muskelkater" grummelte er.
Die Schwestern prusteten los.
"Aua" quiekte Carmen "sogar Lachen tut weh".
"Kann man vom Golfspielen im Büro Muskelkater kriegen"? frotzelte Simone lachend und hielt sich selbst den Bauch.
"Ne, vom Eishockey mit Vanessa" log Richard.
Carmen grinste unauffällig in seine Richtung.

Simone schlef längst, als Carmen und Richard sich vom Trainig erzählten.
"Holst du mir mal bitte nen Cognac"? frasgte Richard.
"Ne, mach doch selber und bring mir einen mit".
Widerwillig stand Richard auf und schlich zum Schrank.
"Soviel Muskelkater hatte ich noch nie" murmelte er.
"Denkst du ich vielleicht? Ich war total eingerostet."
"Wie findest du die Kür"?
"Fantastisch! Hat Nadja gut hingekriegt, muss man ihr lassen".
"Weißt du was ich vorhin festgestellt habe"?
"Nö".
Richard kam zurück und setzte sich mit übertriebener Langsamkeit auf die Couch.
"Das ist doch der 6.6. Richtig."
"Äh...ja."
"Da haben Simone und ich Hochzeitstag".
"Hast duu es dir daher anders überlegt?"
"Mitunter, ja".
"Warum noch"?
"Ich will Simone meine Liebe beweisen."
"Das tust du so oft. Sie glaubt es auch so."
Richard lächelte. Ihm war alles recht, um Simone glücklich zu machen.

2 Wochen gelang das Doppelleben von Nadja, Richard und Carmen.
Simone vermisste Richard. Er war kaum noch zuhause. Nur noch in der Firma.
Klar, der Paarlauf war vorzubereiten, das machte viel Arbeit.
Abends klopfte sie bei Vanessa.
Mit Jenny sprach sie kaum. Schade.
"Ja"?
Nina war zu Besuch.
"Oh, ich wusste nicht das du Besuch hast".
"Macht nichts. Was gibts"?
"Könntet ihr auf Luna aufpassen"?
"Ja klar gern! Musst du in die Firma"?
"Ja. Ich denke, das ich in ein bis zwei Stunden da bin".
"Okay."
Simone drückte ihrer Tochter das Babyfon in die Hand.
"Sie schläft. Wenn sie aufwacht - im Kühlschrank steht Milch".
"Gut. Bis dann Mama."
"Tschüss ihr zwei.
Simone wurde von Unsicherheit getrieben, als sie das Zentrum betrat. Betrog er sie wieder? Das konnte er doch nicht machen!
Richard war nicht in seinem Büro. Komisch.
Da ertönte 'Time to say goodbye' in der Eishalle. Von ihrem Lieblingslied angelockt, lief sie zum Sichtfenster und sah hinunter. Richard und Nadja. Sie liefen Eis. Auf einmal umarmten sie sich. Innig, zu innig, fand Simone.
"Nein....Nadja...Richard...nicht schon wieder..." sagte sie leise.
Die beiden fuhren auseinander und Nadja legte einen fantaszischen Doppelaxel hin.
"Und ich dachte, du wärst ittlerweile eine Freundin" hauchte Simone.
Und nun nahm sie ihr wieder den Mann weg.
Simone sackte unter Tränen zusammen und weinte, bis sie keine Tränen mehr hatte.

Geschockt von ihrer Entdeckung fuhr sie nach hause.
Nina trug Luna durch die Villa.
Die kleine brabbelte zufrieden.
"Schon wieder da"? fragte Vanessa irritiert.
"Ich...ja Papa kommt auch gleich. Üdler hat noch angerufen".
"Komisch. Naja, Üdler war schon immer schräg".
"Allerdings."
Simone nahm Nina die kleine ab und legte kurz darauf in die Wiege.
Die kleine hatte mittlerweile ein eigenes Zimmer.
Im Schlafzimmer setzte sie sich vor den Spiegel und schminkte sich neu.
Sie war froh, das ihr Weinkrampf keine Spuren hinterlassen hatte.Sie löste den Pferdeschweanz und schüttelte ihre Haare durch.
Dann zündete sie Kerzen san. Sie ahnte, das Richard bald kommen würde. Irgendwie.
Tatsächlich. Die Kerzen brannten keine zwei Minuten, da schlich Richard herein.
"Oh. Ich dachte du schläfst".
Simone lächelte geschmeidig.
"Mir ist nicht danach".
"Ach ja"?
"Mir ist nach was ganz anderem" lächelte Simone und küsste ihn zärtlich..
Sie küsste seinen Hals und öffnete sein Hemd.
"Simone, nicht jetzt...ich bin müde" sagte Richard leise.
"Kuscheln"? fragte Simone leise.
Dem Muskelkater zum Trotz nahm Richard seine Frau auf die Arme und trug sie aufs Bett.
"Ich kann dir gar nicht nah genug sein"v sagte er leise.
Tief in der Nacht starrte Simone in den Vollmond hinaus.
"Richard, warum tust du mir das an"? fragte sie lautlos.
Sie starrte in den Vollmond, der gnadenlos ins Schlafzimmer schien. Sie weinte lautlose Tränen.
n der Nacht schrie die kleine Luna.
Zuerst wollte Richard aufstehen, aber Simone war schneller aus dem Zimmer als er sich versehen konnte.
Sie lief mit der kleinen in ihe Zimmer auf und ab und sang mit leiser Stimme "Der Mond ist aufgegangen".
Die kleine schlief bald wieder ein.
"Lunchen mein Schatz" sagte Simone ganz leise und unter Tränen "wenn du nur wüsstest. Dein Vater...dein Vater liebt uns nicht mehr".
Sie ahnte nicht, das Vanessa mitgehört hatte.

Als sie am Morgen aufwachte, war Richard längst weg. Sie fror und schwitzte gleichzeitig, zitterte wie Espenlaub.
Vanessa hatte ihrer Mutter Fieber gemessen.
"39,8°C! Von wegen Training, diese Woche bleibst du im Bett"!
"Das geht nicht...." widersprach Simone schwach.
"Tssss... und wenn ich dich ans Bett fesseln muss! Klar geht das! Und wenn ich selbst zuhause bleiben muss" rebellierte Vanessa.
"Kommt nicht in Frage. Du gehst in die Schule"!
"Wenn du im Bett bleibst"!
"Ich schwöre". Simone kreuzte die Finger unter der Bettdecke.
Vanessa sah ihrer Mutter tief in die Augen.
"Ich glaub dir nicht" sagte sie leise.
"So?c Und was willst du jetzt machen"?
Vanessa warf die Arme u ihre Mutter.
"So lange mit dir kuscheln bis ich diese Drecks-Grippe auch hab"!
"Ach meine Große."
Simone legte die Arme um ihre Tochter und küüsste sie sanft auf die Stirn.
"Mama"?
"Du hast keine Grippe oder"?
"Keine Ahnung."
"Die Krankheit sitzt im Herzen, stimmts? Ganz tief da drin" sagte Vanessa leise und legte den Kopf so, das sie Simones Herzschlag hören konnte.
"Ich weiß nicht".
"Ich hab dich gehört heute Nacht. Papa liebt dich. Ich weiß es."
"Ich bin mir da nicht sicher Vanessa".
"Warum nicht"?
"Ich hab ihn mit Nadja gesehen...diese vertrautheit hat mich fast irre gemacht".
"Mit Nadja"?
"Ja."
Simone begann zu zittern. Heftige Schweißausbrüche und gleichzeitig Kälte quälten sie.
"Halt mich fest Vanessa. Bitte, itte, halt mich einfach fest".
Vanessa kuschelte sich noch enger an ihre Mutter. Und sie hielt sie fest. Ganz fest. Wie Simone es wollte.

Am Abend kam Carmen von einem Seminar nach hause.
Vanessa hatte ihrer Mutter gerade einen Tee und eine Wärmflasche gemacht.
"Hey! Wer ist denn krank"? fragte Carmen besorgt "etwa die kleine"?
"Nein, Mama. Ihr gehts gar nicht gut. Ich glaub das ist was seelisches".
"Wie meinst du das"?
"Gestern hat sie Papa mit Nadja gesehen...und seitdem glaubt sie..."
"Verdammte Sch....." fluchte Carmen.
"Was ist"?
"Pass auf Vanessa, das ist ein Missverständnis! Und das werd ich jetzt aufklären"!
Sie stütmte die Treppe hinauf und kam nacvh einer halben Stunde mit Simone wieder.
Sie hatte sie angeflunkert, an den Tresor in ihrem Büro zu müssen.
Vanessa sah den beiden nur irritiert nach.

Unerwegs schickte Carmen Richard und Nadjja eine SMS, sie sollten früher mit dem Training anfangen. SIe erklärte was Simone dachte.
Eine Viertelstunde später zerrte Carmen ihre Schwester in die Eishalle.
"Soll ich denen beim Turteln zusehen oder was"? wehrte Simone sich heftig.
Sieh und hör hin"!
Time to say goodbye ertönte. Richard und Nadja liefen IHRE Kür!
Was hatte das denn zu bedeuten.
Als die beiden fertig waren grinsten sie und fuhren auf Simone zu.
Was kam denn jetzt noch?
"Simone....zieh deine Schlittschuhe an. Sofort", bat Richard.
"Warum"?
"Weil ich es dir sage. Tus einfach."
Widerwillig zog Simone die mitgebrachten Schlittschuhe an.
"Und jetzt"? fragte sie mürrisch.
"Nadja: Musik bitte".
Nadja lächelte und nickte.
Keine 2 Minuten später ertönte 'Time to say goodbye' durch die Halle.
Richard begann zu laufen, Simone viel langsam in die Kür mit ein, als sie begriff was das sollte.
Die beiden kreiierten ihr gan z eigenes Ende. Mit einem leidenschaftlichen Kuss...
Carmen und Nadja hatten sich schön längst verdrückt.
Sie saßen am Pool und ließen die Beine hineinbaumeln.
"Das ging gerade nochmal gut. Ich asse Doppelleben" sagte Nadja und atmete hörbar durch.
Carmen prustete zustimmend.

Etwas später in der Villa.....
Überall brannten Kerzen im Schlafzimmer.
Simone und Richard lagen eng aneinander gekuschelt auf dem Bett.
"Ich glaub das alles noch gar nicht. Du und ich beim NRW-Paarlauf" sinierte Simone lächelnd.
"Mir gefällt die Vorstellung auch immer besser" lachte Richard.
"An deinem Doppelaxel müssen wir aber noch arbeiten" frotzelte sie gutmütig.
"Du wagst es mich zu kritisieren"? fragte Richard gespielt beleidigt.
"Ist doch wahr". Simomne kringelte sich vor Lachen.
"Na warte, dir geb ich gleich einen Grund zum Lachen".
Richard psckte seine Frau und kitzelte sie ordentlich durch.
"Oh, nein, nein Richard lass das! Bitte! Ich bin doch so furchtbar kitzelig."
"Na das könnte dir so passen"!
"Gnade"!
"Was krieg ich dafür?"
"Hmmm...einen Kuss"!
"Na da musst du dir schon mehr einfallen lassen" lachte Richard.
Simone unterdrückte weitere Worte mit einem zärtlichen Kuss.
Schnell wurde mehr daraus. >Sie schliefen mitieinander. Richard wusste genau wie er Simone glücklich machen konnte. Nur manchmal war er einfach blind und man musste ihn mit der Nase darauf stoßrn.
Jenny lief an der Tür ihrer Eltern vorbei.
Als soe das leise Stöhnen ihrer Mutter hörte, wurden ihre Augen eiskalt.
"Du hast alles kaputtgemacht. Hast mir alles genommen was wichtig war. Meinen Mann. Mein Kind. Meine Schwester" dachte sie verbittert.
Vanessa redete fast nicht mehr mit ihrer Schwester.
"Der Tag der Abrechnung kommt schon noch."

Am nächsten Tag schickte Jenny ein FAX an den BDE. Der Paarlauf konnte doch nicht im Zentrum stattfinden.
Simone ahnte auf eine Nachfrage des BDE, wem sie das zu verdanken hatte.
"Jenny, je älter du wirst, desto kindischer wirst du? Was soll das"?
"Ich hatte meine Gründe".
"Ach ja? Welche denn? Deine blöden Intrigen gegen Diana die auch läuft"?
Jenny grinste nur missbilligend, drehte sich um und ging.
"Dir geb ich kindisch. Du nimmst mich schon noch ernst".

Gut gelaunt kam Simone nach hause. Es war ein sonniger Tag und sie hatte sich extra für den Paarlauf neue Schlittschuhe gekauft.
"Hey Mama! Du, ich will nachher mit Ben, Tim und Nina eislaufen gehen,. Krieg ich deine Schlittschuhe"? Vanessa sah ihre Mutter fragend an.
"Klar. Weißt du was? Sie gehören dir. Ich hab mir gerade neue gekauft."
"Diese sündhaft teuren, himmelblauen Schlittschuhe gehören mir? Du bist ja verrückt."
"Ich meins ernst".
Simone küsste ihre Tochter zärtlich auf die Stirn.
"Okay. Dann geh ich mal" sagte Vanessa, schnappte sich die Schlittschuhe und f ging. Ihr fiel nicht auf, das die Kufen locker waren.

Fast 4 Stunden waren die vier Eis gelaufen. Tim, Ben und Nina waren bereits qweg, während Vanessa noch immer ihre neuen Schlittschuhe ausprobierte.
Währemddessen....
Simone präsentierte Richard ihre neuen Schlittschuhe als Jenny hereinkam.
"Schon wieder neue Schlittschuhe"? fragte sie spitz.
""Und? Geht dich das was an"? fragte Simone provokant.
"Du sammelst die ja regelrecht. Wo sind denn die blauen?"
"Die hab ich Vanessa geschenkt. Sie läuft sie gerade im Zentrum ein. Sie freut sich darüber. Sehr."
Jenny ging.
Im Flur lehnte sie sich gegen die Wand.
"Oh Gott Vanessa. Halte durch. Ich bin gleich bei dir".

Doch Jenny kam zu spät. Als sie die Eishalle stürmte, lag Vanessa auf dem blanken is. Sie sah aus, als wäre sie erfroren.
"Vanessa....wach auf! Vanessa, hörst du mich? Vanessa!!!!!!!"
Jenny panische Schreie hallten duch die Eishalle.
Sie klatschte ihrer Schweser ihre weiskalten Hände ins Gesicht bis Vanessa langsam zu sich kam.
"Jenny....mir ist so schrecklich kalt" murmelte Vanessa schwach.
"Ich weiß" sagte Jenny sanft und lagerte ihre Schwester liebevoll in ihre Arme. Sie nahm ihr Handy und rief erst einen Notarzt. Schließlich überwand sie sich und rief in der Villa an.
Kaum waren fünf Minuten vergangen, hörte sie den Krankenwagen.
"Mir ist...so kalt....so kalt...so entsetzlich kalt..." wimmerte Vanessa.
"Hilfe!!! Hallo, hört uns jemand? Wir sind hier unten in der Eishalle"!
Verzweifelt versuchte Jenny, ihrer Schwester all die Wärme zu geben, die ihr eigener Körper besaß. Vanessa zitterte am ganzen Körper.
Die Sanitäter und der Notarzt stürmten in die Halle.
"Wie lange liegt sie hier schon"? frasgte der Arzt als erstes.
"Keine Ahnung...Vanessa, wie lange liegst du hier schon? Weißt du das"? fragte Jenny und drückte ihre Schwester noch fester an sich, als Vanessa von heftigem Schüttelfrost geplagt wurde.
"Ich weiß...nicht..."
Blut war auf der Eisfläche zu sehen. Vanessas Blut. Sie hatte eine Platzwunde am Hinterkopf. Jenny hätte am liebsten vor Verzweiflung laut aufgeschrieen. Das hatte sie nicht gewollt!
Sie empfand es, als erlösenden Moment, als Richard und Simone in die Eishalle gerannt kamen.
Simone hatte wohl etwas vorraus gedacht: Sie hielt eine Thermoskanne mit Tee in ihren Händen.
"Sehr gut, den kann sie gebrauchen" lobte eine Sanitäterin.
Mit vor Angst zitternden Händen goß Simone ihrer Tochter eine Tasse Tee ein, die Vanesxsa sogleich gieirg austrank.
"Langsam trinken," mahnte der Notarzt sie sanft.
Nach der dritten Tasse Tee hoben sie Vanessa auf die Trage. Der Notarzt hatte ihr schon eine Infusion gegeben und wechselte die Flasche aus. Simone hielt die andere Hand ihrer Tochter. Simone hatte Jenny einfach weggestoßen. Nun saß die älteste Tochter der Steinkamps weinend in einer Ecke der Eishalle.
Irgendwann, sie war schon über eine Stunde allein, betraten Diana und Roman die Eishalle.
"Oh Gott, was ist hier passiert"? entfuhr es Diana.
"Da hinten sitzt Jenny"! rief Roman.
Doch Jenny hatte die beiden nicht gehört. Sie stand unter Schock.
Zu zweit zogen sie Jenny hoch, die sich nicht wehrte.
Sie brachten sie in die Umkleidekabine, Diana legte ihr eine Decke um die Schultern und reichte ihr eine Tasse Tee.
"Danke" sagte Jenny leisxe.
"Bist du okay"? fragte Diana.
Jenny nickte nur.
"Wessen Blut ist das dann"? fragt Roman leicht irritiert.
"Vanessa. Als ich in die Eishalle kam, lg sie so da....so da...so da als wäre sie...tot" presste Jenny hervor.
In Romans Armen löste sich ein erneuter, bitterer Weinkrampf. Diana merkte das sie überflüssig war und ging unaufgefordert.

Im Kraa´nkenhaus.....
"Ich sollte jetzt da drin sein. Ich. Und nicht unsere Tochter" sagte Simone leise.
"Simone, das war ein Unfall. Du kannst nichts dafür", versuchte Richard sie zu beruhigen.
"Hast du sie gesehen? Sie war ganz blau. Fast erfroren Hätte Jenny sie nixcht gefunden, dann...oh Gott. Wo ist Jenny überhaupt? Ich war vorhin so mies zu ihr".
"Ich weiß es nicht, Simone."
"Halt mich fest", flehte seine Frau leise.
Richard umarmte seine Frau zärtlich. Sie drängte sich rwegelrecht an ihn.
Sie waren schon fast eingeschlafen, als Die Ärzte den Gang betraten.
"Wie geht es unserer Tochter"? fragte Richard.
"Mein Name ist Dokter Norbert Gerner. Ich habe ihre Tochter untersucht. Ihr Zustand ist kritisch, aber dennoch sabil".
"Höre ich da ein 'aber' in ihrer Stimme"? fragte Simone lauernd und starrte den Arzt an wie eine ausgehungerte Schlange ein Kaninchen.
"Es wundert mich, dass das noch kein Kollege vor mir entdecvkt hat. Beim Ultraschall habe ich festgestellt, das ihre Tochter nur eine Niere hat".
"Bitte"? fragte Simone entsetzt.
"Ja. Diese Niere hat bedingt durch das lange Liegen auf dem Eis starke Schädigungen abbekomnmen".
"Und was herißt das"? fragte Simone leise.
Richard nahm instinktiv die Hand seiner Frau.
Simone drückte sie dankbar.
"Wir werden ihre Tochter in ein künstliches Koma versetzen. Wenn die Niere ihre Funktion wieder einwandfrtei aufnimmt, lassen wir sie sofort aufwachen. Sollte das nicht der Fall sein...iast sie auf eine Spenderniere angewiesen."
"Oh mein Gott", sagte Richard leise.
"Können wir nochmmal zu ihr"? fragte Simone vorsichtig.
"Natürlich. Folgen sie mir".
Richard und Simone liefen dem Arzt schweigend, Hand in Hand, hinterher.
"Mama, Papa" sagte Vanessa leise, als sie ihre Eltern sah.
Sofort sah sie, dass ihre Mutter geweint hatte.
"Ist doch alles nicht so schlimm. WIr Steinkamps sind hart im Nehmen. Meine Niere packt das schon".
Sie streckte ihre Hände nach Simone aus, die erneut zu weinen begann.
Vanessa gröstete ihre Mutter.
Eigentlich sollte es ja umgekehrt sein, fand Simone. Sie sollte Vanessa Mut machen und sie trösten- aber es war umgekehrt.
Simone fühlte sich schlecht. Sie war eine schlechte Mutter.
Sie hatte Vanessa nicht beschützt, als sie in Gefahr war. Sie war nicht da gewesen, als Vanessa auf das blanke Eis fiel. Sie war nicht da, als Vanessa zum Gotterbarmen fror. Sie hatte sie nicht gewärmt.
Was für eine Rabenmutter!

In der Zwischenzeit kam Jenny nach hause, damit Frau Scholz, die auf die kleine Luna aufpasste, Feierabend machen konnte.
"Hallo Frau Steinkamp. Wie geht es Vanessa"?
"Ehrlich gesagt: Ich weiß es nicht. Ich war nicht im Krankenhaus."
"Ach so. Kann ich nach hause gehen? Luna schläft."
"Natürlich, deshalb bin ich jetzt da. Schönen Abend noch".
"Vielen Dank. Weiß man morgen mehr"?
Jenny nickte nur un die Haushälterin ging.
Sie war kaum 5 Minuten weg, hörte Jenny ihre kleine Schwester schreien.
"Es ist Zeit für ihre Abendmahlzeit" murmelte Jenny vor sich hin und wankte leicht zum Kühlschrank.
Tatsächlich fand sie eine Flasdch mit abgepumpter Muttermilch.
Sie astellte sie in die Mikrowelle, ging dann damit nach oben.
Die kleine Luna nahm sie mit zu sich und fütterte sie auf ihrem Bett.
Irgendwann musste sie ingeschlafen sein.
Jedenfalls merkte sie, wie Luna ihr aus dem Arm genommen wurde.
Es war Simone.
"Hallo Mama" sagte Jenny müde.
"Hallo. Ich wollte mich bei dir entschuldigen, wegen vorhin. Ich habe mich totasl mies verhalten".
"Sowas was du hattest nennt man Mamainstinkt. Du musst dich nicht entschuldigen. Außerdem müsste ich um Verzeihung bitten. Ich war diejenige die sich übber Wochen hinweg mies verhalten hat".
"Wenn du wüsstest was ich getan habe. Du würdest mch hassen!" fügte Jenny in Gedanken hinzu
Vorsichtig legte Simone die schlafende Luna wieder auf Jennys Bett ab.
Eine unerträgliche Spannung herrschte zwsichen Mutter und Tochter.
Bis Jenny ihre Mutter zaghaft umarmte.
Simone war etwas überrascht, legte dann aber die Arme um ihre Tochter.
"Ich hab solxche Angst um Vanessa" wimerte Jenny, als Simone ihr alles erzählt hatte.
"Ich auch, Jenny, ich auch" weinte Simone.
Am nächsten Tag fand Richard siw drei auf Jennys Bett vor. Jenny und Simone hatten Luna in ihre Mitte genommen. Luna brabbelte zufrieden vor sich hin, die anderen beiden schliefen noch tief und fest.
Auch Richard schnürte die Angst um Vanessa fast die Kehle zu.
Jeden Tag wachte Simone stundenlang an Vanessas Bett. Sie erzählte ihrer Tochter von Geschehnissen in der Villa, der Familie und das Carmen eine Zwillingsgeburt in ihrem Geburtsthaus bewältigt hatte.
Manchmal las sie ihr aus dem Buch "Der kleine Prinz" vor. Vanessa hatte dieses Buch als Kind geliebt.
Simone erschrak zutiefst darüber, das ihr sonst über Vanessas Kindheit nichts einfiel.

1 Woche später....
Vanessas Werte waren unverändert. Mit jedem Tag sank die Chance, das Vanessas Niere ihre Funktion wieder vollständig aufnahm. Die Niere arbeitete zwar und tat offensichtlich ihr bestes, dennoch war Vanessa nach zwei Tagen zu ihrer eigenen Sicherheit an die Dialyse angeschlossen worden.
Jenny zog sich einen dieser grünnen Kittel über und betrat das Zimmer ihrer Schwester.
"Hallo kleine Schwester. Ach, wenn du wüsstest wie sehr du zuhause fehlst. Niemand, der uns morgends beim Frühstück anmault, niemand, der blöde Sprüche ablässt....und niemand, mit dem ich streiten kann" sagte sie sanft.
Nur das gleichmäßige Peipsen der Geräte verriet das Vanessa noch Leben in sich trug und darum kämpfte.
"Weißt du was heute morgen passiert ist? Stell dir vor, Frau Scholz wurde von Luna angepinkelt. Wir konnten nicht darüber lachen. Nur Mama und Carmen gelang ein schwaches Lächeln...Mama...wenn sie wüsste was ich getan habe Vanessa....sie würde mich aus ihrem Leben streichen. Für immer. Ich wars, kleine Schwester. Ich bin schuld das du hier liegst.Ich hab die Kufen gelockert. Ich wollte doch nur das Mama sich verletzt und dann nicht mehr am Paarlauf teilnehmen kann. Ich wollte ihr einen Denkzettel verpassen, für das, was sie mir genommen hat. Sie hat es nicht verdient, glücklicher zu sein als ich. Aber Vanessa....bitte glaube mir, Kleines, das habe ich nicht gewollt....glaub mir bitte....ich liebe dich doch, Nessy".
Nessy. So hatte Jenny Vanessa immer genannt als sie noch klein war.
"Was hör ich da? Jenny sag mal, hast du sie noch alle"?
Wie elektrisiert fuhr Jenny hoch.
In der Tür stand Carmen.
"Carmen...ich..es ist nicht so wie du denkst...."
"Ich hab ALLES gehört Jenny. ALLES! Und jetzt mach, das du hier rauskommst, bevor ich die Polizei rufe".
Jenny stand auf, küsste ihre Schwester sanft auf die Stirn und sagte ganz leise:
"Verzeih mir, Nessy".
"Verschwinde" kam es kühl aus dem Türrahmen.
Carmen trat langsam an das Bett ihrer Nichte.
Als Jenny bereits im Türrahmen stand, rief Carmen ihre Nichte noch einmal zurück.
"Du hast exakt 2 Tage Zeit, Simone und Richard alles zu gestehen. Ansonsten tu ich es".
Jenny ging wie ein geprügelter Hund.
Carmen warf einen Blick in Vanessas Akte. Die Werte der Niere waren grenzwärtig. Carmen schluckte.
Carmen schluckte.
"Oh Kleines. Wenn ich dir nur helfen könnte. Weißt du, was ich mit dir machen wollte? Einen Motorradausflug, genau wie du es dir gewünscht hast. Einmal NRW und zurück. Das machen wir wenn du wieder gesund bist. Versprochen. Ganz fest. Du musst stark sein, Vanessa. Simone hat mir erzählt, du hättest ihr gesagt, sie soll am Paarlauf teilnehmen, egal was kommt. Und weißt du was sie macht? Sie hat einen strikten Zeitplan. Morgens ist asie bei dir, danach nimmt sie Luna mit zum Training, 4 Stunden. Dann fährt sie zum Stillen und essen nach hause. Dann ist sie wieder da, fast 3 Stunden. Dann wieder Trainig. Wie eine Besessene. Ich weiß nicht, wann sie das letzte mal 8 Stunden durchgeschlafen hat."
Pause.
"Vanessa, du musst kämpfen, versprich es mir. Und selbnst wenn du eine Spenderniere brauchst - du kriegst eine von meinen wenn sie zu dir assen. Welche möchtest du haben? Die linke oder rechte? Ist in deinem Fall egal, wie ich mitbekommen hab. Weißt du was mir ein Arzt gesagthat? Er hat gesagt, das du ein medizinisches Phänomen bist. Darauf hab ich gesagt, das du schon immer was besonderes bist. Und das bist du auch. Ich war echt gerührt über den Strauß Blumen neulich, den du mir einfach so ins Geburtshaus bringen gelassen hast. Narzissen...meine Lieblingsblumen, woher wusstest du das? Hast du Mama oder Simone bestochen das sie es dir sagen?"
Vorsichtig legte sie einen Arm um Vanessa.
Sie küsste sie auf die Wangen und fuhr leise fort:
"Jenny wird für das, was sie getan hat, zur Rechenschaft gezogen. Das schwöre ich dir."
Dann verabschiedete sie sich von ihrer Nichte.
Doch es stand bereits der nächste Besuch in der Tür.
Nina, Tim, und Ben.
Vanessa war fast nie allein.

Carmen fuhr nach hause. Sie sah ihre Schwester weinend auf der Treppe sitzen. Hastte Jenny vielleicht schon gebeichtet? Möglich, wenn Simone weinte zum Steinerweichen und schlug um sich, als Carmen sie trösten wollte. Außer ihnen schien niemand im Haus zu sein.
Sie beschloss Simone erst mal in Ruhe zu lassen, zu groß war die Belastung über ihr eigenes Wissen.
Als sie sich in der Küche ein Brot machte, merkte sie wie jemand die Arme um ihre Taillie legte. Sie roch Simones Parfüm.
Es tut mir so leid" wimmerte Simone in ihren Rücken hinein.
Carmen löste ihre Schwester von sich, drehte sich zu ihr um und sah ihr lange in die Augen.
"Ich mach mir doch nur Sorgen Carmen" presste Simone unter Tränen hervor und ging vor ihrer Schwester in die Knie.
Carmen sackte auf eine Höhe mit ihrer Schwester.
"Ich doch auch" sagte Carmen leise und streichelte ihrer Schwester behutsam die Haare, wie einem kleinen Kind."
Simone umarmte ihre Schwester vorsichtig, aus Angst vor Abweisung.
Doch Carmen schlang die Arme um Simone, damit ihre Schwester sich ihren Kummer von der Seele weinen konnte.
Drei Tage später kam die Nachricht, das Vanessa ein Spenderorgan brauchen würde, um zu überleben.
Die gesamte Familie Steinkamp ließ sich testen, in der Hoffnung, irgendwer könnte ihr helfen.
Auch Jenny und die Großeltern. Allerdings schieden die Großeltern als Spender aus - aufgrund ihres Alters.
Jenny hoffte, ihrer Schwester helfen zu können. Schließlich hatte sie etwas gut zumachen.

nach drei Tagen bangen Warten wurde Vanessa aus dem Koma geholt, gleichzeitig kamen die Ergebnisse für die Untersuchungen. Jenny, Richard und Carmen durften auf keinen Fall spenden. Aber Simones Niere würde Vanessas Körper annehmen. Sie hatte exak die selben Werte.
Glücklich fuhr Simone zum Arzt, um Vorberetungen zu treffen.
"Guten Tag, Dr. Frenna, ich habe die Nachricht bekommen, meiner Tochter helfen zu können."
"Ich weiß. Würden sie ihr eine Niere spenden?"
"Natürlich, am liebsten sofort, Herr Dokter."!
"Treibern sie viel Sport"?
"Ich bin Eiskunstläuferin".
"Da muss ich sie darauf hinwiesen, das sie nach ihrer Spende nicht mehr eislaufen dürfen."
"In Ordnung. Wenn das der Preis ist, damit meine Tochter leben darf, dann werde ich ihn bezahlen."
"Sind sie sich sicher"?
Simone nickte. Sie spürte einen Kloß im Hals. Gerade arbeitete sie an ihrem Comeback. Jahrelang hatte Deutschland darauf spekuliert, ob die größte Eiskunstläuferin des Landes je wieder das Eis betreten würde. Nun war es vorbei, bevor es angefangen hatte.
Simone hatte sich für das Leben ihrer Tochter entschieden und gegen ein Leben auf dem Eis.

Freudig überbrachte sie Vanessa die Nachricht. Vanessas Niere wurde mit Hilfe von Dialyse und Tabletten aufrecht erhalten.
"Hallo mein Schatz."
"Hallo Mama, was gibts denn? Du strahlst ja richtig"
"Dazu hab ich einen Grund, meine Süße."
"Steckt da ein Kerl dahinter"?
"Hahaha. Nein, ganz was anderes".
"Jetzt sag schon."
"Ich darf und werde dir eine Niere spenden Vanessa."
"Was"?
"Ja, wir haben die Nachricht heute bekommen."
"Ist da ein Risiko für dich dabei"?
"Jeder Eingriff in den Körper ist ein Risiko, Vanessa. Eislaufen darf ich danach nicht mehr, aber...."
"Wie bitte? Und dann willst du mir eine Niere spenden? Bist du verrücxkt"?
"Vanessa, das nehme ich in Kauf."
"Du redest seit Wochen nur noch vom Paarlauf. Dein Herz hängt daran. Nein, ich will deine Niere nicht. Lieber warte ich."
"Du kannst dich doch nicht ewig mit Medikamenten über Wasser halten, Vanessa, bitte"!
"Nein, nein und nochmals nein"!
"Vanessa..."
"Geh bitte..."
"Vanessa, bitte"!
"Ich hab gesagt, du sollst gehen"!
"Vanessa, du bist meine Tochter und ich liebe dich" sagte Simone leise, bevor sie ging.
Der Kloß in ihrem Has wurde immer dicker.
Sie hielt es aus, bis sie zuhause war.
In den Armen ihrer Schwester brach sie weinend zusammen.
Carmen verstand nichts. Seie konnte ihrer Tochter eine Niere spenden! Warum weinte Simone so bitterlich? Klar, am Eislaufen hing Simones Herz, aber die Liebe zu ihrer Tochter war doch bestimmt größer!
Erst als Simone sich richtig ausgeweint hatte, erzähltee sie ihrer Schwester alles.
"Oh Mann! So ein Mist."
"Ich weiß nicht was sie denkt. Vielleicht dass ich sie nicht mehr liebe weil ich das Eislaufen aufgeben muss. Aber weißt du was? Das Eisxlaufen ist mir egal! Alles was zählt ist, das Vanessa wieder gesund wird"!
"Ja, aber du kanst sie doch nicht zwingen! Vanessa liebt dich genauso wie du sie! Sie möchte nicht, das du unglücklich bist."
"Und ich will nicht das meine Tochter stirbt"!
"Simone"?
"Ja"?
"Komm her. komm zu Krümel."
Simone sank ihrer Schwester Schwester kraftlos zurück in die Arme.
"Warum will sie meine Niere nicht? Bin ich eine Rabenmutter"?
"Nein, nein meine Süße. Das bist du nicht. Du würdest dich komplett für Vanessa opfern oder"?
"Ich würde mir auf der Stelle eine Niere herrausreißen. Bei lebendigem Leib."
"Ihhh...an den Schmerz mag ich nicht denken."
"Meein Schmerzempfinden ist ausgeschalet, Carmen. Ich fühle nichts. Außer diese verdammte Leere."
Just in diesem Moment schrie die kleine Luna. Wie vom Blitz gestrieft, rannte Simone in das Zimmer ihrer kleinen Tochter.
"Ruhig meine Kleine. Mami ist ja da. Mami ist da".
Sie nahm die kleine aus ihrer Wiege und strich ihr zärtlich übers Köpfchen.
"Wenn ich e Vanessa schon nicht sein darf, dan möchte ich wenigstens einer meiner Töchter eine gute Mutter sein.
Dir sensible Carmen hatt das gehört. Ihr liefen die Tränen über die Wangen. Vanessas und Simones Zustand machte ihr ernsthafte Sorgen.

Am Abend rief Vanessa an und bat ihre Mutter, als wäre nichts gerwesen, ihr am nächsten Tasg ein paar CDs mitzubringen.
Simone schlich in Vanessas Zimmer und suchte nach den gewünschten CDs. Schließlich fand sie sie in einem Schrank. Dazu einSchulhft.
Simone würde neugiierig über das, was Vanessa in der Schule schrieb.
Sie schlug es auf.
Ihr verschlug es duie Sprache. Das war kein normales Schulheft. Darin waren Gedanken in Form von Gedichten aufgeschrieben. Dem Datum nach mussten sie während Simones psychatrischen Klinikaufhenthalt entstanden sein.
"Mama, wo bist du? Mama, ich sehe dich nicht. Mama, ich will dich sehen, will spüren, das du dabist..." las Simone halblaut. Sie bemerkte nicht, das Carmen ins Zimmer kam.
"Vanessa dachte, du findest sie kitschig. Deshalb hat sie sie dir nie gezeigt." erklärte sie.
"Von wegen kitschig. Die sind wunderschön."
30 Gedichte waen es, die nur an Simone gerichtet waren. Simone weinte wieder. Diesmal vor Rührung.

Am Abned erzählte sie Richard was passiert bwar. Er war der Verzweiflung nahe. Die Rettung war so nah - aber Vanessa stieß sie weg.

In der Nacht hatte Simone einen Alptraum.
Vanessa lief in ihrem Traum auf ein helles Licht zu.
Immer wieder schrie Simone ihren Namen.
Doch ihre Tochter drehte sich nicht um.
Mit einem gellenden Schrei kam Simone zu sich.
Sie saß kerzegerade im Bett.
Richard fuhr erschrocken hoch.
"Mönchen, mein Schatz, was ist denn"?
In diesem Moment stürmte Carmen ins Zimmer.
"Vanessa...ich hab von ihr geträumt...Ich hab immer wieder nach ihr gerufen, aber sie hat sich einfach nicht umgedreht" antwortete Simone stockend.
Richard legte zärtlich den Arm um sie. Simone versuchte ihre Tränen hinunterzuchlucken, aber es ging nicht. Eine Welle der Emotionen erfasste sie und riss sie mit.
Ein heftiger Weinkrampf schüttelte sie durch.
Sie schlug so heftig um sich, das sie Richard unterhalb des rechten Auges traf.
Carmen packte ihre Schwester, holte aus und verpasste ihr eine saftige Ohrfeige.
"Simone beruhige dich! Schneewittchen, es wird alles wieder gut, bestimmt"!
"Carmen, ich kann nicht mehr! Wir haben soviel durchgemacht...irgendwann ist Schluss"!
"Ich weiß, Simone, ich weiß. Komm her, Süße".
Sie schloss Simone sanft in ihre Arme und streichelte ihr zärtlich den Rücken.
Nach einer Weile löste Simone sich aus der Umarmung, ließ einen Arm bei Carmen, den anderen legte sie um Richard.
"Ich bin so froh das ich euch habe. Ohne euch...ich weiß nicht, ob ich noch leben würde."
"Simone hör auf"! schrie Richard entsetzt.
Carmen war kreidebleich im Gesicht geworden.
"Entschuldigung. Ich..."
Richard legte ihr behutsam einen Finger auf den Mund.
"Simone, sag sowas nie wieder. Bitte...." flehte Carmen.
"Versprochen" sagte Simone leise und küsste ihre Schwester zaghaft auf die Stirn.
Bald ging Carmen wieder ins Bett. Richard und Simone schliefen eng aneinander geklammert wieder ein. Wie zwei Ertrinkende.

Am nächsten Morgen war Richards Bett leer, als Simone aufwachte.
Sie stand auf und ging ins Bad. Dort sah sie Richard vor dem Spiegel stehen. Unter seinem Auge hatte sich ein kleiner Bluterguss gebildet.
"Morgen, mein Schatz" grüßte Richard sie und küsste sie zärtlich.
"Guten Morgen. Tuts sehr weh"?
"Nr wenn ich lache".
"Scherzkeks. Ich meine es ernst, es tut mir leid."
"Das weiß ich doch Simone."
Sanft strich sie ihm über den Bluterguss.
Sie küssten sich zärtlich.
"Ich brauch dich Richard" sagte sie leise.
"Ich dich auch, Simone. Ein Leben ohne dich ist für mich unvorstellbar."
Simone war gerührt über sein Geständnis.
Er zog sie sanft zurück auf das Bett.
Richard konnte gar nicht mehr aufhören, Simone zu berühren.
Simone wünschte sich, dieser Moment könnte ewig dauern. Sie wünschte sich, er würde nie mehr aufhören.
Stunden später taumelten sie sich unablässig die Treppe hinunter.
"Hey ihr Turteltauben! Ihr könnt Vanessa aus der Klinik abholen. Sie hat eben angeruen"! unterbrach Carmen die beiden lächelnd.
"Was, echt"? fragte Simone ungläubig.
"Ja, Tabletten schlucken kann sie auch zu hause."
"Richard, hast du das gehört"?
"Sicher mein Schatz, ich bin ja nicht taub".
"Wir müssen sofort los, komm"!
Ohne eine Antwort abzuwarten zog Simone Richtung Haustür, die Sekunden später zu fiel.
Carmen sah den beiden kopfschüttelnd, aber lächelnd, hinterher.

Als die beiden im Krankenhaus ankamen, saß Vanessa im wahrsten Sinne des Wortes auf gepackten Koffern.
Vanessa grinste als sie das blaue Auge ihres Vaters sah.
"Mit welchem Boxer hast du dich denn angelegt"? lachte sie.
"Lange Geschichte" sagte Richard und umarmte seine Tochter.
Simone tat es gut, ihre Tochter mal wieder lachen zu sehen. Das hatte sie vermisst.

Wieder zuhause, musste Richard in die Firma, Carmen hatte die kleine Luna kurzentschlossen mit ins Storchennest genommen, die beiden waren allein.
Vanessa lag auf dem Sofa und ließ sich von ihrer Mutter verwöhnen. Simone las ihr jeden Wunsch von den Augen ab.
Auf einmal setzte Vanessa einen richtigen Dackelblicxk auf. Simone verstand. Sie legte sich zu Vanessa aufs Sofa. Eine ganze Weile lagen sie so da.
"Mama?"
"Ja"?
"Es tut mir leid."
"Was denn"?
"Ich war echt mies als ich deine Niere abgelehnt habe".
"Ach Schätzchen..."
"Ich möchte das du glücklich bist, Mama. Das Eis ist doch dein Leben".
"Falsch, Vanessa, ganz falsch. Ihr seit mein Leben. Dein Vater, Luna und du. Und Jenny".
"Wo ist sie überhaupt"?
"Keine Ahnung. Ich denke sie musste mal raus" log Simone.
Simone ermutete ihre Älteste bei den Großeltern in Hamburg. Aber es war ihr egal, wo Jenny war. Sie sollte erst wieder kommen, wenn sie ihre gerechte Strafe bekommen hatte.
"Ich liebe dich, Vanessa" sagte sie leise.
"Ich dich auch".
Sie kuschelte sich noch enger an Simone, die die Nähe zu ihrer Tochter genoss.
"Früher hab ich immer gedacht, du liebst mich nicht" sagte Vanessa ganz leise.
"Ich liebe dich Vanessa und habe es auch immer getan. Ich dachte immer, du brauchst uns nicht, mich und deinen Vater.
"Nein. Früher war ich total neidisch auf Jenny. Sie bekam einfach alles von euch".
"Ich weiß Kleines. Ich weiß das ich Fehler gemacht habe, die nie wieder gut zumachen sind."
Vanessa legte ihr zwei Finger auf den Mund.
"Ich bin froh, das es jetzt so ist. Du würdest alles für mich aufgeben. Ich wollte es nicht zugeben, aer ich war gerührt, als du mir gesagt hast, das du mir eine Nieree spenden willst."
"Wirklich"?
"Ja. Aber ich bin zu stolz sie anzunehmen. Den Grund kennst du ja".
Simone küsste ihre Tochter zärtlich auf die Stirn.
"du bist eben eine Kämpferin, Vanessa."
Vanessa grinste.
"Ich bin eine Steinkamp" sagte sie mit Stolz.
Sie schmiegte sich an ihre Mutter und ließ sich den Rücken streicheln.
Bald darauf merkte Simone, das Vanessa eingeschlafen war.

Auf Vanessas Bitten konzentrierten sich Richard und Simone intensiv auf ihr Training. Schließlich hatten sie ja nur noch eine Woche bis zum Paarlauf!
Beide liefen inzwischen nahezu perfekt, Nadja und Mike waren stolz auf sie.
Nadja hatte Simone auf die Idee gebracht, die Kür mit einem Kuss enden zu lassen. Und genau das taten sie jetzt auch.
Simone war glücklich. Glücklich, so eine tolle Familie zu haben, und glücklich, das es Vanesxsa gut ging. Sie schluckte brav ihre Tabletten und schonte sich. Eine gewisse "Mama-Zeit" war zum Ritual geworden.
Jeden Abend verbrachten Vanessa und Simone Zeit miteinandert. Gestern waren sie im Kino und danach noch etwas essen. Simone ärgerte sich, das ihr jahrelang entgangen war, was für eine wunderbare Tochter sie hatte.
Mutter und Tochter waren noch enger zusammengewachsen.

Der Tag des NRW-Paarlaufs war gekommen.
Simone und Richard waren als Letzte dran. Vanessa saß mit der kleinen Luna auf dem Arm voller Stolz in der ersten Reihe. Auch Jenny war gekommen, allerdings unbemerkt von allen anderen.
Die Zeit verging wie im Flug.
Simones Herz klopfte bis zum Hals.
Da wurden sie auch schon aufgerufen.
"Und nun sehen eine Premiere, meine Damen und Herren! Die Gastgaber Simone und Richard Steinkamp. Die mehrfache Weltmeisterin des Eiskunbstlaufs ist zurück auf dem Eis! Eisfläche frei für Simone und Richard Steinkamp"!
Simone und Richard fuhren beide mit klopfendem Herzen aufs Eis und nahmen ihre Plätze ein. Sie waren nicht die einzigen, die aufgeregt waren.
Auch Nadja und Mike saßen in der ersten Reihe und hielten sich aufgeregt an den Händen. Es ging los. Der erste Ton von "Time to say goodbye" tönte durch die Eishalle.
Es lief grandios. Als ihre Kür mit einem leidenschaftlichen Kuss endete, klatschte das Publikum ohrenbetäubenden Beifall.
Simone und Richard fuhren Hand in Hand vom Eis.
"Und hier die Wertung für Simone und Richard Steinkamp. A-Punkte: 95,5. B: Punkte: 90,0 Punkte. Damit geht der unangefochtene 1. Platz an die Gastgeber Simone und Richard Steinkamp"!
Das wars: In der Halle verstand man vor lauter Jubel und Beifall sein eigenes Wort nicht mehr.
Richard und Simone lagen sich überglücklich in den Armen.
Vanessa stand auf, um ihren Eltern zu graulieren.
Noch immer ganz überwältigt stiegen die beiden wenig später auf das berühmte Siegertreppchen. Simone weinte vor Glück.
An eine gute Plazierung hatte sie geglaubt- aber nicht an den ersten Platz!

Natürlich wurde im Zentrum der Sieg des Ehepaars gefeiert. Die Punkte waren Rekord.
Jenny traute sich und kam auf ihre Eltern zu.
"Herzlichen Glückwunsch euch beiden" sagte sie leise.
"Danke Jenny" erwiderte Simone leicht distanziert.
In diesem Moment ging ein Aufschrei durch die Menge.
Vanessa. Sie war bewusstlos zusammengebrochen.

Banges Warten auf dem Krankenhausflur.
Ein Arzt kam auf Carmen, Richard, Simone und Jenny zu. Jenny zitterte vor Angst. Es schnürrte ihr die Kehle zu.
Der Arzt kam vor ihnen zum stehen.
"Ihre Tochter braucht eine neue Niere. Lieber heute als morgen."
Simone sackte an der Wand entlang. Auf ein Spenderorgan von Eurotransplant zu warten dauerte doch viel zu lange.
Sie stand auf.
"Vanessa kriegt meine Niere. Wenn es sein muss, auch ohne ihr Wissen".
Sie hatte bereits sämtliche Papiere unterschrieben.
In zwei Tagen würde sie nur noch eine Niere haben.
Simone saß in der Badewanne und spielte gedankenverloren mit einer Schaumkrone, als Richard hereinkam.
"Na, wie fühlst du dich"? fragte er leicht besorgt.
"Komisch. Irgendwie."
"Noch hast du Zeit es dir anders zu überlegen."
"Niemals, Richard. Niemals."
"Entschuldige. Ich bin ein Elefant im Porzellanladen".
"Komm her."
Richard setzte sich an den Wannenrand.
"Richard, wenn mir am Mittwoch was passiert...."
"Soweitdarfst du gar nicht denken".
"Ich weiß. Aber man muss damit rechnen. Versprichst du mir eines"?
"Was"?
"Sag den Kindern das ich sie über alles liebe. Und Luna....wenn wirklich was passiert...dann sagst du ihr eines Tages das ihre Mutter für ihre Schwester gestorben ist".
"Das werde ich nicht tun weil es gar nicht soweit kommt, Mönchen"!
Simone legte ihm zwei Finger auf den Mund.
"Schon gut. Ich bin ja schon still".
Sie stieg aus der Wanne und band sich ihren Bademantel um.
Als sie am Spiegel stand, sah sie, das Richard ihr näher kam.
Er strich ihr sanft über den Nacken. Simone liebte diese Berührung. Sie hätte auf der Stelle dahinschmelzen können.
Ehe sie sich versah nahm er sie auf die Arme und trug sie aufs Bett.
"Leg dich auf den Bauch" sagte er leise.
Gehorsam drehte Simone sich.
Ein wohliger Schauer lief Simone über den Rücken, als der Stoff ihres Bademantel langsam ihren Rücken freilegte. Sekunden später spürte sie eine Massage, die langsam aber sicher kräftiger wurde.
Und mit einem Mal ließ diese Kraft wieder nach.
Sie spürte Richards Lippen erst in ihrem Nacken, dann glitten sie ihren Rücken hinab.
"Richard...hör nicht auf, bitte".
"Ich würde mich selbst bestrafen, Simone."
Sie küssten sich zärtlich und unglaublich lange.
Sie drängten sich regelrecht aneinander, konnten dem anderen gar nicht nah genug sein.
Es folgte fast 3 Stunden lang ein gegenseitiges Geben und Nehmen, bevor sie ihrer Lust nachgaben und miteinander schliefen.

Am nächsten Tag musste Simone in die Klinik.Vanessa durfte auf keinen Fall erfahren, das sie nicht nach hause fuhr, wenn sie bei ihr gewesen war, sondern nur zwei Stockwerke tiefer in ein Krankenzimmer.
Es durfte auf keinen Fall herauskommen. Was war, wenn Vanessa die Operation verweigerte? Dann musste sie sterben. Nein, das wollte Simone nicht. Lieber versteckte Simone sich vor ihrer eigenen Tochter.
Ihre Bettnachbarin war ganz nett. Sie hatte eine Niere von ihrer Schwester bekommen und kam prima damit zurecht.
In der Nacht konnte Simone vor Aufregung nicht schlafen und hielt damit auch ihre Bettnachbarin, Karla, wach.
Sie machte Simone Mut und trippelte irgeendwann mitten in der Nacht durchs Krankenhaus, nur um Simone eine heiße Milch mit Honig zu besorgen.
Die beiden Frauen lagen danach im Bett und Karla erzählte, wie sie den Morgen der Operation erlebt hatte. Sie hatte einen Autounfall gehabt. Beide Nieren waren nicht mehr zu retten gewesen, bis zur Spende ihrer Schwester war sie 24 Stunden am Tag an die Dialyse angeschlossen. 7 Tage die Woche.
Das Gespräch beruhigte Simone irgendwie.

Und dann kam der Morgen.
Simone zog sich schnell noch etwas anderes an, um ihrer Tochter für die OP Glück zu wünschen, viel Zeit blieb ihr nicht, wenn sie und Vanessa wurden im Abstand von nur fünf Minuten in die jeweiligen OP-Sääle geschoben.
Sie zitterte vor Aufregung, als sie Vanessas Zimmer betrat..
"Mama".
"Guten Morgen mein Schatz".
"Bist du jetzt extra noch mal hierhergefahren?"
"Na hör mal! Du wirst gleich operiert mein Schatz, da muss ich dir doch Glück wünschen".
Vanessa umarmte ihre Mutter und zog den Geruch, den nur Mütter haben können tief ein.
"Hast du Angst, mein Schatz"?
"Ein bißchen. Mama"?
"Ja"? Bist du da, wenn ich aufwache"?
"Natürlich meine Große."
Ein messerscharfer Stich streifte Simones Herz. Sie wusste, das sie das Versprechen, da zusein, wenn Vanessa aufwachte, nicht halten konnte.
Sie würde sich ein paar Zimmer weiter selbst von ihrer OP erholen.
"Mama, geh in die Firma. Sonst fang ich jetzt an zu heulen."
"Na gut."
Simone küsste ihre Tochter erst auf die Stirn, dann auf die Nasenspitze, und schließlich ganz sanft auf den Mund.
"Ich liebe dich Mama".
"Ich dich auch".
Simone schluckte tapfer ihre Tränen hinunter.
Es wurde Zeit. Auch sie würde jetzt auf die Op vorbereitet werden.
Ihr Herz klopfte so laut, das sie meinte, andere könnten es hören. Doch sie hatte keine Angst vor der OP. Sie hatte Angst um Vanessa.

Als sie in die Schleuse geschoben wurde, hatte sie bereits ein Beruhigungsmittel bekommen.
Sie schlief schon fast, als der Narkosearzt sich nach ihrem Befinden erkundigte.
Sie nickte nur, als er sie fragte, ob sie Angst vor der OP und um ihre Tochter habe.
Er beruhigte sie. Nierentransplantationen waren schon fast Routine für das Krankenhaus.
Wenig später fiel Sim,one in einen tiefen Schlaf.
Die Operation konnte beginnen.
Simone kam langsam zu sich.
Sie nahm die Umrisse ihres Zimmers wahr, dann blickte sie sich um. Neben ihr saß ihre Schwester. Sie war im Sitzen eingeschlafen.
"Krümel" sagte sie leise.
Mit einem Schlag war Carmen hellwach.
"Simone, wie fühlst du dich"? fragte sie vorsichtig.
"Mir ist kotzübel" antwortete Simone schwach.
"Das kommt bestimmt von der Narkose."
In diesem Moment gelang es ihr gerade noch, Simone eine Nierenschale hinzuhalten.
"Kotzübel- im wahrsten Sinne des Wortes" murmelte Simone gequält.
Carmen drückte den Klingelknopf.
Sekunden später kam eine Ärztin herein.
"Guten Tag Frau Steinkamp. Oh, ich sehe schon, es geht ihnen nicht gut."
Simone übergab sich immer wieder. Fast eine halbe Stunde lang.
Die Ärztin spritzte ihr etwas gegen die Übelkeit, nachdem die Spritze wirkte, gab Simones rebellierender Körper Ruhe.
"Ihr Körper kommt sehr gut mit einer Niere zurecht. Die Operation ist sehr gut verlaufen."
"Wie gehts meiner Tochter"?
"Sie schläft noch. Es geht ihr sehr gut. Ihr Körper scheint ihre Niere anzunehmen".
"Gott sei Dank."
Simone schlief bald darauf wieder ein. Die Narkose wirkte noch.

"Wo...wo bin ich"?
"Hallo kleine Schwester. Wie fühlst du dich"?
"Jenny....ganz gut eigentlich."
Vanessa gähnte herzhaft.
"Wo ist Mama"? fragte sie nach einer Weile leise.
"Sie liegt zwei Zimmer weiter und kotzt sich aufgrund der Narkose die Seele aus dem Leibn" hätte Jenny fast gesagt.
"Äh...Mama ist krank. Sie hat eine Grippe und darf deshallb nicht zu dir".
"Oh je. Die Arme. Sag ihr gute Besserung und...sag ihr auch das ich sie liebe, ja"?
"Mach ich Kleines."
"Ist was mit dir Jenny? Du bist so bedrückt."
"Na hör mal. Meine kleine Schwester hat gerade eine neue Niere bekommen".
"Sorry. Wie lang sitzt du schon hier"?
Jenny überlegte kurz.
"Seit gestern mittag".
"Was? So lange"?
Seit sie dich aus dem OP geschoben hat. Mama hat gesagt, ich soll bei dir sein".
"Jenny"?
"Ja"?
"Ich spüre das du mich anlügst. Was ist los"?
"Quatsch! Mann, vernebelt so eine Narkose einem auch das Hirn"?
"War nur so ein Gedanke".
"Schon gut."
Jenny, nimm mich mal bitte in den Arm".
Jenny umarmte ihre Schwester vorsichtig. Ganz zaghaft, aus Angst, Vanessa irgendwie wehzutun.
"Sie hat recht. Ich belüg sie nach Strich und Faden" dachte Jenny und schluckte ihre Tränen hinunter.
Ihre Mutter lag 2 Zimmer weiter und übergab sich hin und wieder.
Sie reagierte vermutlich allergisch auf die Narkose.
Nichts auszudenken, wenn Simone während der OP einen allergischen Schock erlitten hätte!

Abends....
Simone ghin es besser. Richard war bei ihr.
"Luna vermisst ihre Mama. Sie hat gestern fast eine Stunde nur geschrieen. Selbst Carmen war mit ihrer Latein am Ende".
"Oh je. Wenn sie heute Nacht schreit, leg sie einfach eine Weile in mein Bett. Das riecht nach mir und beruhigt sie vielleicht."
"Du hast recht."
"Wie gehts Vanessa"?
"Sie war sichtlich enttäuscht als du nicht da warst."
"Ich blöde Kuh hab ihr das Versprechen gegeben, obwohl ich genau wusste, das ich es nicht halten kann".
"Du hast es für Vanessa getan".
"Ich weiß. Aber sie braucht mich, und ich bin nicht da."
"Jenny hat ihr erzählt du hättest eine Grippe. Das hat sie wahrscheinlich geglaubt".
"Hoffentlich. Ach....ich würde jetzt gern bei ihr sein".
"Wir können dich bestimmt gleich zu ihr rüberschieben."
"Nein. Wenn sie erfährt das sie meine Niere bekommen hat dann macht sie sich jahrelang Vorwürfe weil ich das Eislaufen für sie aufgegeben habe."
"Simone...ist das denn so wichtig"?
"Mir schon"!
"Also gut. Aber das mit der Grippe...das können wir allerhöchtens eine Woche aufrecht halten. Danach müssen wir uns was anderes einfallen lassen."
"Davor graut mir. Sie wird sich im Stich gelassen fühlen".
Richard strich Simone zärtlich über die Haare und küsste.
"Wir machen das schon. Mach dir keine Sorgen".
"Richard"?
"ja"?
"Ich liebe dich".
"Ich dich auch. Ich geh jetzt zu Vanessa. Soll ich ihr was ausrichten"?
"Sag ihr das ich sie liebe und das mir das Herz blutet weil ich nicht bei ihr sein kkann".
"In Ordnung."
Sie küssten sich zärtlich.
Simone fielen bald darauf die Augen wieder zu. Sie war noch sehr schwach.

>Richard lief zügig auf Vanessas Zimmer zu.
Da hörte sie Jenny Stimme. Jenny weinte zum Seinerweichen.
Und Vanessa weinte auch. So sehr, das es Richard fast das Herz zerriss.
Mit einem Schlsag war plötzlich alles still.
Sekunden später begann Vanessa wieder zu schreien.
"Mama!!!!!!! Mama!!!!!!! Mama!!!!!! Hörst du mich"? schrie sie immer wieder.
Da wusste Richard, das Jenny mit der Wahrheit herausgerückt war. Naja, irgendwie musste sie es ja mal erfahren!
In diesem Moment ertönten Simones Schreie. Immer wieder rief sie Vanessas Namen. Wie von Sinnen, weinend.
Eine Krankenschwester betrat Simones Zimmer, setzte sämtliche Geräte auf ihr Bett und schob sie zwei Minuten später aus dem Zimmer.
Direkt in Vanessas Zimmer."
"Mama" piepste Vanessa aus ihrem Bett.
"Vanessa mein Schatz. Ich bin bei dir. Es wird alles gut."
Jenny stand wie angeklebt in einer Ecke des Zimmers, bis Richard sie herauszog.
Die Krankenschwester schob die beiden Betten zusammen und ließ die beiden dann allein.
"Mama, warm hast du das gemacht"?
"Du wärst gestorben Vanessa. Das konnte ich doch nicht zulassen" sagte Simone unter Tränen.
"Ach Mama" seufttze Vanessa und rutschte langsam zu Simone hinüber. Irgendwann war Endstation. Die Schläuche waren verdammt kurz. Simone rutschte ihr noch ein Stück entgegen. Kurz darauf schliefen Mutter und Tochter dicht aneinander gekuschelt ein.

Am nächsten Morgen wurden sie durch die Visite wach.
"Sehr gut, Fräulein Steinkamp. Ihr Körper nimmt die Niere an" lobte eine Ärztin sie.
Vanessa kuschelte sich eng an Simone.
"Die Niere ist von meiner Mutter" sagte sie leise aber voller Stolz, "ich kann sie gar nicht abstoßen".
Es vergingen 3 Wochen, bis Simone entlassen wurde. Vanessa musste noch zur Beobachtung bleiben. Die beiden waren 24 Stunden am Tag zusammengewesen.
Carmen holte ihre Schwester glücklich aus dem Krankenhaus ab. Sie hatte mit Simone und Richard besprochen, 3 Tage nach Sylt zu fahren, damit die beiden ein paar Tage für sich hatten.
Sie umarmten sich.
"Hallo Schneewittchen. Wie gehts dir"?
"Ich fühl mich großartig Carmen. Naja, Vanessa war ganz schön traurig vorhin."
"Du kannst sie ja besuchen, ihr seit ja nicht aus der Welt."
"Genau. Das hab ich auch gesagt. Aber jetzt will ich nach hause zu meiner kleinsten"!
"Natürlich. Komm"!

Sie fuhren in Richtung Villa.
Simone stillte im Wohnzimmer noch einmal die kleine, bis Carmen sie ihr mit einem Lächeln abnah.
"Ich geh dann mal" sagte sie mit einem verschwöreriischen Lächeln.
Simone folgte dem Blick ihrer Schwester in Richtung Treppe.
Die Stufen waren mit Rosenblättern ausgelegt.
Carmen suchte gemeinsam mit der kleinen das Weite, Simone ging mit klopfendem Herzen nach oben.
Die Spur führte sie direkt ins Schlafzimmer, wo Richard vor ihr stand. Der Raum war hell erleuchtet von Kerzen.
"Hasllo Schatz" sagte Richard leise und küsste sie zärtlich.
"Hallo Richard. Mein Gott ist das schön wieder zuhause zu sein.
Sie schmiegte sich eng an ihn. So eng, das sie seinen Herzschlag hören konnte.
"Hoppla, das rast ja richtig" kommentierte sie seine Herzschläge.
"Kein Wunder, bei so einer wunderbaren Frau".
Sie küsten sich zärtlich. Ganz sanft drängte Richard seine Frau in Richtung Bett.
Simone sehnte sich nach seiner Nähe, sie ließ willenlos alles geschehen.
Ihre Fingernägel rasten sanft über seinen Hals. Sie genau, das ihn das ganz verrückt machte.
Sie ließen sich unendlich viel Zeit. Richard strich ihr vorsichtig über den Rücken, ertastete ihre Narbe von der OP.
Einen Moment lang hielt er inne.
Simone schien seine Gedanken lesen zu können.
"Keine Angst" sagte sie leise "eskann nichts passieren."
"Ich hab Angst, dir weh zu tun."
Simone unterdrückte weitere Einwände mit einem leidenschaftlichen Kuss.
Aus Zärtlichkeit wurde wilde Leidenschaft. Bis sie zwei Stunden später Arm in Arm einschliefen.

Es war kurz vor 16 Uhr als Simone aus dem Bett kroch, weil sie der Hunger an den Kühlschrank trieb.
Genüsslich schob sie sich eine Scheibe Lachs in den Mund.
"Hmmm...ich hatte fast vergessen wie der schmeckt" murmelte sie vor ich hin. Sie nahm eine Flasche Champagner aus dem Kühlschrank, schnappte sich zwei Gläser und ging wieder nach oben.
Richard sah richtig süß aus wenn er schlief. Sie grinste spitzbübisch und schlich sich an ihn heran. Dann hielt sie ihm die Eiskalte Flasche auf den Bauch.
Richard fuhr erschrocken hoch.
"Du! Na warte, du glaubst wohl du kannst dir alles erlauben"!
Er schälte sich aus dem Bett, fing seine Frau ein und kitzelte sie ordentlich durch.
"Gnade"!!!!! flehte Simone lachend.
Sie küssten sich stürmisch und öffneten danach die Flasche. Ein Fehler wie sich herausstellte. Der halbe Inhalt ergoss sich statt in den Gläsern auf dem Ehebett.
"Igitt! Das Zeug klebt doch immer so"! beschwerte Simone sich gespielt.
Gleicich danach musste sie wieder lachen.
Sie stießen an.
"Auf uns" sagte Simone leise.
"Auf dich, mein Schatz".
Simone grinste.
"Ich hab schon ewig keinen Champagner mehr getrunken, wahrscheinlich hab ich nach einem Glas schon einen im Kahn."
Richard lachte.
Sie küssten sich zärtlich.
Seine Lippen gliitten ihren Hals hinab. Immer tiefer und tiefer.
In diesem Moment klingelte es.
Simone fuhr genervt hoch.
"Wer immer das auch ist- ich bring ihn um"!
"Bleib doch! Wer was will kommt nochmal"!
"Du hast recht."
Sie legte sich wieder zu ihm und gernoß seine Berührungen.
Da kllingelte es wieder.
"Jetzt reichts aber"!
Simone stand genervt auf und lief nach unten.
Sie öffnete.
Ihr blieb fast das Herz stehen.
"Du?????" fragte sie mit einer Mischung aus Erstaunen und Entsetzen.
"Ja, ich. Kann ich reinkommen? Ich will mit dir reden".
Vor ihr stand Mariella. Mariella Schwarz.
"Verschwinde".
"Simone.."
"Geh, bevor ich anfange zu schreien"!
"Gut. Wenn du irgendwann doch mit mir reden willst, das ist meine Handynummer".
Simone steckte die Karte weg und schlug Mariella die Tür vor der Nase zu.
Sie taumelte ins Wohnzimmer und goss sich einen Cognac ein.
Sie leerte ihn in einem Zug.
Das diese Frau es überhaupt wagte, bei ihr aufzutauchen!
Sie stützte sich an der Kommode, als Richard hereinkam.
Er trat von hinten an sie heran und küsste sie sanft auf den Nacken.
Simone hatte einen Kloß im Hals.
"Simone mein Engel. Was ist los"?
"Mariella war da."
"Mariella? Mariella Schwarz? Diese Giftmischerin? Na warte, die kauf ich mir"!
"Richard, nicht! Bleib bei mir, bitte"!
"Damit die davonkommt??? Niemals"!
"Richard...bitte".
Smone versuchte ihre Tränen hinunter zuschlucken aber es ging nicht.
Sie begann hemmungslos zu weinen.
"Komm her Mönchen. Ich bin bei dir. Sie tut dir nichts, das schwöre ich dir".
Er schloss sie in seine Arme. Fast kamen ihm selbst die Tränen. Er ertrug Simones Verzweiflung nicht.
"Halt mich fest" flehte sie unter Tränen.
Er nahm sie auf die Arme und trug sie auf die Couch.
Richard küsste ihre Tränen bis sie nicht mehr weinte. Das dauerte sehr lange.
Irgendwann war sie eingeschlafen. Er nahm sie auf die Arme und trug sie nach oben ins Schlafzimmer.
Sorgsam deckte er sie zu, zog sich um und vvvverließ auf leisen Sohlen das Haus.
Diese Mariella kam ihm nicht davon! Diese Giftmischerin! Diese Hexe!!!!
Tatsächlich griff er Mariella im Park auf. Die Ähnlichkeit mit Axel war nicht zu übersehen.
"Lassen sie meine Frau in Ruhe"!
"Bitte"?
Mariella hatte natürlich keine Ahnung wen sie vor sich hatte.
"Lassen sie Simone in Ruhe!!!! Sie hat genug durchgemacht"..
"Ich will ihr doch nur erklären warum ich das getan habe"
"fakt ist überhaupt, das sie es getan haben und das reicht! Warum will hier keiner wissen!!!! Keiner will wissen, was in so einem kranken Hirn abgeht".
Er drückte ihr einen Scheck in die Hand.
"Reichen 50.000 Euro damit sie aus ihrem Leben verschwinden"?
"Vergessen sie es! Ich gehe nicht bevor ich nicht mit Simone geredet habe".
Richard drückte Marella den Scheck in die Hand.
"Darauf können sie lange warten" zischte er.

Sein Zorn verrauchte augenblicklich, als er nach hause kam und Simone ihm entgegen gerannt kam.
"Wo warst du"? fragte sie besorgt.
"Ich hab mir diese Giftmischerin vorgenommen".
"Bitte? Ich hab doch gesagt du sollst es lassen"!
"Simone ich hab ihr 50.000 Euro geboten, damit sie verschwindet, die sind wir los"!
"Richard, man kann nicht immer alles mit GGggeld aus der WWWWelt schaffen!
"Simone, ich liebe dich! Ich hab es für dich getan"!
Simone umarmte ihn gerührt.
"Ich liebe dich" sagte sie leise.
"Und ich dich erst" antwortete er und küsste sie zärtlich.

Zur gleichen Zeit....
"Du denkst wohl ich lass mich kaufen" murmelte Mariella vor sich hin.
Sie saß auf einer Parkbank und rauchte. Sie zog den Scheck aus ihrer Tasche, entzündete ihr Feuerzeug und brannte ihn an.
"Ich will das aus der Welt schaffen. So schnell werdet ihr mich nicht los".
Am nächsten Tag klingelte es.
"Du schon wieder. Was willst du?" fragte Simone genervt. Es war Mariella.
"Mit dir reden. Und ich geh nicht eher weg, bevor ich dir alles erklärt habe."
"Komm halt rein. Aber nur 5 Minuten."
"Danke."
Sie setzen sich in den Salon.
"Also schieß los".
"Aexel hat mich dazu gezwungen dich zu vergiften, glaub mir, freiwillig habe ich das nicht getan. Seit 8 Jahren muss ich immer die Drecksarbeit für ihn erledigen".
"Muss ich das verstehen"?
"Vor 8 Jahren habe ich meinen Führerschein gemacht. Ich war so glücklich endlich nicht mehr von meinen Eltern abhängig zu sein. Doch dann kam dieser Unfall. Ich habe eine junge Frau angefahren, Simone. Sie sitzt seitdem im Rollstuhl. Ich bin abgehauen damals."
"Ach du schande. Verstehe ich das richtig- Axel erpresst dich damit"?
"Genau."
"Der ist ja krimineller als du".
"Simone..."
"Ja, entschuldige. Red ruhig weiter."
"Es sollte mein letzter 'Dienst' für ihn sein. Nach und nach habe ich die Dosis erhöht. Aber ich wusste eines genau: Die 5-fache Dosis würde irgendwann tödlich sein".
"Und warum hast du dass dann nicht getan"?
"Weil mir schon da meine Gefühle einen Strich durch die Rechnung gemacht haben".
"Oh. Verstehe".
"In diesem Moment schrie die kleine Luna. Carmen war krank und war deshalb früher als geplant von Sylt zurück gekehrt.
"Du...du hast ein kleines Baby"? fragte Mariella stockend.
"Ja. Hat er dir das nicht erzählt"?
"Nein. Oh mein Gott. Beinahe habe ich einem Baby die Mutter genommen."
"Sie heißt Luna. Luna Marie Carmen Steinkamp, " sagte Simone leise.
Simone stand auf, ging nach oben und kam kurz darauf mit der kleinen zurück.
Mariella kam ihr vorsichtig näher.
"Ist die süß. Habt ihr gut hingekriegt, dein Mann und du".
Simone lachte.
"Na ist doch wahr. Simone"?
"Ja"?
"Ich hab kapiert, das dein Mann und du- das ihr zusammengehört. Ich hab von eurem Paarlauf gelesen. Da wurde es mir klar"
"Gut".
In diesem Moment kam die grippegeplagte Carmen die reppe hinuntergeschlurft.
"Hallo Carmen. Na, wie fühlst du dich"?
"Wie man sich so fühlst mit Grippe- miserabel. Oh...wer sind sie denn"?
Carmen musterte Mariiella neugierig.
"Hallo. Mariella. Mariella Schwarz".
Carmen zuckte zusammen. Die Giftmischerin? Was machte die denn hier"?
"Raus! Raus, sofort"!!!! schrie sie.
"Carmen, bleib ruhig, sie hat mir nichts getan"! versuchte Simone die Situation zu erklären.
"Nix da! Raus"!
"Es hat keinen Sinn, Simone. Sie hat recht. Es ist besser wenn ich gehe".
Marieilla ging wie ein verprügelter Hund.
"Na toll! Das hast du ja prima hingekriegt! Mariella war niedergeschlagen genug"!
"Simone! Diese Frau wollte dir alles nehmen was dir wichtig war. Du willst ihr doch nicht etwa ernsthaft verzeihen"?
"Ich überlege mir, ob ich die Klage gegen sie fallen lasse".
"Sag mal bist du bescheuert? Diese Frau hätte dich genauso gut umbringen können"!
"Es ist meine ob sie dafür büßt, oder nicht"!
"Weißt du was? Dir ist echt nicht zu helfen. Ich geh wieder ins Bett. Vielleicht bist du heute Abend wieder normal"!
Carmen stürmte wütend die Treppe hinauf. Manchmal war ihre Schwester ein Buch mit sieben Siegeln!

Auch der Rest der Familie war dagegen, das Simone die Klage fallen ließ. Doch sie setzte sich durch und bald darauf war Mariella eine freie Frau.
Simone wagte einen noch größeren Schritt auf Mariella zu.
Die arbeitslose Physiotherapeutin suchte seit Jahren einen Job- nun sollte sie ihn bekommen. Erst mal auf 400 Euro Basis.
Mariella hatte sich unheimlich gefreut, während Carmen, Richard und Vanessa der ganzen Sache mit Argwohn gegenüber standen.

Knapp 6 Wochen später wurde Mariella wegen Gefährlicher Körperverletzung und Gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr zu 2 Jahren auf Bewährung verurteilt. Aufgrund ihres Geständnisses wurde ihr schnell der Prozess gemacht. Axel hatte nicchts mehr gegen sie in der Hand.
Mariella konnte ein neues Leben beginnen.

Eines Tages standen Simone und Carmen an der Schranke und ließen sich das Mittagessen schmecken.
Simone merkte, das Carmens Welt wohl stehengeblieben war: Mariella lief an den beiden vorbei.
"Hallo ihr zwei" grüßte sie lächelnd.
"Hi" presstwe Carmen nur hervor.
Kaum war Mariella im Zentrum verschwunden, grinste Simone.
"Soll ich die Herzchen fotografieren die du in den Augen hast"? fragte Simone ihre Schwester lächelnd.
"Ach...Quatsch"!
"Du hast ihr hinterhergestarrt, ich habs gewnau gesehen"! lachte Simone.
"Gart nicht wahr"!
Doch Carmen merkte, das ihre Schwester recht hatte. Sie hatte sich in Mariella verliebt!
Gut gelaunt kam Carmen abends ins Zentrum. Eine Geburt war einfach vorbildlich gelaufen. Sie hatte Lust ein paar Runden zu Schwimmen.
Kaum war sie im Wasser hörte sie nur ein gewaltiges PLATSCH und Sekunden später tauchte Mariella neben ihr auf.
"Hey, na, wie war die Arbeit"? fragte Mariella interessiert. Simone war aufgefallen, das Mariella sich für alles interessierte was ihre Schwester machte. Beruhten Carmens Gefühle etwa aUF Gegenseitigkeit?
"Wir hatten eine Geburt. Stell dir vor, nur knapp zwei Stunden, dann war der kleine da".
Mariella sah sie verträumt an.
"Du hast bestimmt einen tollen Job.
"Naja. Früher als ich noch in Hamburg gearbeitet habe, habe ich viele Totgeburten gesehen. Seit ich mein Geburtshaus habe, ist das nicht mehr passiert".
"Schön".
Die beiden merkten nicht, das sie von Simone und Vanessa beobachtet wurden.
"Sag mal, Vanessa , hast du nicht auch das Gefühl...."
"Das die beiden total verknallt ineinander sind, aber sich nicht trauen, es der anderen zu sagen? Allerdings"!
"Ich würde mich schon sehr für Carmen freuen".
"Ich auch. Was meibnst du - helfen wir dn beiden ein wenig auf die Sprünge"?
"Gern! Was hast du dir vorgestellt"?
Simone beugte sich zu ihrer Tochter vor und flüsterte ihr ins Ohr, was sie vor hatte, den Mariella stand nur wenige Schritte von den beiden entfernt an der Theke und besorgte Cocktails.
Mutter und Tochter grinsten verschwörerisch.
Wenige Minuten später trat Simone zu den beiden an den Pool.
"Hey ihr zwei! Wasx haltet ihr von Lachsauflauf mit Nudeln"? fragte sie halb grinsend, halb ernst.
"Klingt lecker" sagte Mariella und nippte an ihrem Cocktail.
"Au ja, das hatten wir schon lange nicht mehr" rief Carmen begeistert.
"Gut! Heute Abend, 20 Uhr in der Villa! Du bist eingeladen, Mariella".
"Danke, ich komm gern".
"Schön, ich freu mich"!
Simone frohlockte. Ein Teil ihres Plans hatte schon geklappt.

Pünktlich stand Mariella in der Villa. Als kleines Dankeschön hatte sie Simone und auch Carmen einen Strauß Blumen mitgebracht.
"Das riecht großartig Simone. Wegen mir hättest du dir aber nicht so eine Mühee machen brauchen."
"Ich?????? Ich hab gerade mal die Salatsoße gemacht, den Rst hat sich Carmen unter den Nagel gerissen".
Es stimmte. Seit 2 Stunden wirbelte Carmen durch die Küche, als wäre es die normalste Sache der Welt.
Auch dieser Teil des Plans hatte geklappt. Carmen wollte Mariella imponieren. Simone war zufrieden. Alles schien zu laufen wie am Schnürchen!
Mariella merkte nicht, das Vanessa das Haus verließ und sich an ihrem Auto zu schaffen machte. Mittels einer Glasscherbe stach sie ein Loch in den linken Vorderreifen.
"Dier kommt heut nicht mehr wenig" dachte Vanessa und rieb sich zufrieden die Hände.
"Hat alles geklappt"? fragte Simone als sie kurz mit ihrer Tochter allein war.
"Klar! Den Reifen aufzustechen war ein Kinderspiel"!
Kaum saßen sie beim Abendessen, ging ein Gewitter über Essen hinunter. Sekundenlang zuckten Blitze am Himmel und ließen die Nacht zum Tag werden.
"Mal ehrlich Mariella: Willst du noch nach hause fahren, bei dem Wetter? Du kannst heute Nacht gern bei uns übernachten. Ich hab Platz genug" schlug Carmen vor.
Simone, Richard und Vanessa grinsten sich unauffällig an.
"Wenn es euch nichts ausmacht, gern. Außerdem ist es ja schon spät. Ich hasb gar keine Lust mehr, nach hause zu fahren."
Simone und Vanessa mussten sich beide das Lachen verkneifen.
Ihr Plan schien zu gelingen.

Simone saß im Schlafzimmer vor dem Spiegel und bürstete sich die Haare durch.
Da kam Richard herein.
"Sag mal, zwischen Carmen und Mariella knistert es ja ganz schön. Würde man dazwischengehen, würde man einen Stromschlag kassieren" meinte er.
Simone lachte.
"Allerdings. Die beiden muss man echt zu ihrem Glück zwingen."
Richard trat an sie heran und legte von hinten die Arme um sie.
"Wir waren damals genauso, weißt du noch? Meine Kollegen von damals haben uns verkuppelt".
"Stimmt. Und heute sind wir 24 Jahre verheiratet haben drei Töchter und ein wundervolles Leben".
Simone streckte ihre Hände nach ihm aus, umfasste sein Gesicht und küsste ihn zärtlich.
In diesem Moment zuckten grelle Blitze am Himmel.
Auf bei Carmen und Mariella schlug der Blitz ein. Der Liebesblitz.
Am nächsten Morgen verließen die beiden frisch verliebten knutschend die Villa.
"Oh Mist, sieh mal! Ich hab nen platten!" rief Mariella.
Carmen bückte sich und sah sich den Reifen genauer an.
"Also ich bin ja kein Profi, aber ich glaube, der wurde aufgeschniten" murmelte sie schließlich.
Carmen sah hoch zu Vanessas Fenster. Ihre Nichte stand dahinter und grinste nur.
"Alles klar" mutmaßte Carmen "das war ne Verkuppling".
Mariella legte die Arme um sie und küsste sie zärtlich.
"Ist doch schön. Von alllein wären wir beide ja zu blöd gewesen".
"Stimmt auch wieder. Komm, lass uns meinen Wagen nehmen. Sonst kommen wir beide noch zu spät" schlug Carmen vor.
Wenige Minuten später fuhren die beiden vom Grunstück.

Beim Frühstück waren Simone und Vanessa allein.
"Du, Mama, kann ich dich mal was fragen"?
"Klar, immer doch".
"Wann kommt Jenny zurück? Ich eine, ich bin wieder gesund, da kann sie doch wiederkommen".
Simone verschluckte sich heftig an einem Schluck Kaffee.
Vanessa klopfte ihrer Mutter erschrocken auf den Rücken.
"Hab ich was falsches gesagt"? fragte Vanessa rin wenig ängstlich.
"Nein, nein mein Schatz. Mir ist nur gerade eingefallen das Jenny gestern angerufen hat. Sie will nach Frankreich gehen, fr längere Zeit".
Eine faustdicke Lüge.
Jenny war seit längerem in Hamburg, hatte dort eine eigene Wohnung.
Niemand wollte sie mehr wiedersehen, bevor sie eine Strafe verbüßt hatte.Dafür sollte Jenny sich slbst anzeigen. Abwer dafür war sie zu feige.
Vanessa verzog traurig das Gesicht.
"Warum kommt aie nicht wider?? Habt ihr Streit"?
"Nein, mein Schatz. Es ist alles in Ordnung."
"Wirklich"?
"Ja, meine Große. Und jetzt ab in die Schule!"
"Na gut. Mama"?
"Ja"?
"Ich hab dich lieb" sagte Vanessa und drückte ihrer Mutter einen Kuss auf die Wange.
"Ich dich auch. Heute koche ich mal wieder einverstanden"?
"Au ja, was gibt es denn"?
Simone lächelte.
"Paella" sagte sie dann.
"Mmmmmhhhh....lecker, ich freu mich schon"!
Nun hatte sie es wirklich eilig. Vanessa verließ zügig das Haus.
Als Vanessa weg war, ließ Simone ihr Besteck auf den Teller fallen und stützte den Kopf in die Hände.
Ihr Herz schlug bis zum Hals.
Alte Bilder rasten an ihr vorbei. Vanessa, blaugefroeren auf dem Eis liegend. Vanessa im Koma auf der Intensivstation. Vanessa kurz vor der Transplantation. Vanessa nach der Transplantation. Dazwischen Jennys Geständnis.
Ihr wurde schlecht. Sie rannte ins Bad und übergab sich.
Ein paar Mnuten später stand sie im Schlafzimmer vor dem Spiegel. Sie strich sanft über ihre OP-Narbe, betrachtete sie im Spiegel.
Luna Maries Schreien riss sie aus ihren Gedanken.
Sie nahm ihre Tochter aus dem Bettchen und legte sich mit ihr auf ihr Bett.
"Lunchen, Lunchen, Lunchen. Wenn du wüsstest was hier abgeht. Sei froh das du noch so klein bist und nichts davon mitbekommst".
Sie küsste ihre kleine Tochter zärtlich.
Die kleine war schon wieder eingeschlafen. Offensichtlich hatte sie nur die Nähe ihrer Mutter gesucht.

Am Mittag war das Essen bereits fertig, als Vanessa ins Haus stürmte.
"Hallo Mama!" grüßte sie fröhlich.
"Hallo mein Schatz. Was ist den mit dir los"?
"Wir machen in 2 Monaten doch diese Studienfahrt nach Berlin, richtig"?
"Richtig."
" Und die kostet fast 600 Euro, richtig"?
"Richtig."
"Und Ninas Eltern die haben nicht soviel Geld, richtig"?
"Rich....moment mal worauf willst du hinaus, Vanessa"?
"Naja, Ninas Eltern können die Fahrt nicht bezahlen und da dachte ich ihr könntet..."
Ihr die Fahrt bezahlen? Steht auf meiner Stirn 'Sozialtante'"
`"Ne....du sollst ihr nur einen Vorschuss geben, 300 Euro hat sie selbst gespart. Oder sie arbeitet das Geld ab. Das war ihr Vorschlag."
"Dir liegt viel daran, oder"?
"Ja. Auch wenn wir vor ein paar Monaten noch Schwierigkeiten hatten".
"Naja, gut"
"Du bist ein Schatz"!!!
Stürmisch fiel Vanessa ihrer Mutter um den Hals.
In diesem Moment kam Richard nach hause.
"Lass mir noch was von meiner Frau übrig" ermahnte er seine Tochter lachend.
"Na gut" murmelte Vanessa, und lief in die Küche um von der Paella zu naschen.
Lächeld sah Vanessa von der Kücxhe aus, wie Simone und Richard sich einem inngen Kuss hingaben.
"So glücklich habe ich die beiden lange nicht gesehen. Wenn Jenny jetzt noch zurück wäre, dann wäre die Familie wieder komplett....naja", dachte sie ein wenig traurig.
Bald darauf ließen sie sich das Mittagessen schmecken.

Am Nachmittag kam die Post.
Vanessa nahm zwei Pakete für Carmen, Briefe und Rechnungen für ihre Eltern, und einen Brief für sich entgegen.
Sie legte alles cin der Küche ab und ging dann nach oben um den Brief zu lesen. Merkwürdig. Kein Absender. Aber die Schrift kam ihr so bekannt vor.
Neugierig riss sie den Brief auf.

"Meine geliebte Schwester,
ich bin zu feige, dir in die Augen zu sehen. Deshalb schreibe ich dir diesen Brief. Sicher wunderst du dich, warum ich ihn ohne Absender abgeschickt habe. Ich hatte Angst, falls Mama, Papa oder Carmen die Post entgegennehmen, das sie den Brief zerreißen, wenn sie meinen Namen lesen und du nie etwas davon erfährst.
Die Familie hasst mich, Nessi. Und ich kann sie allesamt verstehen. Ich bin schuld an deinrm Unfall auf dem Eis. Ich bin schuld, das du eine neue Niere gebraucht hast. Ich bin an allem schuld. Es tut mir leid und es vergeht kein Tag, an dem ich nicht über diese Schuld nachdenke..."

Vanessa zeriss den Brief. Er umfasste noch 5 Seiten, aber sie konnte nicht qweiterlesen.
Sie warf ihn in den Papierkorb.
Ihr ganzer Körper vibrierte. In ihrem Kopf rauschte es, ihr wurde schwindelig. Ihr Herz und ihr Puls rasten. Jenny war schuld. Jenny war schuld an allem. Jenny hatte ihr alles gestanden.

Eine halbe Stunde später ging Simone am Zimmer ihrer zweiten Tochter vorbei.
Sie blieb stehen. Vanessa weinte.
Simone klopfte vorsichtig.
"Vanessa, mein Schatz, was ist denn los"?
"Lass mich in Ruhe" kam es aggrressiv von innen.
"Vanessa..."
Vorsichtig drückte Simone die Türklinke hinunter. Es war abgeschlossen.
"Vanessa mein Schatz, lass mich rein, bitte" asagte Simone sanft "lass mich rein, damit ich dich in den Arm nehmen und dich trösten kann".
"Verschwinde"!!! kam es noch aggrressiver aus dem Zimmer.
"Okay meine Kleine. Abwer wenn du reden magst....ich bin da, ja? Du kannst jederzeit zu mir kommen".
"Den Teufel werd ich tun"!
Das war Simone ein Stich mitten ins Herz.
Aber die Mutter spürte die Verzweiflung ihrer Tochter. Sie spürte, dass das Gesagte nicht ernst gemeint war. Sie spürte, das etwas passiert war.

Mitten in der Nacht schreckten Richard und Simone durch ein leises "Mama"? hoch.
Vanessa stand im Schatten des Mondes mitten im Schlafzimmer.
Der Mond verriet, das Vanessa Tränen übers Gesicht liefen.
Richard merkte das er überflüssig war.
"Ich geh mal nach der kleinen sehen" murmelte er und verschwand.
"Vanessa, kleines, was ist los"?
"Jenny...."
"Was ist mit ihr"?
"Sie hat mir alles gestanden Mama...."
"Wann"?
"In einem Brief".
"Komm her. Komm zu Mama".
"Warum habt ihr mir nichts gesagt"? schluchzte Vanessa.
"Weil...." Simone fand keine Antwort.
Simone rutschte auf Richards Bettseite, während Vanessa sich in Simones Bett verkroch.
Vanessa rückte ihrer Mutter immer näher und näher.
"Halt mich fest" murmelte sie verzweifelt.
Vanessa vergrub ihr Gesicht in Simones Armen.
Sie zog den Geruch, den nur Mütter haben kjönnen, ganz tief ein.
Simone streichelte ihrer Tochter zärtlich den Rücken.
Vanessa weinte zum Steinerweichen.
Richard kam herein. Vanessa vergrub sich nur noch tiefer bei Simone.
"Vanessa braucht heute Nacht ihre Mutter. Sie braucht mich" sagte sie leise.
Richard nickte und ging wieder.
"Kann ich heute Nacht bei dir schlafen"? fiepte es aus ihren Armen heraus.
"Natürlich."
Simone schluckte tapfer ihre Tränen hinunter. Sie konnte es nicht ertragen, wenn jemand weinte, den sie über alles liebte.
Am nächsten Morgen befreite sich Simone vorsichtig aus der Umarmung ihrer sclafenden Tochter.
Sie ging hinunter in die Küche, wo Richard stand und frühstückte.
"Guten Morgen mein Schatz" grüßte sie verschlafen.
"Guten Morgen. Wie geht es Vanessa"?
"Sie schläft noch".
Er kam auf sie zu und schloss sie in seine Arme.
"Es ist alles rausgekommen Richard. Jenny hat ihr einen Brief geschrieben."
"Oh je."
"Meine arme klweine war völlig verstört.."
Richard küsste Simone zärtlich.
"Sie hat dichh gebraucht, heute Nacht Simone. Vielleicht gehts ihr etwas besser".
"Das hoffe ich jedenfalls".
"Mach doch heute mal wieder was mit ihr. Ich nehm Luna mit in die Firma."
"ach das geht doch nicht! Du musst doch arbeiten".
"Das krieg ich schon hin. Außerdem ist Frau Schnell ganz vernarrt in unsere Kleine. Die passt bestimmt auf sie auf, wenn ich zur Bank muss".
"Also gut. Ich mach siev dir noch schnell fertig, damit sie heute noch was von ihrer Mama hat".
"In Ordnung. Ich seh mal nach Vanessa".
Simone ging in das Zimmer ihrer kleinen Tocvhter, die bereits wach war und zufrieden vor sich hin brabbelte.
"Hallo mein Schatz. Na gut geschlafen? Jetzt gehts in die Wanne, heute ist Papa-Tag"!
Sie nahm die kleine aus ihrem Bettchen und trug sie eine Weile durch den Raum. Die kleine war es gewöhnt, frühmorgends mit ihrer Mama zu kuscheln.
Dann trug sie Luna ins Bad und badete sie.
Sie war schon fast fertig, als Richard hereinkam.
"Schläft sie noch"? fragte sie leise.
"Tief und fest. Mir ist mein Parfüm runtergefallen, nicht mal das hat sie gehört".
"Es war ziemlich spät. Wir sind erst gegen 5 Uhr eingeschlafen".
"Na dann. Gib mir mal die kleine ich mach den Rest."
Richard wickelte seine Tochter und zog sie an.
Die kleine Luna war kitzelig und lachte aus vollen Hals dabei.
"Du hast nichts verlernt" grinste Simone.
"Sowas verlernt man nicht".
Richard legte seine Tochter in die Tragetasche.
"Einen schönen Tag euch beiden. Sag Vanessa das ich sie liebe und gib ihr den von mir".
Richard küsste Simone zärtlich auf die Stirn, dann auf den Mund.
"Der letzte war für dich" lächelte er.
"Tsachüss ihr zwei. Und überarbeitet euch nicht".
"Mal sehen".
Bevor er ging, warf er Simone noch eine Kusshand zu.
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Re: Siri Story

Beitrag#2von broken heart shipper » 5. Aug 2010 00:09

Wenig später kam Simone mit einem vollbeladenen Tablett ins Schlafzimmer.
Sie stellte es auf dem Tisch ab und setzte sich an den Bettrand.
Sie beobachtete noch eine Weile Vanessas Schlaf, der inzwischen unruhig geworden war.
Dann strich sie ihrer Tochter zärtlich über die Wange.
"Guten Morgen mein Schatz" sagte sie leise.
"Guten Morgen Mama" quäkte es verschlafen unter der Bettdecke hervor.
"Na, konntest du einigermaßen schlafen"? fragte Simone vorsichtig.
"Schon".
In diesem Moment richtete Vanessa sich auf und fiel ihrer Mutter um den Hals.
"Warum hat sie das getan Mama"?
"Ich weiß es nicht Vanessa: Ich weiß es nicht".
Sie streichelte ihrer Tochter zärtlich die zerzausten Haare.
Eiine ganze Weile saßen sie so da. Bis Vanessas Blick aufv das Frühstückstablett fiel.
"Hast du mir Frühstück gemacht"?
Simone nickte.
Vanessa löste sich aus Simones Umarmung, krabbelte quer über das Bett und angelte sich das Tablett.
Es war alles darauf was Vanessa mochte, Gouda, Kochschniken, Erdbeermarmelade, Nutella und Honig.
"Wenn du möchtest machen wur heute was zusammen. Nur wir beide. Papa hat Luna mit ins Büro genommen."
Vanessa überlegte kurz.
"Dannn hätte ich gern das wir uns einen faulen Mutter Tochter Tag machen".
Simone lächelte.
"Was hast du den vor"?
"Ein paar DVDs scvhauen? Keine Angst ich hab nicht nur Horrorfilme".
"Gut wenn du möchtest".
"Geh in mein Zimmer und such di aus was du sehen möchtest ich geh ins Bad."
Während Vanessa duschte suchte Simone sich ein paar Filme aus.
Vanessa zuliebe wählte sie auch einen Horrorfilm aus.
"13 Geister... so schlimm wird der schon nicht sein", dachte sie sich und ging damit ins Wohnzimmer.
Sie warte noch eine Weile auf Vaness, bis ihre Tochter mit Knabberzeug bewaffnet erschien.
Die Stunden vergingen wie im Flug. Der Horrorfilm war zwar nicht so harmlos gewesen, wie Simone gedacht hatte, trotzdem war sie froh, mal wieder einen Tag mit Vanessa verbringen zu können.
Nach dem letzten Film überredete Vanessa ihre Mutter, ihr die Haare zu färben. Feuerrot.
Als die Farbe einwirkte, bückte sich Simone nach ein paar Handtüchern. Dabei rutschte ihr Pullover hoch und legte die OP-Narbe frei.
Vanessa strich vorsichtig darüber.
"Tut sie weh"? fragte sie leise.
"Nein, ganz und gar nicht. Am Anfang hat sie gespannt, aber weh hat sie nie getan".
"Na wenigstens etwas. Vermisst du das Eislaufen"?
"Ein bißchen. Aber ich kann damit leben".
"Echt"ß
"Ja. Dein Leben ist wichtiger als das Eislaufen. Vanessa."
Eine halbe Stunde später wuschen sie die Farbe aus. Vanessa stand die Farbe gut. Das Bad sah zwar aus, wie anch einer Schlachtung, aber der Spaß war es ihnen wert gewesen.

Am Abend kam Richard nach hause.
Luna schlief tief und fest.
Simone legte ihre Tochter so wie sie war in ihr Bettchen, nahm ihr nur das Mützchen ab.
"Und wie war euer Frauentag"? erkundigte sich Richard.
"Schön wir haben DVDs geguckt und dabei Unmengen an Knaberzeug vernichtet. Danach hab ich Vanessa die Haare gefärbt."
"Und wie gehts ihr"?
"Etwas besser denke ich".
"Gut. Ich kann meine Kinder genauso wenig leiden sehen wie du".
Simone küsste ihn zärtlich.
"Ich weiß" sagte sie leise.
Dann lag eine Spannug zwischen den beiden. Eine unerträgliche Spannung. Richard zog Simone sanft auf ihr Bett und begann sie zu massieren..
Die zärtliche Massage endete in dieser Nacht mit einem leidenschaftlichen Liebesspiel.
Die ganze Nacht genossen die beiden nur für sich.

Am nächsten Tag war Vanessa allein in der Villa. Die Eltern waren mit Luna beim Kinderarzt, Carmen und Mariella waren beide arbeiten und Frau Scholz hatte frei.
Da klingelte es.
Arglos öffnete Vanessa. Vor der Tür der Steinkamps stand Jenny.
"Wow, mutig das du dich hier her traust" menite Vanessa und verschränkte die Amr vor der Brust.
"Vanessa, ich weiß, es tut mir alles so leid! Ich wünschte ich könnte alles rückgängig machen".
"Verschwinde"!
Vanessa knallte ihrer Schwester die Tür vor der Nase zu und stürmte nach oben.
Sie warf sich auf ihr Bett und weinte bitterlich.
Irgendwann ging sie zu Ben.

Etwas später kamen Simone und Richard nach hause. Die kleine Luna entwickelte sich hervorragend, hatte er Kinderarzt gesagt.
Auch Mariella und Carmen ware nzuhause.
Richard mochte Mariella zwar nicht, aber er hatte sich daran gewöhnt, das sie fast in der Villa wohnte.
"Hast du Lust, joggen zu gehen"? fragte Richarsd.
"Joggen? Wir beide"?
"Ja, warum nicht? Ist doch schönes Wetter.
Simone sah hinüber zu Carmen die nur breit grinste und sich offensichtlich sehr über die sturmfreie Bude freute.
"Nun heut, lass uns gehern. Passt ihr auf Luna auf"?
"Natürlich geht ruhig" erwiderte Carmen.

Tatsächlich gingen die beiden in einem Waldstück joggen. Das Wtter war herrlich. Es war nicht heiß aber ach nicht kalt, genau die richtige Temperatur.
Als sie sich gerade dehnten sah Simone hoch zum Himmel.
"Oh oh.. Das sieht nach Gewitter aus."
"Einer richtiger Jgger joggt bei jedem Wetter" erwiderte Richard lachend.
"Das ist nicht dein Ernst, oder"?
"Doch, komm schon, du bist nicht aus Zucker. Und wenn dir kalt ist, gibts nachher ein heißes Bad".
"Aber nur mit dir" murmelte Simone lleise und küsste ihn zärtlich.
"Mmmmh...klingt gut" sagte Richard und zog Simone zärtlich zu sich heran.
Just in diesem Moment begann es heftig zu regnen. Die beiden fuhren auseinander und lachten.
"Lauf, da müsste irgendwo ne Scheune sein" rief Richard.
"Wo"?
"An der Straße! Komm"!
Hand in Hand rannten sie lachend in Richtung Schwune.

Derweil...
Die kline Luna Marie schlief. Carmen und Mariella hatten es sich im Salon gemütlich gemacht.
Da klingelte es.
"Wer immer das auch ist, ich bring ihn um"! murmelte Carmen und schälte sich aus der Umarmnung ihrer Freundin, die sie nur mit Widerwillen gehen ließ.
Vor der Tür stand weieder Jenny.
Carmen ließ sie rein. Im ströenden Regnen ließ man niemanden stehen.
"Ich hab mich selbst angezeigt. Ich werde gleich abgeholt, hier. Ich hab getan was ihr wolltet, aber bitte, bitte verachtet mich nicht mehr! Bitte"!
"Jenny, Jenny beruhige dich"!
Ein ohrenbetäubender Donnerschlag war in diesem Moment zu hören.
Die kleine Luna schrie vor Scheck.
Jenny rannte nach oben. Sie wollte nur noch einmal zu Luna. Einmal, bevor sie ins Gefängnis musste.

Richard und Simone ahnten von all dem nichts.
Sie hatten pitschnass die besagte Scheune erreicht und stolperten erleichtert hinein.
"Wenn uns jemand erwischt, das gibt Ärger" gab Simone zu bedenken.
"Ach komm, wer geht schon bei strömemdem Regen und Gewitter in eine Scuene"? fragte Richard.
Simone lachte.
"Wir zwei zum Besipiel", gluckste sie und bewarf ihn mit einer Handvoll Stroh.
"Na warte"!
Richard warf mindestens das doppelte zurück. Wie zwei kleine Kinder rannten sie durchs Heu, bis Simone hinfiel.
"Autsch"!
"Hast du dir was getan"? fragte Richard besorgt.
Simone lächelte.
"Nein. Und weißt du was ich glaube"?
"Nö."
"Wir sollten die nassen Sachen ausziehen" lächelte sie.
Ihre Hände glitten zärtlich unter seine Traningsjacke.
"Frau Steinkamp, wollen sie mich etwa verführen"? fragte Richard geziert.
"Schon möglich" lächele Simone und küsste ihn zärtlich.
"Stimmt" murmelte Richard "wir müssen ganz drigend aus den nassen Sachen raus".
Seine Stimme war ganz rau vor Verlangen.
Während Simone und Richard sich während eines immer heftigeren Gewitters ihren Gefühlen hingaben, anhnten sie nicht, was für ein Donnerwetter in der Villa tobte.
Das Gewitter hatte sich verzogen. Knutschend taumelten sie zu ihrem Auto.
Richard konnte es nicht lassen, während der Fahrt Simones Knie zu streicheln.
"Richard...konzentrier dich auf die Fahrbahn" mahnte sie ihn liebevoll, während sie das Handschuhfach nach ihrem Handy durchsuchte.
Schließlich fand sie es.
"Oh Gott....Richard....fahr schneller....Mariella und Carmen...sie haben zig mal probiert anzurufen. Bestimmt ist was passiert"!
"Was soll denn passiert sein"?
"Ich weiß es nicht, fahr einfach schneller" schrie sie.
"Ja, ich leg ja schon zu" besänftigte er seine Ehefrau.
Richard gab Gas.
Schließlich hatte Simone endlich Empfang und rief bei ihrer Schwester an.
"Carmen, Carmen meine Süße, was ist passiert? Warum weinst du"?
"Vanessa...sie ist eben auf Jenny losgegangen".
"Oh Gott...ist was passiert"?
"Nein, wir haben nen Notarzt da, Mariella hat ihn gerufen. Vanessa kriegt gerade was zur Beruhigung."
"Wir sind in 5 Minuten da" sagte Simone wie versteinert und legte auf.

Ein paar Minuten später standen sie vor der Villa. Mariella stand vor der Tür und rauchte. Sie wirkte nervös.
"Was ist passiert"? rief Simone.
"Jenny kam und wollte sich bei Vanessa entschuldigen. Sie hat sich selbst angezeigt, Simone".
"Ja und dann"? fragte Simone hitzig.
"Irgendwann hat Vanessa ein Glas nach Jenny geworfen und sie mit voller Wucht an der linken Stirnseite getroffen. Carmen konnte verhindern das schlimmeres passiert."
"Wie geht es den beiden"? fragte Richard.
"Jenny gehts gut, das gibt ne Beule, mehr nicht. Vanessa schläft".
"Ich muss zu ihr" sagte Simone leise.
Sie rannte die Treppe hinauf, stieß am Ansatz heftig mit Frau Scholz zusammen.
Diese hatte wohl mit einem harschen "Können sie nicht aufpassen"? gerechnet, jedenfalls guckte sie wie ein Schaf bei Gewitter als Simone ein schnelles "Tschuldigung" stammelte.
Sie betrat das Zimmer ihrer Tochter.
"Mama"? kam es schwach aus dem Bett.
"Ja, mein Schatz, ich bin ja da. Ich bin ja da".
Sie setzte sich an die Bettkante. Soie streichelte die Hände ihrer Tochter, deren Brustkorb sich gleichmäßig ob und senkte.
"Vanessa, es wird alles wieder gut, versprochen. Ich werde alles dafür tun, das es dir gut geht. Ganz bestimmt".
Da kam Frau Scholz herein. Fast im selbem Moment musste die Haushälterin heftig niesen.
"Gesundheit" antwortete Simone ohne den Blick von Vanessa abzuwenden..
"Kein Schnupfen, eine...Hatschi! Heuallergie"!
"Oh je, ich zieh mich gleich um und wasch die Sachen selber".
"Nicht nötig, das geht schon".
Frau Scholz stellte ein Tablett mit einer Kanne Tee auf Vanessas Schreibtisch hab.
"Den hat Jenny für sie Hatschi! gemacht".
"Jenny ist da"?
Die Haushälterin nickte.
Nachdem Simone sich umgezogen hatte, vergewissete sie sich, das Vanessa nooch schlief. Dann schlich sie hinunter in die Küche.
Dort saß Jenny. Wie ein kleines Häufchen Elend.
"Hallo Mama".
"Hallo mein Schatz".
"War das jetzt ernst gemeint"? fragte Jenny sich.
"Was ist mit deiner Stirn"?
"Eine kleine Beule, weiter nichts. Vanessa hatte ja recht. Sie hätte mich totschlagen sollen, verdient hätte ich es ja".
"Hör auf mit dem Schwachsinn"!
"Es ist so".
"Nein"!
Simone umarmte ihre Tochter von hinten. Ganz vorsichtig und zaghaft.
Jenny klammerte sich regelrecht an die Arme ihrer Mutter. Es hatte ihr gefehlt. Simones Liebe, ihre Anerkennung hatte ihr gefehlt.
Dann löste sich Jenny aus Simones Umarmung.
"Was ist"? fragte Simone leise.
"Es ist besser wenn ich nicht mehr da bin, wenn Vanessa aufwacht".
"Nein, bleib hier, bitte. Es ist bestimmt nicht falsch, wenn du da bist. Dann sieht sie, das du es ernst meinst".
"Okay."
"Dann sag ich mal Frau Scholz, sie soll dein Bett beziehen."
"Nein Mama. Die Zeiten der verwöhnten Zicken-Jenny sind vorbei. Das mach ich selbst."
"Ähh...okay..."
Ein bißchen verwundert war Simone ja schon.
ABer dann ging sie wieder nach oben zu Vanessa.
"Mama...Mama...nein geh nicht weg...bitte geh nicht weg...bitte Mama, bleib..."
Simone zerriss es fast das Herz. Ihrte Tochter fantasierte.
"Vanessa mein Schatz, ich bin da...ich geh nicht weg Kleines, hörst du? Niemals. Niemals. Ich verspreche es dir".
Sie streichelte Vanessas Haare, ihre Hände.
"Mama"? kam es plötzlich ganz schwach.
Dann öffnete Vanessa mühesam die Augen.
"Mama...ich liebe dich" hauchte Vanessa leise.
Simone stützte ihre Tochter auf und umarmte sie.
"Ich dich auch kleines, ich dich auch".
"Hab ich Jenny sehr weh getan"?
"Nein. Sie hat nur eine kleine Beule."
"Ist sie hier"?
Simone wollte erst lügen, aber dann entschied sie sich für die Wahrheit.
"Sie ist nebenan".
"Echt"?
"Ja".
"Jenyy"!
Die Schiebetür zum Bad öffnete sich langsam.
"Hallo kleine Schwester."
"Mama, lässt du uns allein? Bitte.
"Wenn ihr wollt...natürlich".
Etwas unsicher verließ sie den Raum.
"Komm her" sagte Vanessa leise.
Jenny schlich zu ihrer Schwester.
"Setz dich zu mir Jenny.
Mit innerlicher Anspannung wartete Jenny ab, was kam.
"Jenny, ich weiß, weshalb du hier bist. Du willst das ich dir verzeihe, stimmts"?
Jenny nickte nur.
"Du willst das ich das alles vergesse und das wir alle nochmal von vorne anfangen, stimts?
Jenny nickte wieder. Sie brachte keinen Ton heraus.
"Vergessen kann ich es nicht, Jenny. Aber verzeihen kann ich dir".
"Wirklich"? fragte Jenny leise.
"Ja. Verzeihen kann ich dir".
Als Unterstreichung ihrer Worte schloss Vanessa ihre Schwester in ihre Arme.
Jenny traute sich erst nicht, auch die Arme um Vanessa zu legen. Doch dann tat sie es. Ganz zaghaft und vorsichtig.
Durch Vanessas dünnes Sweatshirt spürte sie die Narbe der OP. Sie zog ews ein kleines Stück hoch und strich ganz vorsichtig darüber.
"Merkst du davon noch was"? fragte sie leise.
"Im Moment merke ich nur deine eiskalten Hände" antwortete Vanessa trocken.
Erschrocken zog Jenny ihre Hand weg.
"Hey, das war ein Scherz. Ich muss jeden Tag Medikamente nehmen, um die Funktion von Mamas Niere unterstützen zu können, aber sonst gehts mir gut.
"Lügst du mich jetzt auch nicht an"?
"Nein. Aber Jenny- mal im Ernst- was du getan hast, aber krank. Du bist krankhaft eifersüchtig und ehrgeizig. Du wolltest das Mama sich verletzt. Du gönnst anderen keinen rfolg-wie krass ist das denn"?
"Ich weiß..." sagte Jenny traurig.
"Versprichst du mir, das du dir helfen lässt?"
"Wenn du mir dabei hilfst".
"Möchtest du das denn"?
Jenny nickte heftig.
Sie warf sich in die Arme ihrer kleinen Schwester und brach in Tränen aus. Eine halbe Stunde lang weinte sie nonstop bitterlich.
Vanessa streichelte ihrer Schwester betroffen die Haare.
"Wir schaffen das schon. Zusammen" sagte Vanessa leise.
"Das verdiene ich nicht" sagte Jenny leise.
"Jetzt hör aber mal auf. Sollen wir runtergehen? Ich hab Hunger."
"Ich auch. Gehen wir."

Als die Mädchen den Salon betraten, saßen alle bereits am Tisch. Instiktiv nahm Jenny die Hand ihrer Schwester.
Vanessa drückte Jennys Hand zuversichtlich.
"Guten Morgen" sagte Jenny zaghaft.
Viermal hintereinander hörte sie ein 'Guten Morgen' das sich nicht wirklich distanziert anhörte.
"Guten Morgen Jenny. Magst du dein Müsli"? fragte Simone und lächelte dabei.
Jenny war so baff, das sie nur nicken konnte.
"Dein Kaffee"? fragte Richard.
Auch ein Lächeln.
"Wie immer," sagte Jenny leise. Die Freude sah man ihr deutlich an.
Vielleicht wurde ja wirklich alles wieder gut.

Etwas später ging Richard ins Büro, Vanessa ging zur Schule und die beiden anderen verabschiedeten sich zu einem Spaziergang mit der kleinen Luna.
Jenny und Simone waren allein.
Unsicher rührte Jenny in ihrer fast leeren Kaffeetasse herum.
"Nicht so viel rühren, sonst wird ihm schwindelig" murmelte Simone trocken.
"äh...was"?
Jenny war so in Gedanken versunken gewesen, das sie ihre Mutter nicht gehört hatte.
"Der kaffee. Nicht soviel rühren sonst wird im schwindelig".
Jenny grinste.
"Du bist unsicher, oder"?fragte Simone vorsichtig.
"Naja, schon. Schließlich hab ich soviel Mist gebaut, das ich es eigentlich nicht verdient hab, das ihr mir verzeiht."
"Du hast es trotzdem versucht und es hat geklappt.Das hat uns gezeigt, dass dir das ganze nicht egal ist."
"Wirklich"ß
"Ja."
"Weißt du was ich dir schon ewig sagen wollte Mama"?
"Nein."
"Seit Vanessa dir mal an den Kopf geknallt hat, dass sie dich hasst,hast du dich verändert. Früher warst du eiskalt. In der Firma hattest du den Ruf die 'böse Königin' zu sein. Und jetzt? Du kümmerst sdich mehr um die Familie. Das ist toll".
"Danke Jenny."
"Heute Nacht war Luna gerade wach als ich mal nach ihr gesehen habe. Ich musste es einfach tun, ich weeiß nicht warum. Ich hab ih ein bißchen Muttermilch gegeben, war das okay"?
"Ja, klar. Nachts füttere ich sie nur noch, wenn sie aufwacht. Mehr braucht sie nicht mehr, sie entwickelt sich prächtig."
"Ehrlich gesagt-kurz nach der Geburt hätte ich das nicht gedacht."
"Ich auch nicht" sagte Simone leise.
Die Erinnerung nagte an ihr.
Jenny merkte das sie etwas falsches gesagt hatte.
Sie lief um den Tisch herum und umarmte ihre Mutter. Wie bei Vanessa. Ganz zaghaft und vorsichtig
3 Wochen später zog Jenny aus. Sie hatte eine eigene Wohnung in Essen. Sie schien sich wirklich verändert zu haben.

Jenny holte Vanessa und Luna regelmäßig ab, um etwas mit ihnen zu unternehmen.
So auch an diesem Tag.
Simone und Richard hatten die Villa für sich, weil Carmen und Mariella arbeiten mussten.
Sie hatten gemütlich gefrühstückt, waren einkaufen gewesen und nun saßen sieArm in Amr auf dem Bett und genossen einfach nur den Moment.
Simonw lauschte Richards Herzschlag.
"Du hast Herzklopfen" sagte sie leise.
Richard küsste sie sanft auf die Stirn.
"Aber nur wegen dir".
"Chameur."
"Es ist die Wahrheit."
"Gut, ich glaubs dir ja."
Simone"ß
"ja"? Bist du auch so glücklich wie ich? Ich meine so wie es jetzt ist. Wir haben eine süße kleine Tochter, Vanessa ist wieder gesund, Jenny ist auf dem Weg, ein anderer Mensch zu werden.."
"Ja, allerdings. Aber weißt du was mich jetzt glücklich macht"?
"Nein, was"?
"Das wir beiden nur für uns sein können".
"So"?
"Ja" haucht sie leise.
Sie zog ihn zärtlich an sich heran.
"Simone ich lie.."
Simone legte ihm einen Finger auf den Mund.
"Ich weiß, Richard, ich weiß. Ich dich auch".
Ihre Herzen schlugen immer schneller.
"Ich will dich. Ich will dich jetzt",raunte er ihr leise ins Ohr.
Sie küssten sich. Mit einer gewissen Moschung aus sanfter Zurückhaltung, zärtlicher Begierde und wildem Verlangen.
Sie konnten gar nicht mehr aufhören den anderen zu berühren. Es war wunderschön.

Zur gleichen Zeit....
Jenny konzentrierte sich auf die Autobahn, während Vanessa hinten auf der Rückbank die kleine fütterte.
"Kannst du an der nächsten Rasstätte anhalten? Ich muss mal und ein Windelwechsel ist auch fällig".
"Klar."
Kaum hatte Jenny das gesagt, wurde die näxchste Raststätte ausgeschildet.
"15 Kilometer noch Vanessa. Hast du auch Hunger"?
"Hunger hab ich nicht, aber wir können was essen."
5 Minuten später bog Jenny ab.
Den ganzen Tag schon hatte Simones Älteste ein merkwürdiges Gefühl im Bauch. Es würde heute noch etwas passieren, das spürte sie.
Als Simone sie am Morgen gebeten hatte, mit Vanessa und Luna einen Ausflug zu machen, hätte sie am liebsten abgelehnt. Aber ihre Mutter hatte sich so auf den gemeinsamen Tag mit ihrem Vater gefreut. Sie konnte nicht absagen.
Drei Nächte lang hatte sie nur einen Traum gehabt: Ein Auto fuhr auf der Straße,. Ein silbergrauer Mercedes, so einen wie sie besaß. Dieser Mercedes kam von der Straße ab und fuhr ungebremst eine Böschung hinunter. Dann waren nur Schreie zu hören. Sobald sie die Schreie hörte, war sie schweißgebadet zu sich gekommen.
Sie war so in Gedanken, das sie gar nicht bemerkt hatte, das Vanessa ausgestiegen war und mit der kleinen Luna auf dem Arm auf die Toiletten zusteuerte.
Sie stieg selbst aus, ging in das angrenzende Bistro und nahm ein belegtes Laugenbrötchen für sich und eine Laugenstange für Vanessa mit.
Als sie zurückkam, wartete Vanessa mit Luna bereits am Auto.
"Hey Schwesterherz! Carmen hat gerade angerufen und hart mich gefragt, ob wir Lust haben,noch mit ins Zentrum zum Schwimmen zu gehen. Hast du Lust"?
Da waren sie wieder. Diese Bilder. Diese schrecklichen Bilder. Ein silbergrauer Mercedes kam von der Straße ab. Dann nur noch Schreie.
"Jenny, alles klar"?
Vanessa fuchtelte mit einer Hand vor Jennys Gesicht herum.
"Äh....ja klar können wir machen."

2 Stunden später warteten sie vergeblich vor dem Zentrum. 19 Uhr hatte es gehießen. Nun war es kurz vor halb neun.
"Merkwürdig. Ih glaube wir sollten mal ihre Strecke abfahren" meinte Jenny, nachdem sie zum x-ten Mal versucht hatte, ihre Tante zu erreichen.
"Okay".
Im Schritttempo fur Jenny die Straße entlang. Sie war menschenleer. Die kleine Luna hatten sie ins Zentrum gebracht, Constanze passte auf sie auf. Ihe Eltern hatten die beiden nicht erreicht.
Vanessa drückte ihre Nasr an der Fensterscheibe platt.
"Jenny halt an, da ist was"! schrie sie plötzlich.
Jenny fuhr rechts ran, schaltete die Warnblinkanlage ein und dann stiegen sie vorsichtig aus.
Sie wagten sich eine klwine Böschung hinunter. Nur durch ein Blinken war Vanessa darauf aufmerksam geworden.
Jenny wurde übel. Als sie die Böschung durchkämpft hattn, kam ein silbergrauer Mercedes zum Vorschein.
Sie drängte sich sanft an ihrer Schwester vorbei und linste angstvoll in den Wagen.
Ihr stockte der Atem: Im Wagen saßen Carmen und Mariella. Entweder waren sie schwerst verletzt - oder tot.
Mädchen wagten sich näher an den Wagen heran. Nur mit Mühe gelang es Vanessa, die Beifahrertür, wo Mariella saß, zu öffnen.
Die Fahrertür rührte sich keinen Millimeter. Jenny zog mit aller Kraft daran, aber es passierte nichts.
"Mariella? Mariella hörst du mich"? sprach Vanessa die Lebensgefährtin ihrer Tante an.
"Vanessa"....
"Ja Mariella, ich bins. Hast du Schmerzen"?
"Mein Kopf tut mir weh...nur der Kopf. Aber ich kann mich nicht bewegen....was...was ist mit Carmen"?
"Du bist eigeklemmt...ich weiß nicht Mariella."
"Ich muss hier raus damit ihr Carmen helfen könnt, "sagte Mariella leise.
"Tatsächlich stand erst eine Chance, an Carmen heanzukommen, wenn Mariella befreit war.
"Ich hab die Feuerwehr gerufen. Die verständigen die Polizei und Krankenwagen" sagte Jenny nervös.
Nur ein paar Minuten später hörten sie die Sirene.
Nur 5 Minuten später war Carmens Mercedes nur noch in Teile geschnitten. Die beiden Frauen waren regelrecht aus dem Wagen herausgeschnitten worden.
"Ist Carmen tot"? hatte Vanessa einmal gefragt.
Mit Mühe hatte mariella die Halsschlagader ihrer Freundin erreicht.
"Sie lwbt" sagte sie halb glücklich, halb traurig.
Carmen war schwerst verletzt. mariella entdeckte diverse Abschürfungen und Wunden im Gesicht, an den Armen und an den Händen.
Es war ein schrecklicher Anblick.
Carmen wurde mit äußerster Vorsicht aus dem Wagen gehoben.
"Keine Reaktion, wahscheinlich Schädel-Hirn-Trauma...Druck auf der Bauchdecke...entweder freie Flüssigkeit oder stumpfes Bauchtrauma. Der Blutverlust ist hoch, sie muss sofort ins nächste Krankenhaus geflogen werden"!
Mariella hatte die Notärztin die ganze Zeit reden gehört. Die blanke Angst packte die junge Frau.
"Wenn Carmen stirbt, will ich auch sterben" sagte sie leise.
Jenny und Vanessa hatten sie nicht gehört.

Währenddessen....
"Richard ich kann dri gar nicht sagen wie glücklich ich bin" sagte Simone lächelnd und küsste ihren Mann zärtlich.
"Ich auch, Mönchen, ich auch".
Sie lagen in der Badewanne. Simone hatte sich gegen Richad gelehnt und ließ sich den Nacken kraulen.
Sie versanken in einem langen, zärtlichen Kuss.
"Ich liebe dich Simone" sagte er leise.
"Und ich dich erst."
Sie gaben ich erneut ihren Gefühlen hin. Sie ahnten nicht, was los war.
Vanessa hatte x-mal versucht, ihre Eltern anzurufen. Nichts. Die Handys waren ausgeschaltet und aum Festnetz meldete sich nur der Anrufbeantworter.
Sie zitterte am ganzen Leib, als Carmen in den Hubschrauber geschoben wurde. Kurz darauf wurde auch Mariella abtransportiert.
Die Mädchen blieben allein zurück. Jenny brach weinend zusammen.

Dann, endlich. Vanessa rief ihre Mutter an und es ertönte ein Freizeichen.
„Hallo mein Schatz! Wo seit ihr denn, wir warten schon!“
„Mama...wir sind in der Uniklinik. Mariella und Carmen hatten einen Unfall. Du musst sofort kommen, bitte“!
„Oh Gott...schlimm“?
„Carmen ist schwerverletzt, Schädel-Hirn-Trauma und stumpfes Bauchtrauma, aber immerhin – keine Lebensgefahr. Mariella hat eine schwere Gehirnerschütterung.“.
Wir sind bald da Kleines. Bleib ruhig“!
Eine halbe Stunde später waren die Eltern da. Endlich.
Vanessa klammerte sich an ihre Mutter, als diese ihr Einverständnis für Carmens OP unterschrieb.
„Wir brauchen für die OP mindestens zwei Blutkonserven. Haben sie die Blutgruppe A positiv, Frau Steinkamp“?
„Ja, die habe ich.“
„Würden sie ihrer Schwester ihr Blut spenden“?
„Natürlich.“
Im Eilverfahren wurde Simone kurz darauf ein Liter Blut abgenommen. An jeder Vene hing eine Nadel.

Sie warteten bis in die Nachtstunden vor dem OP, als Carmen endlich herausgeschoben wurde.
„Wir konnten ihr den Druck vom Gehirn nehmen, das erspart ihrer Schwester ein künstliches Koma. Sie hat ein Mittel zum Aufwachen bekommen, das Schädel-Hirn Trauma ist nur ganz leicht. Wir gingen von einem schweren aus.“
„Wann wacht sie auf“? wollte Mariella wissen, die wie ein Häufchen Elend in einem Rollstuhl saß.
„In der nächsten Stunde bestimmt“ beruhigte sie die Ärztin.
„Gott sei dank“ sagte Simone leise.
Alle anderen fuhren nach hause, Mariella und Simone blieben.
2 Stunden später hob Carmen mühsam die Lider.
„Mann hab ich nen Schädel...“ sagte sie schwach.
Simone lächelte. Wenn ihre Schwester so redete, war sie auf dem Weg der Besserung. Seitdem war eine Woche vergangen. Carmen war auf dem Weg der Besserung.
Mitten in der Nacht kam Jenny schreiend zu sich.
Ihr Atem ging schnell, ihr Puls und ihr Herz rasten.
Die Schiebetür zu Bad wurde aufgestoßen und Vanessa rauschte herein.
"Jenny? Was ist los"?
Ihre Schwester setzte sich neben sie.
"Ich...ich hab schon wieder so einen Mist geträumt," keuchte sie.
"Jenny, beruhige dich. Was hast du geträumt?" fragte Vanessa sanft.
"Mama..Papa..sie sind überfallen worden...hier in der Villa".
Vanessa schloss ihre Schwester in ihre Arme.
Jenny zitterte am ganzen Leib.
"Soll ich uns einen Tee machen"? fragte Vanessa leise.
"Ja. Einen Fencheltee bitte."
"Kriegst du. Ich bin gleich wieder da".
Jenny legte sich hin, als ihre Schwester verschwand.
"Was hat das nur zu bedeuten? Ich träume von einem Unfall und er ist passiert. Und jetzt? Ich habe Angst."
5 Minuten später war Vanessa wieder da.
Sie zog den Duft eines frisch aufgebrühten Fencheltees vor sich her."
Die Schwestern tranken schweigend.
Jenny starrte in die Nacht hinaus.
Als Vanessa wieder in ihr Bett krooch, ahnte sie das ihre Schwesterb etwas bewegte.

Erneut verging eine Woche. Mittlerweile war Mariella entlassen worden.
Jenny wurde jede Nacht von ein und dem selben Traum gequält. Jede nacht kam sie schweißgebadet zu sich.
Eines Abends kam Vanessa in ihr Zimmer.
"Du, Jenny, ich möchte dich mal was fragen".
"Wenn du mir so ankommst willst du was von mir. Also, was ist los"? fragte ihre Schwester lächelnd.
"Naja...Nina und ich würden gerne ein bißchen länger in dieser neuen Disco bleiben und da wolt ich fragen..."
"Ob ich dir mein Einverständins gebe? Klar, kriegst du"!
"Ne...da müsste jemand volljähriges mitgehen."
"Auf gar keinen Fall"!
"Ach Jenny! Sei keine Spaßbremse! Bitte, bitte, bitte, bitte, bitte! Ich revancier mich auch"!
Jenny grinste.
"Okay! Dann krieg ich nächstes Wochenende jeden morgen pünktlich um 9 Uhr Frühstück ans Bett"!
"Danke!! Kriegst du natürlich. Wir wollen so bis um 2 Uhr bleiben".
"Naja...gut. Dir zuliebe"!
Vanessa drückte ihrer Schwester einen zärtlichen Kuss auf die Stirn.
Sie rannte aus dem Zimmer, um Nina anzurufen.
Jenny sah ihrer Schwester kopfschüttelnd, aber lächelnd hinterher.

Am Abend....
"Na, genießt du unsere sturmfreie Bude genauso"? fragte Richard und küsste seine Frau zärtlich.
"Und wie! Hat doch sein gutes, das Mariella jetzt offiziell hier wohnt, oder"?
"Naja, es ist ir ein bißchen suspekt, ihr unsere Tochter allein anzuvertrauen".
"Mariella ist anders als Dr. Schwarz, glaub mir. Manchmal glaub ich, einer von beiden wurde bei der Geburt vertauscht".
"Stimmt. Mariella ist schon sehr nett. Aber trotzdem."
"Gib ihr eine Chance, Richard. Sie hat Luna sofort genommen, nachdem ich sie gefragt habe".
"Sie ist ganz vernarrt in die kleine."
"Das stimmt. Sie war geschockt, als ich ihr gesagt habe,, das ich noch eine kleine Tochter habe."
"Das kann ich mir denken".
Die beiden lagen einander gekuschelt auf ihrem Bett und ließen den Abend bei einem Glas Champagner ausklingen.
Simone genoss die Nähe zu Richard sichtlich. Die ganze Anspannung war letzten Wochen und Monate schien von ihr abgefallen zu sein.
"Mönchen"?
"Ja"?
"Ich liebe dich. Mer als alles andere auf dieser Welt."
"Ich dich auch. Noch mehr als das".
Sie küssten sich zärtlich. Es war ein wunderschöner, langer Kuss.

Gegen 23 Uhr hörte Richard plötzlich einen dumpfen Schlag.
Auch Simone fuhr aus ihrer bequemen Lage in Richards Armen hoch.
Sie fuhr so heftig nach oben, dass sie mit der Stirn heftig gegen Richards Nase stieß.
"Aua" beschwerte der sich sogleich "jetzt will ich aber ne Entschädigung".
Simone küsste ihn zärtlich.
Da war wieder dieser dumpfe Schlag, diesmal lauter.
Dann klirrte es.
"Was war das"? fragte Simone ängstlich.
"Ich weiß es nicht. Bleib hier Schastz, ich seh nach".
"Bist du verrückt? Du musst nicht nochmal den Helden spielen"!
In diesem Moment flog die Schlafzimmertür auf und drei schwarze Gestalten stürmten herein.
Bevor sie sich überhaupt umsehen konnten, waren Richard und Simone an ihr Bett gefesselt worden.
Beide hielten sich zurück um Hilfe zu schreien. Einer der beiden hatte eine Waffe!
"Wo ist der Tresor"?
Diese Stimme. Sie kam Richard und Simone sofort bekannt vor.
"Na wirds bald!
Der Mann mit der Waffe drückte Simone den Lauf schmerzhaft gegen die Stirn.
Sein Blick war ganz auf Richard gerichtet.
"Im Salon. Die Kombination ist die 468543" sagte er leise.
Si,mone brachte keinen Ton heraus. Sie stand unter Schock, war wie erstarrt.
In diesem Moment kam Mariella mit einem lauten "Hallo"!!!!!! nach hause.
"Mariella lauf weg! Lauf und hol die Polizei"! schrie Richard aus Leibeskräften.
Bevor Mariella überhaupt loslauen konnte hatte sie einer der Männer niedergeschlagen.
Sie lag blutend auf dem Boden direkt an der Treppe.
"Luna..." sagte Simone leise.
"Schscht. Ihr ist bestimmt nichts passiert".
Richard hatte recht gehabt.
Mariella war so auf den Boden gefallen, das die kleine im Tragegurt direkt über ihr lag. Sie gab keinen Laut von sich. Als wüsste sie, dass sie sich in gefahr befand.
Mühsam öffnete Mariella die Augen.
Oben waren Schreie zu hören. Simones. Richards.
"Tun sie meiner Frau nichts, bitte"!
"Richard"!!!!!!!!
Dann war ein dumpfer Schlag zu hören.
Mariella wagte nicht, sich zu bewegen.
Die kleine Luna sah sie traurig an.
"Dir passiert nichts kleines. Dafür sorge ich" versprach sie.
Dann hörte sie Schritte.
Augenblicklich schloss sie die Augen wieder.
Die Typen machten sich am Tresor zu schaffen.
Eine halbe Stunde später war alles vorbei. Sie waren weg.
Mariella hievte sich hoch, griff zu ihrem Handy und rief die Polizei.
Dabei tropfte ihr Blut auf Lunas Köpfchen.
Dann raste sie nach oben.
"Simone? Richard?" rief sie auf dem Weg.
"Wir sind hier Mariella"!!!!! Simones Schreie waren so verzweifelt, das sie wusste, das diese Kerle Richard etwas angetan hatten.
Sie stürmte das Schlafzimmer und erschrak.
Simone versuchte verzweifelt sich zu befreien. Im Eifer des Gefechts war ihre OP-Narbe geplatzt. Blut war auf dem Laken zu sehen.
Sie stürzte sich auf Richards Seite, band ihn los, dann Simone, die herzergreifend schluchzte.
Dann raste sie ins Bad, riss Handtücher aus dem Schrank, warf eines davon Simone zu.
"Drück deine Narbe ab" rief sie während sie ein Handtuch auf Richards Stirn drückte. Er hate einen Schlag auf den Kopf bekommen.
"Luna....oh gott! Sie blutet ja! Die haben nicht mal vor einem Baby halt gemacht"! schrie Simone erbost.
"Keine Angst, das ist meines. Es ist ihr auf den Kopf getropft als ich die Polizei gerufen hab"!
Mariellas Stimme überschlug sich.
In diesem Moment waren Sirenen zu hören. Von Krankenwagen, Polizei und Notarzt.
Simone schälte sich aus dem Bett und rannte nach unten, das Handtuch immer noch auf ihre Narbe drückend.
Dann erlebte Mariella eine Überraschung: Arzt, Sanitäter und Polizei stürmten ins Schlafzimmer. Und Axel.
"Was machst du denn hier"? fragte sie überrascht, als der Arzt sie ablöste. Die Sanitäter kümmerten sich um Simones Narbe. Es hatte aufgehört zu bluten.
"Ich habe die Polizei hier reinrasen sehen und hab mir sofort Sorgen gemacht."
Mariella zog ihn auf den Flur und fragte: "Du und Sorgen? Verkackeier dich doch allein"!
"Mariella ich hab mir wirklich Sorgen gemacht. Um dich".
Mariella liefen Tränen über die Wangen.
Sie hatte die Kleine immer noch umsich geschnallt.
"Ist der kleinen was passiert"?
Mariella schüttelte den Kopf und begann zu weinen.
Axel legte den Arm um sie.
"Komm. Die sollen erst mal deine Wunde versorgen."
"Das mach ich selber. Die sind mit Richard und Simone beschäftigt".
Axel folgte seiner Schwester ins Bad.
Sie säuberte unter kleinen Wehschreien ihre Wunde und klebte sich ein Pflaster drauf.
Dann wusch sie Luna das Köpfchen.
Sie schnallte sie ab und trug sie ins Schlafzimmer.
"Luna, endlich"! sagte Simone leise.
Sie gab Simone ihre Tochter in den Arm.
"Geht es ihnen gut"? wurde mariella von einem Arzt gefragt.
"Ja. Ist nur ein Kratzer."
"Melden sie sich, wenn ihnen schlecht ist".
"Ist gut."
Simone drückte ihre Tochter sanft an sich, küsste sie immer wieder.
Dann ging Mariella nach unten, Axel folgte ihr. Im Wohnzimmer sicherte die Polizei Spuren.
Mariella sagte aus. Der ganze Tresor war leergeräumt. Sie wusste was darin gewesen war. Simones heiliger Familienschmuck und jede Menge Bargeld. Etwa 20.000 Euro.
Diese Typen wussten, das in der Villa etwas zu holen war. Das wusste sie zwar nicht, aber sie ahnte es.
"Mariella"?
Mariella schreckte aus ihren Gedanken hoch.
Ihr Bruder stand vor ihr und hielt ihr eine Tasse Tee hin.
"Danke" sagte sie leise.
"Willst du heute Nacht mit zu mir kommen"?
"Meinst du das Ernst"?
"Natürlich."
"Na gut. Ich sag nur Simone Bescheid".
Auf einmal hörte man panisches Schreien.
Vanessa und Jenny.
"Mama? Papa"? schrien sie immer abwechselnd.
Den Geschwistern bot sich ein Schock: Der Tresor war leer und Richard wurde, bei Bewusstsein, abtransportiert. Der Arzt vermutete eine leichte Gehirnerschütterung. Simone musste nicht wuiieder genäht werden. Wenigstens etwas.
Jenny wurde schwindelig. Sie stützte sich an Vanessas Schulter um nicht umzukippen.

Den Rest der Nacht verbrachten sie nicht in der Villa. Mariella war bei Axel, Simone war mit Luna und Richard ins Krankenhaus gefahren und Vanessa schlief mit Jenny in deren Wohnung.
Richard war leichter verletzt als zunäächst angenommen. Morgen dürfte er das Krankenhaus verlassen.

Am nächsten Tasg gingen sie zur Polizei.
"Es war Rocky" sagte Simone leise.
Vanessa war nicht geschockt gewesen. Eine solche Tat hatte sie Rocky schon immer zugetraut.
Noch am selben Tag wurden Rocky und seine Kumpanen festgenommen.
Doch von der Beute fehlte jede Spur.
Am nächsten Morgen wachte Mariella auf und wusste zunächst nicht, wo sie war.
Als sie richtig wach war, fiel ihr ein, das sie bei Axel geschlafen hatte.
Da klopfte es auch schon.
"Ja, komm rein" rief sie.
"Guten Morgen Mariella".
"Morgen".
"Na, wie has du geschlafen"?
"Es ging. Aber dein Bett ist echt bequem".
"Ich hab dich ein paar mal durch die Wohnung gehen hören."
"Bestimmt hab ich dann von dem Überfall geträumt. Niemand weiß, wie es ist, Todesangst zu haben. Ich dachte, die legen uns alle um."
"Du irrst dich, Schwesterchen. Die Geiselnahme damals im Zentrum- es war schrecklich. Ich weiß, wie das ist, glaub mir".
"Du warst unter den Geiseln"?
"Ja."
"Das wusste ich nicht."
"Wenn ichs nicht erzähle, kannst du es nicht wissen."
"Musst du nicht in die Firma"?
"Doch. Deshalb bin ich hier. Kaffee hab ich schon gemacht, nimm dir einfach alles was du haben willst",.
"Okay.Axel"?
"Ja"?
"Danke".
Axel nickte ihr zu. Und dann sah Mariella etwas, was sie Jahre nicht mehr gesehen hatte: Ein ehrliches Lächeln.

Derweil waren die Steinkamps auf dem Heimweg.
Jenny und Vanessa saßen Arm in Arm auf der Rückbank, während Simone fuhr und Richard neben ihr saß.
Simone hatte ein seltsames Gefühl im Bauch. Es war ein merkwürdiges Gefühl, zurück in die Villa zu fahren.
Richard hielt Luna auf dem Schoß und schien ihre Gedanken lesen zu können.
Als sie den Gang änderte, nahm er ganz sanft ihre Hand, die sie dankbar drückte.Die Mädchen bemerkten das nicht. Vanessa war in Jennys Armen völlig erschöpft eingeschlafen und auch Jenny konnte ihre Augen kaum offenhalten.
In der Villa angekommen, kroch Vanessa sofort in ihr Bett. Jenny machte Kaffee für alle, fütterte die kleine Luna und beobachtete ihre Eltern aus den Augenwinkeln.
"Mama ist traurig Luna. Das spürst du, stimmts? Mama ist traurig, weil der ganze Schmuck weg ist, der ihr was bedeutet hat. Verstehst du"?
Luna legte ihr Köpfchen auf Jennys Schulter.
Sie war müde.
"Na, dann bring ich dich mal in dein Bettchen".
Sie trug sie nach oben, legte ihre Schwester in ihr Bett und deckte sie fast überfürsorglich zu.
Gerade stimme sie ein Schlaflied an, als Simone hereinkam.
"Schläf sie"? fragte sie leise.
Jenny warf einen Blick ins Bett.
"Jetzt schon".
Simone trat an das Bett heran und küsste ihre kleine Tochter sanft auf die Stirn.
Als sie Jenny in die Augen sah, sah sie eine ihr völlig unbekannte Traurigkeit.
Sie schlang die Arme um ihre ochter, als diese zu weinen begann.
Simone führte ihre Tochter in ihr altes Zimmer.
Jenny löste sich keinen Zentimeter von ihrer Mutter.
"Ich komm mir vor wie eine Hexe, mama".
"Warum denn mein Schatz"? fragte Simone leise und strich Jenny zärtlich über die Wange.
"Der Unfall....der Überfall auf die Villa...ich hab alles mindestens eine Woche vorher geträumt. Ich hab Angst, schlafen zu gehen, Mama".
"Ach, mein Schatz. Komm mal her".
Simone zog sie noch dichter zu sich heran.
Irgendwann merkte sie wie Jennys Körper nachgab.
Sie war eingeschlafen.

Sie ging nach unten, wo Richard auf sie wartete.
"Alles ist weg, Richard. Mein Hochzeitscollier. Ich hab es so geliebt. Es war von deinen Eltern, weißt du noch?"
"Natürlich. Sie haben dafür 1 Jahr jeden Pfennig 5 mal umgedreht um es dir kaufen zu können".
"Weißt du, wann ich es zum letzten Mal getragen habe"?
"Am Paarlauf oder"?
"Stimmt. Meinst du...wenn sie uns von da oben sehen können..meinst du, sie wären an diesem Tag stolz auf uns gewesen?"
"Ganz bestimmt. Mama wäre stolz gewesen wenn sie das Collier gesehen hätte".
"Ich will es wieder haben Richard"!
Simone berach in Tränen aus. Der Schock der Nacht saß tief.
Richard nahm sie in den Arm und küsste sie zärtlich.
"Wir kriegen dein Collier wieder, ganz bestimmt."
"Ach diese Rocky hat es doch schon bestimmt fürs dreifache verkauft".
"Ich denke nicht. Sie sind ja noch in der Nacht festgenommen worden."
"Dann sollen die sagen wo sie es versteckt haben".
In diesem Moment piepste Richards Handy.
"Die Polizei hat bei mir angerufen, ich muss auf die Wache. Bin gegen Nachmittag da" Mariella
"Was wollen die von ihr? Die hat doch ausgesagt" meinte Richard.
"Mich wundert es auch. Vielleicht haben die Fragen die nur Mariella beantworten kann".
Richard nickte.
"Ja vielleicht":
Seine Frau schmiegte sich an ihn.
Er streichelte ihre Haare.
Simone wünschte sich, diese Moment könnte ewig dauern. Es war so schön.

Am Nachmittag stand Simone in der Küche und kochte. Vanessa und Jenny waren aufgewacht und wollten unbedingt Nudelauflauf. Also sollten sie ihn bekommen.
Da wurden ihr die Augen zugehalten.
Sie roch ein vertrautes Parfüm. Nach Vanillie, Kirschen und Marzipan.
Simone fuhr herum.
"Carmen"!!!!!!
Sie fiel ihrer Schwester um den Hals.
"Hallo Schwesterherz".
"Bist du entlassen worden"?
"Ich hab mich selbst entlassen".
"Du spinnst."
"Ihr braucht mich doch jetzt. Ich hab eine Überraschung mitgebracht. Eine ganz große."
"So"?
"Ja".
"Augen zu" sagte in diesem Moment Richard. Ganz leise.
Gehorsam schloss Simone die Augen.
Sekunden spürte sie etwas angenehm kaltes auf ihrem Hals.
Ungläubig öffnete sie die Augen.
Ihr Collier. Sie hatte es wieder. Gott sei Dank.
"Die Typen haben geredet" sagte Mariella und lächelte, als Simone jedem einzeln stürmisch um den Hals fiel.
Sie küsste Richard zärtlich. Sie hätte sie ganze Welt umarmen können.
Ein paar Tage später stand Simone mit der kleinen Luna auf dem Arm in der Chefetage und sah Jenny beim Eislaufen zu.
Sie atmete tief durch. So gerne würde sie mal wieder Eislaufen! Aber sie hatte ja damals gewusst was sie tat. Sie bereute es nicht, aber sie vermisste es, übers Eis zu rauschen.

Am Abend....
Es klopfte an die Tür.
"Ja"?
"Mama"?
Vanessa stand in der Tür.
"Mein Schatz, was gibts denn"?
"mama, ich werd dich jetzt was fragen und ich möchte eine ehrliche Antwort".
"Warum sollte ich nicht ehrlich zu dir sein, meine Große"?
"Gut. Papa und ich- wir haben dich vorhin beobachtet als du Jenny beim Eislaufen zugeschaut hast."
"Und"?
"Bereust du es, das du mir deine Niere gespendet hast"?
"Nein, Vanessa. Nein, und das werde ich auch niemals tun".
"Vermisst du das Eislaufen"?
"Ich...Vanessa...ja das Eislaufwen fehlt mir".
"Also bereust du es doch"?
"Nein, Vanessa, nein, wie oft noch"?
"Du hast deinen größten Traum für mich geopfert."
"Weil ich dich von ganzem Herzen liebe, Vanessa."
"Wirklich"?
"Natürlich. Und jetzt komm mal her".
Simone nahm Vanessa zärtlich in ihre Arme.
"Alles was zählt, ist das es dir gut geht und du wieder gesund bist. Sonst nichts, mein Kind.
"Ach Mama".
Vanessa kuschelte sich eng an ihre Mutter. Sie wusste, das ihre Mutter darunter litt, das Eislaufen aufgegeben zu haben. Ob sie es zugab oder nicht.

2 Tage später sah Vanessa beim Training zu.
Die beiden unterhielten sich, während Jenny lief.
Irgendwann lief Jenny auf die Banden zu, bremste scharf und fragte: "Sag mal, Vanessa, was ist mit dir los"?
"Ach nix..."
"Nix ist nicht viel. Komm sag schon. Ich merk das was nicht stimmt."
"Es geht um Mama."
"Geht es ihr nicht gut"?
"Ich weiß nicht ob man das so nennen kann. Sie vermisst das Eislaufen."
Jenny nickte.
"Das hab ch auch schon bemerkt. Neulich hat sie Roman und mich beim Trainig beobachtet. Ihr Blick ging immer wieder sehnsüchtig aufs Eis."
"ach man, das ist so unfair"!
"Was"?
"Sie hat mir das Leben gerettet, und dafür bin ich ihr so dankbar, das ich es ihr nie vergessen werde. Aber sie hat alles stehen un liegen lassen. Ohne zu zögern. Dabei hat sie doch erst ein fantastisches Comeback gefeiert."
Jenny legte den Arm um ihre Schwester.
"Machst du dir Vorwürfe"?
"Vorwürfe nicht. Aber Gedanken".
"Verstehe."
"Weißt du was ich manchmal glaube"?
"nein, was"?
"Das sie gar nicht weiß, wie dankbar ich ihr bin. Ich hab das irgendwie gar nicht gezeigt.
Jenny küsste Vanessa sanft auf die Stirn.
"Doch, das weiß sie, Vanessa. Kannst du dich noch an die Gedichte erinnern, die du geschrieben hast, als sie in der Psychatrie lag"?
"Die kitschigen Dinger"?
"Die sind nicht kitschig, sondern wunderschön. Ich hab eins im Schlafzimmer hängen sehen und zwei in ihrem Büro. Alles eingerahmt. Sie ist sehr stolz darauf, Vanessa".
"Echt"?
"Echt. Und jetzt lass uns abhauen. Ich komm gleich um vor Durst."
Die Mädchen fuhren nach hause.
Als sie dort ankamen, waren Simone, Carmen und Frau Scholz eifrig damit beschäftigt, Bilder aufzuhängen. Vor ein paar Tagen hatte Simone eine Fotgrafin in die Villa bestellt, um neue Familienfotos zu machen! Schließlich hatte die Familie mit Carmen und Luna Zuwachs bekommen!
"Hallo ihr beiden" rief Simone, lief auf sie zu und umarmte sie gleichzeitig.
"Wohin damit? Ich finde, es würde sich gut im Salon machen".
Frau Scholz hielt Simone ein Familienfoto unter die Nase, auf dem die gesamte Familie Steinkamp zu sehen war.
Vanessa warf einen Blick auf das Bild. Es war nicht groß, es war geradezu riesig!
Simone hattw dort ihre kleinste Tochter in ihren Armen, Vanessa und Jenny saßen strahlend daneben. Richard Hatte die Hände auf die Schultern grelegt. Die Familie Steinkamp strahlte um die Wette.
In den Gesichtern von Simone und Richard war Stolz zu erkennen.
Frei nach dem Moto: "Seht her! Das ist unsere Familie!
"Im Salon? Sehr gute Idee Frau Scholz".
Simones Stimme hatte Vanessa aus ihren Gedanken gerissen.
Simone lief in die Küche und kam kurz darauf mit zwei Bildern zurück.
"Hier das sind eure."
Sie hielt ihren Töchtern die Bilder hin.
"Es kommen noch welche dazu" erklärte Simone, nachdem Vanessa bemerkt hatte, das 4 Stück fehlten: Sie hatte ein Gemeinsames nur mit ihren Schwestern, eins mit Richard und eins mit Carmen und- ihr ganzer Stolz- eins mit Simone.
Sie lächelte bei der Erinnerung an das Fotoshooting. So viel Spaß hatte die Familie lange nicht mehr gehabt.
Schade das Richard ausgerechnet jetzt geschäftlich in Berlin war.

In der Nacht wachte Vanessa auf, weil sie Durst hatte. Auf dem Rückweg hörte sie das ihre kleine Schwester wach war.
Sie machte kehrt und lief kurz darauf mit einer Flasche Muttermilch in Lunas Zimmer.
"Hallo kleines. Hast du Hunger? Weißt duwas? Wir lassen Mama mal schlafen. Komm her ich hab was für dich".
Sie nahm die kleine aus ihrem Bettchen und machte es sich mit ihr im Schaukelstuhl bequem.
Nur wenigw Minuten später war die Flasche geleert. Die kleine schlief schon wieder, nachdem Vanessa sie frisch gewickelt hatte und sie wieder in ihr Bett legte.
Auf einmal hörte sie die Haustür leise ins Schloss fallen.
"Welcher Idiot geht um diese Zeit aus dem Haus"? dachte sie.
Im nächsten Moment fiel ihr ein, das Carmen in dieser Nacht Notdienst hatte. Vielleicht war sie ja gerufen worden.
Sie ging zum Fenster und traute ihren Augen nicht: Sie sah ihre Mutter im Schein vvon dwen Laternen in ihr Auto steien und davonfahren.
Instinktiv ging sie ins Schlafzimmer und öffnete Simones Schrank. Ganz oben, wo eigentlich Simones Schlittschuhe liegen sollten, war nichts. Sie waren weg.
Vanessa grinste.
Sie konnte es also doch nicht lassen!
Simone stand an den Banden und hielt sich fest. Dreimal atmete sie tief durch - dann stieß sie sich kraftvoll ab. Sie lief und lief, drehte Pirouetten, lief ein paar Doppelaxel, zog Kreise....
Es war einfach wunderbar, mal wieder übers Eis zu rauschen.

2 Stunden später kam sie müde nach hause. Aber es ging ihr so gut wie schon lange nicht mehr!
"Na wie wars berim Eislaufen"?
Vanessa kam ihr grinsend entgegen.
"Woher...."
"Mama, ich bin manchmal vielleicht etas durchgeknallt, aber blöd bin ich nicht".
"Also gut. Ja, ich war Eislaufen! Und soll ich dir was sagen? Es war gigantisch"!
Vanessa trat näher an sie heran und umarmte ihre Mutter. Sie streichelte Simones Nierengegend.
"Und wie fühlst du dich"? frasgte sie leise.
Simone küsste ihre Tochter zärtlich auf die Stirn.
"Großartig mein Schatz".
"Na dann. Ich geh dann mal ins Bett. Ich hab heiße Milch mit Honig gemacht. Ist noch was da, wenn du magst".
"Gern."
"Mama"?
"Ja, mein Schatz"?
"Ich bin roh das es dir so gut geht".
"Und ich bin froh das es dir so gut geht. Hast du an deine Tabletten gedacht"?
"Klar. Gute Nacht noch".
"Gute Nacht mein Schatz".
Simone ging in die Küche und ließ sich die heiße Milch mit Honig schmecken.
Allerdings war sie so aufgekratzt, das sie trotzdem nicht schlafen konnte.

Am nächsten Morgen wurde sie durch das Piepsen ihres Handys geweckt.
"Guten Morgen mein Schatz. Du glaubst gar nicht, wie sehr ich dich vermisse. Ich hoffe, ich hab dich nicht geweckt. Ich liebe dich, Richard".
Simone ließ sich glücklich zurück in ihr Bett fallen.
Ihr Leben war zur Zeit so perfekt, warum konnte es nicht immer so sein?
In diesem Moment machte die kleine Luna Marie sich über das Babyphon bemerkbar.
Als Simone aufstehen wollte durchzuckte sie ein grässlicher Muskelkater am ganzen Körper.
"So eingerostet bin ich nun auch wieder nicht" murmelte sie vor sich hin und schlich in das Zimmer ihrer Tochter.
Sie nahm sie aus ihrem Bettchen und trug sie rüber ins Schlafzimmer.
Auf dem Weg dorthin begegnete ihr Carmen.
"Hey, guten Morgen Schwesterherz! Du läufst als hätte dich jemand geprügelt."
Simone grinste gequält.
"So in etwa fühl ich mich auch. Ich hab tierischen Muskelkater."
"Von was denn"?
"Ich war gestern Nacht eislaufen".
"Ne, echt"?
"Ja. Ich habs ohne einfach nicht mehr ausgehalten".
"Übertreib aber bitte nicht, ja? Das ist nicht gut fü dich".
Die Besorgnis ihrer Schwester rührte Simone.
"Nein, keine Angst. Zweimal die Woche eine halbe Stunde, okay"?
"Wenn dir das gut tut, natürlich. Ich muss los"!
"Tschüss, und bring schön Babys uf die Welt".
"Haha. Und während du ne ruhige Kugel schiebst, muss ich arbeiten".
Simone grinste.
"So ist das Leben. Bringst du Kuchen mit, wenn du die Schicht fertig hast"?
"Klar, bis später"!
Simone ging ins Schlafzimmer und legte sich aufs Bett. Ihre kleine Tochter ruhte auf ihrer Brust und sah ihre Mutter aufmerksdam an.
"Weißt du was? Ich hab eine Idee! Ich mach jetzt ein Foto von uns und das schicken wir dann dem Papa"!
Mit einer Hand hielt sie ihre Tochter fest, mit der anderen fischte sie ihr Handy vom Nachttisch. Sie schoss ein gemeinsames Foto mit Luna und schickte es kurz darauf ab.
Eine fünf Minuten später kam die Antwort.
"Willst du mich etwa ärgern? Ich würd jetzt so gern mit unserer kleinen tauschen. Ich liebe dich über alles".
Simone fühlte sich wie ein frisch verliebter Teenager. Ihr Familienglück war perfekt.

Am Abend erlebte sie eine Überraschung. Sie war mit der kleinen allein und es war schon ziemlich spät, als es an der Tür klingelte. Ihr Herz begann wie wild zu klopfen, als Richard vor ihr stand.
Ein Blick sagte mehr als tausend Worte.
Niemand der beiden sagte ein Wort, um die knisternde Stimmung nicht zu zerstören.
Wortlos zog sie ihn in die Villa.
"Ich hab dich so vermisst, Simone. Ich hab es ohne dich nicht mehr länger ausgehalten" flüsterte Richard und begann Simone leidenschaftlich zu küssen.
"Wenn du wüsstest...ich hatte solche Sehnsucht nach dir. Ständig hab ich auf mein Handy gestarrt...aber leider war nicht jedesmal eine Nachricht von dir drauf."
"Meine arme Königin. Jetzt bin ich ja da".
"Ja...Gott sei Dank".
Sie küsste ihn zärtlich, öffnete sein Hemd, küsste seine Brust.
Ihre Herzen rasten.
Richard gwann die Oberhand, was er sichtlich genoss.
Simone hab sich voller Sehnsucht seinen Zärtlichkeiten hin.

Stunden später sanken sie erschöpft nebeneinander.
"Ich hätte nie gedacht das wir eines Tages mal wieder so glücklich sind, Richard."
"Ich auch nicht Simone. Vorallem hätte ich nie im Traum daran gedacht,, mit 50 Jahren nochmal Vater zu werden."
"mutter mit Mitte viwerzig...hätte ich nicht gedacht."
Wie auf ein Stichwort meldete sich die kleine Luna.
"Sie hat Hunger".
Simone wollte schon aufstehen, aber Richard war schneller.
"Bleib liegen, mein Engel. Die kleine soll sehen, das ihr Vater wieder da ist..".
Simone grinste anzüglich.
"Na wenn sie das nicht gehört hat, müssen wir uns ernsthaft Sorgen um ihre süßen Ohren machen".
Sie feuchtete ihre Lippen an und lächelte.
Richard grinste und holte seine Tochter aus ihrem Bett.
Kaum hatte Simone die klwine gestillt, lag Luna zwischen ihren Eltern.
Simone und Richard beobbachteten ihre kleine Tochter stolz.
"Ich liebe dich Richard".
"Ich dich auch. Niemand auf der Wlet bedeutet mir mehr als du..."
Simone küsste ihn gerührt.
Sie spürte wie ihr vor luter Glück Tränen über die Wangen liefen.
Sie ahnte nicht, wie getrübt ihr Glück war....
Seitdem waren 6 Wochen vergangen.
Eines Nachts konnte Simone nicht schlafen. Sie stand leise auf, um Richard nicht zu wecken. Sie schlich hinunter in die Küche. Als sie an Carmen und Mariellas Zimmer vorbeigelaufen war, hatte sie bemerkt, das ihre Schwester selig schlief, aber Mariella nicht an ihrem Platz lag. Sie betrat die Küche. Nichts war von Mariella zu sehen. Sie machte sich einen Tee und trank ihn in einem Zug aus. Danach suchte sie Mariella.
Sie schlich ins Badezimmer des Liebespaares und hätte am liebsten laut aufgeschrieen. Mariella lag in der Badewanne, eine Scherbe in der Hand. Ihre Arme und Beine waren von Schnittwunden übersät. Mariella selbst hatte die Arme um ihren Körper geschlungen, als würde sie frieren.
Vorsichtig berührte sie Mariella an der Schulter. Ihr war klar, das Mariella sich in einem Psychischen Ausnahmezustand befand.
"Mariella? Hörst du mich"?
Mariella fuhr zusammen.
"Simone"?
"Ja"?
"Was ist passiert...das ganze Blut...was ist passiert"?
"Ich weiß nicht. Ich hab dich so gefunden"?
"Was"?
"Ja."
Automatisch ließ Simone Mariella los und griff zu einem Erste-Hilfe-Kasten..
"Ich kann mich an nichts erinnern."
Simone desinfizierte Mariellas Wunden an den Armen und verband sie sorgfältig.
"Aua".
"Entschuldige. Weißt du wirklich nicht, wie das passiert ist"?
"Keine Ahnung, wirklich."
"Wie willst du das Carmen erklären"?
"Ich weiß nicht. Ich glaube ich erzählee ihr, das ich beim arbeiten in ein paar Glasscherben gefallen bin. Sie schlief schon, als ich kam".
"Na meinentwegen. Aber erwarte bitte nicht, das ich Carmen ebenfalls anlüge."
"Nein, natürlich nicht".
Mariella bepflasterte ihre Beine selbstständig. Danach half Simone Mariella aus der Badewanne und ließ Wasser hinenrauschen, um das Blut zu verwischen. In dieser Zeit humpelte Mariella zurück ins Zimmer.
Simone lief ein eiskalter Schauer ber den Rücken. Was war mit Mariella los?
Nachdem sie die Badewanne saubergemacht hatte, ging sie zurück ins Bett.
Als sie sich ihre Hand am Nachttisch stieß, wachte Richard auf.
"Mönchen, Schatz, was ist los"? fragte er verschlafen.
"Nichts, ich war nur kurz im Bad, Wasser trinken. Nimmst dsu mich in den Arm"?
Richard antwortete nicht, sondern breitete die Arme aus.
Dankbar kuschelte Simone sich hinein. Aber schlafen konnte sie in dieser Nacht nicht mehr.

Am nächsten Morgen stand sie gerädert auf. Richard war schon weg, als sie den Salon betrat.
Mariella und Carmen saßen am Frühstückstisch.
"Wenn ich diesen Idioten erwische, mach ich ihn kalt, Mariella! Das schwöre ich dir"!
Carmen schmierte ihrer Lebensgefährtin energisch ein Brötchen.
"Was ist den passiert"? fragte Simone erschrocken.
"Stell dir vor, irgendso ein vollgesoffener Kerl hat gestern im Bistro einen Kasten Wasser runtergeschmissen. Mariella wollte ihn rausschmeißen- da hat er sie in die Scherben geschubst"! brauste Carmen sich auf.
"Au weia. Tut es sehr weh"? fragte Simone besorgt.
"Es geht. Ich hab Axel eben angerufen. Er fährt mich nachher zum Arzt".
"Wer hat eigentlich deine Wunden versorgt"? bohrte Carmen nach.
Mariella zuckte unbemerkt zusammen.
"Meine Chefin" antwortete sie dann.
Mariella arbetete nebenher in einem Bistro, um Carmen mit einem Urlaub überraschen zu können.
Seit Wochen legte sie jeden Euro, den sie dort verdiente zur Seite. Leider hatte Simone Mariellas Job im Zentrum nicht aufstocken können.
Simone fand es sehr lieb, das Mariella ihre Schwester überraschen wollte.
Die beiden hatten sich einen Urlaub verdient. Schon lange.

Als Simone am Nachmittag von einem Spaziergang mit Luna zurückkam bog gerade Axels Wagen in die Einfahrt.
Axel half seiner Schwester aus dem Auto. Mariella humpelte zur Haustür.
"Was hat der Arzt gesagt, Dr. Schwarz"? fragte Simone besorgt.
"Er hat ihr die Geschichte nicht abgenommen, die sie ihm erzählt hat. Von wegen in Glasscherben geschubst! Dann müsste der Rücken auch verletzt sein, hat er gesagt".
"Mist" murmelte Simone.
"Wissen sie etwas genaueres"?
"Ich? Wieso ich"?
"Sie leben mit meiner Schwester zusammen".
"Nein, ich weiß nichts."
"Wenn Mariella Hilfe braucht-sie wissen wo sie mich finden."
"In Ordnung".
Axel fuhr davon. Simone war unbehaglich zumute.: Mariella litt offensichtlich unter Autoaggressionen.

3 Wiochen später waren Mariellas Wunden verheilt.
Simone machte sich zunehmend Sorgen um Mariella. Im Morgengrauen war ihr Mariella ihr nochmal begegnet. Simone hatte das Gefühl, Mariella hätte durch sie hindurchgesehen. Es war unheimlich. Carmen hatte sie nicxhts erzählt.

2 Wochen darauf saß sie im Zentrum. Mit der kleinen Luna auf dem Schoß erledfigte sie etwas Papierkram als ihr Handy klingelte.
"Simone Steinkamp, hallo"?
"Universitätsklinikum Essen, Heidi Berger, guten Tag Frau Steinkamp. Trifft es zhu, das Carmen Maren Susanna Steinkamp ihre Schwester ist"?
"Das ist korrekt, ja. Ist was passiert"?
"Leider ja. Ich Schwester wurde zusammengeschlagen, in ihrem Geburtshaus".
"Bitte? Ich bin in 15 Minuten da"!

Eine Stunde nachdem sie das Klinikum betreten hatte, durfte sie endlich zu Carmen.
Als sie das Zimmer ihrer Schwester betrat, starrte ihre Schwester an die Decke.
"Carmen, mein Krümel" sagte Simone sanft.
"Mein Schneewittchen" hauchte Carmen schwach.
"Wer hat dir das angetan"? fragte Simone erschüttert.
"Das glaubst du mir sowieso nicht":
"Warum"?
Simone hatte Angst ihre Schwester zu berühren. Überall hatte Carmen Blessuren, durch die Arme liefen Infussionen.
Erst als Carmen ihr schwach eine Hand hinstreckte, nahm Simone sie. ganz zaghaft.
Carmens Stimme stockte.
"Mariella war es. Sie hat mich so zugerichtet. Ich hab mitbekommen, das sie noch einen Krankenwagen gerufen hat. Dann ist sie abgehauen. Sie schien ein anderer Mensch zu sein."
Betreten sah Simone, das Carmen zu weinen begann. Auch das weinen tat weh. Schmerzerfüllt griff Carmen sich an ihre Rippen. Simone war klar das Mariella gefunden waren musste. Sie war eie tickende Zeitbombe. Sie war gefährlich.
Zur gleichen Zeit.....
Es klingelte. Gerade war er erst nach hause gekommen.
"Mariella, das ist ja eine Überraschung"!
"Hallo Axel, kann ich reinkommen"?
"Klar. Soll ich Kaffee machen"?
"Wegen mir nicht."
"Ist was mit dir"?
"Ach...ich bin einfach durcheinander".
"Ist was passiert"?
"Carmen ist zusammengeschlagen worden. In ihrem Geburtshaus".
"Wie bitte"?
"Ja."
"Ich mach uns einen Tee. Und dann erzählst du alles, ja"?
Mariella nickte nur.
"Axel"?
"Ja"?
"Machst du mir Früchtetee mit Honig"?
"So wie Mama früher"?
Mariella nickte.
"Okay. Ob ixch ihn so gut hinkriege, wie sie, weiß ich aber nicht."
"Egal. Hauptsache Früchtetee mit Honig. Kann ich mal dein Bad benutzen"?
"Mariella, ich hab dir schon mal gesagt, wenn du hier bist, fühl dich wie zu hause. Also bitte".
"Danke".
Als Axel den Tee aufgoss hörte er Mariellas Handy klingeln. Offenbar überhörte seine Schwester ihr Handy und suchte ihre Handtasche durch, um abzunehmen. Im Eifer des Gefexchts fiel ihm die Tasche runter.
Axel sammelte Taschentücher Lippenstift und Wimperntusche, Zigaretten und Feuerzeug wieder ein. Dabei stieß er auf eine Visitenkarte.
"Eva Maria Jonkers. Psychaterin" las er halblaut.
"Lass die Finger von meiner Tasche"!
"Enschuldigung, aber...."
Zu spät. Mariella war schon weg. Aber die Visitenkarte hielt er immer noch in den Händen.
Er wählte die Nummer der Psychaterin.
"Jonkers am Apparat, guten Tag"?
"Ja guten TaG MEIN Name ist Dr. Axel Schwarz. Meine Schwester Mariella ist bei ihnen in Behandlung. Was hat sie"?
"Das betrifft meine Schweigepflicht."
"Ich weiß, ich bin Anwalt, aber Mariellas Bruder! Bitte"!
"Können sie gleich in meine Praxis kommen und sich ausweisen"?
"Natürlich"!
Kaum hatte er aufgelegt, raste er auch schon davon.

Zur gleichen Zeit waren Simone und Richard unterwegs. Frau Scholz hatte ihnen die kleine abgenommen. Gerade hatte sie ie kleine ins Bett gebracht. Als sie sich umdrehte stand wie aus dem Nichts Mariella hinter ihr. Im nächsten Moment wurde der Haushälterin Mund und Nase mit einem Tuch zugehalten. Renate wurde schwarz vor Augen.
"So meine kleine. Du kennst mich zwar nicht, aber ich nehm dich mit. Mal sehen, was Mama und Papa bezahlen, damit sie dich wiederbekommen"!

1 Stunde später raste Axel in Richtung Zentrum. Er hatte bei den Steinkkamps auf den Anrufbeantworter gesprochen, er wolle dringend zurückgerufen werden. Aber niemand hatte sich gerührt. Es dauerte ihm zu lange.
Er stürmte in Simones Büro, wo Richard Simone dicht in seinen Armen hielt.
"Warum hat Mariella das getan, Richard, warum? Ich versteh das nicht, ich dache sie liebt Carmen"!
"Ich versteh es auch niht Mönchen. Mariella ist eigentlich ganz nett. Ich kann sie nicht ausstehen,, aber sie gibt sich Mühe".
In diesem Moment bemerkte er Axel.
"Sie sehen doch das es gerade nicht geht, also raus"!
"Es ist wichtig"!
"Raus"!
"Es geht um Mariellla".
"Dann erst recht"!
"Richard lss ihn sagen was r zu sagen hat".
"Danke. Ich war gerade bei einer Psychaterin. Mariella trägt zwei multiple Persönlichkeiten in sich."
"Wie bitte? Was heißt das"? fragte Simone irritiert und putzte sch geräuschvoll die Nase.
"Mariella verkörpert noch zwei andere Persönlichkeiten. Da wäre eine Frau namnes Claudia, schätzungsweise 300 Jahre alt und unberechenbar, aus welchem Grund auch immer. Und dann noch Susanne, ein 14-jähriger Teenager."
"Oh mein Gott." sagte Simone leise.
"Was heißt unberechenbar"? fragte Richard.
"Diese Persönlichkeit ist zu allem fähig. Die Psychaterin hat erzählt,, während einer Sitzung kam diese Claudia zum Vorschein. Sie hat die Sprechstundenhilfe fast niedergestochen."
"Großer Gott," murmelte Simone.
"Ich will sofort nach hause zu unseren Kindern"! rief Richard.
"Ich auch. Komm! Nicht das diese Claudia auftaucht"!
Die beiden rasten nach hause.
Simone schloss mit fkliegenden Fingern die Tür auf.
"Frau Scholz? Sie können nach hause gehen".
Keine Reaktion.
"Frau Scholz"? rief Simone noch einmal.
"Hier oben..." kam es auf einmal schwach.
"Wo"? fragte Richard.
"In Lunas...Zimmer...ich komm nicht allein hoch..."
Simone und Richard stürmten die Treppe hinauf.
Sie sahen Fra Scholz in Lunas Zimmer liegen. Die Haushälterin lag vor dem Bettchen des kleinen Mädchens.
"Wo ist Luna"? fragte Simone ängstlich.
"Keine Ahnung...Mariella...Mariella Schwarz war hier..."
"Was"? schrie Simone.
"Sie..."
"Frau Scholz, wo ist mwine Tochter"? schrie Simone entsetzr und packte die Haushälterin unsanft an den Oberarmen.
"Als ich zu mir gekommen bin waren sie weg. Alle beide".
"Mariella hat unsere Tochter entführt" sagte Simone leise.
Dann begann sie zu schreiemn.
"Richard, Richard unser Baby ist entführt worden"!
Simone wurde schwarz vor Augen.
Richard fing den Sturzz seiner Frau auf.
Seine Tochter war entführt worden. Es war klar das es Mariellas körper war- aber welche Person war aktiv gewesen?
Mariella selbst, der Teenager, oder vielleicht.....die hochgefährliche Claudia?
Simone erwachte mit einem ellenden Schrei aus einem unruhigen Schlaf. Immer wieder hatte sie Luna schreien gehört.
2 Tage war Luna nun schon spurlos verschwunden, und mit ihr Mariella. Oder wer auch immer sie gerade war.
Die im Krankenhaus liegende Carmen hatte der Sicherheit halber seit gestern Abend Polizeischutz.
Richard setzte sich auf.
"Sie hat nach mir geschrieen, sie hat immer wieder nach mir geschrieen", wimmerte Simone.
"Unsere kleine lebt bestimmt noch, Mönchen. Wir dürfen die Hoffnung nicht aufgeben. Niemals"!
"Richard, Mariella hat unsere kleine entführt und meldet sich seit Tagen nicht!
"Mönchen! Sie wird sich bald melden und dann kriegen wir sie! Sämtliche Handynummern haben wir sperren lassen. Aber auf dem Festnetz ist eine Fangschaltung der Polizei. Die kriegen sie"!
"Deinen Optimismus will ich haben".
Simone stand auf und schwankte regelrecht in Vanessas Zimmer.
"Vanessa"?
Ihre Tochter schreckte hoch.
"Mama, was ist? Ist was passiert"?
"Nein Schatz. Kann ich zu dir kommen"?
"Klar".
Vanessa hob die Decke hoch und ließ ihre Mutter neben sie rutschen.
Auf einma klingelte das Telefon.
Simone raste die Treppe hinunter.
"Steinkamp, hallo"?
"Ich will 4 Millionen. Morgen stellen Sie die Tasche in die Umkleidekabine für Damen. Keine Polizei, sonst ist ihre Tochter tot".
"Mariella? Mariella bist du das"?
"Mein Name ist nicht Mariella. Ich bin Claudia".

Das Gespräch war zu kurz gewesen. Die Polizei konnte Mariell nicht orten.
Sie befand sich vermutlich im Norden.
Aber der Norden war groß.
Luna konnte übrall sein. Mariella konnte überall sein.

Carmen konnte nicht schlafen. Ihre große Liebe war eine multple Persönlichkeit.
Und sie hatte nichts bemerkt.
"Wo könnten die beiden nur sein? Simone, mein Schneewittchen. Sei stark. Mariella, warum"?
Carmen weinte leise vor sich ihn.
Die Polzistin die sie bewachte, betrat den Raum.
"Ihre Sxchwester hat gerade angerufen. Es ist eine Lösegeldroderung eingegangen. Ihre Schwester hat die Stimme eindeutig als die ihrer Lebensgefährtin identiziert.§
Carmen begann zu schreien. Irgendwann begann sie eine Beruhigungsspritze.
Sie schlief ein. Nur etwa eine Stunde später schreckte Carmen hoch.
Laut der Polizistin war Mariella 'irgendwo im Norden'
Mariella war mit ihr im alten Ferienhaus ihrer Eltern gewesen - in Emden.
"Das ist es"!
Unter großen Schmerzen griff sie zum Telefon und rief ihre Schwester an.
"Steinkamp, hallo"?
"Hallo große Schwester".
"Carmen, kleines. Wie geht es dir"?
"Das interessiert nicht, glaub mir. Ich glaube, ich weiß wo Mariella ist".
"Wo?
"Im alten Fwerienhaus der Familie Schwarz. In Emden an der Nordsee.
Ein Tuten war zu hören.
Die Fangschaltung machte sich nicht bemerkbar. Carmen war klar, das ihre Schwester aufgelegt hatte.

Simone setzte sich an den Küchentisch und schrieb einen Brief.

"Meine geliebte Familie,
bitte, bitte, bitte verzeiht mir das ich so einfach weg gegangen bin. Ich werde Luna suchen, auf eigene Faust.
Jenny, meine große, pass auf Papa auf. Er darf ohne mich keine Dummheiten machen,, versrich mir das.
Vanessa, meine kleine groe, vergiss nicht, das du immer etwas von mir hast, auch wenn ich nicht bei dir bin. Du hast meine Niere, mein Blut fließt durch deine Adern. Genauso wie ich bereit war, für dich zu sterben, bin ich es nun auch für Luna. Bitte versteht mich.

Eure euch liebende Mutter"

Dann fuhr sie los. Mariella hatte ihr von dem Haus erzählt. Unweit vom Ortseingang im Wald. Das hatte sie damals gesagt.
Kurz darauf fuhr sie auf die Autobahn.
Sie hatte 100 Euro bei sich. Und die Sachen die sie trug. Sonst nichts.
Keine Polizei, hatte es geheißen. Jenny bündelte 4 Millionen in kleine Scheinen und warf sie in die verlangte Sporttasche.
Vanessa stürmte herein.
"Ich habe eine Sms bekommen! Die ist von Mama"!
"Was? Lies vor"!
"Hallo ihr Süßen, macht euch keine Sorgen, mir geht es gut. Das Auto ist gar nicht so unbequem. Ich bin immer in der Nähe des Ferienhauses. Bis jetzt nichts. Ich liebe euch. Mama"
"Diese Frau ist lebensmüde" sagte Jenny leise.
"Diese Frau ist unsere Mutter. Und sie würde alles für uns tun".
"Ich weiß, Vanessa. Ich hab aber Angst. Um beide".
"Ich auch".
Vanessa nahm Jenny in den Arm, als sie zu weinen begann.
Richard war kam noch zuhause. Dort hielt er es nicht aus.

Währenddessen.-...
Simone hatte eine dunkle Sonnenbrille auf dem Gesicht und beobachtete das Haus der Familie Schwarz. Eigentlich der ideale Ort, um ein Kind zu verstecken.
"Und wenn ich es mit meinem Leben bezahle-ich hol dich da raus, Luna-Schatz. Mama verspricht es dir ganz fest."
Zwei kleine Tränen rannten über ihr Gesicht.
In diesem Moment sah sie ein Auto vorbeifahren.
Der Wagen kam ihr bekannt vor!
Sie startete den Wagen und gab Gas.
Vor einem Supermarkt kam sie kurz darauf zum stehen.
Tatsächlich. Es war Axels Wagen!
Sie stieg aus und lehnte sich, auf den Controller warted, gegen den Kofferraum.
10 Minuten später kam er heraus.
"Frau St...Steink..."
"Steinkamp, ja. Sie wissen nicht zufällig, wo sich ihre Schwester aufhält"?
Axel schluckte.
"DOch. Sie ist da, wo Carmen sie vermutet hat. Sie hat mich einkaufen geschickt. Ich habe noch 4 Minuten Zeit. Ansonsten bringt sie die kleine um".
"Was? Nein, bitte nicht"!
Mariella ist nicht sie selbst."
"DAS ist KEINE Entschuldigung"!
"Kommen sie, lassen sie uns keine Zeit verlieren"!
"Natürlich"!

In getrennten Autos rasten sie in Richtung Ferienhaus.
Axel fuhr vorraus, um die Sicherheit der kleinen Luna zu gewährleisten. Als sie hinauf zum Grundstück fuhr, fuhr sie Schritttempo.
Axel ließ die Tür nur angelehnt.
"Perfekt, dieser Kerl ist doch zu was zu gebrauchen" dachte Simone und näherte sich vorsichtig dem Eingang.
Sie hörte ein Baby weinen. Luna. Ihre kleine Prinzessin.
"Gib mir mein Kind" murmelte sie den Tränen nahe.
Sie betrat das Haus. Zum Schutz nahm sie eine leere Weinflasche an sich. Mariella stand mit dem Rücken zu ihr. Das war die Gelegentheit.
Simone schlich an sie heran und holte aus.
Doch exakt in diesem Moment drehte Mariella sich um.
Der Überraschungsmoment war so groß, das Simone unfähig war, zu reagieren.
Es war zu spät als sie begriff was los war. Sie bekam einen heftigen Schlag gegen den Unterkiefer und ging zu Boden.
2 Minuten später waren ihre Hände und Beine gefesselt.
Axel ging es nicht besser.
"Gib mir mein Kind wieder"! schrie Simone verzweifelt, den Tränen nahe.
"Im Tausch gegen die 4 Millen-gern".
"Ich will sie sehen, bitte! Ich will nur wissen, das es ihr gut geht"!
"Es geht ihr gut bei mir. Keine Angst."
"Und warum weint sie dann"? fragte Simone leise.
"Sie ist ein wenig krank".
"Ich möchte zu ihr. Bitte. Bitte. Bitte"!
"Frau Steinkamp"....sagte Axwel leise.
"Haltn sie den Schnabel"! herrschte sie ihn an.
"Also gut. Ich hole dir deine kleine. Für eine Minute."
"Bitte, lass sie hier liegen! Wenn ein Kind krank ist, braucht es keine Mutter".
"Nein".
Simone war klar, das 'Claudia' es ernst meinte.
Claudia stand auf und kam kurze Zeit später wieder. Mit Luna auf dem Arm!
Das kleine Mädchen glühte förmlich, sie war ganz rot im Gesicht. Vielleicht vom Weinen. Vielleicht von Fieber.
'Claudia' legte Simone ihre Tochter auf die Beine. Simone versuchte ihre Tochter zu berpühren. Beim dritten anlauf gelang es ihr. Die Fesseln schnitten schmerzhaft in ihre Handgelenke, aber das war ihr egal.
"Du glühst ja, kleines. Mama ist jetzt da, ich versprech dir es wird alles gut".
Simone weinte zum Steinerweichen, als ihr ihre Tochter wieder weggenommen wurde.
Irgendwann, es war mitten in der Nacht, sackte Simones Kopf auf Axels Schulter.
Die ganze Zeit hatte sie geweint und dafür Schläge von 'Claudia' kassiert.
"Was ist nur aus Mariella geworden? Warum ist sie so geworden"? fragte Axel sich.

Am nächsten morgen hatten Axel und Simone beide einen steifen Nacken. Sie waren Schulter an Schulter eingeschlafen.
Da hörten sie wildes Gehüpfe auf der Treppe.
"Mariella" sagte Axel leise.
"Guten Morgen! Bin wach! Krieg ich Kako? Oh, wer seit ihr denn? Ist ja lustig, ihr seit gefesselt"!
"Was ist das denn jetzt"? fragte Simone leise.
"Keine Ahnung" sagte Axel leise.
Aber Simone schaltete sofort.
"Kleines, wie heißt du denn"?
"Miriam".
"Gut, Miriam. Und wie alt bist du"?
"5 Jahre, 2 Monate und 7 tage".
"Dann bist du schon groß genug um uns los zu machen. Ich mach dir dann auch einen Kakao".
"Abgemacht"!
'Miriam' machte sich an Simones Beinen zu schaffen.
"Der Knoten geht so schwer auf" jammerte sie.
"Die Dinger tun weh. Bitte beeil dich".
"Ist gut."
Tatsächlich waren diwe eiden 5 Minuten später frei.
"Ich seh nach meiner Tochter, machen sie ihr einen Kakao und behalten sie sie im Auge".
"Okay".
Simone lief die Treppen nach oben.
Sie fand das Zimmer gleich.
Es war so dunkel.
So unheimlich dunkel. Simone schüttelte sich unwillkürlich.
"Luna, mein Schatz. Die Mama ist da" sagte sie sanft.
Die kleine schlief.
Simone nahm sei auf die Arme und trug sie auf dem Flur herum bis sie wach war.
In diesem Moment stürmte Axel ins Zimmer.
"Ich habe meine Schwester betäubt. Das ist die Gelegentheit hier rauszukommen"!
Simone begann wie wild Lunas Sachen zusammenzusuchen.
Axel stoppte sie.
"Dafür ist keine Zeit. Es war nicht mehr viel Chloroform da, ich weiß nicht, wie lange es wirkt, kommen sie"!
Simone rannte mit der kleinen die Treppe runter, Axel folgte ihr.
Verzweifelt suchten die beiden nach ihren Autoschlüsseln.
"Hier sind meine, raus hier"! brüllte Simone.
Sie schlang die Schlüssel in ihrer Hand.
Dann drückte sie die Klinke der Haustür herunter. Nichts tat sich. Es war abgeschlossen.
Axel blickte an das Fenster neben der Tür.
"Durchs Fenster. Sie zuerst, ich reiche ihnen ihre Tochter dann durch".
Simone begriff, das sie Axel vertrauen musste.
Sie gab ihm ihre Tochter in den Arm, öffnete das Fenster und kletterte hinaus.
Axel gab ihr die kleine. Simone hetzte zum Auto, und startete, mit Luna im Arm den Motor.
Axel ließ sich ein paar Sekunden später auf den Beifahrersitz fallen.
Sie gab ihm Luna und legte den Rückwärtsgang ein.
Sie raste in Richtung Stadt.
Irgendwann fanden die beiden das Polizeirevier.
Erst wurde ihnen nicht geglaubt, aber als Simone ihre von den Fesseln verletzten Handgelenke vorzeigte, veränderte sich die Miene der Polizisten.
Kurz darauf saßen sie auf der Rückbank eines Streifenwagens.
Die junge Polizistin, die ihren Kollegen begleitete, warf einen Blick in den Rückspiegel. Simone und auch Axel war die Angst ins Gesicht geschrieben.
Nur ein paar Minuten später befanden sie sich wieder vor dem Haus.
Simone zitterte am ganzen Leib.
Sie versuchte es zu unterdrücken, aber es klappte nicht.
Axel ergriff ihre Hand. Wäre sie nicht so verzweifelt gewesen, hätte sie ihn abgeschüttelt. Aber jetzt?
Mit gezückter Waffe betraten die Polizisten das Haus.
Simone hatte Angst. Angst das 'Claudia' wieder da wäre und vielleicht schon auf der Flucht war.
Da kam die Polizistin aus dem Haus gerannt.
Sie riss die Wagentür auf und griff zu ihrem Funkgerät.
"Wagen 18 an Zentrale. Wir brauchen dringend einen Notarzt und einen Krankenwagen in die Kaiserstraße 11! Sagt denen die sollen sich beeilen"!
"Was...was ist mit meiner Schwester"?
"Sie klagt über dröhnende Kopfschmerzen und kann ihree linke Seite nicht richtig bewegen. In einem solchen Zustand können wir sie nicht festnehmen."
"Kann..ich zu ihr"?
"Von ihr geht keine Gefahr mehr aus. Natürlich".
"Ich komm mit" sagte Simone leise.
Sie gingen zurück ins Haus.
Mariella lag genauso auf dem Küchenboden, wie sie zusammengesunken war, stellte Axel fest.
"Bruderherz...Simone...Lunchen was macht ihr den hier...aaaa"
"Du hast..." setzte Simone an, doch Axel stieß ihr in die Rippen.
"Wir wollten dich besuchen" erwiderte Axel.
Frechheit! Aber Simone stieg mit ein.
"Dein Bruder hat mir gesagt, das du dich immer hier her zurückgezogen hast, wenn es dir nicht gut geht".
"Das weißt du noch, Axel"?
"Klar."
"Mein Kopf zerspringt gleich...ich seh nichts mehr! Ich seh nichts mehr"!
In Windeseile saß Axel neben seiner Schwester.
"Axel...Axel wo bist du"? jammerte Mariella.
"Hier kleine Schwester, ich bin bei dir".
Axel legte den Arm um seine Schwester.
Simone setzte sich auf einen Stuhl. Der Boden unter ihren Füßen schwankte.

Das Telefon klingelte.
Vanessa ging hin.
"Vanessa Steinkamp, hallo"?
"Ich bins, Mama"
"Mama! Sag mal bist du irre? Wo bist du"?
"Wieder in Essen? Wo warst du"?
"In Emden. Ich hab Luna gefunden".
"Was? Und wo bist du jetzt"?
Angelockt von Vanessas erhöhter Stimmlage kamen Jenny und Richard angerannt.
Vanessa drückte die Lautsprechertaste.
"Ich bin in der Uniklinik. Mariella wird gerade untersucht."
"Wie bitte"? rief Jenny entrüstet.
"Ich liebe dich Simone" sagte Richard den Tränen nahe.
"Ich dich auch. Kommt bitte her, ich halte das nicht mehr aus ohne euch".
"Wir sind gleich bei dir" sagte Jenny und war schon an der Tür.
Als Vanessa aufgeklegt hatte, standen sie und Richard einen Moment unschlüssig da.
"Worauf wartet ihr noch"?
Jenny versetzte den beiden einen liebevollen Schubs in Richtung Tür.

Währenddessen saßen Simone und Axel auf dem Krankenhausflur. Mariella war gerade in die sogenannte Computertomografie geschoben worden.
Simone hatte die kleine gestillt, sie schlief im Sekretäriat in einer Tragetasche.
"Das hat nichts gutes zu bedeuten, wenn sie ihr den Kopf untersuchen, oder"? fragte Axel.
"Ich weiß nicht. Aber ich denke nicht."
"Warum hab ich nichts bemerkt"?
"Das fragt Carmen...."
"Siiimmmmmooonnnneee"!!!!!!
Wie aufs Stichwort fiel Carmens Stimme.
Sowit es der geprügelten Carmen möglich war, rannte sie auf ihre Schwester zu.
"Carmen" murmelte Simone und warf dann stürmisch die Arme um ihre Schwester.
Carmen weinte bitterlich.
Für ihre Schwester wahrte Simone die Contenance.
In diesem Moment kam der Rest der Steinkamps auf den Gang gerannt.
Alle viwer lagen sich nun weinend in den Armen.
Ein Arzt betrat auf den Gang. Angespannt sahen sich Carmen und Axel an. Die Miene des Arztes verriet nichts gutes.
"Dr. Axel Schwarz und Carmen Steinkamp"?
"Ja" kam es wie aus einem Mund.
"Mein Name ist Dr. Hannes Jahreis. Ich habe die Computertomografie durchgeführt."
"Und"? fragte Carmen ängstlich.
Auch wenn Mariella sie verprügelt hatte- sie liebte sie.
"Im Kopf ihrer Lebensgefährtin befindet sich ein faustgroßer Tumor. Er ist die Ursache für die Persönlichkeitsstörung."
"Oh mein Gott" sagte Carmen leise.
"Wir müssen Mariella Schwarz operieren, lieber jetzt als später. Ansonsten hat sie vielleicht noch 6 Wochen zu leben".
Ich untersschreibe alles, solange sie mir garantieren, das meine Schwester wieder gesund wird".
"Eine solche Garantie gibt es leider nicht, Herr DSr. Schwarz."
"Axel, die Ärzte tun alles was in ihrer Macht steht".
"ich hab Angst armen. Fürchterliche Angst".
"Ich auch".
Carmen setzte sich, Ihr Magen fuhr Karussel. Im nächsten Moment übergab sie sich.

Mitten in der Nacht kamen die Steinkamps erst in die Villa. Simone badete erst die kleine Luna und nahm dann ein ausgiebiges Bad gemeinsam mit Richard.
Sie lag dicht an ihn gelehnt in der Wanne Ihr Herz klopfte so laut, das sie glaubte er könne es hören.
Richard streichelte seiner Frau zärtlich den Rücken.
"ich bin so froh das es euch beiden gut geht" sagte Richard leise.
"Und ich bin froh, das es unserer kleinen gut geht. Du glaubst gar nicht, wie schön es war sie im Arm zu halten als wir noch in Emden waren."
Richard vergrub sein Gesicht in Simones halbnassen Haaren.
"Ich glaube es dir, Simone. Ich liebe dich".
"Ich dich auch".
Sie küssten sich zärtlich.
Simone merkte das Richards Hände Stellen ihres Körpers streichelten, die sie geradezu wahnsinnig machten. Ihr Verlangen nach Richard, ihre Sehnsucht nach Zärtlichkeiten war geweckt.
Ganz sanft und vorsichtig fuhren seine Hände über ihren Körper. Simone zersrang fast vor Sehnsucht.
Als sie miteinander schliefen sxtöhnte Simone vor Sehnsucht. Ihr Körper schien vor Lust zu zerspringen.

Eng aneinander gekuschelt lagen sie eine Stunde später im Bett.
Die kleine Luna schrie.
"Sie hat bestimmt Hunger" murmelte Simone schon halb im Schlaf.
"Ich hol sie" sagte Richard leise und küsste Simone zärtlich.
Als Richard ihr ihre Tochter brachte, stillte Simone sie und legte sie kurz darauf neben sich und Richard.Glücklich beobachteten sie Lunas Schlaf. Als würde sie Simones Nähe suchen, drehte sie sich immer wieder zu ihr. Immer näher.
"Ich bin da meine kleine. Nie wieder lass ich dich allein. Nie wieder".

Währenddessen saßen Carmen und Axel auf dem Flur vor den OP-Sälen.
"Meinst du, Mariella wird je wieder die Alte"? fragte Carmen leise.
"Keine Ahnung. Ich wünsche es mir. Ich wünsche mir die Mariella zurück, die mit ihrer Energie ihr Umfeld mitreißt. Wenn das manchmal auch nervt.
Ich wünsch mir die Mariella zurück, die meine Schwester ist. Und keine andere Person."
"Ich wünsche mir die Mariella zurück die ich liebe. Mit all ihren Ecken und Macken. Kennst du ihre Haar-Macke"?
"Sie dreht sie ständig hin und her. Das hat sie schon als Kind getan".
Ein Arzt betrat den Flur.
Wie elektrisiert fuhren Carmen und Axel von ihren Plätzen.
"Carmen Steinkamp, Dr. Axel Schwarz"?
Der Arzt war ein anderer.
Carmen griff sich mit scmerzverzerrtem Gesicht an die linke Rippenseite.
"Ja" piepste sie.
"Frau Schwarz hat die Operation gt überstanden, es gab keine Komplikationen".
"Gott sei Dank" sagte Carmen leise
"Sie ist eine Schwarz, carmen. Die bringt so schnell nichts um."
Die beiden lächelten sich verkrampft an.
"Können wir zu ihr"? fragte Carmen.
"Wir? Ich dachte erst sie will mit Mariella allein sein" dachte Axel.
"Natürlich, aber nur eine halbe Stunde. Frau Schwarz braucht noch Ruhe."
Der Arzt verschwand.
"Möchtest du nicht mit ihr allein sein"? fragte Axel unsicher.
"Du bist ihr Bruder. Du hast ein Recht darauf, nach ihr zu sehen".
"Ich dachte ja nur".
"Schon okay. Und jetzt komm."

Am nächsten Tag schliefen Simone, Richard und die kleine Luna immer noch tief und fest als Vanessa nach ihnen sah. Es war mittlerweile fast 12 Uhr..
Die kleine Luna lag in Richard und Simones Mitte und wachte auf, als Vanessa die Tür schloss.
Liebevoll mahnend legte Vanessa einen Finger auf den Mund und beugte sich dann vorsichtig über Simone, um die kleine Wickeln und füttern zu können.
Sie lächelte als sie sah, das Richard im Schlaf den Arm um seine Frau legte. Simone kuschelte sich im Schlaf dicht an Richard. Es war ein rührender Anblick.
"Wir liebe euch" flüsterte Vanessa bevor sie mit Luna auf dem Arm das Schlafzimmer verließ.
AM nächsten Nachmittag betrat Simone etwas zögerlich die Intensivstation. Sie kam nicht wegen Mariella, da musste sie ehrlich sein. Ihr kam es auf Carmen an.
Mariella Körper reagierte katastrophal auf die Operation. Axels 3 Jahre jüngere Schwester war ins Koma versetzt worden. Auf unbestimmte Zeit.
Sie sah durch das Sichtfenster, das Carmen dicht an Mariellas Bett saß und mit ihr redete. Die Hebamme hatte sich selbst aus dem Krankenhaus entlassen, um rund um die Uhr bei Mariella zu sein.
BBetreten erkannte Simone, das ihre Schwester weinte. Sie zog sich einen grünen Kittel über, band ihre Haare zusammen und klopfte vorsichtig an.
"Ich will nicht gestört werden" jammerte Carmen.
"Carmen, Krüel, ich bins" sagte Simone sanft.
"Simone"?
"Ja".
"Komm rein".
Simone betrat das Zimmer. Ihre Schwester fiel ihr weinend um den Hals.
"Ist gut, meine Süße. Wein dich ruhig aus. Das wird dir guttun."
"Ich versteh das alles nicht. Waru hab ich nichts bemerkt?"
Simones Blick tastete sämtliche Geräte und Schläuche ab, die zu Mariella führten.
"Simone, alles in Ordnung"?
"Wie hättest du das bemerken sollen, Kleines? Wie denn? Alle, und ich sage, alle, sind von einer multiplen Persönlichkeit ausgegangen."
"Ich liebe sie doch, ich hätte was bemerken müssen"!
"Carmen! Niemand hat etwas bemerkt"!
"Ich..."
Simone legte ihr sanft zwei Finger auf den Mund.
"Nicht sprechen. Ausheulen. Komm her, Kleine."
Simone zog ihre Schwester zärtlich an sich.
"Simone?"
"Ja"?
"Danke das du da bist. Ohne dich würde ich durchdrehen".
""Kleine, ich hab mir eines geschworen als du wieder da warst: Nie, nie wieder werde ich dich wegjagen! Ich wollte dir die beste Schwester sein, die man sich wünschen kann."
"Das bist du".
Carmen kuschelte sich an Simone.
Simone warf einen Seitenblick zum Sichtfenster.
"Da draußen steht Dr. Schwarz" sagte sie leise.
"Warum kommt er nicht rein? Mariella ist seine Schwester."
"Weil kein Kittel mehr da ist. Deshalb werde ich jetzt nach hause gehen".
"Okay. Simone"?
"Ja"?
"Wenn ich heute Nacht nach hause komme- bist du dann da"?
"Klar".
"Okay. Ich freu mich schon auf mein eigenes Bett."
Simone gelang es, ihrer Schwester ein lächeln abzuringen.
Bevor sie ging, drückte sie Axel ihren Kittel in die Hand.
Als sie im Auto saß, zitterten ihr die Knie. Carmens seelischer Zustand ging ihr sehr nahe.

Als sie nach hause kam, erkannte sie mit Erstaunen, das Richard schon zu hause war. Sie frteute sich..
Sie schloss auf und wurde sogleich von Richard empfangen.
"Hallo Schatz".
Er küsste sie zärtlich. Sione bekam eine wohlige Gänsehaut.
"Hallo Richard. Sag mal, hast du alle rausgeschmissen"?
"Ja."
"Warum das denn"?
Er legte seine Stirn gegen ihre.
Simones Gänsehaut verstärkte sich.
"Weil ich dich endlich mal wieder für mich allein haben möchte."
Simone lachte und küsste ihn zärtlich.
"Darf ich dich an unser kleines Badewannenabenteuer erinnern"? neckte sie ihn.
Sie knöpfte langsam ihre Bluse auf.
Richard konnte seine Hände nicht von ihr lassen.
"Ich würde unseren gestrigen Abend gerne wiederholen." flüsterte er ihr sanft ins Ohr.
"So, willst du das"? fragte Simone spitzbübisch
Er nahm sie hoch und trug sie ins Wohnzimmer.
Sie legten sich aufs Sofa. Simone knöpfte sein Hemd auf, küsste und streichelte seine Brust. Sie wusste ganz genau, das Richard dann Wachs in ihren Händen war.
Und sie genoss es.
Minuten später prasselten Richards Küsse auf sie nieder.
Simone spürte wie ihre Erregung stieg.
Als er in sie eindrang, genossen beide nur den Moment den anderen zu spüren.

Am Abend kam Carmen nach hause.
Simone löste sich von ihrem schlafenden Ehemann und tapste hinter ihrer Schwester her ins Bad.
Sie wechselte regeelmäßig Carmens Verbände und cremte sie mit einer schmerzstillenden Salbe ein.
"Hallo Schwesterherz."
Erschrocken fuhr Carmen herum.
"Hast du mich erschreckt".
"Tut mir leid, kleine Schwester. Wie gehts Mariella"?
Sie schluckte als Carmen von einem Weinkrampf geschüttelt wurde.
"Der Tumor hat nicht gestreut, das ist die gute Nachricht. Die schlechte ist, das sie nochmal operiert werden muss. Der Hirndruck ist wieder gewachsen und muss verringert werden. Dabei kann sie sterben".

Am nächsten Morgen saß Carmen allein im Warteraum vor den OP-Sälen.
"Carmen"?
Eine vertraute Stimme ließ sie zusammenfahren.
"Andrea...was machst du denn hier"?
"Ich...ich dachte ich komme dich mal besuchen. Deine Nichte sagte mir, das du hier bist."
Andrea war Carmens Ex-Freundin.
"Du hast dir einen denkbar schlechten Zeitpunkt ausgesucht."
"Wer liegt denn auf dem OP-Tisch"?
"Meine Lebensgefährtin, Andrea."
"Oh. Ich dachte...."
"Du dachtest das ich dir ewig hinterher trauere? Du dachtest, du kommst wieder und ich bin wieder frei für dich? Vergiss es Andrea. Ich liebe Mariella. Und jetzt verschwinde".
"Carmen..."
"Hau ab, hab ich gesagt"!
"Schon gut. Ich geh ja schon"!
Damit war sie auch schon weg.
5 Minuten spoäter saß Simone neben ihr.
"Schneewittchen...was machst du denn hier"?
"Ich kann doch meinen Krümel setzt nicht allein lassen".
Simone legte liebevoll den Arm um ihre Schwester.
"Hat sich schon was ergeben"?
"Nein, nichts. Ich hab solche Angst, Simone".
"Ich weiß. Aber ich glaube fest daran das sie wieder gesund wird.!
"Woher willst du das wissen"?
"Mariella ist eine Schwarz. Die sind zäh."
Carmen gelang ein schwaches Lächeln, bevor sie vor lauter Erschöpfung in den Armen ihrer Schwester einschlief.

2 Stunden später schreckte Carmen hoch.
Auch Simone war mittlerweile eingeschlafen und fuhr ebenfalls hoch.
"Da kommt ein Arzt"! rief Carmen aufgedreht und drehte sich einmal um ihre eigene Achse.
"Carmen Steinkamp"?
"Ja, das bin ich"! rief Carmen aufgeregt und streckte dem Arzt die Hand hin.
"Ihre Lebensgefährtin hat die Operation gut überstanden. Sie ist über dem Berg".
"Wirklich"?
"Ja"."Das ist ja großartig! Simone, hast du das gehört"?
"Ich bin ja nicht taub, kleine Schwester."
Carmen packte Simone voller Übermut und drehte sich mit ihr durch den Raum.
"rau Steinkamp, ich muss ihren Übermut leider bremsen. Wir wissen nicht, ob der Tumor die Ursache für die Persönlichkeiten war":
"Aber..."
"Frau Steinkamp, so etwas kann niemand wissen. Ihre Lebensgefährtin muss erst zu sich kommen".
"Kann ich zu ihr"? fragte Carmen kleinlaut.
"Natürlich. Aber nur ein paar Minuten. Sie braucht noch viel Ruhe".
Die Schwestern folgten dem Arzt.
Carmen streifte sich einen grünen Kittel über und ging ins Zimmner, während Simone am Sichtfenster stehen blieb.

Carmen berührte unsicher Mariellas Had.
"Mariella, hörst du mich? Du musst wieder gesund werden, ja? Wir haben doch noch soviel vor. Du wolltest mir Emden zeigen und mich deinen Freunden dort vorstellen, weißt du noch? Das müssen wir unbedingt machen"!
Simone war gerührt über die liebevollen Worte ihrer Schwester. Am liebsten hätte sie Carmen jetzt in den Arm genommen. Aber sie spürte, das sie überflüssig war.

Am Abend kamen die beiden völlig erledigt nach hause. Während Simone gleich zu Richard ins Bett kroch, machte Carmen sich noch einen Tee.
Da kam Jenny herein.
"Hallo Carmen"
"Hallo. Möchtest du auch einen Tee"?
"Wenn es nicht grade Fencheltee ist, gern."
"Nein, Erdbeer-Kirsch mit Honig".
"Klingt lecker. Wie gehts Mariella"?
"Sie ist über dem berg. Der Arzt hat gesagt, das sie morgen gegen Nachmittag aufwacht."
"Schön. Du da war übrigens jemand für dich da, eine Andrea Martens".
"Meine Ex."
"Ups. Sag jetzt nicht die war im Krankenhaus".
"Doch."
"Mist. Das nächste Mal halte ich wohl lieber meine blöde Klappe."
"Nicht schlimm, sie war bald wieder weg".
"Trotzdem. Und ich hab ihr auch noch gesagt wo du bist".
"Nicht schlimm. Hauptsache sie taucht nicht mehr auf".

Am nächsten Tag ging Carmen ins Krankenhaus. Kurz nachdem sie Mariellas Hand genommen hatte, verspürte sie einen Gegendruck. Mariella schlug die Augen auf.

"Carmen..."
"Ja, Mariella. Ich bin da, mein Engel".
"Was hab ich nur getan"? Mariella versuchte ihre Tränen hinunterzuschlucken. Es ging nicht.
"Reg dich nicht auf Mariella, bitte. Das darfst du noch nicht."
"Ich hab ein Baby entführt...ich hab die Liebe meines Lebens verprügelt..."
"Schsch...."
Carmen legte ihrer Freundin zärtlich zwei Finger auf den Mund.
"Weißt du wer mit mir vor dem OP-Saal um dich gebangt hat? Sie hat mit mir geweint, hat mich im Arm gehalten. Sie war für mich da. 24 Stunden am Tag. 7 Tage die Woche".
"Ich weiß nicht."
"Es war Simone, Süße".
"Jetzt lügst duu mich aber an, oder"?
"Nein. Sie und ich haben vor dem OP-Saal geschlafen, weil es so lang gedauert hat. Total ineinander verknotet."
"Ich...ich würde Simone gerne sehen. Und Axel".
"Simone ruht sich aus, das hat sie sich verdient. Aber Axel kann ich anrufen, ich bin gleich...."
"Nicht nötig, ich bin schon da".
Erschgrocken drehte Carmen sich herum.
"Grün steht dir, Bruderherz" frotzelte Mariella und deutete auf den grünen Schutzkittel.
"Kaum ist sie wach, ist sie schon wieder rotzfrech wie früher" lachte Axel.
"Soll ich uns mal einen Kaffee holen"? fragte Carmen.
"Gerne. Mit Milch und Zucker,viel Milch" antwortete Axel.
"Wie ich" sagte Mariella leise.
"Ich denke, ein Kaffee ist bei dir noch nicht drin, Mariella. Aber Tee darfst du bestimmt trinken. Ich geh dann mal".
"Wie gehts dir, kleine Schwester"? fragte Axel Mariella, als Carmen weg war.
"Carmen ist bei mir. Da gehts mir gut".
"Und sonst"?
"Nicht so gut. Ich kann nicht fassen, was ich getan habe, Axel. Ich werde einen guten Anwal brauchebn, übernimmst du deine kleine Schwester als Mandantin"?
"Das werde ich machen, wenn es eines Tages nötig ist, Mariella, diesmal nicht".
"Warum"?
"Du bist schuldunfähig, jedes Gericht würde dich freisprechen".
"Aha. Du, ich würde Carmen gerne etwas schenken, aber ich kann hier nicht weg. Würdest du mir etas besorgen"?
"Natürlich. Was darf es denn sein"?
"Geh zum Juwelier und kauf ein Paar Partnerringe und lass unsere Namen eingravieren. Ich vertraue auf deinen Geschmack".
"Willst du sie etwa...."
"Ja. Ich will Carmen heiraten".

Unterdesssen, in der Villa...
Charlotte Steinkamp war überraschend angereist, um ihre Familie nach der schweren Zeit unterstützen zu können.
Sie saß gemeinsam mit Vanessa auf der Couch. Vanessa lag mehr auf der Couch, sie hatte den Kopf in den Schoß ihrer Oma gebettet. Auf ihr lag die
kline Luna.
Charlotte verteilte grecht ihre großmütterlichen Zärtlichkeiten.
"Ich bin froh das du da bist, Oma."
"Ich freu mich auch, mein Kind. Solllen wir Mama dann mal wecken? Sie schläft jetzt schon fast 14 Stunden".
"Okay. Machst du einen Tee? Ich geh sie wecken."
"Mach ich".
Vanessa stand mit ihrer Schwester auf dem Arm auf, legte die kleine, die fast schlief in ihre Tragetasche und lief dann nach oben.
Sie schlich vorsichtig ins Schlafzimmer.
Simone lag mittlerweile fast auf Richards Bettseite und schlief immer noch.
Vanessa setzte sich anden Bettrand und strich ihrer Mutter vorsichtig über die Wange.
SAimone zog sich unwillig die Bettdecke über den Kopf.
"Aufstehen, es ist Nachmittag Mama. Frau Scholz hat einen total leckeren Apfelkuchen gebacken".
"Ich mag nicht," grummelte Simone unter der Bettdecke hervor".
"Warum nicht"? llachte Vnessa
"Ich bin zu faul".
"Du musst aber".
Vanessa schnappte sich das Kopfkissen ihirer Mutter.
"Warum"? grummelte Simone.
"Weil ich dich sonst mit deinem Kissen attakiere. Komm, unten wartet eine Überraschung auf dich".
Simone grinste unter der Bettdecke und wartete auf eine Reaktion ihrer mittleren.
Die ließ nicht lange auf sich warten.
Mit einem Ruck zog Vanessa ihrer Mutter die Bettdecke weg.
"Rotzfreche görfe, na warte"!
"HIlfe!!!!!!!! Mama verfolgt mich! Hilfe"!!!!!! schrie Vanessa und flüchtete lachend vor ihrer Mutter, die die Verfolgung sofort aufnahm.
Vanessa rannte die Treppe hinunter, verpasste die letzten drei Stufen und plumpste den Rest hinunter.
Sie blieb unten liegen und lachte sich kringelig während Simone noch oben am Treppenabsatz stand und sich erschrocken die Hand vor den Mund hielt.
Dann musste sie selbst lachen.
Sie half Vanessa hoch und sie gingen in die Küche.
"Mama!!!!!!! Das ist ja wirklich eine Überraschung"!! rief Simone freudig.
"Hallo mein Kind".
Vanessa stand hinter Simone und kuschelte sich an ihren Rücken. Soviel wie eben hatten sie lange nicht mehr gelacht.

Am Abend schlief Vanessa auf der Couch ein. Simone deckte sie sorgsam zu und küsste sie zärtlich auf die Stirn.
Dann ging sie zurück in die Küche.
"Ich hab dich eben beobachtet, Simone" sagte Charlotte leise.
"Warum"?
"Ich weiß nicht. Aber so habe ich Vanessa und dich noch nie erlebt. Zumindest nicht gemeinsam".
"Ich weiß, ich war ihr jahrelang eine schlechte Mutter. Ich habe Fehler gemacht, die ich nie wieder aufholen kann. Aber ich bin und bleie ihre Mutter. Und ich liebe sie".
"Ich hab euch ja nichts anderes v orgelebt, insbesondere Carmen".
Mutter und Tochter umarmten sich.
Sie hatten nicht bemerkt das Richard sie beobachtet hatte. Und er lächelte dabei.

Seitdem war 1 Woche vergangen. Mittlerweile lag Mariella auf der Normalstation. Siomone fasste den Mut, Mariella zu besuchen.
Sie klopfte.
"Ja, herein"?
Mariellas Stimme war so fröhlich. Wie immer. Wie früher.
Sie trat ein.
"Hallo".
"Si...Simo..."
"Simone heiß ich, ja".
"Scherzkeks".
"Wie geht es dir"?
"Ganz gut. Naja, meinen Haaren musste ich 'goodbye sagen, aber sonst..."
Mariella lächelte schwach.
"Das mit dem Kopftuch sieht aber gut aus".
"Danke."
Mariella hatte sich ein Tuch um den Kopf geschlungen, wie Piraten es taten.
"Bist du jetzt...bist du.."
"Ob ich geheilt bin"?
"Ja."
"Das bin ich. Ja. Der Gehirntumor war der Auslöser für alles."
"Oh Gott."
"Ich lebe ja noch.Kann ich dich mal was fragen"?
"Ja, sicher."
"Kannst du..könnt ihr mir eines Tages verzeihen"?
"Das haben wir schon längst getan, Mariella. Du warst nicht du selbst."
"Ich hab ein Attentat auf dich vor..."
"Was kommt denn jetzt"?
"Warts ab".
Mariella griff in die Schublade ihres Nachttisches.
Sie holte ein kleines Kästchen heraus, das sie sofort öffnete.
"Was..."
"Simone, meinst du, die gefallen Carmen"?
"Die...die sind ja wunderschön! Natürlich, ganz bestimmt"!
Sie betrachtete die Silberringe genauer. Der Ring, der für Carmen bestimmt war, war mit einem echten, kleinen Rubin verziert. Mariellas Ring ziehrte ein Saphir. Simone hatte keine Sekunde daran gezweifelt, das die Steine echt waren.
"Schön, das sie dir gefallen. Dann gefallen sie Carmen auch."
"Willst du...willst du sie etwa...".
"Ja. Ich will deine Schwester heiraten".
Simone lächelte. Sie freute sich.

Etwas später fuhr sie nach hause. Dort begegnete ihr Carmen, die gerade ins Krankenhaus fahren wollte.
"Was grinst du mich so an"? fragte Carmen verwundert.
"Ich grinse? So ein Quatsch"!
"Doch! Was ist denn"?
"Gar nichts, ehrlich. Ich freu mich nur das es dir so gut geht...das es euch so gut geht".
Carmen küsste ihre Schwester im Gehen auf die Wange.
"Du bist toll".
Carmen ahnte nicht, welch süßes Geheimnis ihre Schwester hütete.

Am Abend kam Richarnd nach hause.
Simone war gerade aus der Wanne gestiegen und stand nur im Bademantel bekleidet im Schlafzimmer.
"Hallo Schatz. Na wie wars in der Firma"?
"Anstrengend. Die Verhandlungen für den Powersnack ziehen sich wie Kaugummi."
"Oh je. So schlimm"?
"Die Verhandlungen werden noch lang dauern, denke ich."
"Naja. Es gibt noch andere Dinge im Leben."
Sie näherte sich ihm und küsste ihn zärtlich.
"Frau Steinkamp...wollen sie mich etwa verführen"?fragte Richard geziert.
Simone lächelte.
"Ist Verführung überhaupt nötig"?
"Niemals."
Richard küsste sie leidenschaftlich.
Wenige Minuten später lagen sie eng umschlungen auf dem Bett.
"Simone...weißt du eigentlich wie schön du bist"?haucte Richard ihr ins Ohr.
"So"? fragte sie spitzbübisch und küsste ihn zärtlich.
"So schön wie..ein Sonnenaufgang im Paradies".
Simone küsste seinen Hals.
"Erzähl weiter" flüsterte sie.
Sie küssten sich stürmisch. Die Spannung zwischen den beiden war unerträgllich. Sie schliefen miteinander.

2 Stunden später wachte Richard neben seiner Frau auf.
Ihm kam eine Idee. Für den Rest des Abends würden er und Simone die Villa für sich haben. Er fuhr ins "Portofino" in der Pizzaria, in der sie sich kennengelernt hatten und bestellte Simones Lielingsgericht. Bandnudeln überbacken mit Käse und Lachs. Für sich bestellte er Tortelini mit Käsesoße.

Derweil wachte Simone auf.
Neben ihr lag ein Zettel.
"Ich bin gleich wieder da. Ich liebe dich. Richard".
Simone war wundert. Warum war er noch einmal weggegangen?

Sie wartete auf Richard. Aber er kam nicht.

Es war drei Uhr nachts, als Vanessa und Carmen nach hause kamen. Carmen hattew ihre Nichte auf dem Nachauseweg nach ihrer Schicht abgepasst und sie mitgenommen.
"Hast du Lust auf eine heiße Milch mit Honig?" fragte Carmen Vanessa, als sie den Schluss ins Schloss steckte.
Vanessa kam nicht dazu, zu antworten. Die Haustür wurde aufgerissen. Im Rahmen stand Simone. Ihr liefen Tränen über die Wangen, ihr Makeup war ganz verlaufen, ihre Haare zerzaust.
"Mama...was ist denn mit dir los"?
"Ihr sei es. Carmen, ich dchte du hast Nachtdienst".
"Zwischen Rufbereitschaft und Nachtdienst gibt es einen großen Unterschied. Wie siehst du überhaupt aus, was ist denn passiert"?
Sie betraten die Villa. Carmen legte fürsorglich die Arme um ihre Schwester.
"Richard ist verschwunden. Wir haben uns einen gemütlichen Abend gemacht. Es war so schön. Irgendwann bin ich aufgewacht und er war weg. Aber neben mir lag ein Zettel. Er sei bald wir da und er liebt mich. Aber seitdem...Carmen ich erreich ihn nicht, ich habe Angst"!
In diesem Moment kam ihnen Charlotte entgegen.
Carmen musterte ihre Mutter. Auch sie schien sich Sorgen zu machen. Ihre Gesichtszüge verrieten das.
"Wisst ihr auch nichts"? fragte Charlotte leise.
Vanessa schüttelte nur stum den Kopf. Sie war ganz blass geworden.
Vanessa suchte die Nähe ihrer Mutter, die sich aber losrieß und ins Schlafzimmer rannte.
Vanessa zögerte keine Sekunde und lief hinterher. Die Schlafzimmertür war abgeschlossen.
"Mama!!!! Mama!!!!!!!".
Vanessa trommelte mit den Fäusten gegen die Tür.
Simone reagierte nur mit unterdrücktem Schluchzen, dafür schrie aber ihre kleine Schwester aus vollem Hals.
Vanessa rannte in Lunas Zimmer, nahm ihre Schwester aus dem Bett und versuchte sie zu beruhigen.
"Tut mir leid, Kleines. Ich wollte dich nicht erschrecken" sagte sie leise.
Dann lief sie, mit der kleinen auf dem Arm, zurück in Richtung Schlafzimmer.
"Mama? Luna weint ganz schrecklich. Ich glaub sie hat Sehnsucht nach ihrer Mama".
Der Schlüssel im Schloss drehte sich, Simone öffnete die Tür, nahm Vanessa blitzartig die kleine ab und schloss sich wieder ein.
"mama, lass dir doch helfen" sagte Vanessa leise.
Aber entweder konnte oder wollte Simone Vanessa nicht hören.

Sie schlich hinunter in die Küche, wo Carmen und Charlotte warteten.
"Lasst Mama besser in Ruhe" sagte sie leise.
"In Ordnung" sagte Charlotte leise.
"Verdammt! Richard und einfach abhauen- da stimmt was nicht, das passt nicht zusammen"! rief Carmen und schleuderte ihren Teelöffel mit voller Kraft in die Spüle.
"Merkwürdig ist das ja schon" erwiderte Charlotte und drehte und wendete Richards Nachricht an Simone in ihren Händen.
"Eben. So was schreibt man doch nicht, um danach einfach abzuhauen"! rief Carmen aufbrausend.
Sie riss ihrer Mutter den Zettel aus der Hand und betrachtete ihn, als könne sie zwischen den Zeilen lesen.
"Allerdings...Richard und seine Frauengeschichten..." wagte Charlotte zu sagen "es ist ja möglich"...
"Hör auf" brüllte Vanessa "Papa liebt Mama, er würde sie nie, und ich sage dir NIE verlassen"!
Vanessa flüchtete in ihr Zimmer.
"Na super, einwandfrei! Ganz große Klasse"!
Carmen sah ihre Mutter vorwurfsvoll an und rannte ihrer Nichte dann hinterher.

"Er kann nicht einfach weg sein, das glaub ich einfach nicht" schluchzte Vanessa.
"Es ist wirklich sehr merkwürdig, ich glaube nicht, das er euch so einfach verlässt".
Carmen streichelte ihrer Nichte sanft den Rücken.
"Oh Gott, wir müssen Jenny anrufen, die weiß von nichts"! rief Vanessa.
SPrachs, griff zu ihrem Handy und wählte die Handynummer ihrer Schwester.
"Jenny Steinkamp, hallo"?
"Ich bins, Vanessa."
"Vanessa,., bist du irre? Weißt du wie spät es ist"?
"Du musst sofort kommen! Papa ist weg!"
"Wie bitte"?
"Papa ist weg! Verschwunden"!
"Ich habs verstanden, aber was soll das heißen"?
"Ich weiß nicht. Bitte komm Jenny. Wir brauchen dich...ich brauch dich."
"Ich bin in zehn Minuten bei euch."
"Okay, bis gleich.
Als Vanessa aufgelegt hatte, atmete Carmen tief durch. Auch an ihr nagte die Ungewissheit.

Am nächsten Morgen informierten die Steinkamps die Polizei. Richard war noch immer nicht aufgetaucht.

Zur gliechen Zeit kam Nina von einer Fortbildung zurück und stieg gerade aus dem Zug, als ihr Handy klingelte.
"Vanessa, hey"!
"Hey. Hast du Zeit, ih brauch jemanden zum reden."
"Das klingt ja gar nicht gut, was ist passiert"?
"Mein Papa ist verschwunden."
"Wie bitte"?
"Ja. Einfach weg."
"Okay, pass auf, ich nehm mir ein Taxi, dann bin ich gleich da und wir reden über alles, ja"?
"Ja. Danke. Bis gleich."
Nina lief noch schnell ein einen Lebensmittelladen am Bahnhof und kauftwe Kerkse.
"Vanessa wird Nervennahrung brauchen" dachte sie und verließ den Laden wenige Minuten später wieder.
Am Bahnhofsausgang stutzte sie.
Da stand ein Wagen der ihr bekannt vorkam.
Sie brauchte ein paar Sekunden um zu realisieren, das Richards Mercedes vor ihr stand. Aber von Richard keine Spur.

Wie gelähmt standen Simone, Jenny und Vanessa um Richards Wagen herum.
Nachdem die Hauptkommisarin Ute Lengil den Zweitschlüssel von Simone erhalten hatte, öffnete sie den Wagen. Eine ganze Kompanie der Spurensicherung fiel regelrecht über den Wagen her.
"Was ist das denn"? Utele Lengil öffnete zwei in Alufolie verpackte Schälchen.
Es war das Essen, mit dem Richard Simone hatte überraschen wollen.

Der Wagen wurde in die Werkstatt der Spurensicherung gefahren. Kommissarin Lengil und ihre Kollegin Marie Steiner begleiteten die Steinkamps zurück in die Villa.
"Aber...wo ist mein Mann dann"? fragte Simone leise. Sie war ganz bleich im Gesicht, als sie Carmen die kleine Luna abnahm und ihr dann die Flasche gab.
"Nach ihrem Mann wird bereits gesucht Frau Steinkamp" sagte Ute Lengil. Die Kommisarin versuchte Simone, etwas Angst zu nehmen, aber offensichtlich war es ihr nicht gelungen.
Die kleine Luna schien den Kummer ihrer Mutter zu spüren und verweigerte ihre Muttermich.
Simone legte ihre Tochter in die Tragetasche neben sich. Ihre Hand streichelte liebevoll Lunas Köpfchen.
"Könnte mein Vater...entführt worden sein"? fragte Jenny stockend.
Ute lngil und Marie Steiner schluckten beide schwer.
"Im WAgen wurde bis jetzt kein Hinweis auf ein Verbrachen gefunden. Es könnte aber außerhalb etwas passiert sein" antwortete Marie Steiner " wir schlließen nichts aus."
"Ein Unfall kann ja nicht passiert sein. Die Polizei hat sämtliche Krankenhäuser in einer Umgebung von 50 Kilometern kontrolliert" sagte Carmen leise.
Blind vor Tränen merkte Simonwe irgendwann, das die beiden Kommisarinnen eine Fangschaltung am Telefon installierten.
Für sie kam nur noch eine Entführung in Frage.

2 Tage später, morgends um 7.30 Uhr im Loft von Lena, Ingo, Annette und Diana...
Alle saßen noch beim Frühstück. Lena machte sich für eine Runde Jogging fertig.
"Wenn du noch 10 Minuten wartest geh ich mit" sagte Diana fröhlich und schob sich das letzte Stück Nutella-Brot in den Mund.
"Also gut, aber dann müssen wir wirklich los"!
"Bin schon unterwegs" sagte Diana noch kauend und lief danach ins Bad.

20 Minuten später hatten die beiden Frauen das Zentrum, ihr Ziel, fast erreicht, sie joggten bereits durch den Park.
"Das mit dem alten Steinkamp ist heftig oder"? fragte Lena.
"Allerdings".
"Meinst du, der ist so einfach abgehauen"?
"Keine Ahnung. Ich glaube nicht."
"Warum nicht"?
"Hast du die Steinkamps, also Ricard und Simone, in letzter Zeit mal beobachtet? Die waren noch überglücklich".
"Stimmt. Ich hab die beiden mal im Pool knutschen sehen. Wie zwei Teenager, richtig süß".
"Eben. Deshalb passt das nicht zusammen, so einfach abzuhauen".
Auf einmal blieb Lena stehen wie vom BBlitz gestreift.
Ihr Atem ging stoßweise und sie zegite wortlos auf eine Parkbank, die vielleicht noch 4 Meter von ihnen entfernt war.
"Oh Gott das ist ja..." Diana blieb Richards Name im Hals stecken.
"Wir müssen helfen, komm"! rief Lena und begann zu rennen.
Je näher die beiden der Bank kamen, desto vorsichtiger wurden sie.
"Das ist er. Eindeutig. Boah, sieh dir mal die Wunde nach der Stirn an"! sagte Lena leise.
Diana befühlt Richards Schlagader, vielmehr suchte sie danach.
Bis Richard plötzlich die Augen aufschlug.

"Wer...wer sind sie"? fragte Richard sichtlich irritiert.
"Herr Steinkamp, kennen sie uns nicht? Diana Sommer und Lena Bergmann"? fragte Diana, ebenfalls total irritiert.
Lena entfernte sich ein paar Meter. Sie rief die Polizei und einen Krankenwagen.

Zur gleichen Zeit, in der Villa.
Simone saß im Bad auf dem Badewannenrand und starrte vor sich hin.
"Wo bist du Richard? Warum tust du mir das an? Warum tust du UNS das an?" dachte sie traurig.
Mittlerweile hatte sie den Glauben an eine Entführung verloren. Sie glaubte das Richard abgehauen war. Sie im Stich gelassen hatte. Sie verlassen hatte. Die Familie verlassen hatte.
Das Telefon klingelte.
Sie hörte wie ihre Schwester abhob.
Nach zwei Minuten hörte sie den Satz "Die ist da, einen kleinen Moment bitte"!
Dann hörte sie wie ihre Schwester die Treppe hinaufgerannt kam.
"Schneewittchen? Wo bist du"?
Simone musterte sich im Spiegel. Die Haare zerzaust. Das Gesicht faltig und blass. Geschwollene Augen vom vielen Weinen. Wie kam Carmen noch auf die Idee, sie Schneewittchen zu neben?
"Hier bin ich Carmen".
Mit Schwung riss Carmen die Tür auf.
"Diana Sommer und Lena Bergmann habwn Richard gefunden"!
"Wie bitte"?
"Ja, das Krankenhaus ist dran. jetzt krieg mal deinen Allerwertesten hoch und geh ran"!
Carmen versetzte Simone einen liebevollen Schubs, die sofort aufsprang und wie eine aufgezogene Spielzeugmaus zum Telefon rannte.
"Simone Steinkamp, hallo"?
"Ja...natürlich....ja wir kommen sofort, natürlicvh...ja, ich bringe alles mit" hörte Carmen dann noch, bevor Simone auflegte, auf sie zurannte und sie so stürmisch umarmte, das sie das Gleichgewicht verloren und unsanft auf dem Boden landeten.
"Richard gehts gut! Richard gehts gut"!
Sie küsste ihre Schwester herzhaft auf die Stirn und ließ die völlig perplexe Carmen auf dem Boden liegen.
"Ich muss sofort die Mädcvhen wecken"!
"Lass Luna aschlafen, ich nehm sie nachher mit zur Arbeit" sagte Carmen, richtete sich auf und lief zu Simone. Die Schwestern sahen sch tief in die Augen.
"Danke Carmen" sagte Simone leise "danke, für all das, was du für mich...für uns tust"!
Carmen küsste ihre Schwester sanft auf die Stirn.
"Schon gut. Du gibst es mir ja immer wieder zurück."
Simone löste sich von ihrer Schwester und lief rückwärts die Treppe hoch. Unterwegs warf sie Carmen einen Handkuss zu.
"Du biast ie bester Schwester der Welt" lächelte Simone,. Für den Moment war sie glückllich.

Im Krankenhaus....
Alle drei hatten sich im Eilverfahren fertig gemacht und warteten auf die behandelnde Ärztin, die bald darauf auf sie zukam.
"Mein Name ist Dokter Mariella Engel. Ich habe ihren Mann behandelt".
"Guten Tag. Was fehlt ihm"?
"Rein äußerlich geht es ihm gut, aber..."
"Was 'aber'"? fragte Simone lauernd.
"Ihr Mann hat einen Teil seines Gedächtnisses verloren. Anhand seinesPersonalausweises konnten wir eststellten das es sich um 27 Jahre handelt."
"Wie bitte...das würde ja heißen, das er mich nicht erkennt" sagtw Simone leise "mich...unsere Töchter...uns alle".
"Das ist leider so."
"Könnwn ir ihn aehen"? fragte Vanessa mit zitternder Stimme.
"Durch unsere getönten Sichtfenster, ja. Alles andere würde ihren Vater überfordern".
Alle drei nickten.
Die Ärztin führte sie zu einem Raum. Darauf stand in großen Buchstaben "B3".
"Er kann sie nicht sehen" sagte die Ärztin leise.
Die Familie tat ihr leid. Sehr leid. Man wusste nicht, wie lang es daern würde bis Richard sein altes Leben wieder aufgreifen konnte.

Abends kamen sie vöölig niedergeschlagen nach hause.
Jenny war gefahren, Simone und Vanessa hatten auf der Rückbbank gesessen, Arm in Arm. Simone hatte die ganze Zeit geweint.
Sie war auch sofort ins Bett gegangen.

Mitten in der Nacht wachte Vanessa auf und sie wusste nicht, warum.
Plötzlich hörte sie dumpfe Schläge. Es hörte sich an als ob....oh mein Gott!
In diesem Moment wurde die Schiebetür zum Bad aufgerissen.
"Hast du das auch gehört"?
"Klar hab ich das gehört Jenny, bin ja nicht taub"!
Sie rannte zum Schlafzimmer ihrer Eltern.
Als Vanessa die Tür öffnete sahen sie mit eigenen Augen das Simone gerade dabei war, die Zimmereinrichtung zu zerstören.
"Mama"!!!!!b schrie Vanessa ängstlich.
Charlotte und Carmen kamen angerannt.
"Carmen, ruf Dr. Sommer an"! schrie Charlotte und half den Mädchen, Simone festzuhalten, die verzweifelt um sich schlug. In einem Moment, wo Vanessa mit dem Rücken zu ihr stand, schlug Simone ihr versehentlich in die Nierengegend. Vanessa durchzuckte ein höllischer Schmerz. Im selben Moment wurde Simone bewusst was sie getan hatte.
Ein paar Minuten später kam Oliver.
<Vanessa tat ihre Narbe weh, aber der Narbe selbst war nichts passiert. Oliver rieb sie mit einer Salbe ein, bevor er Simone eine Spritze gab.
Als Simone die Spritze bekam, lagerte Vanessa ihre Mutter liwbevoll in ihre Arme. Sie ließ Simone auch nicht los, als diese unter Tränen einschlief. Sie hielt sie in ihren Armen. Die Ganze Nacht.

Am nächsten Morgen wachte Vanessa auf. Wie automatisch tastete sie sich auf die Betseite ihrer Mutter.
Das Bett war leer, aber das Spannbettuch war noch warm. Lang konnte sie also noch nicht wach sein.
Vanessa ging hinunter in die Küche. Dort stand Carmen und trank ihren geliebten Espresso.
"Morgen Carmen. Hast du Mama gesehen"?
"Sie weckt gerade die Kleine".
"Aha. Warum das, meistens wird die kleine doch von allein wach."
"Keine Ahnung. Frag sie doch."
"Sag mal, ist was mit dir"?
Wütend knallte Carmen ihre leere Tasse in die Spüle.
"Mein Gott, ja! Wenn es Simone schlecht geht, dann geht es mir auch schlecht"!
"Entschuldige!! Das ist kein Grund so zu schreien"!
"Ja, ich weiß. Sorry. Ich muss los. Gib deiner Mutter einen Kuss von mi und sag das ich sie liebe, okay? Ich glaub das brauch sie jetzt".
"Mach ich".
Kaum war Carmen aus der Tür, kam Simone in die Küche. Blass sah sie aus. Müde. Und sie hatte wieder geweint.
"Guten Morgen mein Schatz".
"Guten Morgen Mama".
Sie küsste ihre Mutter zärtlich auf die Wange und umarmte sie.
"Der war von Carmen. Und ich soll dir sagen, das sie dich liebt."
"Danke. Auch für heutwe Nacht. "
"Das war selbstverständlich".
"Finde ich nicht".
"Mama, hättest du das auch für mich getan"?
"Natürlich Vanessa. Du weißt doch, ich würde alles für euch tun".
"Siehst du? Gerade deshalb."
Simone zog ihre Tochter näher zu sich heran.
Vanessa konnte den Herzschlag ihrer Mutter hören. Ihr Herz hörte sich ganz chwer an. Sie hatte Liebeskummer, kein Wunder."
"Ich liebe dich Mama"
"Ich dich auh, meine kleine."
Simone streichelte ihrer Tochter sanft die Haare.
"Ich brauch euch jetzt Vanessa. Ich pack das nicht ohne euch".
"Wir lassen dich nicht allein. Wir sind immer da, ja"?
"Ich auch füür euch. Immer. Mein ganzes Leben".
"Guten Morgen ihr zwei. Darf ich mitkuscheln"?
Simone lächelte Jenny schwaych an, die mit verschlafenen Blick im Türrahmen stand.
Sie hob einen Arm. Jenny tapste zu den beiden.
"Schläft Luna noch"?
"Sie schläft wieder. Sie ist mir wieder eingeschlafen, als ich sie gewickelt habe" sagte Simone leise.
"Es war bestimmt auch anstrengend für sie heute nacht" sagte Jenny leise.
"Es tut mir leid. Ich...ich war nicht mehr Herrin meiner Sinne".
Simone stiegen Tränen in die Augen, die die Mädchen liebevoll wegküssten.

Am Vormittag kam Simone eine Idee: Richard lebte in einer Zeit, wo er noch in der Pizzaria gearbeiet hatte, wo sie sich kennengelernt hatten. Im Portofino. Vielleicht konnte ihnen dort jemand helfen!
Während die Mädchen auf Luna aufpassten und Charlotte einkaufen ging, fuhr sie in Richtung des Restaurants.
Zögerlich betrat sie es kurz darauf.
"Guten Tag" rief sie, als sie niemanden im Restaurant sah.
"Guten Tag.Wir haben noch...oh hallo Frau Steinkamp".
Eine junge Frau kam auf sie zu. Simone schätzte sie auf etwa Mite 20.
Die Frau streckte ihr lächelnd die Hand hin.
"Kennen wir uns?" fragte Simone irritiert, nahm aber die angebotene Hand an.
"Marcella Fonrtanelli. Ich bin die Enkelin von Sofia Fortanelli".
Sofia Fortanelli hatte das Restaurant bis vor einem Jahr geleitet. Danach hatte es die Tochter übernommen.
"Marcella, natürlich! Ich hab sie noch als 10 Jährige im Kopf, die abends ihre Hausaufgaben im Restaurant gemacht hat"!
"Sie können heute immer noch 'du' sagen."
"Na gut."
"Kann ich ihnen irgendwie helfen? Wie geht es Richie"?
Riechi. Marcwella war die einzige, die es wagte Richard so zu nennen. Schon früher.
"Sie haben davon gehört"?
"Ja socher. Das ging durch die Presse wie Wasser durch diesen Abfluss hier. "
"Richard hat eine Teilamnesie. Du musst mir helfen, Marcella, bitte"!
"Ich weiß nicht ob ich ihnen helfen kann, aber meine Nonna bestimmt. Soll ich sie anrufen"?
"Wenn es keine Umstände macht".
"Nein, auf keinen Fall. Ich rufe sie sofort an"!
In diesem Moment griff sie auch schon zum Telefon.
"Buon giorno Nonna! Kannst du mal ins Restaurante kommen, pego?...si, es ist sehr wichtig...gracie...danke Nonna! Ti amo"!
"Sie ist in einer Viertelstunde hier".
"Danke. Kann ich ihnen was anbieten"?
"Einen Latte Macciato bitte."
Marcella machte sich an der Kaffeemaschine zu schaffen.
"Ich war ganz bestürzt als ich erfahren habe, das ihr Mann verschwunden ist. Er war an diesem Abend noch da und hat Essen für sie beide abgeholt. Meine Nonna hat extra den Kochlöffel geschwungen. Eigentlich kocht meine Ma."
"Hat sie mkeinen Mann gemacht"?
"Sehr. Er war für sie der Sohn, den sie nie bekommen hat".
Marcella fluchte leise auf italienisch, als sie mit aufgeschäumter Milch vollgespritzt worden war.
"Meinen sie...ihre Großmutter kann mir helfen"?
"Meine Nonna ist eine der hilfsbereitesten Menschen die ich kenne. Sie wird alles tun was in ihrer Macht steht".
"Meine geliebte Enkelin, was gibt es denn"???
"Nonna!!!!!!"
Marcella verließ den Tresen und umarmte ihre Großmutter.
"Nonna, kannst du dich noch an Frau Steinkamp rinnern"?
"Si, natürlich".
Sie schüttelte Simone die Hand.
"Buon giorno Signora Fortanelli. Ich bin gekommen, weil sie so ziemlich die einzige sind, die mir helfen kann".
"Erzählen sie, Signora. Was haben sie auf dem Herzen? Marcella, machst du uns einen Lambrussco"?
"Ja sicher."
Mit erstickter Stimme erzählte Simone, was geschehen war. Sofia Fortanelli hörte ihr aufmerksam zu, Marcella versogte sie mit Taschentüchern.
"Jedenfalls soll man meinem Mann soviel Normalität wie möglich geben. Wären sie bereit, ihn wieder einzustellen, Signora Fortanelli"?
"Naja...die Restaurante liegt nicht mehr in meine Hand...meine TZochter die Besitzerin bbefindet sich in Italia im Urlaub...das Restaurante befindet sich in Marcellas Besitz, bis meine Princepesa wieder kommt".
Simone sah Marcella flehendlich an.
"Naja...Nonna wenn du kochst und ich Susanna und Loredana anrufe, die uns dann helfen...das müsste klappen"!
"Marcella, du bist ein Schatz"!
"Ich mach es wirklich gerne. Das Problem ist nur- ihr Mann hat mich als kleines Mädchen in Erinnerung-ich bin jetzt fast 28 und habe zwei Töchter."
"Dann kochst eben du, meine liebe! Deine Nonna wird den Service schon schaffen!"
Simone war glücklich das die Fortanellis ihr helfen wollten. Denn mit jedem Stück Normalität wuchs die Chance, das Richard sein Gedächtnis wieder erlangte- in vollem Umfang.

Am Abend saß sie wieder im Portofino. Sie wollte wissen ob Richard sie wirklich nicht erkennen würde. Er hatte sie nicht erkannt. Simone scxhüttete einen Rotwein nach dem anderen in sich hinein, bis Marcella Fortanelli eine völlig betrunkene Simone nach hause fuhr. Kurz vor Mitternacht.

Als sie nach hause kamen-Simone sturzbetrunken und lärmend- rannten Jenny, Charlotte und Vanessa die Treppe hinunter. Schließlich wurde auch Carmen von einem heftigen Wortgefecht zwischen Vanessa und Simone angelockt.
Was dann geschah, geschah in Bruchteilen von Sekunden.
"Dein ewiges Selbstmitleid kotzt mich an! Denk doch mal an uns! Wir brauchen dich auch!!" brüllte Vanessa völlig außer sich.
Dann sah Carmenn nur noch wie ihre Schwester ausholte. Sie schloss die Augen und öffnete sie erst wieder, als sie Simones Hand hart auf Vanessas Wange aufschlagen hörte.
Simone hatte ihr oberstes Gesetz gebrochen. Sie hatte eine ihrer Töchter geschlagen. Allen stand das Entsetzen ins Gesicht geschrieben. Sie reagierte auch nicht, als Jenny ihrer weinenden Schwester hinterherlief. Sie reagierte nicht. Sie tat einfach nichts.

Am nächsten Morgen wachte Simone auf und griff sich sofort an den Kopf.
"Aua...nie, nie wieder Rotwein"! dachte sie sich und krabbelte aus dem Bett.
Als erstes sah sie nach der kleinen Luna. Ihre Jüngste schlief tief und fest, also zog Simone es vor, sie noch ein wenig schlafen zu lassen.
Sie ging ins Bad und zog sich um. Sie bürrstete ihre Haare durch, dann nahm sie sich ein Haarband und zog es durch ihre Haare.
"Ich seh ja schlimm aus. Saufen macht nicht nur dumm, sondern auch noch hässlich" dachte sie während sie eine dicke Schicht Make-Up auf dem Gesicht veteilte.
Schließlich ging sie hinunter.
Carmen saß in der Küche und las die Tageszeitung.
"Guten Morgen Krümel."
"Guten Morgen. Na, hast nn dicken Kater"?
"Mein GHott, ich hab einmal zu tief ins Glas geguckt"....
"Ja....mächtig."
"Carmen, was soll das? Du bist doch auch kein Kind von Traurigkeit"!
"Stimmt. Aber mal ganz ehrlich Simone: Weißt du noch, was gestern passiert ist? Gestern Nacht"?
"Gabs was besonderes"?
Carmen riss die Augen auf.
"Du kannst dich nicht erinnern"?
"An was denn? Das ich in der Pizzaria stockbesoffen gegen den Tresen gelaufen bin, oder fast vom Barhocker gefallen bin"?
"Unglaublich. Du weißt echt nix mehr. Wie kann man sich nur so volllaufen lassen"?
"Wi bin ich überhaupt nach hause gekommen"?
"Oh Gott..."
"Carmen sag es mir, bitte"!
"Eine junge Frau...Mar...Marce.."
"Marcella Fortanelli"?
"Richtig. Bravo. Und jetzt sag mir, as gestern Nacht passiert ist."
"Carmen, bitte, ich weiß es nicht, sag es mir, bitte"!
"Du hast Vanessa geschlagen"!
Du hast Vanessa geschlagen. Du hast Vanessa geschlagen.
Carmens Worte hallten in ihrem Kopf.
Simone rannte ins Bad.
Nur ein paar Sekunden später hörte sie, wie Simone sich übergab.

"Morgen kleine Schwester...oh Gott, das sieht ja übel aus":
"Halb so schlimm."
Vanessa stand im Bad und versuchte mit Hilfe von etwas Make-Up ihrer Tante die Striemen von Simones Hand zu überschminken.
Der Unterkiefer war rechts leicht blau.
"Jenny"?
"Ja"?
"Ich will hier raus".
"Du kannst immer zu mir kommen. Pack deine Koffer und zieh aus. So wie gestern kann es nicht gehen."
"Meinst du, wir kommen klar, in deiner Wohnung, wir beide"?
"Bestimmt. Es ist eine 3 Zimmer Wohnung. Du hast also dein eigenes Zimmer. Es steht völlig leer, du kannst es gestalten wie du magst. Nur von der Vormieterin stwht noch ein Schrank drin. Der ist groß und reicht für dich".
"Meinst du das ernst"?
"Natürlich".
"Na dann lass uns mal packen".

2 Stunden später waren Vanessas Sachen gepackt.
Gerade als Vanessa den letzten Koffer die Treppe hinuntertrug, begegneten sich Mutter und Tochter.
"Wo willst du hin"? fragte Simone leise.
"Das geht dich nix an"!
"Ich bin deine Mutter und du bist 17! Es geht mich etwas an"!
Vanessa ging an ihrer Mutter vorbei.
"Vanessa, es tut mir leid"!
"Ach ja"?
"Ja. Vanessa, glaub mir, ich hab das nicht gewollt"!
Simones Hand strich vorsichtig über Vanessas Wange.
"Lass das! Du tust mir weh"! zischte Vanessa. Es lag so viel Hass und Verachtung in ihrer Stimme, das es Simone eiskalt den Rücken hinunterlief.
Sie ließ Vanessa gehen. Fassungslos starrte sie Jennys Wagen nach, der davonraste.
In diesem Momwent kamen Carmen und Charlotte die Treppe hinunter. Jede trug einen mächtigen Koffer.
"Nein...ihr nicht auch noch. Bitte, lasst mich nicht allein"!
"Keine Angst. Ich bleibe hier. Aber nur Luna hielt mich hier. Du nicht".
Carmens Stimme war eiskalt.
Carmen und Charlotte standen sekundenlang eng aneinander gekuschelt da.
"Tschüss Mama. Und sag Papa besser nicht, zu welchen Dingen Simone fähig ist, wenn sie besoffen ist."
Ein messerscharfer Stich streifte Simones Herz, als die Mutter ging, ohne sie wenigstens kurz in den Arm zu nehmen.
Simone brach in Tränen aus, als der Wagen ihrer Mutter vom Hof fuhr.
"Weißt du Simone...es gibt ein Sprichwort. Das heißt: Du sollst Vater und Mutter ehren. Aber wenn sie dich schlagen sollst du dich wehren. Vanessa wehrt sich. Wundert mich, das sie das nicht schon vorher getan hat."
"Carmen bitte...."
"Nix Carmen! Ich fahr jetzt zu Mariella in die Klinik."
"Lass mich nicht allein, bitte"!
Simone ergriff Carmens Hand, wurde aber eiskalt weggeschoben. Carmen hörte ihre Schwester noch in ihrem Wagen weinen. Ihre Hände umklammerten das Lenkrad so heftig, bis die Knochen hervortraten.
Dann drehte sie den Schlüssel um und raste vom Grundstück.

Nachdem sie sich beruhigt hatte, setzte sie sich an den Tisch und schrieb Vanessa einen Brief.

Liebe Vanessa,
bitte glaub mir, es tut mir leid, was in der Nacht passiert ist. Ich fürchte, ich habe noch nie so die Kontrolle verloren. Es tut mir leid, meine Süße. Ich hab das nicht gewollt. Es ist soviel passiert in den letzten Monaten.
Richtig glücklich waren wir schon lange nicht mehr. Als du mir vor ein paar Monaten ins Gesicht gebrüllt hast, das du mich hasst, war das der schwärzeste Augenblick meines Lebens. Ich war so glücklich, als du in der Nacht an meinem Bett gestanden bist und mir eine heiße Milch mit Honig gebracht hast, weißt du noch?
Vorher waren wir uns nie so nah.
Dabei war ich so glücklich als ich erfahren habe das ich mit dir schwanger bin. Jenny hatte sich so eine Schwester gewünscht. Jahrelang wurde ich nicht schwanger. Und dann hab ich plötzlich ein Ultraschallbild von dir in der Hand gehabt. Jenny hat immer auf dich aufgepasst, als du noch klein warst. Ich hoffe, das tut sie jetzt. Hoffentlich passt sie jetzt auf dich auf. Ich habe Angst, das du irgendwelche Dummheiten machst. Vanessa, bitte verzeih mir. Ich hab das nicht gewollt. Bitte, bitte komm nach hause. Ich liebe dich.

Mama

Sie bat Frau Scholz, den Brief bei Jenny einzuwerfen. Die Haushälterin lächelte sie aufmunternd an.
"Das mache ich gerne. Brauchen sie was bestimmtes aus der Stadt mitbringen"?
"Hmm...ich würde Carmen gerne ihr Lieblingsessen kochen. Dazu brauche ich Hackfleisch, Feta-Käse, Tomaten und Reis".
Frau Scholz zog ihren Einkaufszettel aus der Tasche.
"Steht alles drauf. Außer der Feta-Käse".
Simone lächelte schwach.
"Vergessen sie ihn nicht. Sonst kann ich das Hackfleisch nicht füllen".

Als Carmen am Nachmittag nach hause kam, roch sie sofrt nach dem sie den Flur betreten hatte, ihr Lieblingsessen. Simone war so beschäftigt, das sie nicht merkte, das Carmen im Türrahmen stand. Mittlerweile tat Simone ihr leid.
Die kleine Luna lag in ihrer Wippe. Diese stand gut gesichert auf dem Küchentisch. Luna sah ihrer Mutter aufmerksam beim Kochen zu.
"Oh. Die Hausherrin kocht persönlich. Mein Lieblingsessen".
"Carmen...ich hab dich gar nicht gehört..."
"Das hab ich gemerkt."
"Carmen, ich dachte du freust dich..."
"Ich freu mich auch. Ach Mensch, komm halt her".
Carmen breitete die Arme aus, Simone rannte hinein und begann bitterlich zu weinen.

Zur gleichen Zeit...
"Ich hol ml die Post. Vielleicht ist ja Werbung von irgend nem Möbelgeschäft dabei. Dann darfst du dir was aussuchen".
"Du bist lieb Jenny, danke."
"Die Idee mit unser Sister-WG ist doch gar nicht übel oder"?
"Nein, das ist toll. Ich wollt schon immer mal in einer WG wohnen".
"Na dann."
Jenny öffnete 5 Minuten später ihren Briefkasten.
Sie grinste, als ihr als erstes ein Prospekt eines Möbelgeschäfts in die Hände fiel.
Sie schnappte sich den großen Stapel Post und lief nach oben zurück.
Lachend kam sie in die Wohnung zurück.
"Stell dir vor, es kam was wir gesucht haben"!
"Ne, echt"?
"Allerdings. Schau mal, was für schöne Betten die haben. Such dir eins aus. "
"Jenny! Da ist keines billiger als 900 Euro"!
"Ich will nichts hören. Das ist mein Willkommensgeschenk für dich".
"Na gut".
Während Vanessa sich in den Prospekt vertiefte, sah Jenny ihre Post durch.
Als letztes fiel ihr Simones Brief an Vanessa in die Hände.
"Boah guck mal! Das möchte ich haben"!
Vanessa zeigte auf ein großes Bett mit edlem schwarzen Gestell.
"Dann sollst du es haben. Da ist ein Brief von Mama".
Vanessa nahm Jenny den Brief aus der Hand, zerriss ihn in kleine Schnipsel und fragte dann ironisch: "Schwesterherz, sammelst du eigentlich Altpapier"?

3 Tage später kam Carmen müde nach hause. Sie hatte in einer Schicht 3 Geburten gehabt. Wenn ihre bereitwilligen Angestellten nicht gewesen wäre sie untergegangen. 2 Mädchen und ein Junge. Carmen betrachtete glücklich dsie Fotos. Eine ganze Wand hatte sie mit Babyfotos in ihrem gemeinsamen Zimmer mit Mariella tapeziert.
Nun kamen gleich drei Stück dazu.
Da hörte sie die kleine luna schreien.
"Simone, sag mal, bist du taub"? rief sie nach 5 Minuten die Treppe hinauf. Ihre Schwester schien nicht zu hause zu sein. Das war ja wohl die Höhe!
Sie rannte nach oben, wechselte Luna die Windel, fütterte sie dann und schon das Bettchen zornig in ihr Zimmer.
"Was ist das für eine Mutter?" dachte Carmen traurig und nahm, sobald sie in ihrem Zimmer stand, die kleine Luna auf den Arm.
"Du bist nicht mehr allein Kleines. Warte nur bis deine Frau Mutter nach hause kommt. Die kriegt was zu hören, das ihr die Ohren klingeln"!
Die kleine schlief bald ein. Carmen wollte sich gerade selbst hinlegen, als sie im Schlafzimmer von Simone und Richard ein schwaches Stöhnen hörte.
Sie schlich aus dem Zimmer.
Sie klopfte bei Simone.
"Schneewittchen...alles okay? Kann ich reinkommen"?
"Carmen.."
Carmmen platzte ins Zimmer.
Simone lag in ihrem Bett, völlig nassgeschwitzt und zitterte am ganzen Lieb.
Carmen erschrak. Ihre Schwester war die ganze Zeit zu hause gewesen, schien aber zu schwach gewesen zu sein, um auf sich aufmerksam zu machen.
"Schneewittchen, meine Güte...du glühst ja"!
"Ich friere so Carmen-....hilf mir Carmen, bitte...".
Carmen deckte ihre Schwester zu, im nächsten Moment warf Simone die Decke wieder ab.
"Ich ruf Dr. Sommer an."
"Keinen Arzt...bitte."
"Du spinnst ja"!
10 Minuten später war Oliver da.
"Sie hat fast 40° Grad Fieber. Wissen sie etwas von einer Erkältung?"
"Als ich heute Mittag zu meiner Schicht gegangen bin, war sie noch fit. Sie hat mich sogar mit der Kleinen im Geburtshaus besucht...allerdings..."
"Ja"?
"Simone hat psychische Pobleme...ihr Mann kann sich nicht an sie erinnern, ihre Tochtr ist nach einer Ohrfeige ausgezogen..".
"Wissen sie was ich glaube Frau Steinkamp"?
"Ich bin zwar Hebamme, aber Hellsehen kann ich nicht".
"Das Fieber ihrer Schwester ist psychosomatisch bedingt. Kümmern sie sich um sie. Glauben sie mir, ich habe recht."
"Ich mach ihr gleich ein paar Wadenwickel. Lassen sie mir noch was für das Fieber da"?
"Natürlich".
Er drückte Carmen eine kleine Schachtel Tabletten in die Hand.
"Danke Dr. Sommer".
"Keine Ursache".
Als sie Oliver zur Tür gebracht hatte, griff sie zum Telefon und wählte Vanessas Handynummer.
"Hey Carmen."
"Hallo. Vanessa, ich habe eine große Bitte an dich."
"Ja"?
"Bitte, bitte komm wieder nach hause! Deine Mutter ist krank vor Kummer!
Entgeistert bemerkte Camen das ihre Schwester anch diesem Satz aufgelegt hatte.
Sie lief hinauf zu ihrer Schwester, lagerte sie liebevoll in ihre Arme und drückte sie sanft an sich.
"Carmen...lass mich nicht allein...bitte..."
"Nein große Schwester. Niemals".

Carmen wachte mitten in der Nacht durch einen gewaltigen Donnerschlag auf.
"Na dich kann ja nichts aus der Ruhe bringen, große Schwester" sagte sie leise und tupfte Simone, die immer noch in ihren Armen lag, mit einem kalten Tuch etwas Schweiß von der Stirn.
Es gelang ihr sogar, Simone Fieber zu messen, ohne das diese es merkte.
"39,2. Immer noch zuviel."
Sie löste Simone vorsichtig aus ihren Armen und tapste die Treppe hinunter und girff zum Telefon.
"Geburtshaus Strochennest, Nachtwache, Urstin hallo"?
"Hallo Susanne. Ich bins Carmen. Du, ich bin total krank,, ich pack es echt nicht zur Frühschicht".
"Was hast du denn?"
"Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Fieber..außerdem ist mir kotzübel" log Carmen.
"Hört sich nach einer Grippe an. Naja, dann leg dich mal wieder ins Bett und kurier dich aus. Wir packen das schon ein paar Tage ohne dich".
"Okay. Ruhige Nacht bis jetzt"?
"Eine junge Frau mit Wehen. Allerdings tut sich seit 10 Minuten nichts mehr. Mal sehen, vielleicht helfe ich ein wenig nach".
"Gut. Dann mal viel Erfolg.."
"Danke. Und dir gute Besserung".
"Danke auch".
Carmen war eigentlich topfit, aber sie wollte Simone nicht allein lassen.
In diesem Moment hörte sie ein merkwürdiges Geräusch an der Haustür.
Instinktiv schnappte sie sich eine große Vase und wiselte damit die ersten beiden Stufen der Treppe hinauf.
Kurz darauf ging die Tür auf. Carmen schwang die Vase hoch über ihrem Kopf. Bis das Licht anging.
In der Tür stand Vanessa, bewaffnet mit einer großen Reisetasche und mit klatschnassen Haaren vom Regen.
Carmen stand völlig perplex auf der Treppe, die Vase immer noch über dem Kopf.
Es musste ziemlich beschweuert ausgesehen haben, denn Vanessa begann zu lachen.
"Hi. Wo ist Mama? Ich möchte zu ihr"!
"Möchtest du erst mal einen Tee mit mir trinken? Mama schläft."
DIe tropfnasse Vanessa hatte eine klwine Pfütze im Flur hinterlassen.
"Zum Aufwärmen ganz gut, ja".
"Na dann komm".
Peinlich berührt stellte Carmen die Vase wieder an ihren Platz.
Als sie in die Küche kam, füllte Vanessa bereits den Wasserkocher mit Wasser.
Sie hatte Erdbeer-Kirsch Tee ausgesucht.
"Warum hast du vorhin aufgelegt"?
"Da war ich zu stolz Carmen. Aber jetzt..."
Sie tranken schweigend ihren Tee.
"Hast du nicht Frühschicht"?
"Ich hab mich krankgemeldet. Simone braucht mich...uns jetzt".
"Ich geh zu ihr"
"Okay. Ich geh dann mal in mein Bett. Gute Nacht."
"Gute Nacht Carnen. Und danke."
"Keine Ursache."
Vanessa stellte die Tassen in die Spülmaschine, ging dann nach oben und zog sich ihr Nachthemd an, nachdem sie ihre Haare notdürftig trockengerubbelt hatte.
Dann schlich sie ins Schlafzimmer.
Simone war nassgeschwitzt, sie fantasierte.
"Vanessa....verzeih mir...ich hab das nicht gewollt..."
Vanessa kletterte vorsichtig aufs Bett und strich ihrer Mutter vorsichtig über die Wange.
"Du glühst ja" sagte sie leise.
"Vanessa..."
Die schwache Stimme ihrer Mutter tat Vanessa in der Seele weh.
"Ich bin da Mama."
Im nächsten Moment zog sie Simone vorsichtig zu sich heran.
"Ich bin da Mama. Ich bin bei dir".
Sie legte sich neben ihre Mutter, legte die Arme um sie und war kurz darauf eingeschlafen.

Am nächsten Morgen öffnete Carmen vorsichtig die Tür zum Schlafzimmer.
Vanessa lag dicht an ihre Mutter gekuschelt im Bett und schlief.
Carmen messte ihrer Schwester erneut Fieber ohne das sie es merkte.
"Das sinkt ja gar nicht" dachte sie besorgt und strich ihrer Schwester besorgt über die Stirn.
Sie hatte die selbe Temperatur gemessen wie beim letzten mal.
Dann schlich sie wieder aus dem Zimmer.
Als sie die Treppe hihunterlief begegnete ihr Frau Scholz.
Die Haushälterin sah sie irritiert an.
"Sie sehen so aus als wüssten sie nicht wen sie vor sich haben" grinste Carmen.
"Allerdings" lachte Frau Scholz unsicher.
"Carmen. Wissen sie was? Gehen sie nach hause und machen sie sich einen schönen Tag. Ich kümmer mich heute um alles".
"Aber..."
"Nichts aber. Nun gehen sie schon"
"Gut. Vielen Dank".
"Kein Problem":
Die Haushälterin ging wieder.
Als erstes machte Carmen sich einen Kaffee.
Dann belud sie ein Tablett mit sämtlichen Sachen die Vanessa und Simone mochten: Käse, Schinken, Wurst, Marmelade. Für Simone machte Carmen einen Tee, für Vanessa heißen Kakao.
Dann lief sie vollgeladen nach oben und wäre dabei fast über ihre eigenen Füße gestolpert.
Umständlich öffnete sie mit dem Ellenbogen die Tür.
Vanessa war wach und beobachtete den Schlaf ihrer Mutter.
"Guten Morgen" flüsterte Vanessa leise.
"Hallo. Ich dachte ich bring euch beiden mal das Frühstück.
"Stell es auf die Kommode, ich weck sie dann".
"Okay. Ruft mich, wenn ihr was braucht".
Vanessa nickte und Carmen ging wieder.
Kaum war sie weg, strich Vanessa Simone sanft über die Stirn.
Simone brummte unwillig.
"Carmen...lass mich noch ein bißchen, bitte" sagte sie schwach.
"Nix Carmen. Ich bins Mama. Komm, mach die Augen auf," sagte Vanessa mit sanfter Stimme.
Simone öffnete ungläubig die Augen und sah ihrer Tochter ins Gesicht.
Sie fuhr so heftig hoch, das sie mit der Stirn frontal an Vanesseas Nase stieß.
"Aua. Na die Begrüßung hab ich mir aber ein bißchen liebevoller vorstellt" lachte Vanessa und rieb sich die Nase.
"Seit wann biss du hier"? fragte Simone leise und sank schwach ins Bett zurück.
"Seit heute Nacht".
"Seit...seit heute Nacht? Ich dachte..ich dachte ich hab das geträumt".
"Nein Mama. Und was ist jetzt? Nimmst du mich mal in den Arm"?
Das ließ Simone sich nicht zweimal sagen. Sie richtete sich auf und fiel ihrer Tochter in die Arme.
"Es tut mir so leid mein Schatz" sagte sie leise.
"Ich weiß Mama".
Vanessa streichelte Simones Haare.
"Kannst du mir nochmal verzeihen"? fragte Simone und sah sie an, als würde sie gleich Abweisung befürchten.
Statt einer Antwortzog Vanessa ihre Mutter noch näher zu sich heran.
Am Abend hatte Simone kein Fieber mehr.

3 Tage später....
"Mama, möchtest du auch einen Espresso"? rief Vanessa von der Küche aus in den Salon.
"Gern".
Die Stimme ihrer Mutter hörte sich so traurig an, das es Vanessas Herz fast zerriss.
Ein paar Minuten später setzte sie sich neben Simone, die in einem Fotoalbum blätterte.
"Du vermisst Papa sehr, oder"?
"Ich kann dir gar nicht sagen, wie sehr".
"Möchstest du ihn sehen"?
"Simone nickte heftig.
"Soll ich mit dir ins 'Portofino' gehen"?
"das würdest du machen"?
"Ja klar"!
Simone küsste sie zärtlich auf die Stirn.
"Danke mein Schatz."
"Na dann machen wir uns mal fertig oder"?
"Tun wir."

Eine Stunde später trat Simone aus dem Schlafzimmer, mit der kleineen Luna auf dem Arm.
"Wow."
Vanessa blieb fast die Luft weg.
Ihre Mutter trug ein diamantrotes Kleid, das die Schultern freiließ. Um den Hals hatte sie das Collier, das sie von Richards Eltern zur Hochzeit bekommen hatte. Die Haare hatte sie hochgesteckt. Ein paar Strähnen hingen locker aus der Frisur. Simone sah umwerfend aus.
"Und? Nimmst du uns so mit"? fragte Simone lächelnd.
"Aber klar! Warts nur ab: Papa fallen die Augen aus dem Kopf!"

Ein bißchen später saßen sie an einem Tisch im Restaurant, von dem sie Richard beobachten konnten.
Marcella bediente die beiden.
Als sie bei Richard die Getränke orderte, stieß er sie sanft in die Seite.
"Wer ist das"? fragte er leise.
"Das ist Simone Steinkamp mit zwei ihrer Töchter".
"Lässt du mich sie bedienen"?
Marcella grinste und nickte. Darauf hatte sie nur gewartet.

Als Simone zur Toilette ging, folgte ihr Marcella.
"Und? Hat er was gesagt"? bestürmte Simone sie sofort.
Marcella lachte.
"Gesagt hat er zwar nichts, aber dafür sind ihm fast die Augen aus dem Kopf gekullert als er Sie gesehen hat. Und er hat sich regelrecht darum gerissen euch zu bedienen".
Marcella lacht, als Simone sich nervös durch die Haare fuhr.
"Ich glaub so aufgeregt war ich lange nicht mehr".
"Das merkt man. Richie ist echt hin und weg von Ihnen".
Simone lächelte schwach. Das war ja schon mal ein Anfang.

Der Abend wurde lang und irgendwann nahm Signora Fortanelli die kleinwe Luna mit nach oben in ihre Wohnung, damit sie schlafen konnte.
Simone, Vanessa, Richard und Marcella saßen am Personaltisch bei einem Glas Wein.
Simone und Richard flirteten miteinander, als wären sie sich zum ersten Mal begegnet.
Irgendwann ging Marcella zu der Musikanlage des Restaurants und legte italienische Klassiker auf.
Etwas später ertönte "I belong to you" von Anastacia und Eros Ramazotti.
"Tanzen wir"? fragte Richard Simone fast schüchtern.
"Gern".
Vanessa und Marcella sahen sich an, dann standen sie auf und verdrückten sich. Die beiden sollten nun allein sein.
3 Songs hatten sie mittlerweile getanzt, als Simone auffiel, das sowohl ihre Tochter als auch die Restaurantbesitzerin verschwunden waren.
"Wir sind allein" sagte Simone leise.
Richard lachte.
"Das hab ich auch schon gemerkt. Das soll wohl ein Wink mi der Zaunlatte sein".
Jetzt lachte Simone.
"Ja, vielleicht" sagte sie dann.
Sie wusste, das sie jetzt nichts überstürzen durfte, auch wenn es ihr schon den ganzen Abend schwerfiel.
"Können sie Tango tanzen"? fragte Richard auf einmal.
"Ja. Ich tanze sehr gern Tango."
Richard ließ sie langsam los, als wollte er es eigentlich gar nicht.
2 Minuten später tanzten die beiden Tango.
Ganz zum Schluss merkte Simone, wie sich ihre Gesichter immer näher kamen.
Fast kam es zum Kuss.
Doch Richard wendete sein Gesicht im entscheidensten Moment ab.

Bald darauf holte Simone völlig niedergeschlagen ihre zwei Mädchen aus Sofia Fortanellis Wohnung ab.
DIe Fahrt verlief schweigsam. Die kleine Luna schlief tief und fest, und Vanessa zog es vor, lieber keine Fragen zu stellen. ie spürte, das ihrer Mutter etwas auf dem Herzen lag.
Als sie in der Villa ankamen, war Carmen noch wach. Natürlich wollte sie sofort wissen, wie es gelaufen war. Als Vanessa mahnend den Finger auf den Mund legte, wusste Carmen sofort, das der Abend ohne Happy End ausgegangen war.
Simone ging mit der schlafenden Luna auf dem Arm wortlos nach oben, während Vanessa wie ein geprügelter Hund aussah.
"Was ist passiert"? fragte sie, als ihreSchwester außer Hörweite war.
"Ehrlich gesagt ich weiß es nicht. Sie kam auf einmal in die Wohnung von Sofia Fortanelli und wollte sofort nach hause. Sie hat mich nicht mal meinen Espresso austrinken lassen"..
"Oh je. Mach dir mal keine Sorgen. Geh ins Bett, du siehst müde aus. Ich rede mal mit ihr."
"Okay. Gute Nacht Carmen".
"Gute Nacht Vanessa".
Etwas später als ihre Nichte ging Carmen nach oben, zog sich um und klopfte kurz darauf bei ihrer Schwester.
"Ja"?
"Ich bins, kann ich reinkommen"?
"Du machst doch sowieso was du willst".
Carmen trat ein, schloss die Tür und lehnte sich rücklings dagegen.
Simone saß an ihrem Schminktisch und entfernte ihr Make-Up. Sie sah dabei so traurig aus, das Carmen einen heftigen Stich in ihrem Herzen spürte.
"Darf ich dich in den Arm nehmen"? fragte Carmen vorsichtig.
Simone brach in Tränen aus und nickte heftig.
Carmen trat an Simone heran und legte von hinten die Arme um sie.
Simone war ihrer Schwester so nah,, das sie deren Herzschlag hören konnte.
"Wein dich aus, große Schwester. Danach gehts dir besser".
Sie streichelte Simones Haare und löste dabei nach und nach Simones Frisur.
Dann führte sie Simone zum Bett wie eine Kranke.
Simone weinte mittlerweile so herzzereißend, das Vanessa angelockt wurde.
Carmen scheuchte ihre Nichte mit einer unwirschen Handbewegung wieder ins Bett. Sione hatte ihre Tochter gar nicht bemerkt.
Es dauerte fast eine dreviertel Stunde, bis Simone sich beruhigt hatte.
In Carmens Armen erzählte sie leise von dem Abend".
"..und dann hätten wir uns fast geküsst. Aber im entscheidenden Moment hat er sich abgewendet," endete Simone schließlich.
"Männer. Das ist ja mal wieder typisch."
"Ich versteh das nicht, der Abend war so schön".
"Simone, ich bin mir sicher, das er sein Gedächtnis bald wieder hat. Wer vergisst denn schon so eine tolle Frau wie dich, hm? Das muss ein wahrer Vollidiot sein"
Carmen gelang es, ihrer Schwester ein kleines Lächeln aufs Gesicht zu zaubern.
Simone küsste ihre Schwester liebevoll auf die Stirn.
"Du bist so lieb. Das alles was du für mich tust, Carmen....ich kann dir das nie wieder zurückgeben."
"Das brauchst du nicht. Aber hey- wärst du damals nicht gewesen, als Mariella in Lebensgefahr schwebte-ohne dich hätte ich jeden Halt im Leben erloren".
"Das war doch nichts."
"Mir hats verdammt viel bedeutet."
"Bedrückt dich was, Krümel"?
"Mist. Simone merkte auch alles.
"Nein, nein es ist nichts."
"Lüg mich nicht an".
Der Satz kam sanft, aber bestimmt bei Carmen an..
Simone rutschte auf ihre Bettseite, um Carmen Platz zu machen.
Kurz darauf lag ihre Schwester neben ihr.
"Und? Willst du es mir nicht sagen"?
"Naja..."
"Nun komm schon."
"Ich hab doch erzählt das ich noch ein oder 2 Hebammen einstellen will, richtig"?
"Richtigl. Irgendwann hast du das erzähllt":
"Nun ja...Andrea hat sich bei mir beworben."
"Moment mal...Andrea, deine Ex"?
"Korrekt".
"du lieber Himmel."
"Du sagst es. Ich weiß nicht was das soll, auf einmal ist sie wieder da."
"Vielleicht liebt sie dich ja noch und will um dich kämpfen.
"Das hat síe mir per SMS gesagt, genau das. Das ist so unfair. Gerade jetzt, wo Mariella und ih so glücklich sind."
"Moment mal heißt ds etwa..."
"Nein, ich liebe Andrea nicht mehr. Das einzige was uns wahrscheinlich je verbunden hat, war unser Beruf."
"Oh je."
"Allerdings...die Bewerbung einfach zurückschicken...ich weiß nicht ob ich das bringe."
Simone zog ihre Schwester sanft zu sich heran.
"Hör mal. Lade sie doch mal zu einem Vorstellungsgespräch ein. Sag ihr schon da klipp und klar, das nichts mehr zwischen euch läuft. Hast du den Eindruck, sie hats nicht verstanden, kannst du ihre Bewerbung immer noch zurückschicken. Na, wie klingt das"?
"Eine gute idee."
"Na also. War das jetzt so schwer"?
Carmen schüttelte den Kopf.
"Weißt du was? Ich bin zu faul in mein eigenes Bettzu gehen."
Simone lächelte und deckte ihre Schwester zu bis zum Kinn.
Bald waren die beiden eingeschlafen.

Am nächsten Morgen saßen die drei beim Frühstück, als plötzlich jemand laut "Überraschung" durch den Flur der Villa rief.
Carmen fiel ihr Brötchen aus der Hand. Sie stürmte auf den Flur-dort stand Mariella.
"Was machst du denn hier? Ich hätte dich doch geholt"!
"Ich wollte dich überraschen, mein Engel, was denkst du denn? Axel hat mich hierher gefahren, keine Angst, ich bin nicht durch halb Essen gelaufen":
Die beiden gingen knutschend nach oben. Simone war froh, das wenigstens ihre Schwester glücklich sein konnte.

Eine Überraschung erlebte Vanessa, als sie ihr Trainig beendet hatte. Simone saß im Badeanzug mit der kleinen am Poo und spielte mit ihr.
"Hey, was macht ihr denn hier"? fragte Vanessa erstaunt und begrüßte die beiden jeweils mit einem Kuss auf die Wange.
"Ach...in der Villa stör ich doch nur" antwortete Simone sarkastisch.
"Ach Mama".
Vanessa legte den Arm um ihre Mutter und küsste sie auf die Stirn.
"Ziehst du dich um? Dann können wir beide mit der kleinen ins Wasser. Das freut sie bestimmt."
"Klar. Bin gleich wieder da".

Nachdem Vanessa sich im Eiltempo umgezogen hatte, waren die drei kurz darauf im Wasser.
Als Simone kurz darauf unbewusst zum Eingang blickte, blieb ihr fast das Herz stehen. Richard betrat gerade das Zentrum.

Wie gebannt starrte Simone zum Eingang. Nun wurde auch Vanessa auf ihren Vater aufmerksam.
Die beiden Frauen sahen wie Richard Petra fragte, wo Simone zu finden war.
Petra deutete mit einer Handbewegung auf den Pool.
Kurz darauf kam er auf die drei zu. Simones Herz raste.
Instiktiv nahm Vanessa die Hand ihrer Mutter. Simone drückte die angebotene Hand dankbar.
"Hallo Frau Steinkamp. kann ich kurz mit ihnen sprechen"?
Richard stand vor seiner Frau von der er nicht wusste, das sie seine Frau war.
"Natürlich. In einer Viertelstunde in meinem Büro? Warten sie hier auf mich?"
"Sicher, ich kenne den Weg ja nicht".
"Gut."
Simone verließ mit Luna auf dem Arm den Pool und lief in Richtung der Umklidekabinen. Vanessa lief hinter ihrer Mutter her.

Wenig später föhnte Simone ihre Haare notdürftig..
Vanessa kam ihre kleine Schwester auf den Arm, die in ihrer Tragetasche gelegen hatte.
Sie streichelte das Köpfchen ihrer Schwester und beobachtete ihre Mutter dabei, wie sie sich hektisch umzog und sich schließlich die Haare hochsteckte.
"Hoffentlich macht sie sich keine zu großen Hoffnungen" dachte Vanessa verunsichert und küsste ihre Schwester auf die Stirn. Die kleine Luna hatte mitllerweile Gefallen an Vanessas Haaren gefunden und spielte mit einzelnen Strähnen.
"Wünscht mir Glück, ihr zwei"! sagte Simone und küsste ihre Töchter auf die Stirn.
Da war sie auch schon aus der Tür.
"Und jetzt? Wickeln und nach hause gehen? Ich hab Kohldampf, und wie siehts mit dir aus"?
Ihre kleine Schwester lachte vergnügt.
"Na dann".

Derweil, in Simones Büro......
"Setzen sie sich".
Mit einer knappen Handbewegung wies Simone ihrem Mann auf den Stuhl vor ihrem Schreibtisch.
"Danke".
"Was gibts?"
"Wegen gestern Abend- es hätte nich soweit kommen dürfen. Es tut mir leid".
"Das dachte ich mir fast."
"Was"?
"Das es darum geht."
"Wirklich"?
"Ja. Und es ist an der Zeit, das sie mehr über das Leben erfahren, das sie gelebt haben, bevor es zu ihrer Teilamnesie kam."
Simone merkte, wie ihr Herz immer schneller schlug. Auch ihr Puls raste.
Auf ihrem Schreibtisch stand ein Foto mit allen Familienmitgleidern.
Sie reichte es ihm. Ihre Hände zitterten.
"Das....das bin ja...ich. WIe komme ich auf dieses Bild? Und sie...und....ist das ihre Schwester"?
Simone konnte nur nicken.
"Wir sind verheiratet".
WUMM! Es war so ruhig, das man hätte meinen können, eine Bombe wäre explodiert.
"Wir sind was"?
Verheiratet. RIchard....."
Richard ließ das Bild fallen und rannte aus dem Raum.
"Verdammt. Verdammter Mist" sagte Simone leise.
Sie hob das Bild vom Boden auf. Ein Riss im Glass trennte Richard von seiner Familie.
Simone holte aus und schleuderte es mit voller Kraft gegen die Wand.
Dann sackte sie zusammen und weinte hemmungslos.

Seit diesem Vorfall waren 2 Wochen vergangen. Zwar hatten alle noch erfahren, was passiert war, aber seitdem war alles noch unerträglicher. Richard war nach Hamburg geflüchtet, wie Jenny von Marcella erfahren hatte.
Die tempramentvolle Italienerin hatte Richard erklärt, das Richard wirklich Simones Ehemann war. 2 Tage später hatte er sich aus Hamburg gemeldet. Sie solle sich keine Sorgen machen. Es ging ihm gut.
Am schlimmsten war es für Vanessa und Simone.
Simone wohnte mit der kleinen Luna quasi in der Firma, Vanessa sah ihre Mutter kaum noch. Und wenn die beiden sich sahen-dann stritten sie.
So auch an diesem Tag.
Vanessa war sowieso schon schlecht drauf. Sie hatte eine Fünf in Mathe kassiert und der Lehrer bestellte Simone zum Gespräch ein.
Sie klopfte an der Tür ihrer Mutter.
"Ja"?
"Au weia. Sie ist gereizt" dachte Vanessa.
Die Stimme ihrer Mutter klang schon so.
"Hi."
"Hallo Vanessa. Was gibts"?
"Ich...du musst was unterschreiben".
"Also gut."
Vanessa reichte ihrer Mutter das Matheheft.
"Eine Fünf? Vanessa das ist doch nicht dein Ernst"!
"Ich kann nichts mehr daran ändern. Und wenn du zuhause gewesen wärst- wer weiß, vielleicht hättest du ja mit mir gelernt"!
"Was soll das denn jetzt"?
"Ach das ist doch egal! Unterschreib, das ich nach hause kann! Ich bring dir nachher die kleine vorbei"!
Vanessa war froh das Mariella auf die kleine Luna aufpasste. So musste sie dass alles nicht mitanhören.
Simone unterschrieb.
"Vanessa...."
"Lass mich in Ruhe"!
"VANESSA"!
"SIMONE"!
Damit riss sie ihrer Mutter das Heft aus der Hand,, stürmte aus dem Büro und knallte die Tür hinter sich zu.
Zornig lief Vanessa in Richtung Pool, um bei Tim ihren Frust abzulassen, der gerade dort auf einer Liege lag.
Doch bevor es überhaupt dazu kommen konnte, wurde Vanessa von Simone eingeholt.
"Vanessa, warte, bitte..."
"Ich hab gesagt, du sollst mich in Ruhe lassen"!
"Vanessa, lass uns reden, bitte..."
Vanessa sah ihrer Mutter in die Augen. Ihre Mutter stand ganz nah bei ihr.
Vanessa holte aus und schubste ihre Mutter in den Pool.
Mit einem gewaltigen PLATSCH landete Simone im Wasser.
Vanessa warf fahrig ihre Tasche weg, als ihre Mutter wieder auftauchte.
Simone prustete, spuckte erschrocken Wasser aus.
"Du willst reden? Okay! Du kotzt mich an, diese ganzen verdammten zwei Wochen schon! Für dich gibts nur noch die Firma! Ich will gar nicht wissen, wie Luna darunter leidet! Aber verdammt nochmal, ich brauch dich doch auch. Mama, Jenny, Luna, ich....wir brauchen dich! Aber du kapierst das einfach nicht, was typisch für dich ist. Kaum gibt es etwas was unangenehm ist, ziehst du den Schwanz ein! Das stinkt mir so! Ich habe dich jetzt durchgehend drei Tage nicht gesehen. Und soll ich dir was sagen? Ich habe diese Tage genossen! 3 Tage kein Streit"!
Vanessa hatte sich so in Rage geredet, das ihr die Tränen in die Augen stiegen.
"Vanessa, mein Schatz...."
Vanessa erwiderte nichts. Sie nahm Anlauf und sprang mit samt ihrer Kleidung in den Pool.
Kurz darauf tauchte sie neben ihrer Mutter auf.
"Ich...ich..Vanessa...es tut mir so leid..."
"Schscht"!
Vanessa umarmte ihre Mutter si stürmisch das die beiden erneut untergingen.
Prustend, aber in Arm, aber vorallem lachend, tauchten sie wieder auf.
"Wir müssen aus den nassen Sachen raus" mahnte Simone ihre Tochter lachend.
"Nein. Das verbiete ich dir".
"Wieso das denn"?
"Ich will das du ne fette Erkältung kriegst, damit du wieder nach hause kommst und dich ins Bett legen musst. So richtig mit heftigem Husten und einem perversen Schnupfen."
"Vermisst du mich so sehr"?
Vanessa nickte und umarmte wieder.
"Und du mein Schatz? Willst du auch eine Erkältung"?
"Ja Mama. Dann lieg ich nämlich die ganze Zeit neben dir"!
Simone umarmte ihre Tochter gerührt.
2 Stunden später fuhren sie nach hause. Keine hatte sich umgezogen.
2 Tage später hatten beide eine Erkältung, Simone hatte sogar eine recht heftige. So wie Vanessa es sich 'gewünscht' hatte.
Sie lagen die ganze Zeit nebeneinander. Ganz nah.

s vergingen vier Tage, nach denen Vanessa im Gegensatz zu ihrer Mutter wieder fit war.
Simone bekam noch dazu Fieber, klagte über Kopf-und Gliederschmerzen. Außerdem wurde ihre Lunge von einem stechenden Husten gequält.
Nach drei weiteren Tagen machte Carmen sich ernsthafte Sorgen um ihre goße Schwester. Sie sorgte dafür, das Simone immer unter Betreuung stand. Sie war nie in der Villa allein.
Mariella klopfte an Simones Tür.
"Ja"? kam es schwach von innen.
"Hey. Ich hab dir einen Tee gemacht."
"Danke. Hat Carmen dich mit meiner 'Betreuung' beauftragt"?
"Ganz ehrlich Simone: Du siehst aus wie der Tod persönlich. Ich würde dich jetzt auch nicht allein lassen wollen."
Wie aufs Stichwort bekam Simone einen heftigen Hustenanfall.
Mariella klopfte ihr sorgsam dewn Rücken ab.
Der Geruch von Menthol und Eucalyptus lag in der Luft. Bevor Carmen zur Arbeit gegangen war, hatte sie ihre Schwester mit einer Mentholsalbe eingereiben auf die Charlotte Steinkamp schon geschworen hatte, wenn ihre Töcter einmal eine Erkältung hatte.
Nachdem Simones Lunge sich wieder beruhigt hatte, schenkte Mariella ihr eine Tasse Tee ein.
"Hier, trink das."
"Danke".
Der Pfefferminztee tat wirklich gut.
"Mariella"?
"Ja"?
"Was ist eigentlich mit deinen Heiratsplänen"?
Simone legte sich wieder hin und sah Martiella abwartend an.
"Naja...die ganze Familie ist mehr als unglücklich zur Zeit. Da hab ich meine Hochzeitspläne hinten angestellt."
"Das musst du doch gar nicht".
"Es wäre unfair euch gegenüber, glaub mir. Und ich denke nicht, das Carmen sich auf die Hochzeit konzentrieren kann, jetzt wo es dir so schlecht geht".
"Das ist doch nur ne Erkältung, das geht vorbei"!
Das ist es nicht. Du weißt doch genau was ich meine".
"Ach ja..."
"Ja"!
"Mariella, du brauchst auf mich keine Rücksicht zu nehmen..."
"Tu ich aber doch. Und du kannst nichts dagegen tun, glaub mir".
"Also gut. Ich würd gern ein bißchen schlafen, ist das okay für dich?"
"Ja sicher. Ruf mich einfach wenn du etwas brauchst".
Simone nickte und Mariella verschwand daraufhin.
Bald darauf fiel Simone in einen tiefen, traumlosen Schlaf.

Gegen 20 Uhr kam Carmen von ihrer Schicht zurück.
Mariella küsste sie zärtlich.
"Na wie war deine Schicht"?
"Soll ich ehrlich sein? Langweilig! Keine Geburt, keine Kurse, nichts! Nicht mal Papierkram fiel an".
Mariella lachte.
"Was hälst du davon wenn wir einen Spaziergang machen, wenn Vanessa gleich nach hause kommt? Heute Nacht ist Vollmond."
Mariella war ein großer Fan von Mond und Sternen. Sämtliche Sternebilder hatte sie Carmen schon gezeigt.
"Gerne. Wie geht es Simone"?
"Sie schläft seit 15 Uhr durch, ich habe immer wieder mal nach ihr gesehen."
"Hat sie Fieber"?
"Ja.ö Der letzte Wert lag bei 39,5 Grad. Ich hab ihr dann ein paar Wadenwickel gemacht".
"Gut. Ich seh mal schnell nach ihr."
"Mach das".

Carmen ging ins Schlafzimmer ihrer Schwester und befühlte als erstes ihre Stirn.
"Du glühst ja förmlich, große Schwester" sagte sie leise.
Sie erneuerte die Wadenwickel. Sie bemerkte gar nicht, das Vanessa das Schlafzimmer betreten hatte.
"Hey Carmen" sagte sie leise.
Carmen wirbelte erschrocken herum.
"Man, hast du mich jetzt erschreckt"!
"Entschuldige. Wie gehts Mama"?
"Gar nicht gut. Wen sie aufwacht, ruf Dr. Sommer an, ja?"
"Mach ich. Viel Spaß bei eurem Spaziergang".
"Danke. Bis später".
Als Carmen wegwar, asetzte Vanessa sich an den Bettrand.
"Oh Mann, Mama. Da hab ich dir aber einen ganz schönen Mist eingebrockt, was"?
In diesem Moment meldete sich die kleine Luna Marie.
"Dann geh ich mal u ihr" sagte Vanessa leise und küste ihre Mutter vorsichtig auf die Stirn, um sie nicht zu wecken.
Vanessa trug Luna auf ihre Arm, bis sie sich beruhigt hatte. Danach trug sie ihre Schwester in Carmen und Mariellas Badezimmer. Sie wollte die kleine baden, aber Simone würde garantiert aufwachen, wenn Vanessa Luna in ihrem Badezimmer zurechtmachte.
Sie badete die Kleine, alberte mit ihr herum, wickelte sie und fütterte sie.
Die kleine war schon bald nach dem Füttern wieder eingeschlafen. Gerade als Vanessa das Zimmer ihrer kleinen Schwester verließ, hörte sie Geräusche im Schlafzimmer ihrer Mutter.
"Mama"?
rief sie als sie das Schlafzimmer betreten hatte.
Die Badezimmertür öffnete sich.
"Warum sagst du den nichts, wenn du was brauchst"? fragte Vanessa und deutete auf die Haarbürste in Simones Hand.
"Entschuldige, aber aufs Klo muss ich immer noch allein gehen. Die Haarbürste hab ich dann spontan mitgenommen. Ich hab fast einen Schock gekriegt, als ich in den Spiegel gesehen habe".
Simone setzte sich vor den Spiegel und bürstete ihre widerspenstig gewordenen Haare durch.
"Komm ich helf dir".
Vanessa nahm ihrer Mutter die Bürste aus der Hand und kämte Simones Haar Strähne für Strähne ganz vorsichtig durch.
Plötzlich wurde Simone kalkweiß im Gesicht.
"Vanessa...mir wird schwindelig..."
Vanessa legte erschrocken beide Arme um Simone, stützte sie und lagerte wieder im Bett Simones Beine hoch.
Sie gab ihrer Mutter Kreislauftropfen, die Carmen zur Sicherheit auf dem Nachttisch deponiert hatte.
Simone sank erschöpft ins Bett zurück.
Gehosam schluckte sie den Löffel voll Tropfen, den Vanessa ihr hinhielt. Sie blieb noch eine Weile bei ihrer Mutter sitzen. Bis Simone wieder eingeschlafen war.

Mitten in der Nacht schreckten Mariella und Carmen durch ein dumpfes Geräusch aus dem Schlaf.
"Hast du das auch gehört?" fragte Carmen etwas ängstlich.
"Allerdings".
Mariella sah auf die Uhr. Es war fast 3 Uhr morgends.
"Los, lass uns mal nachsehen. Bestimmt ist nur was runtergefallen" sagte Carmen.
Die beiden schälten sich aus dem Bett.
Mit zwei Taschenlampen orientierten vsie sich nach unten.
"In der Küche brennt Licht" wisperte Mariella.
"Tatsächlich. Vielleicht hat Simone ja Hunger. Oder Vanessa".
Carmen lief scnurtracks in die Küche-und wäre fast über ihre bewusstlose Schwester gestolpert.

2 Stunden später erwachte Simone, und wusste nicht, wo sie war.
Um ihr Bett herum standen Carmen, Mariella und Jenny.
"Wo bin ich"? fragte Simone schwach.
"Du bist in der Uniklinik, Mama. Auf der Intensivstation."
"Was...was soll ich hier? Was...was ist passiert"?
"Du hast in der Küche das Bewusstsein verloren, große Schwester. Du warst fast 10 Minuten total weggetreten."
"Oh....und was hab ich?"
"Eine Pneunoie" sagte Carmen.
"Eine >Pneuno....was bitte"?
"Eine Lungenentzündung, meine ich. Sorry."
"Ach so. Wo ist Vanessa"?
"Zuhuase bei der kleinen".
Mit diesen Worten beugte sich Jenny zu ihrer Mutter hinunter und umarmte sie.
"Ich soll dich ganz fest von ihr drücken. Sie kommt morgen Mittag vorbei". sagte Jenny leise.
Das hörte Simone nicht mehr. Sie war eingeschlafen.
Olivwer hatte ihr ein starkes Schlafmittel gespritzt. Die ersten 3 bis 5 Tage würde sie fst nur schlafen. Ihre Lunge musste sich erholen. Ernährt wurde Simone über eine Infusion.

Am nächsten Tag betrat Vanessa das Zimmer ihrer schlafenden Mutter.
"Hallo Mama. Schade, du schläfst. Stell dir vor, Luna hat Jenny heute mogen beim Wickeln vollgepinkelt. Fast alle haben gelacht. Nur ich nicht. Weil ich schuld daran bin, das du hier liegst.
Wenn ich dich nicht ins Wasser gestoßen hätte, wäre es nicht passiert."
"Vanessa..."
"Ja"?
Simone ffnete Mühsam die Augen und strich ihrer Tochter zärtlich, aber völlig schwach über die Wange.
"Ist nicht schlimm Kleines. Das hätte jedem passieren können."
Da sank Simones Hand wieder ab. Sie schlief wieder..
Da räusperte sich jemand. Vanessa drehte sich um und wäre fast vom Stuhl gekippt: Hinter ihr stand Richard.
"Was...was machst du denn hier"? fragte Vanessa leise.
"Ich habe gehört das deine Mutter hier liegt. WIe geht es ihr denn?"
"Sie schläft die meiste Zeit, ihre Lunge muss sich rholen".
"Was hat sie"?
"Eine Lungenentzündung. Sollen wir runter in die Cafeteria gehen? Dann kann sie in Ruhe schlafen".
"Gerne".

Und so gingen sie in die Cafeteria des Krankenhauses.
Sie bestellten beide einen Espresso und setzten sich an einen Tisch.
"Was treibt dich hier her"? frate Vanessa neugierig.
"Ich habe eingesehen, das Flucht nichts bringt. Ich muss mein Gedächtnis neu aufarbeiten. Weißt du, als deine Mutter neulich mit dir in die Pizzaria kam- ich hab mich auf den ersten Blick in sie verliebt".
"Echt"?
"Ja. Und dann hab ich plöötzlich erfahren, das ich mit ihr verheiratet bin. Ich war damit völlig überfordert."
"Kann ich verstehen. Du lebst ja in einer völlig anderen Zeit.
Nervös nahm Richard einen Schluck Espresso.
"Ich wollte dann einfach nur noch weg. Marcella hat mir die Augen geöffnet. Ich muss mich stellen, und an die Zeit denken, was jetzt ist. Hilfst du mir dabei"?
"Ich weiß nicht, ob ich das kann".
"Das kannst du bstimmt."
"Aber wie"?
"Was hälst du davon, wenn wir uns für heute vor dem Zentrum verabreden? Du zeigst mir es und zeigst mir Dinge, die ich früher dort erledigt hatte. Plätze, an denen ich mit deiner Mutter war, eben alles was dir einfällt."
"Naja...okay, können wir machen. So gegen halb acht im Zentrum? Da ist mein Trainig gerade vorbei."
"Okay."
In diesem Moment klingelte Vanessas Handy.
"Carmen, hi, was gibts"?
"Kannst du nach hause kommen? Ich muss dringend ins Storchennest, 2 Hebammen haben Dienst, aber drei Geburten stehen an".
"Ja klar. Ich komm sofort. Ist Frau Scholz noch da"?
"Sie bleibt bis du hier bist."
"Alles klar. Ich bin in einer halben Stunde da, sag ihr das."
"Okay, danke Vanessa. BIs dann".
"Bis dann."
"Musst du los"?
Vanessa nickte, trank ihren Espresso aus und wollte gerade nach ihrem Geldbeutel suchen, als Richard sagte: "Lass mal. Ich mach das schon".
"Okay, danke! Bis heute Abend! Dann ist nämlich die Lebensgefährtin meiner Tante da und ich kann los."
"Gut. Dann is später".
Vanessa hechtete aus der Cafeteria.
Richard blieb sitzen und starrte gedankenverloren auf seine Tasse.
Schließlich trank er aus, bezahlte die zwei Espressos und ging. Auf direktem weg in den driten Stock. Auf die Intensivstation. In Simones Zimmer.

Dort....
Simone schlief tief und fest, als er das Zimmer betrat.
Er zog sich einen Stuhl und ihrem Bett und sah sie gedankenverloren an.
"Mein Gott, du bringst mein Leben völlig durcheinander. Da kommst du in die Pizzaria...und ich hab mich sofort in dich verliebt. Und du? Du sagst mir, das wir seit Jahren verheiratet sind. Weißt du, was das für ein Geühl ist? Ich habe mir gedacht, an so eine Frau von deinem Format komm in sowieso nicht ran. Die erfolgreiche Geschäftsfrau und der kleine Kellner. Klingt doch blöd, oder? Naja. Jedenfalls treffe ich mich jetzt heute Abend mit deiner...unserer Tochter. Sie möchte meinem Gedächtnis ein bißchen auf die Sprünge helfeen. Vielleicht komm mich bald nochmal vorbei."
Richard stand auf und trug den Stuhl an seinen angestammten Platz, Er wollte gerade gehen, als er noch einmal zu Simones Bett zurückkehrte und sie ganz vorsichtig und sanft auf den Mund küsste.
Dann ging er.
Kaum war er außer Sichtweite, öffnete Simone die Augen.
Sie richtete sich schwach auf.
"Richard"?
Der leise Ruf nach ihrem Mann blieb unbeantwortet.

Am Abend zog Vanessa sich in der Kabine um. Sie war nervös. Gleich würde sie ihren Vater treffen. Es klopfte.
"Ja"?
Nina betrat die Umkleidekabine.
"Hey. Ich hab dir einen Cappucino mitgebracht. Ich dachte, du könntest ihn vielleicht brauchen."
"Dich schickt der Himmel. Danke".
"Hast du Angst"?
"Angst nicht. Aber ich bin fürchterlich nervös."
"Wenn ihr fertig seit und du möchtest es mir erzählen- dann komm infach rüber zu mir, ja? Dann machen wir uns mal wieder einen Mädelsabend. Haben wir schon lange nicht mehr gemacht".
"Okay. Nina"?
Nina wandte sich zum gehen um.
"Ja"?
"Danke für die letzten Wochen. Überhaupt, danke für alles".
"Mensch Vanessa. Wozu sind Freunde da"?
"Trotzdem. Du musstest dir ziemlich viel anhören."
"Das mache ich gerne und jederzeit wieder".
Nina lächelte und ging.
Vanessa nahm einen Schluck Cappucino.
Er war genauso, wie sie ihn mochte. Mit viel Milch und twas Zucker.
Kurz darauf lief sie die Treppe hinauf und sah sich suchend nach ihrem Vater um.
Sie entdeckte ihn am Tresen.
"Hey".
"Hallo Vanessa. Können wir loslegen?"
"Meinentwegen sofort. Zuerst bringe ich dich in die Cheftage.
Gesagt, getan. Dort oben angekommen, zeigte sie Richard alte Verträge, die er unterschrieben hatte, sämtliche Schriftstücke, die Nina in mühevoller Kleinarbeit au dem Archiv herausgesucht hatte.
Dann zeigte sie ihm Simones Büro. Sein Blick fiel auf das gemeinsame Bild.
"Kommt dir irgendwas bekannt vor"? fragte Vanessa leise.
"Bis jetzt-leider nein".
Vanessa schluckte. Ihr Vater klang fast mutlos.
"Soll ich dir mal die Eishalle zeigen? Sie war früher Eiskunstläuferin".
"Okay."
Sie waren gerade an der Treppe angekommen, als Richard plötzlich ausrutschte und mit Gepolter die Treppe hinunterfiel.
"Papa"! schrie Vanessa erschrocken.
Zwei Stufen auf einmal nehmend rannte sie zu ihrem Vater.
Richard sah sich erschrocken um.
"Vanessa...was mach ich hier auf der Treppe...was..was ist ihr überhaupt los"?
Vanessa ging ein Licht auf.
"Wann bist du geboren?" fragte sie aufgeregt.
"Am 17.3.57. Vanessa, was soll das"?
"Welches Jahr haben wir"? fragte Vanessa ungerührt weiter.
"2007....Vanessa was wird das? Ein Idiotentest"?
"Seit wann bist du mit Mama verheiratet"? bohrte Vanessa weiter. Sie zitterte vor Aufregung.
"Seit dem 9.6.1983....Ende des Interviews"?
Vanessa strahlte.
"Papa- du hast dein Gedächtnis wieder"!!!!!

"Wie...was...ich hab mein Gedächtnis wieder"?
Vanessa strahlte wie ein Honigkuchenpferd.
"Sonst hättest du dich nicht an euren Hochzeitstag erinnert", sagte sie leise.
"Ich muss sofort zu Simone! Sofort"!
"Hey....sie schläft doch bestimmt".
"Egal! Ich muss zu ihr, Vanessa! Ich MUSS"!
"Naja. Dann will ich dich mal nicht aufhalten.
RIchard stand auf und rannte aus dem Zentrum. Vanesa sah ihrem Vater kopfschüttelnd, aber lächelnd, hinterher.

In der Klinik....
"Du bist nicht verrückt, Simone, so ein Quatsch"!
"Ich hab geträumt das mein Mann bei mir ist Carmen. Dabei sind wir für ihn doch gar nicht verheiratet."
"Ach Schwesterherz. Komm mal her. Komm zu Krümel".
Simone setzte sich schwach auf und wurde im selben Moment liebevoll gestützt.
Ihre Schwester umarmte sie und hielt sie fest.
"Ich werde noch verrückt Carmen. Ich kann nicht mehr. Hilf mir, bitte hilf mir"!
"Natürlich. Ich bin immer für dich da, Schneewittchen".
Simone grinste chwach.
"Seitwann hat Schneewittchen Ringe unter den Augen und wird künstlich ernährt"? fragte sie trocken.
Carmen lachte.
"Jetzt wo du wieder komplett bei Sinnen bist, hört das bestimmt auf. Und dann schmuggel ich dir dein Lieblingsessen hier her, okay"?
"Du bist ein Schatz"!
Simone küsste ihre Schwester sanft auf die Stirn.
"Ich muss los, Mariella und ich wollen noch ins Kino."
"Okay. Viel Spaß. Carmen"?
"Ja"?
"Danke".
"Passt schon."
Carmen löste sich aus der Umarmung ihrer Schwester und ging ein paar Minuten später.
Carmen war vielleicht eine Viertelstunde weg, als es wieder klopfte.
"Ja"?
Richard stand in der Tür. Simone war darüber so baff, das sie im wahrsten Sinne des Wortes sprachlos war.
Er redete und redete. Bis sie begriff, das er sein Gedächtnis wieder hatte.
"Als ich vorhin in der s-Bahn saß...da kam die Erinnerung an diesen Abend wieder. Du hast so süß geschlafen, dass ich dich nicht wecken wollte. Ich bin ins Portofino gefahren und hab uns unser Lieblingsessen bestellt.
Dann bin ich auf der Rückfahrt einer Ausschilderung nachgefahren. Ein neuer Blumenladen hatte eröffnet. Ich wollte dir unbedingt einen Strauß Rosen kaufen. Und dann war da diese steile Treppe. Ich hab irgendwie das Gleichgewicht verloren und bin sie runtergefallen. Danach weiß ich nichts mehr".
Simone hatte mit Tränen in den Augen zugehört.
Sie zitterte ein wenig. Als sie endgültig in Tränen ausbrach, wurde sie von einem heftigen Hustenanfall gequält.
Ihre Lunge schien in diesem Moment zu verbrennen. Hilfesuchend tastete sie sich nach Richards Hand. Er drückte Simones Hand vorsichtig.
"Simone, Schatz, beruhige dich. Ich bin wieder da. Es wird alles wieder gut."
Richard nahm Simones Gesicht sanft in seine Hände und küsste sie zärtlich.
Simone erwiderte seinen Kuss stürmisch. Alles war für sie noch so unreal. Aber er war wieder da. Sie war überglücklich.
Wenig später lagen sie aneinander gekuschelt auf Simones Bett.
Irgendwann war Simone eingeschlafen. Richard küsste seine Frau zärtlich auf die Stirn.
"Keine Angst, mein Schatz. Diesmal komm ich wieder" sagte er leise, bevor der ging.

Bereits am nächsten Tag wurde Simone auf eine Normalstation gebracht. Richard hatte die kleine Luna mitgebracht. Die kleine Maus hatte ihre Mutter sehr vermisst. Als Simone feststellte, das ihre Tochter eingeschlafen war, legte sie sie vorsichtig in die Tragetasche.
In diesem Moment fing die kleine an zu schreien.
Als die Besuchszeit vorbei war, setzte Simone sich dafür ein, das ihre Tochter bei ihr bleiben durfte. Mit Erfolg.
Spät in der Nacht lag Simone bei schwach beleuchtetem Zimmer auf ihrem Bett.
Die kleine Luna hatte ihren Kopf an ihre Brust gelehnt und schlief. Sie genoss die Nähe zu ihrer Tochter. Ihre Lungenentzündung war zwar nicht mehr ansteckend, aber stillen durfte sie aufgrund der ganzen Medikamente trotzdem nicht.
Weit nach Mitternacht merkte Simone, das sie müde wurde. Sie legte die kleine in das Bettchen, das die Schwestern für sie bereit gestellt hatten und deckte ihre Tochter sorgsam zu. Bald war sie selbst eingeschlafen.

Am nächsten Tag wachte Simone gegen 11.30 Uhr auf und sah als erstes einen Zettel auf ihrem Nachttisch.
"Wir waren bei dir, aber du hast so schön geschlafen. Wir kommen heute Abend noch mal. Luna haben wir versorgt. Jenny & Richard".
Sie sah hinüber zum Bett ihrer Tochter. Die kleine Luna hatte ihre Mutter wohl eine ganze Weile beobachtet. Als sie sah, das Simone auf ihr Bettchen zukam und die Arme nach ihr ausstreckte, quietschte sie vor Vergnügen.

"Vanessa, bitte überleg es dir doch noch mal! Deine Mutter freut sich doch bestimmt"! Mariella stand mitten in Vanessas Zimmer und versuchte sie zu überreden, mit ins Krankenhaus zu kommen.
"Sie hat mir ihre Lungenentzündung zu verdanken! Meinst du, da will sie mich sehen? Nein, danke! Die Standpauke heb ich mir für später auf"!
"VANESSA"!
"MARIELLA"!
"Schon gut. Was sollen wir sagen, wenn sie nach dir fragt"?
"Sagt, ich hatte keine Zeit".
"Gut. Aber nur dieses eine Mal."

Mariella ging frustriert in die Küche, wo Jenny, Carmen und Richard auf sie warteten.
"Und? Hattest du Erfolg"? fragte Carmen und schnitt eifrig Lachs in kleine Streifen. Als Carmen vorhin in die Pizzaria wollte, um Simone ihr Essen zu bestellen, hatte sie gesehen, dass das Restaurant Betreibsferien hatte. Also kochte Carmen eben selbst und hoffte dabei es würde schmecken.
Mariella verdrehte die Augen.
"Vergiss es. Sie ist eben eine Steinkamp. Stur ohne Ende"!
"Hey! riefen die drei anwesenden Steinkamps gespielt empört.
"Schon gut"! Mariella lachte und fischte einen Löffel aus der Schublade um die Soße zu probieren.
Dann verdrehte sie genießerisch die Augen.
"Gut"? fragte Carmen unsicher.
"Gut? Fantastisch"!
Jebnny setzte mittlerweile Nudelwasser auf.
"Mama will Vanessa bestimmt sehen. Was sagen wir ihr, enn sie fragt"? fragte sie, während sie Salz ins Wasser rieseln ließ.
"Die Wahrheit", sagte Carmen, probierte den Löffel Soße den Mariella ihr hinhielt und verbrannte sich die Zunge.
"Das verletzt sie Carmen. Das können wir nicht machen", sagte Richard bestimmt.
"Stimmt auch wieder. Dann lernt sie eben. Basta."
Damit waren alle einverstanden.

Wenig später klopften sie an Simones Tür.
"Überraschung"!!!!!!!!!
Feierlich hielt Carmen die Schale mit dem Essen hoch.
"Ihr seit die besten! Ähm...wo ist Vanessa"?
"Sie lernt. Sie hat eine wichtige Klasur morgen" log Jenny.
"Ach so. Schade". Simone spürte, das Jenny sie angelogen hatte. Sie erwiderteRichards zärtlichen Kuss und ließ sich dann das mitgebrachte Essen schmecken.
"Carmen, an dir ist echt eine Gourmet Köchin verloren gegangen."
"Quatsch. So gut ist es jetzt auch wieder nicht".

Wenig später war sie kurz mit Carmen allein. Richard und Mariella waren in die Cafeteria verschwunden weil alle Lust auf Kaffee und Eis hatten. Jenny war zur Toilette gegangen.
Simone legte die schlafende Luna in ihr Bettchen, klappte das Gitter hoch und drehte sich zu ihrer Schwester um.
Carmen erschrak. Simones Blick schien sie zu durchbohren.
"Sag mir die Wahrheit Carmen. Vanessa will mich nicht sehen, oder"?
Carmen schluckte. Dann nickte sie.
"Ich wusste es. Und warum"?
"Das weiß keiner so richtig. Sie fühlt sich wahrscheinlich schuldig an deiner Lungenentzündung".
"So ein Quatsch."
Simone war sichtlich enttäuscht, ließ sich aber nichts anmerken, als die anderen zurück kamen.

Als später alle weg waren, wählte Simone ihre eigene Telefonnummer.
"Vanessa Steinkamp, hallo"?
"Hallo mein Schatz. Hier ist Mama".
Vanessa spürte einen dicken Kloß im Hals....

"Mama.."
"Hallo mein Schatz. Wie geht es dir"?
"Ganz gut. Ich hab mir grad ein Sandwich gemacht. Da ist aber ganz viel Mayo drauf"...
"Süße, ich würde mich freuen wenn du mich besuchen kommst. Ich vermisse dich".
"Mama, ich habe leider keine Zeit".
"Du hast Zeit. Lüg mich bitte nicht an."
"Ich..."
"Süße, du hast keine Schuld an meiner Lungenentzündung. Auch wenn du jetzt das Gegenteil behauptest".
Vanessa begann zu weinen.
"MeineKleine. Nicht weinen. Bitte. Sonst fang ich auch an. Komm lieber zu mir in die Klinik und bring mir ein Sandwich mit. Ich hab Hunger."
"Mama..."
"Vanessa....bitte".
"Na gut. Mit wenig oder viel oder überhaupt Mayo"?
"Viel Mayo. Und Gouda, Schinken und Ei bitte".
"So gut wie gemacht. Ich bin in einer halben Stunde bei dir".
"Schön. Ich freu mich".
"Ich mich auch, Mama".
Vanessa hatte aufgehört zu weinen, was Simone beruhigte.

Kaum war das Telefonat beendet, flitzte Vanessa in die Küche und machte ihrer Mutter ein Sandwich. Ihre Knie waren ganz weich vor Aufregung. Sollte sie zu ihrer Mutter kommen um sich doch Vorwürfe anhören zu müssen?

Kurz darauf betrat sie die Klinik. Sie fragte sich bis zur Station durch und klopfte schließlich nervös an Simones Tür.
"ja, herein".
Simone stand in dem kleinen Bad ihres Zimmers und bürstete sich die Haare durch. Sie kam heraus und da stand Vanessa. Ihre Tochter war ganz blass um ihre Nase.
"Hallo Mama" sagte Vanessa vorsichtig.
Simone sagte nichts. Sie lächelte, ging auf Vanessa zu und strich ihr zärtlich über die Wange.
Vanessa legte den Kopf in den Nacken, als wolle sie die Hand ihrer Mutter festhalten.
"Na, willst du deine alte Mutter nicht in den Arm nehmen? Ansteckend bin ich nicht mehr, davor brauchst du keine Angst haben".
Vanessa fiel ihrer Mutter stürmisch um den Hals.
"Und wenn schon. Wenn ich mich anstecken würde, hätte ich das verdient".
Simone streichelte liebevoll Vanessas Haare.
"Weißt du, was das für Schmerzen sind? Niemals würde ich das meinen Töchtern zumuten."
"Ach Mama..."
"Schscht...Hast du mein Sandwich dabei"?
Vanessa nickte und zog eine Plastikschüssel aus ihrer Tasche, ohne sich aus der Umarmung ihrer Mutter zu lösen.
"Danke mein Schatz".
In wenier als fünf inuten hatte Simone ihr Sandwich verspeist.
"Man, bin ich froh das du wieder Appetit hast. Bevor du ins Krankenhaus kamst hast du ja kaum was gegessen. Und wenn...irgendwann kams retour".
Simone grinste, griff in ihre Nachttischschublade, kramte eine Tafel Schokolade heraus und brach einen Riegel für Vanessa und einen für sich selbst ab.
Vanessa kaute und fragte plötzlich: "Seit wann isst du eigentlich Bitterschokolade? Seit wann isst du überhaupt Schokolade"?
"Ich weiß nicht. Ich hab heute morgen bei Carmen angerufen und wollte Schokolade. Irgendeine."
Vanessa grinste.
"Sag mal, bist du wieder anderer Umstände"?
"Haha. Selbstbefruchtung vielleicht"?
Vanessa nahm Luna aus ihrem Bettchen, die wach geworden war.
"Entschuldigung. War nicht gerade taktvoll".
"Schon okay Kleines. Kommt mal her zu mir ihr zwei".
Sekunden später lagen die beiden Mädchen in Simones Armen. Ganz schwach nahm Vanessa Simones Parfüm wahr. Wie hatte sie diesen Duft vermisst.

1 Woche später wurde Simone entlassen.
Richard hatte seine Frau aus der Klinik abgeholt.. Jenny hatte die kleine Luna schon am Vormittag abgeholt, als Simone bei den Abschlussuntersuchungen war.
Schon vor der Haustür küssten sie sich leidenschaftlich.
Simone ahnte, wie der Tag enden würde. Und sie hatte nichts dagegen einzuwenden.
Auf dem Flur spürte sie Richards Lippen auf ihrem Hals.
Schon da war sie Wachs in seinen Händen...

"Ich liebe dich" sagte Richard leise.
"Und ich dich erst" sagte Simone und küsste ihn zärtlich.
Er könofte ihre Bluse auf und warf sie ein paar Sekunden später auf die Treppe.
Ein paar später warf Simone Richards Hemd ab, gleich danach landete ihr Rock auf den Stufen.
Er nahm sie hoch und trug sie langsam ins Schlafzimmer. Sie küssten sich immer leidenschaftliicher. Kurze Zeit später lagen sie auf ihrem Bett.
Richard streichelte Simone überall, er wollte keine Stelle auslassen. Simones Gefühle überschlugen sich. Als sie wenige Minuten später miteinander schliefen, drückte Simone ihren Körper regelrecht an Richard. Sie hatte sich so nach seinen Zärtlichkeiten gesehnt.

1 Stunde später kam Mariella nach Hause. Sie trug einen Stapel Kataloge voller Brautkleider unter dem Arm. Unter dem anderen Arm trug sie Reisekataloge.
"Carmen, bist du zuhause"?
Abwartend hörte Mariella durch die Villa.
Da fiel ihr Blick auf die Klamotten, die verstreut auf der Treppe lagen.
Sie grinste und freute sich gleichzeitig, das sie freie Bahn hatte. Sie breitete die Kataloge auf dem Wohnzimmertisch aus. Kurz darauf war sie sp auf die ganzen Brautkleider fixiert, das sie nicht hörte, wie Simone hereinkam.
"Hey Mariella"!
Erschrocken zuckte Mariella zusammen und versteckte die Kataloge.
Dann drehte sie sich um.
"Du bist es! Man, hast du mich erschreckt"!
"Entschuldige. Zeig mal her, so einen Brautmodenkatalog."
Mariella blätterte in einem Katalog und reichte ihn kurz darauf Simone.
"Meinst du, das steht mir"`? Mariella zeigte auf ein rubinrotes Satinkleid, es war schulterfrei und mit etwas Strass besetzt.
"Ganz bestimmt, bei deiner Hautfarbe. Du bist er Typ für dunkele Farben. Ich dachte sowieso nicht, das du in weiß heiraten willst".
Mariella lachte.
"Wenn ich das Kleid wirklich hole, leihst du mir dann dein Lieblingshalstuch? Es passt dazu."
"Vielleicht hast du Glück und deine Haare Wachsen bald wieder"
"Ich hab nicht so das Gefühl...und überhaupt..."
"Ja"?
"Meinst du Carmen will mich heiraten"?
"Na hör mal! Seit du in Carmen das erste Mal begegnet bist, läuft sie nur noch mit Sternchen in den Augen durch die Gegend".
"Sie hat ihre Ex bei sich angestellt".
"Was?"
"Ja. Und die ist nicht gerade unattraktiv."
"Mariella...du bist ja eifersüchtig!"
"Ja, ich geb es zu, ich bin eifersüchtig"!
"Glaub mir: Carmen liebt dich! Diese Andrea hat keine Chance mehr. Carmen hat mir mal gesagt, das sie glaubt, dass das einzige was sie je verbunden hat, der Beruf ist."
"Meinst du? Die beiden waren immerhin 8 Jahre zusammen..und wie ich sagte sie ist nicht gerasde unattraktiv."
Simone setzte sich neben Mariella und legte den Arm um sie.
"Du spielst auf ihre langen Haare an, oder"?
"Ja..."
"Mariella, Ich sag es dir nochmal: Meine Schwester liebt dich, mit oder ohne Haare"!
"Hilfst du mir bei den Vorbereitungen"?
Simone lächelte.
"Natürlich helfe ich dir. So gefällst du mir schon besser".
"Und du? Du siehst sehr glücklich aus".
"Das bin ich auch. Und ich glaube, das sich nochmal Nachwuchs einstellt".
"Echt? So schnell"?
"Ich weiß es nicht. Ich könnte in letzter Zeit tonnenweise Schokolade futtern".
Mariella grinste.
"Hast du schon einen Test gemacht"?
"Nein, aber ich habe einen im Haus".
"Na dann los"!
"Jetzt gleich"?
"Warum nicht? Dann hast du Klarheit".
"Na gut. Ich geh in euer Bad. Richard schläft noch".
"Klar, kein Problem, ist ja dein Haus".
Simone verzog sich in das Badezimmer der beiden und machte den Test.
Zehn Minuten später klopfte Mariella an die Tür.
"Und"? fragte nachdem Simone sie hereingelassen hatte.
"Negativ. Schade. Naja, vielleicht sind es ja die Wechseljahre."
"Ich hab mal in einem Stillkurs von Carmen zugehört. Es kann auch am Stillen liegen und du stillst doch noch, oder?"
Simone nickte.
"Na also, dann heißt es erst mal abwarten."
"Trotzdem. Naja, anderes Thema: Wann willst du Carmen den Antrag den machen?"
"Ich hab für Freitagn Abend einen Tisch im Portofino für uns alle reserviert. Ihr kommt doch mit, oder? Da soll es soweit sein".
"Natürlich."

An diesem Freitag....
"Simone, hast du mir mal mit dem Tuch helfen? Ich krieg es nicht zu".
Mariella hatte den Salon betreten und musterte Simone anerkennend.
"Klar. Komm her.
Mariella ging rücklings vor Simone in die Hocke und Simone legte das Tuch an, als sie plötzlich sagte: "Moment mal..."
"Was"?
"Gib mir mal deine Hand, Mariella".
Mariella streckte gehorsam eine Hand nach hinten.
Simone führte sie langsam in Richtung Hinterkopf.
"Das ist ja irre" sagte Mariella leise.
"Ja. Ich seh es ganz deutlich. Deine Haare fangen an zu wachsen".
"Wahnsinn. Ob das ein Zeichen ist"?
"Vielleicht. Jetzt müssen wir uns aber beeilen, alle anderen sind schon fertig.
Simone knotete das Tuch zusammen. Bald darauf machten sich alle auf den Weg.

Dort...
Nach dem Essen wollte Mariella die große Frage stellen.
Nun war es soweit.
Seltsamerweise war Richard kurz davor verschwunden. Simone ahnte nicht, das auch Richard etwas geplant hatte...
Das Licht ging aus und das Restaurant war nur noch von den Kerzen beleuchtet, die Sofia Fortanelli bereitgestellt hatte.
"Was geht den jetzt ab? Und wo sind Mariella und Richard"? fragte Carmen irritiert.
Simone zuckte gespielt unwissend mit den Schultern.
"Hier bin ich, mein Schatz. Komm her" sagte Mariella.
Carmen musste durch ein Meer von Kerzen gehen, um zu ihrer Liebsten zu kommen.
Mariella ergriff Carmens Hände um ihr Zittern vor Aufregung zu unterdrücken.
"Meine liebe Carmen. Ich kennen uns jetzt 4 Monate, 2 Wochen und 2 Tage. In dieser Zeit hast du mein Herz im Sturm erobert. Wir haben in dieser Zeit auch sehr viel überstanden. Nach meiner Operation war mir klar, das ich ohne dich nicht mehr sein will. Deshalb fragte ich dich hier, ob du meine Frau werden willst".
Carmen waren Freudentränen in die Augen getreten.
"Ja,ja, ja! Ja, ich will dich heiraten"! sagte sie schließlich so laut, das selbst das Küchenpersonal jedes Wort verstanden hatte.
Simone lächelte. Schade das Richard es nicht mitbekommen hatte.
"Ja..." sagte Mariella plötzlich "ich denke hier will noch jemand was sagen".
Auf einmal stand Richard wieder im Restaurant.
Er kam auf Simone zu, nahm ihre Hand und führte sie zur Mitte des Restaurants.
"Meine liebe Simone. Ich weiß, das kommt jetzt plötzlich. Aber auch wir hatten Höhen und Tiefen in unserer Ehe. Das schönste Ereignis des Jahres für mich ist, das du mich noch mal zum Vater gemacht hast. Kannst du dir vorstellen das wir nochmal heiraten"?
Simone traten Tränen in die Augen.
Alle warteten gespant auf ihre Antwort.
"Ja" hauchte sie schleißlich überglücklich.

Seit den Heiratsanträgen waren 3 Wochen vergangen. In 3 Monaten sollte im Hause Steinkamp eine Doppelhochzeit stattfinden. Das hatten sich inbesondere Carmen und Simone gewünscht.
Simone badete gerade gut gelaunt die kleine Luna, die ihren Spaß dabei hatte, im Wasser herumzuplanschen und dabei ihre Mama nass zumachhen.
Das Telefon klingelte.
"Ich geh schon"! rief Mariellsa fröhlich durch die Villa.
"Wenns für mich ist- ich ruf in einer halben Stunde zurück" antwortete Simone.
Die drei waren allein in der Villa. Richard und Carmen arbeiteten, Vanessa war in der Schule und Frau Scholz hatte sich eine Grippe eingefangen.
"Mariella Schwarz, hallo"? hörte Simone kurz darauf.
Keine 2 Minuten später stand Mariella im Bad.
"Nina Sommer ist dran. Vanessa geht es gar nicht gut. Sie hat Halsweh und kriegt keinen Ton raus. Außerdem ist ihr übel. Sie lässt fragen, ob du sie holen kannst".
"Oh je, sicher. wenn du mir die kleine anziehst kann ich gleich los."
"Mach ich. Nina, sie ist so gut wie unterwegs."
Dann legte sie auf.
Mariella nahm Simone die kleine Luna ab, trocknete sie ab und rieb sie mit Babyöl ein.
"Ich bin gleich wieder da. Kannst du ihr eine Flasche Milch gebden? Steht im Flaschenwärmer in der Küche".
"Ja klar, mach ich, bis gleich"!

Simone raste in Richtung Schule.
Vanessa hatte am Morgen schon über Halsweh und Übelkeit geklagt, wollte aber unbedingt in die Schule, weil eine wichtige Klasur geschrieben werden sollte.
Als sie vor der Schule zum Stehen kam, standen Nina und Vanessa bereits auf dem Gehweg. Vanessa sah wirklich bemitleidenswert aus. Nina trug ihren Rucksack und ihre Sportsachen.
"Hallo Frau Steinkamp" grüßte Nina freundlich.
"Hallo. Vanessa, was machst du den für Sachen"?
Vanessa wollte antworten aber es kam nur ein hilfloses "krächz" aus ihrem Mund.
"Habt ihr die Klasur schon geschrieben"? fragte Simone Nina.
"Ja. Kurz danach blieb ihr die Stimme weg.
"Na dann: Ab zum Arzt"sagte Simone und nahm Nina Vanessas Sachen ab.
"Krääääh" machte Vanessa.
"Ich weiß das du nicht willst, aber offensichtlich muss es sein" sagte Simone und legte einen Arm um ihre Tochter.
"Krächz" kam es in Richtung Nina.
"Sie hat recht Vanessa. Gute Besserung, ich kümmer mich um alles, ja"?
Vanessa nickte, ein weiteres jämmerliches Krächzen wollte sie sich ersparen.
Unterwegs rief Simone Mariella an um ihr zu sagen das sie mit Vanessa beim Arzt saß.

Diagnose: Mandelentzündung! Vanessa lag am Abend geplättet in ihrem Bett. Sobald die Schwellung weg war, sollten die Mandeln raus. Das bedeutete Krankenhaus! Vanessa hatte wirklich genug von Krankenhäusern. Sie sah sie lieber von außen als von innen.
Simone kam herein und brachte ihrer Tochter einen Tee.
"Wie fühlst du dich, mein Schatz"?
Im selben Moment hätte sie sich ohrfeigen können denn Vanessa bekam ja keinen Ton raus.
Vanessa aber lächelte dankbar, rief zu Stift und Papier und schrieb "Ganz okay".
"Hast du irgendeinen Wunsch"?
Vanessa schrieb wieder. "Ein Riegel Zartbitterschoikolade, bitte".
"Noch was"?
Vanessa schrieb wieder. "Ja, mit Mama kuscheln".
Dann rutschte Simones Tochter, um Simone Platz zu machen.
Simone legte sich neben ihre Tochter. Liebevoll streichelte ihrer Tochter liebevoll die Halsgegend. Offensichtlich tat das gut.
"Vanessa"?
Vanessa sah ihre Mutter abwartend an.
"Möchtest du auch ein Eis? Vielleicht geht dann die Schwellung etwas zurück".
Vanessa nickte freudig. Simone verschwand und kam kurz darauf mit einer Familienpackung Vanilleeis wieder.
Innerhalb einer halen Stunde hatten die beiden die Packung geleert.

2 Wochen später ging Vanessa ins Krankenhaus. Fast 4 Tage hatte sie sich nur mit ihrer Mimik und Handzeichen mit ihrer Familie verständigt. Den Kontakt zur kleinen Luna hatte sie gemieden, aus Angst, das kleine Baby eventuell anzustecken.
Vanessa und Simone betraten mit einer Krankenschwester das Zimmer.
Gerde als Simone Vanessas Schrank geöffnet hatte, ging die Badtür auf und ein Menschen, vielleicht 15 oder 16, kam herausgeschlurft. Sie hatte tiefblaue Haare, voin roten Strähnen durchzogen.
"Das ist Felicitas. Die hat es heute morgen hinter sich gebracht" antwortete die Schwester und es klang nicht gerade so, als wäre sie ein Fan von Felicitas.
Die drehte sich um und zeigte der Krankenschwester, die Ingeborg hieß, beide Mittelfinger.
Dann ging sie weiter und wuchtete sich ins Bett. Was für ein Anblick! Sogar Vanessa war sprachlos.

Eine halbe Stunde später war Simone wieder weg und hatte versprchen Vanessa zur OP am nächsten Morgen zu begleiten und bei ihr zu sein, wenn sie aufwachte.
Vanessa und Simone hatten nicht bemerkt das Felicitas ein wenig neidisch zugehört hatte. Nach ihrer OP war niemand bei ihr gewesen. Niemand hatte sie überhaupt ins Krankenhaus begleitet.
Felicitas hatte sich die Decke über den Koüf gezogen und hörte Musik.
Diese Art von Musik die Mariella "Abrissbirnenkrach" nennen würde.
Vanessa zog ihr die Decke vorsictig weg.
Sie hatte einen Zettel geschrieben.
"Hey, ich bin Vanessa. Willst du auch ein Eis?"
Felicitas nickte, nahm Vanessa Zettel und Stift aus der Hand und schrieb darunter "Ein Erbeereis, bitte."
"Wo ist die Cafeteria"? schrieb Vanessa als nächstes.
Felicitads nickte und schrieb wieder
"Gang links-Aufzug Erdgeschoss- Gang rechts durchlaufen und wieder rechts".
Vanessa nickte und ging.
Weder sie von Simone ahnten, das Felicitas ihr Leben verändern würde. Das der ganzen Familie....
m nächsten Morgen sollte Vanessa operiert werden. Simone fuhr um 7 Uhr ins Krankenhaus. Vanessa sollte als erste behandelt werden.
Als sie das Zimmer betrat, stand Felicitas an Vanessas Bett und beruhigte deren Angst vor der Operation.
"Das ist nicht so schlimm wie immer gesagt wird. Und danach gibts eine Riesenportion Eis" sagte sie heiser. Ihre Stimme war noch nicht ganz zurückgekehrt.
"Guten Morgen ihr zwei" grüßte Simone leise.
"Mama"!
Vanessa streckte die Arme nach ihrer Mutter aus und wollte aufstehen, aber das Beruhigungsmittel wirkte bereits und so sackte sie schwach zurück ins Bett.
Simone zog Vanessa sanft zu sich heran und streichelte ihr liebevoll den Rücken.
"Hast du Angst Kleines"? fragte sie leise.
"Ein bißchen."
"Hilft es dir, wenn ich da bin"?
"Klar. Das ist besser als jedes Beruhigungsmittel".
Schwester Ingeborg betrat den Raum.
Felicitas rollte genervt mit den Augen und verzog sich in ihr Bett, vorher schenkte sie den beiden ein aufmunterndes Lächeln.
"Vanessa, es ist soweit. Wie fühlst du dich"? fragte die Krankenschwester Vanessa, die weder Vanessa noch ihrer Mutter sympathisch war.
"Müde".
"Gut, dann wirkt die Tablette.
Schwester Ingeborg löste die Bremsen von Vanessas Bett und wies Simone an sich ans Kopfende zu stellen.

Bis zur Schleuse durfte Simone bei ihrer Tochter bleiben, dann ging sie zunächst in die Cafeteria.
Irgendwann schlurfte Felicitas herein. Sie sah Simone allein an einem großen Tisch sitzen und steuerte gleich auf sie zu.
"Hi. Wie gehts Vanessa"?
"Hallo Felicitas. Angst hat sie ein bißchen."
Felicitas' Blick fiel auf Simones leere Kaffeetasse.
"Wollen sie noch einen"?
"Gerne. Warte ich gebe dir Geld."
"Lassen sie mal"
"Felicitas...."
"Nix da. Ich hab eh soviel Kleingeld einstecken."
Bevor Simone noch etwas sagen konnte, trabte Felicitas in Richtung Verkaufstresen.
Kurz darauf kam sie mit einer Tasse Kaffee für Simone und einem Eis für sie selbst zurück.
"Felicitas, darf ich dich mal was fragen"?
"Klar."
"Was machst du eigentlich in deiner Freizeit"?
"Ich spiele Schach. Sehr gerne sogar. Können sie Schach"?
"Ja, aber ein Profi bin ich nicht."
"Gehen wir dann hoch und spielen eine Runde"? schlug Felicitas vor "ich hab ein Brett und die Figuren dabei."
"Gern. Ich hoffe, das lenkt mich ab".
"Bestimmt."

In der ersten Runde ließ Felicitas Simone gewinnen, in der zweiten Runde verlor Simone.
Gerade als die beiden das Schachbrett Schachbrett sein lassen wollten, weil Felicitas müde war und sich hinlegen wollte, wurde Vanessa hereingeschoben.
Sie sah ihre Mutter dankbar an., Ihre Augen waren etwas trüb, fand Simone. Ein ißchen blass war sie auch.
"Vanessa mein Schatz. Ich bin bei dir".
"Kräääh".
"Sie hat Schmerzen, das ist normal. Allerdings will sie nichts dagegen. Melden sie sich bei mir, wenn es schlimnmer wird" sagte Schwester Ingeborg, wie üblich unfreundlich.
Dann befestigte sie Vanessas Bett an seinem ursprünglichen Platz und ging.
Vanessa zeigte auf die leere Flasche Wasser auf ihrem Tisch.
"Hast du Durst"? fragte Simone leise.
Vanessa nickte nur.
Simone ging und kam kurz darauf mit einer neuen Wasserflasche zurück. Sie hatte wohl auch ein paar Strohhälme aufgetrieben.
Vorsichtig zog Vanessa an einem Strohhalm.
"Krääähhh".
"Vanessa, ich weiß das du Schmerzen hast. Aber du musst doch was trinken" bat Simone.
Vanessa nahm die Hand ihrer Mutter und legte sie auf ihren Hals.
Dann nahm sie einewn Schluck Wasser. Ihre Miene verriet Simone, das ihre Hand Vanessa guttat.
Danach kuschelte Vanessa sich in die Arme ihrer Mutter.
Irgendwann waren beide eingeschlafen, Arm in Arm.
Felicitas war aufgewacht und schreib Tagebuch.
"Frau Steinkamp ist richtig nett. Vanessa sagte mir, sie kann manchmal ein 'eiskalter Engel sein'. Das glaube ich nicht. Ich glaube das sie alles für ihre Familie tun würde. So eine Familie möchte ich auch haben. Mir graut davor, bald wieder zurück ins Heim zu müssen. Ich will nicht wieder zurück, nie wieder"!!!!!!!!!!

Seit dem waren zwei Tage vergangen.
Vanessa lag in ihrem Bett und beobachtete Felicitas, Feli, wie sie ihre Bettnachbarin nun nennen durfte, dabei wie sie ihre Jacke anzog.
"Wo willst du hin"? fragte sie interessiert, wieder klar bei Stimme.
"Rauchen" antwortete Feli knapp und zog sich ihre Schuhe an.
"Viel Spaß bei der Wunde. Wenn du in einer Viertelstunde nicht da bist, klingel ich nach 'Schwester Rabiata'."
"Keine Sorge, ich bin bald wieder da".
Kaum war Feli gegangen, stand Vanessa auf. Sie beschloss ein wenig über den Flur zu gehen. Kaum war sie ein paar Meter gegangen, fiel ihr ein junger Kerl auf. Vielleicht 1,2 vielleicht asuch 3 Jahre älter als sie. Er hatte schwarze, kurze Haare, stechend grüne Augen- und einen gewaltigen Nasengips.
Vanessa hatte es sofort erwischt.
"Hi" sagte sie leise.
"Hi, na, auch Langweile"? fragte er sie.
"Total. Was ist denn mit dir passiert"?
"Die haben meine Nasenscheidewand korriegiert. Und bei dir"?
"Mandeln raus. Ich bin übrigens Vanessa."
"Jan".
Schweigen.
Da kam Feli wieder.
"Au weia! Mit welchem Boxer hast du dich den angelegt"? frotzelte sie in Jans Richtung.
Der Boxer war Arzt und hieß Dr. Henkelmann" antwortete Jan lachend.
"Vanessa, kommst du bitte mal? Ich muss dich was fragen".
"Klar."
Die Mädchen gingen auf ihr Zimmer. Vanessa hatte Jan versprochen, wiederzukommen.
"Also, was gibts?" fragte Vanessa.
"Heute Abend ist Party im Jugendzentrum angesagt. Ein paar meiner Freunde sind da. Kommst du mit"?
"Was spinnst du"?
"Ach bitte"!!!
Feli sah Vanessa mit Engelsaugen an..
"Na gut. 2 Stunden komm ich mit-und keine Sekunde länger."

Währenddessen....
"Jedenfalls hab ich das Gefühl, das Vanessa mit dieser Felicitas keinesfalls langweilig wird" erzählte Simone ihrer Schwester.
"Das kann ich mir lebhaft vorstellen. Gehst du heute noch zu Vanessa"?
"Ich möchte ihr heute Nacht ihre Lieblingsschokolade ins Krankenhaus bringen. Wenn sie morgen früh aufwacht, hat sie sie".
"Also ihr Hardcore-Naschverhalten hat Vanessa eindeutig von dir".
Carmen knuffte ihre Schwester liebevoll in die Seite.

Am Abend stopften die Mädchen ihre Betten mit Klamotten aus. Zufrieden schlichen sie schließlich über die Gänge.
"Schwester Rabiata hat Nachtdienst. Wir müssen auf dem Rückweg echt vorsichtig sein" mahnte Vanessa.
"Ach was, das packen wir schon" sagte Feli leichthin.
Vanessa traute ihren Ohren nicht, als Feli dem Pförtner eine ruhige Nacht wünschte. Es war kurz vor 22 Uhr.
"Wenn das mal gut geht" dachte Vanessa und runzelte die Stirn.

Etwa eine halbe Stunde später befand sich Simone in der Klinik.
"Wie süß. Die Mädvchen schlafen schon" dachte sie.
Das Zimmer war komplett dunkel, vorsichtig tastete Simone sich im Schatten einer Laterne zu Vanessas Nachttisch.
Sie legte die Schokolade darauf ab und wollte ihr Lieblingshalstuch danebenlegen. Allerdings fiel es auf eine Stelle, an der Vanessas Kopf hätte liegen sollen. Als Simone das Tuch vorsichtig wieder wegzog, bemerkte sie wie weich die Stelle war.
Ohne groß nachzudenken zog sie die Decke weg. Alles was sie zu sehen bekanm, war ein Berg von Klediung. Auch bei Feli.
"Das darf doch wohl nicht wahr sein! Das geht bestimmt auf das Konto dieser Felicitas"! dachte sie wütend.

Zehn Minuten später hatte sie die Klinik verlassen. Sie hatte das verschwinden der Mädchen nicht gemeldet, den sie ahnte wo sie waren: Ein neues Jugendzentrum hatte aufgemacht.
Sie schickte ihrer Tochter eine SMS "Trink nicht so viel mein Schatz. Viel Spaß noch".
Vanessa fielen fast die Augen aus dem Kopf, als sie die SMS las.
"Versprochen. Woher weißt du das wir weg sind"?
"Lass dich überraschen" schrieb ihre Mutter zurück.
"Hab dich lieb" schrieb Vanessa zurück, bevor sie ihr Handy wegsteckte.
Da tauemlte Feli auf sie zu. Sie sah gar nicht gut aus.
"Ich kann nicht schlucken. Das schmeckt total blutig" wisperte sie.
Sie deutete immer wieder auf ihren Hals.
Per Handzeichen ordnete Vanessa den Rückweg ins Krankenhaus an.

"Und jetzt"? fragte Vanessa, als das Krankenhaus im Mondschein sichtbar wurde.
Feli zuckte hilfslos mit den Schultern. <Das Sprechen hatte sie bald nach verlassen den Jugendzentrums eingetellt.
"Im Schutrz der geparkten Autos wagten sie sich vorwärts
"Hoffentlich sitzt der Pförtner in seinrm Kabuff" murmelte Vanessa ängstlich.
Wieder zuckte Feli mit den Schultern.
Fehlanzeige! Mit Entsetzen sahen die Mädchen das der Pförtner auf und ab lief um die Zeit totzuschlagen.
"Shit" sagte Vanessa leise.
Im Mondschein sah sie, das Feli lautlos weinte.
Sie nahm sie vorsichtig in ihre Arme. Nun weinte Feli hemmungslos. Vor Schmerzen. Und vor Angst.
Vanessa traute ihren Ohren nicht, das sie ein leises "Vanessa"! hinter sich wispern hörte. Mit rasendem Herzen drehte sie sich um.
"Mama"!
"Na wen hast du denn erwartet"? fragte Simone leicht vorwurfsvoll und tauchte im Schatten des Mondes auf, wie aus dem Nichts.
"Feli gehts gar nicht gut Mama" erzählte Vanessa leise.
"Stimmt das"? fragte Simonwe besorgt und sah Feli mitfühlend an. Das Mädchen deutete angestrengt auf seinen Hals. Im nächsten Momwent drehte sie sich von den beiden weg und übergab sich. Mit schrecken erkannten Simone und Vanessa das Blut in Felis Erbrochenem dabei war.
"Wir müssen da rein, und zwar so schnell wie möglich" erkannte Simone.
Sie stützte Feli, deren Kreislauf mitlerweile ins Bodenlose sackte.
Mit einem Papiertaschentuch machte sie dem Mädchen vorsichtig den Mund sauber.
Feli sank ihr in die Arme und weinte.
"Ist jas gut. Ihr seit nicht allein" sagte Simone leise und strich Feli sanft übers Haar.
Gerade als Vanessa an der Eingangstüre klopfen wollte rief jemand "STOP"!
"Ähh...wer ist da"? fragte Vanessa irritiert. Die drei sahen sich an. Feli machte keine Anstalten, sich aus Simones Umarmung zu lösen.
Vanessa fielen fast die Augen aus dem Kopf: Jan kam um die Ecke!
"Hey Mädels! Habt ihr es schon mal durch den Garten probiert"?
"WIe bitte? Willst du damit sagen die Tür ist immer offen"? fragte Vanessa entgeistert.
"Ja. Los, kommt."
"Komm mit Feliticitas. Gleich hast du es geschafft" sagte Simone leise.
"Mein Hals tut so weh und ich....krächz"....
Simone und Vanessa legten beide einn Arm um Feli und gingen unter Jans Führung in den Garten.
Sie waren schon auf der Station, als Simone als erste erkannte, das ausgerechnet Schwester Rabiata sich in Felis und Vanessas Zimmer befand.
"So ein Mist! Und jetzt? Jetzt wird euer Fehlen doch entdeckt"! zischte sie.
Feli suchte Stütze bei Simone und lwegte ihren Kopf auf deren Schulter.
Simone legt automatisch den Arm um das Mädchen.
"Lasst mich mal machen"! flüsterte Jan und entfernte sich von den dreien.
"Was hat er den jetzt schon wieder vor"? zischte Simone.
"Keinwe Ahnung" antwortete Vanessa und versuchte dem Gespräch von der Krankenschwester ubnd Jan zu lauschen.
Sogar Feli musste fast lachen, als Jan Schwester 'Rabiata' von einerm unerträglichen Juckreiz unter dem Gips berichtete.
Als Jan hinter ihr ins Stationszimmer herdackelte, gab er den drei ein Handzeichen.
Vorsichtig bewegten sie sich, in bebückter Haltung, am Stationszimmer vorbei.
Vanessa musste grinsen, als sie sah das Schwester Ingeborg Jans mit etwas länglichem unter den Gips fuhr, was sie an eine mörderische Stricknadel erinnerte.
Dann schlich sie ihrer Mutter und Feli nach.
Mittlerweile war Simone damit beschäftigt, die Klamottenb erge von den Betten in einen Kleiderschrank zu werfen.
Feli saß auf irem Bett wie ein verprügelter Hund.
Vanessa half ihr beim Umziehen, zog sich selbst um und wies ihre Mutter an, sich im Bad zu verstecken.
Simone gehorchte und zog die Badezimmertür hinter sich zu.
Vanessa wartete noch ein paar Sekunden ehe Feli sich endgültig in ihr Bett gekuschelt hatte und drückte dann den Klingelknopf.
Nur ein paar Sekunden später schoß Schwester Ingeborg herein.
"Was gibts"? fragte sie etwas genervt.
"Feli gehts nicht gut" antwortete Vanessa ungerührt.
"Ich piepse Dr. Sommer an, einen Augenblick."

Ausgerechnet Oliver! War heute den nicht schon genug passiert?
Vanesssa zog sich die Bettdecke bis um Kinn und beobachtete Oliver dabei, wie er Feli unersuchte.
"Ihre Kruste hat sich gelöst. Hat sie sicvh irgendwie aufgweregt oder überanstrengt"? fragte Oliver in Vanesas Richtung.
"Nein. Sie hat mich eben erst geweckt weil sie Schmerzen hatte" log Vanessa unverblümt.
"Komisch. Naja Schwester Ingeborg: Dann verwöhnn sie die beiden mal mit Eis" grinste Oliver in die Richtung der Stationsschwester.
Schwester Ingeborg lächelte säuerlich.
Und Vanessa sah Jan in der Tür stehen, der wohöl Froh war, aus dem Date mit Schwester Ingeborg befreit zu sein.

Kaum waren der Arzt und diwe Krankenschwester weg, wagte Simone sich aus ihrem Versteck.
"Das war knapp Mädels, ist euch das klar"?
Die beiden Mädchen nickten wie zwei treudoofe Hunde.
"Na dann-gute Nacht Mädels. Mein Bett ruft nach mir."

Um 2 Uhr ließ sich Simone todmüde neben Richard ins Bett fallen.
"Mönchen...wo warst du den"? fragte Richard schlaftrunken.
Siwe küsste Richard zärtlich.
"Schatz, das ist eine lange Geschichte. Die erzähle ich dir morgen" sagte sie leise und kuschelte sich an ihn.
Sie dachte noch an Felicitas. Sie wusste nur nicht warum sie so viel über dieses Mädchen nachdachte. Sie wusste es nicht. Aber sie schiwen Felicitas zu mögen.


3 Tage später sollte Feli entlassen werden. Vanessa war aufgefallen, dass das Mädchen ziemlich trübsinnig war. Aber Schwester Rabiata nie wieder sehen zu müssen muss doch ein Grund zur Freude sein!
Am Abend vor ihrer Entlassung lag Feli in ihrem Bett und hörte Musik. Vanessa und Jan kamen herein und hatten Eis besorgt. Irgendetwas stimmte nicht mit Feli, das meinte auch Jan.
Vanessa nah Feli die Kopfhörer aus den Ohren.
"He, lass das"! keifte Feli.
"Eis"? fragten Vanessa und Jan ungerührt wie aus einem Mund.
"Naja...ja. Danke.
Vanessa hielt ihrer neuen Freundin einen Löffel unter die Nase und Jan öffnete die Eispackung. Vanille. Felis Lieblingseis.
"Feli...darf ich dich mal was fragen"? setzte vanessa vorsichtig an.
"Hmmmm".
Vanessa deutete das als ein 'ja' und fragte vorsichtig: "Warum bist du so schlecht drauf"?
"Das versteht ihr soweiso nicht".
"Sags uns. Vielleicht verstehen wir dich ja doch" sagte Jan ermutigend.
Feli steckte sich ihren Löffel in den Mund schleckte ihn genüsslich ab und fragte: "Ist euch schon mal aufgefallen, das ich nie Besuch hatte"?
"Ehrlich gesagt hat mich das von Anfang an gewundert" antwortete Vanessa.
"Ich bin im Heim aufgewachsen. Ich habe keine Eltern, kenne weder meine Verwandten noch irgendwelche Großeltern."
"Das ist ja traurig" sagte Jan leise.
"Ja. Total traurig" sagte Vanessa betroffen.
"Ich bin am 24.12.1992 gegen 20 Uhr auf die Welt gekommen. Meine Mama hat mich vor einem Krankenhaus abgelegt, also ausgesetzt. Ich wäre fast erfroren. Draußen herrschten 10 Grad minus. Eine Krankenschwester hat mich gefunden. Von ihr habe ich meinen Namen".
"Die Glückliche" sagte Vanessa leise und musste einen mächtigen Kloß im Hals.
Felis Stimme klang eisenhart, aber auch weich als sie weitersprach: "Als ich hierherkam, hab ich mich richtig gefreut. Endlich hab ich al meine Ruhe. Ich wohne auf einer Wohngruppe mit Kindern im Alter von 8 bis 12 Jahren. Ich bin also die Älteste. Die einzig, die mir in diesem Saftladen was bedeutet, ist Sandra. Das ist die 12-jährige. Sie kam als Baby zu uns, und ich wollte sofort mein Zimmer mit ihr teilen."
"Warum hat Sandra dich nicht einmal besucht?" fagte Jan.
"Sie hat einmnal träänenüberströmt bei mir angerufen und hat mir erzählt das sie Hausarrest hat. Und dann kamst du Vanessa. Um deine Mutter hab ich dich sofort beneidet. Sie war da, als du in den OP geschoben wurdest. Und sie hat dir die Hand ghalten als du aufgewacht bist und höllische Halsschmerzen hattest. Du hast eine Mutter und einen Vater. Sei stolz darauf."
"Das bin ich. auch wenn es nicht immer so war."
"Warum hast du kein einziges Bild deiner Familie auf dem Nachttisch stehen"?
"Weil sie hier drin sind Feli"
Vanessa deutete auf ihr Herz.
Dann fuhr Vanessa fort: "Und von meiner Mutter habe ich immer etwas bei mir".
"Hast du auch ein Muttermal von ihr geerbt"?
"Das nicht."
Vanessa drehte sich um und zog ihren Pullover ein Stückchen hoch.
"Seht ihr die Narbe"? fragte sie Feli und jan.
"Aber hallo! Die ist ja riesig", antwortete Feli leicht geschockt.
Vanessa zog den Pulli wieder runter und drehte sich wieder um.
"Ich habe eine Niere von meiner Mama. Auch wenn sie nicht bei mir ist- ein Teil von ihr ist immer da".
Feli krempelte ihr linkes Hosenbein hoch.
"Schaut, das könnte von meiner Muttert sein".
Felis Wade zierte ein Muttermal, das aussah wie ein Herz. Es war ungefähr so groß wie ein 2 Eurostück.

Am nächsten Morgen wurde Feli von einer Betreuerin abgeholt, die sich nie hatte blicken lassen.
Simone, Richard und die kleine Luna waren gerade bei Vanessa.
Feli weinte ein bißchen, aber sie drehte sich nicht mehr um, nachdem sie das Zimmer verlassen hatte.
Auch Vanessa war traurig. Sie und Jan hatten ihr versprochen, sie bald zu besuchen.
Als Vanessa ihren Eltern erzählte, wie traurig Felis Kindheit gewesen war, waren auch Richard und Simone sichtlich bewegt.
Die kleine Luna krabbelte mittlerweile und erkundete das Zimmer.
Sie hatte Gefallen an Felis Bettdecke gefunden, die heraushinh und zog daran. Da fiel etwas auf den Boden. Vanessa hob es auf und stellte fest, das es Felis geliebtes Halstuch wwar. Es war pechschwarz, mit einem Totenkopf darauf.
"Sie will das ich es ihr wiederbringe" dachte Vanessa.

3 Tage darauf wurde auch Vanessa entlassen.
"Können wir nicht zu Feli fahren, Mama? Bitte, bitte, bitte"!
"Vanessa, du hast gehört was Dr. Sommer gesagt hat. Du sollst dich schonen"!
"So anstrengend wird es bestimmt nicht! Bitte"!
"Na gut. Wie muss ich den fahren"?
Begeistert wies Vanessa ihrer Mutter den Weg.

2 Stunden später verstanden die beiden Frauen, warum Feli nicht mehr ins Heim wollte: Die Erzieherin war mit ihrer Gruppe völlig überfordert, es herrschte Chaos.
Simone hatte den Versuch gemacht, Feli aufzumuntern. Sie hatte das Mädchen für die ganzen Herbstferien in die Villa eingeladen.

Die Ferien kamen und die Woche verging viel zu schnell.
Vanessa ahnte nicht, das in ihren Eltern ein Gedanke reifte.
Noch viel weniger ahnte sie von dem Gespräch, das Felis Zukunft deutlich verändern würde...

Mittlerweile war es Mitte Oktober-. Feli war jedes Wochenende bei den Steinkamps. Heimlich hatten Simone und Richard einen vorläufigen Antrag auf eine Adoption gestellt.
Nun lag die Antwort vor Simone auf dem Küchentisch und sie starrte das Schreiben an, wie eine hungrige Schlange ein Kaninchen.
"Hey! Was hast du denn da"?
Simone fuhr herum.
"Jenny, meine Güte, hast du mich erschreckt"!
"Entschuldige. War keine Absicht. Also, was ist das"?
"Das ist die Antwort des Jugendamts."
"Oh. Willst du ihn nicht aufmachen"?
Simone schüttelte den Kopf.
"Nicht ohne deinen Vater. Er will Feli schließlich auch adoptieren".
Jenny war die einzige, die in den Plan eingeweiht war.
"Darf ich reinschauen? Ich sag auch nichts".
"Wir machen das zusammen, ja? Dein Vater kommt gleich".
"Okay".

Zur gleichen Zeit....
"Buon giorno Marcella! Ist das Essen schon fertig, das ich vorhin bestellt habe"?
"Buon gioro Felicitas! Einen kleinen Augenblick, gib mir 10 Minuten! Ich mach dir eine Schokolade, ja"?
"Klar! Aber beeil dich bitte! Ich will die beiden überraschen"!
"Sicher"!
Gut gelaunt setzte Feli sich eine Viertelstunde später in die Straßenbahn.
Sie hatte am letzten Wochenende ein Gespräch zwischen Simone, Richard und Jenny mitbekommen. Sie wollten sie adoptieren! Sie, Felicitas Keller! Felis Herz raste vor Freude. Damit würde sie auch das letzte und einzige ablegen, was sie von ihrer Mutter hatte: Den Nachnamen. Egal, diese Frau kannte sie sowieso nicht!

Ein paar Minuten darauf, bei den Steinkamps...
Als sie Richard kommen hörte, riss Simone die Haustür auf, als wäre sie auf der Flucht.
"Endlich! Der Brief vom Jugendamt ist da! Ausgerechnet heute kommst du zu spät"!
"Mönchen, ich stand im Stau. Was kann ich den zu deiner Entschädigung tun"? fragte Richard geziert und grinste sie an.
Simone sank ihm in die Arme.
"Halt mich einfach nur fest, wenn Jenny endlich diesen Brief aufmacht".
Richard küsste sie zärtlich.
"Meinst du es hat geklappt, und wir haben diese vorläufige Pflegschaft, wie diese Tante vom Jugendamt gesagt hat"? fragte Richard leise.
"Ich bin mir ganz sicher".
"Wirklich"?
"Ja. Und hab mir was überlegt".
"Was denn? Wenn die Adoption genehmigt ist...dann hör ich auf zu Arbeiten. Endgültig. Feli hatte nie eine Mutter. Ich weiß nicht, ob ich ihr ihre Mutter ganz ersetzen kann. Aber ich werde es versuchen, Richard".
"Deine Firma, deine Entscheidung Schatz."
"Kommt ihr endlich? Ich platze gleich vor Spannung"! rief Jenny aus dem Salon.
"Komm Simone" sagte Richard.
"Gleich haben wir es geschafft" sagte Simone leise.
Jenny öffnete den Brief und las ihn sich stumm durch. Sie schluckte und reichte ihn an ihre Mutter weiter.
"....müssen wir ihnen leider mitteilen, das sie beide auf Grund ihres Alters nicht für eine Adoption in Frage kommen" las Simone halblaut vor.
Tränen rollten über ihre Wangen.


Vor der Haustür....
"Guten Tag, Frau Scholz"!
"Felicitas! Was für eine Überraschung! Ich dachte, du kommst erst am Wochenende".
"Bis dahin halt ich es nicht aus. Ich muss unbedingt mit Richard und Simone reden".
"Na, dann komm mal rein"!
Drimnnen hörte sie sofort Richard und Simone schreien.
"Wir können sie nicht adoptieren, und das ist Fakt!" schrie Simone und zerriss das Antwortschreiben uin hunderte von kleinen Schnipseln.
"Nein, bitte nicht. Ich hab es doch letzte Woche genu gehört, das die beiden mich adoptieren wollen" dachte Feli traurig.
Sie öffnete vorsichgtig die Tü zum Salon.
"Warum wollt ihr mich nicht adoptieren? Warum nicht"?fragte sie leise. Tränen glitzerten in ihren Augen.
"Feli....Schätzchen...das ist nur..." setzte Simone vorsichtig an.
"Sagt jetzt ja nicht, das alles nur ein Missverständnis ist! Das sagen sie alle! Das haben alle gesagt! Nie, nie, nie wollte mich jemand haben"!
Feli ließ das mitgebrachte Essen fallen, an dem sie sich die ganze Zeit festgeklammert hatte und rannte davon.
"Feli, warte! Wir können das erklären, glaub uns doch"! rief Richard.
"Lasst mich doch alle in Ruhe! Ich hab mich auf jedes Wochenende gefreut. Aber jetzt...ich will euch nicht mehr sehen. Euch alle! Nie, nie wieder, hört ihr"?
Die Haustür fiel vor den Augen der drei ins Schloss.
Richard Und Simone zögerten keine Sekunde und rannten hinterher.
"Feli warte"! schrie Simone.
Feli drehte sich um und lief rückwärts die Straße entlang und rief: "Ich hab euch gesagt, ich will euch nicht mehr sehen"!
"Pass auf"!!!!!!!!!!! schrie Simone, doch die Warnung, kam zu spät.
Feli drehte sich um und wurde im nächsten Moment von einem Auto erfasst.
Ein entsetzter Verzweiflungsschrei löste sich aus Simones Brust, als sie sah, das Feli meterweit durch die Luft geschleudert wurde.

Sofort rief Richard einen Notarzt.
Fassungslos rannte Simone zu der verletzten Feli. Fast mich erstaunen musste Simone erkennen, dass das Mädchen bei Bewusstsein war.
Simone kniete nieder und strich ihr vorsichtig über die Wange.
"Simone....warum...warum wollt ihr....mich nicht....adoptieren...warum"..
"Feli....Schätzchen..."
"Warum..."
"Das ist nur ein Missverständnis..."
"Mein Rücken tut so weh...hilf mir...bitte...nur dieses eine Mal noch".
Simone kniete sich dicht hinter Feli. Sie hatte Angst sie zu bewegen. Feli lag auf der Seite, aber so merkwürdig verdreht.
Behutsam streichelte Simone ihr den Rücken.
"Gut so? >Hilfe kommt gleich, Schätzchen".
"Wunderbar...mir ist so kalt....so kalt...Simone ich erfriere gleich..."
Auf offener Straße zog Simone ihren Pullover aus und legte ihn über die frierende Feli.
"Mir...ist so kalt....Simone...Mama..ich friere so".
"Das ist gleich vorbei..Hilfe ist gleich da. Ich höre sie schon. Du auch".
"Nur ganz leise. Die...wollen bestimmt nicht...zu mir..."
"Unsinn...."
Simone konnte ihre Tränen nicht mehr länger zurückhalten.
Sie weinte hemmungslos.
Ihre eine Hand ruhte auf Felis Rücken, die andere hielt sie sich vor ihr Gesicht.
"Nicht....weinen...bitte...nicht weinen...Mama".
Dann verlor sie das Bewusstsein.
"Feli, nein, nicht eingeschlafen!" schrie Simone in Panik.
Sie verolr sämtliche Hemmungen und nahm die schwerverletzte Feli in die Arme.
Feli reagierte nicht mehr. Sie fühlte sich an wie...tot.

"Feli...mein Gott Feli...sag doch was, bitte"!!! flehte Simone weinend.
Jenny und Richard standen bestürzt daneben.
Da kam endlich der Rettungswagen.
Es dauerte keine zehn Minuten, dann wurde Feli, zu diesem Zeitpunkt klinisch tot, abtransportiert.
Der Notarzt hatte Simones Bitte, mitfahren zu dürfen, schroff abgewiesen, nachdem sie so ehrlich gewesen war, zu sagen, das sie keine Verwandte von Felicitas sei.
Wie gelähmt blieben die Steinkamps zurück.
Ein strömender Regen und ein ohrenbetäubendes Gewitter hatte mittlerweile eingesetzt. Jenny und Richard stützten die weinende Simone, die sich kaum auf den Beinen halten konnte.
Am Treppenaufgang nahm Richard seine Frau auf die Arme und trug sie die Treppe hinauf, während Jenny in der Küche verschwand und einen Tee machte.
Oben half Richard seiner Frau, die fast bewegungsunfähig war, bequemere Sachen anzuziehen. In ihrer rechten Hand hielt Simone krampfhaft den Pullover fest, den sie Feli gegeben hatte. Er war klatschnass und - blutig.
Richard legte seine Frau behutsam ins Bett und deckte sie zu.
Es war ihm nicht gelungen, ihr den Pullover abzunehmen. Sie klammerte sich daran fest und wehrte sich heftig gegen ihren Mann.
Mit Mühe gelang es Richard, seine Frau zu beruhigen. Da kam Jenny herein. Sie trug die kleine Luna auf dem Arm.
"Ich glaube sie hat Sehnsucht nach ihren Eltern" sagte Jenny mit tränenerstickter Stimme.
Als Simone beide Arme nach ihrer Tochter ausstreckte, nutzte Richard den kurzen Moment und ließ den Pullover unter seiner Bettseite verschwinden.
Jenny ging und kam kurz darauf mit einer Teekanne und zwei Tassen wieder.
"Ich geh dann mal. Wenn ihr was braucht - dann ruft einfach an, ja"?
Richard nickte, Simone reagierte nicht. Die kleine Lunsa lag auf ihrer Brust und lauschte dem Herzschlag ihrer Mutter. Sie schien Simones Untruhe zu spüren.
Jenny kam ihrer Mutter einen zärtlichen Kuss auf die Stirn. Sie konnte nur erahnen, wie tief der Schock bei ihrer Mutter saß.

Mitten in der Nacht wachte Richard auf und wusste nicht warum. Automatisch tastete er sich nach seiner Frau. Sie lag nicht neben ihm. Aber ihr Bett war noch war. Alzu lange konnte sie also noch nicht weg sein.
Vielleicht war sie ja bei Luna. Richard öffnete leise die Tür zum Zimmer seiner kleinsten Tochter. Simone war nicht bei ihr. Die kleine Luna war wach und spielte mit einem kleinen Kuscheltier. Sie strahlte ihren Vater an, als sie ihn sah.
"Schlaf schön weiter, mein Schatz" sagte er leise und ging wieder.
Da hörte er Simones Stimme aus Vanessas Zimmer. Er öffnete die Tür nur einen winzigen Spalt. Die beiden saßen auf Vanessas Bett. Simone strich ihrer weinenden Tochter behtusam über denn Rücken. Immer wieder. Auch Vanessa konnte kaum fassen, was passiert war.

Nachdem Vanessa eingeschlafen war, sah Simone nach ihrer kleinsten Tochter. Sie schlief tief und fest, ein Kuscheltier hielt sie in ihren Armen.
Simone küsste sie liebevoll auf die Stirn und ging wieder.
Sie ging hinunter in den Salon. Sie brauchte dringend einen Cognac.
Unten brannte Licht. Auf dem Sofa saß Carmen, mit einem Glas Wein in der Hand.
"Hallo Carmen".
"Hallo Schneewittchen. Wie fühlst du dich"?
"Ich weiß es nicht. In mir ist alles so leer".
"Komm her. Komm zu Krümrl":
Carmen stellte ihr Glas auf dem Tisch ab und streckte die Arme nach ihrer gro0en Schwester aus.
Das ließ Simone sich nicht zweimal sagen. Sie ergriff die Hände ihrer Schwester wie jemand, der über einem meterhohen Abhang hing.
Carmen zog ihre Schwester liebevoll zu sich heran und streichelte ihre Haare.
Simone begann erneut zu weinen. Es war ein Weinen, das so verzweifelt klang, das es Carmen fast das Herz zerschnitt.

Am nächsten Morgen wurde Richard durch das Klingeln des Telefons wach. Er sah Carmen und Simone im Salon auf dem Sofa liegen. Die beiden Frauen schliefen Arm in Arm und offensichtlich so fest, das sie sich sogar durch das Telefon nicht stören ließen.
"Steinkamp, hallo"?
"Michaela Würt, Jugendamt in Essen, guten Morgen Herr Steinkamp. Wir haben Nachrichten von Feliditas für sie. Leider keine guten".......
"Was gibt es denn? Geht es Felicitas schlechter? Lebt sie noch?"
"Ja, sie lebt noch, aber mehr darf ich ihnen leider nicht sagen. Felis Betreuerin hat ein absolutes Kontaktverbot verhängt".
"Wie bitte"??????????
Das war so laut gewesen das die beiden schlafenden Frauen hochschreckten.
Simone stieß mit ihrer Stirn heftig gegen Carmens Nase.
"Was ist los? Was ist mit Feli"? fragte Simone leise. Sie war völlig verängstigt.
Richard legte betreten auf.
"Felis Betreurin hat ein absolutes Besuchsverbot für unsere gesamte Familie verhängt."
"Was"? rief Carmen entsetzt und rieb sich dabei mit schmerzverzerrtem Gesicht ihre Nase.
"Aber...aber das können die doch nicht machen", murmelte Simone traurig. In ihren Augen schimmerten Tränen.
Sie taumelte Richard in die Arme, ehe sie vollends das Bewusstsein verlor.

Als sie wieder zusich kam, lag sie im Ehebett. Die kleine Luna hatte ihren Platz in der Mitte des Betts gefunden, Richard saß daneben und hatte offensichtlich ihren Schlaf beobachtet.
"Richard...wa ist passiert"?
"Du bist unten im Salon umgekippt, Carmen hat einen Arzt gerufen. Du hast eine Spritze bekommen, Schatz".
Vorsichtig nahm Simone die kleine Luna auf ihre Arme und legte sie auf ihrer Brust ab.
"Feli hat Mama zu mir gesagt, Richard. Sie hat Mama gesagt. Mama. Dabei war sie fast schon tot".
"Mönchen, sie lebt doch"!
"Als die sie in den RTW gebracht haben, war sie klinisch tot, Richard! Wir wissen nicht einmal was sie hat......."
"Ich bin mir sicher...wenn Feli es schafft, dann wird sie sich gegen das Kontaktverbot auflehnen"!
"Ja...wenn sie es schafft Richard...wenn...Richard, sie ist mindestens fünf Meter durch die Luft geflogen...ich hab es mit eigenen Augen gesehen.."
"Simone, so darfst du nicht denken."
Er küsste sie zärtlich..
"Wenn ich diese Betreurin erwische dann..."
"Simone bitte"!
"Ja, ich in ja schon still".
Schweigen.
"Richard"?
"Ja"?
"Bist du ein bißchen lieb zu uns"?
"Komm her."
Simone rutschte näher zu ihm heran.
Seine Streicheleinheiten taten ihr mehr als nur gut.

Mitten in der Nacht wachte sie wieder auf. Richard la dicht neben ihr. Offensichtlich hatte er Luna in ihr Zimmer gebracht.
Sie beschloss such einen Tee zu machen.
Sie lief die Treppen hinab und entdeckte, das in der Küche Licht brannte.
Dort saßen Mariella und Vanessa.
"Na, kannst du auch nicht schlafen"? fragte Vanessa ihre Mutter und umarmte sie liebevoll.
"Ich bin aufgewacht. Habt ihr euch Tee gemacht"?
Ja. Möchtest du auch was? Früchtetee", antwortete Mariella und strich ihr besorgt übers Haar.
"Ja gern."
"Mariella stand auf und holte eine Tasse.
Mutter und Tochter standen Arm in Arm da.
"Ich hab Angst Mama. Feli ist wie eine Schwester für mich".
"Ich auch mein Schatz."
Simone spürte einen Kloß im Hals. Aber für ihre Tochter wollte sie stark sein. Tapfer schluckte sie ihre Tränen hinunter.

Etwas später war Vanessa ins Bett gegangen. Mariella und Simone saßen im windgeschützten Bereich auf der Terrasse.
Simone redete sich ihren Kummer von der Seele, Mariella rauchte und hörte zu. Zig mal hatte Simone sich schon wiederholt, aber Mariella war in einer solchen Hinsicht sehr geduldig.
"Hast du mal eine für mich"? fragte Simone nach einer Weile.
"Klar. Nimm dir eine".
Nun rauchten sie beide.
Schweigen.
Simone rollten Tränen über die Wangen.
Mariella stand auf und umarmte sie vorsichtig.
Irgendwann waren sie reingegangen. Sie sahen sich eine DVD an. Nach einer halben Stunde merkte Simone, das Mariella eingeschlafen war.
Das war die Gelegentheit. Nun konnte sie zu Feli. Irgendwie würde sie das schon schaffen. Irgendwie. Egal, wie!

Im Schutz der geparktenn Wagen wagte sie sich nach vorne. Sie befand sich auf dem Gelände der Uniklinik. Bestimmt war der Garten wieder offen.
Vanessa hatte vor ein paar Tagen erzählt, sie wolle sich mit Jan treffen. Mit Herzen in den Augen. Simone lächelte. Dann war Vanessa endlich wieder glücklich. Wenigstens eine.

Tatsächlich. Der Garten war offen. Sie zog ihre hohen Schuhe aus, um auf dem Fußboden so wenig Geräusche zu machen.
Ungehindert hatte sie die Intensivstation erreicht.
Mit jedem Zimmer in dem sie Feli suchte, beschleunigte sich ihr Pulsschlag.
Aber dann wurde sie fündig. Sie zog sich einen grünen Kittel an und betrat leise das Zimmer.
Sie erschrak. Die ganzen Maschinen. Die ganzen Schläuche. Sie entdeckte drei Infusionen an Felis Körper. Es war ein trauriger Anblick.
"Feli? Kannst du mich hören"?
Vorsichtig wagte sie sich vorwärts und nahm Felis Hand. Ganz vorsichtig und zaghaft.
"Feli, es tut mir leid. Ich hab den Wagen zu spät gesehen...wenn es uns nicht geben würde wäre das nicht passiert..."
Simone unterdrückte den nächsten Weinkrampf.
"Feli..."
Sie strich dem Mädchen sanft über die Stirn.
"Feli...wir werden um dich kämpfen. Das schwöre ich dir".
Keine Antwort. Nur das gleichmäßige Piepsen von Apparaten, die verrieten, das Feli noch lebte und darum kämpfte.
"Ich muss wieder gehen. Sonst erwischen die mich noch".
Bevor soe ging, küsste sie das Mädchen sanft auf die Stirn.
"Wir werden um dich kämpfen Feli. Zur Not mit Hilfe der Öffentlichkeit. Wir geben dich nicht auf. Versprochen".

3 Tage besuchte Simone Feli heimlich in der Nacht. Drei Tage, so lange ging ihr Versteckspiel gut. Dann kam Carmen ihrer Schwester auf die Schliche.
Die beiden waren sich morgends um 4 Uhr im Flur begegnet. Simone war zzu müde und war außerdem viel zu stolz, Carmen anzulügen.
An diesem Morgen stand Simone in der Küche und machte sich einen Espresso.
Ihre Schwester trat unbemerkt an sie heran und legte von hinten die Arme um sie.
"Meine Güte, Carmen! Hast du mich erschreckt."
"Entschuldigung. Wie gehts dir"?
"Willst du die Wahrheit hören"?
"Schneewittchen..."
"Mir gehts beschissen,m Carmen. Beschissen. Richtig beschissen".
Simone drehte sich um und sank müde in die Arme ihrer Schwester.
"Ach Schneewittchen...Feli schafft das. Sie ist unglaublich stur und willensstark. Und gegen dieses Kontaktverbot wird sie sich mit Sicherheit auch auflehnen".
"Das hat Richard auch schon gesagt."
"Siehst du? Es glaubt doch jeder an sie."
"Ich hab mich lange nicht mehr so leer gefühlt wie jetzt".
Carmen strich ihrer Schwester zärtlich eine Haarsträhne aus dem Gesicht.
"Weißt du was, Schneewittchen? Ich lass dir jetzt ein Bad ein, danach stillst du die Kleine und dann frühstücken wir gemütlich, ja"?
"Du bist so lieb zu mir Carmen. Ich hab das doch gar nicht verdient".
"Hör auf mit dem Quatsch. Was du damals in der schweren Zeit mit Mariella mit mir durchgemacht hast, kann ich dir auch nie wiedergeben."
"Ende der Diskussion. Ich bin ja schon still".
"Gut. Und jetzt trink deinen Espresso. Wenn du fertig bist, ist die Wanne voll".

10 Minuten später lag Simone in der Wanne. Sie atmete den Duft des Badezusatzes.
Irgendwann streckte Carmen den Kopf zur Tür herein.
"Frühstück ist fertig, Schneewittchen".
Simone streckte eine Hand nach ihrer Schwester aus.
Carmen setzte sich an den Wannenrandd und nahm die Hand ihrer Schwester.
"Danke, Carmen. Ich wüsste nicht, was ich ohne euch alle tun würde."
Carmen strich ihrer Schwester sanft über die Wange.
"Denk nicht so, große Schwester, bitte. Wir brauchen dich doch".

Am Abend kam Richard nach hause. Das seine Frau seit ein paar Tagen nachtaktiv war, hatte er nicht bemerkt.
"Hallo Mönchen. Na, wie war dein Tag?"
"Wie immer. Wie wars in der Firma"?
"Simone..."
"Was ist"?
"Du fällst mir so. Ich komm gar nicht mehr an dich heran".
"Richard.."
"Simone, lass mich bitte ausreden. Für dich gibt es nur noch die Sorge um Feli. Du siehst gar nicht dass es der ganzen Familie genauso geht".
"Ach so??? Zu dir kann ich ja nicht. Wenn ich einschlafe,bist du nicht da! Wenn ich aufwache, bist du auch nicht da! Wann soll ich da bitte zu dir kommen? Tut mir leid, in der Firma ist mir nicht danach! Und weißt du was? Ich war in der Nacht immer bei Feli"! schrie sie ihn an.
Sie war froh das die kleine Luna schlief und alle anderen ausgeflogen waren. Carnen hatte Nachtdienst, Vanessa war bei Jenny und Mariella war arbeiten. Sie jobbte bei Marian im Nummer 7.
"Simone...wenn man dich erwischt hätte..."
"Ja, WEnn, Richard, WENN! Aber mich hat keiner erwischt"!
"Simone, bitte"!
"Weißt du was?"
"Was"?
"Du kannst heute Nacht auf dem Sofa schlafen. Jetzt brauch ic dich auch nicht mehr"!
"Simone"!
"Lass mich in Ruhe, hab ich gesagt"!
Simone stürmte die Treppe nach oben und verzzog sich ins Schlafzimmer. Zum Weinen. Weinen konnte sie jetzt auch allein.
Richard starrte seiner Frau nach.
Dann schlug er zwei Minuten später wütend die Tür hinter sich zu.

Er fuhr dschnurstracks ins Richtung Geburtshaus, nachdem er sich telefonisch darüber vergewissert hatte, das Carmen gerade nichts zutun hatte.
20 Minuten später öffnete die Hebamme Richard die Tür.
"Was ist denn? Du hast dich gar nicht gut angehört am Telefon".
"Es geht um Simone".
"Komm rein. Kaffee oder Tee"?
"Tee. Durch Kaffee reg ich mich nur noch mehr auf".
"Okay."
Carmen führte Richard in die Küche und setzte Teewasser auf.
"Was ist passiert"? fragte sie, nachdem sie sich gesetzt hatte.
"Wir haben uns gestritten."
"Ups. Worum gehts denn"?
"Feli. Für sie gibt es nur noch die Sorge um sie. Sie merkt gar nicht wie egoistisch sie ist".
"Richard, glaub mir, das hat sie bestimmt nicht gewollt."
"Sicher. Aber sie denkt, sie ist die einzige die so leidet. Sie kann doch immer zu mir kommen".
"Wann denn, Richard"?
"Ihr seit beide gleich, das, genau das, hat sie mir vorhin auch an den Kopf geworfen".
"Sie hat recht Richard. Über den Tag sieht sie dich doch gar nicht".
"Ach Carmen..."
Betreten sah Carmen, wie Richard Tränen in die Augen stiegen.
"Du Idiot! Komm mal her".
Carmen nahm in in den Arm. Irgendwie hatten beide Recht, kam Carmen zu diesem Schluss. Gut, Simone hatte ja sie, aber was war mit Richard? Er war mit seinem Kummer auf sich gestellt.
Nachdem Richard sich beruhigt hatte, lösten sie sich aus der Umarmung. Auch Carmen hatte so manchen Kloß im Hals hinunter geschluckt.
"Und jetzt"? fragte Richard irgendwann.
Carmen lächelte.
"Jetzt gehst du zu ihr, nimmst sie in den Arm und sagst ihr dass du sie liebst".
"Meinst du, sie reagiert darauf"?
"Ja sicher. Glaub mir, Simone ist durch und durch eine Steinkamp. Sie wartet nur auf dich, glaub mir".
"Okay, ich versuchs."
"Na also. Ich bring dich noch raus, komm".
Fünf Minuten später schloss Carmen die Tür hinter sich. Sie atmete tief durch. Hoffentlich war bald alles wieder so wie es sein sollte.

Zur gleichen Zeit hatte Simone den Kamin angezündet. Sie fror erbärmlich.
Kaum hatte sie sich hingesetzt, drehte sich ein Schlüssel an der Haustür. Sie erwartete Mariella. Um so erstaunter war sie, das Richard vor ihr stand.
"Simone, ich...."
"Nein, Richard...ich muss mich entschuldigen. Es tut mir leid, ich hab das nict gewollt, vorhin."
"Ich auch nicht. Ich wollte dich nicht vor den Kopf stoßen, vorhin".
Simone kämpfte gegen ihre Tränen an, aber sie verlor den Kampf. Sie begann bitterlich zu weinen.
Richard schloss die auf dem Boden sitzende Simone ganz vorsichtig und zärtlich in seine Arme.
Sein zuckenmder Körper verriet Simnone nach einer Weile, das er weinte.
Sie küsste ihm die Tränen weg. Daraus steigerte sich ein leidenschaftlicher Kuss.
"Du hast mir so gefehlt" flüsterte Simone zwischen zwei stürmischen Küssen.
"Und du mir erst. Es tut mir so leid, Mönchen..."
"Schschscht...sei still".
Langsam knöpfte sie sein Hemd auf. Ganz langsam. Es knisterte förmlich in der Luft.
Sie zog ihm das Hemd aus und streichelte seine Brust.
Richard packte sie und dückte sie zärtlich auf den Boden.
Er küsste ihren Hals, seine Hände schienen überall zu sein.
Sie genoss seine Zärtlichkeiten so sehr das sie völlig Zeit und Raum vergaß.
Kurze Zeit später spürte er wie er in sie eindrang. Sie liebten sich leidenschaftlich. Mitten auf dem Fußboden.

Am nächsten Morgen klingelte das Telefon.
Simone und Richard lagen dicht aneinander gekuschelt im Bett.
"Das Telefon klingelt" murmelte Richard.
"Hmmm...und wer geht ran"?fragte Simone und kuschelte sich noch dichter an Richard.
"Immer der, der fragt".
"Ach Mensch....war die letzte Nacht so anstrengen für dich"? fragte sie neckisch und stand dann auf. Sie zog sich ihren Bademantel über und rannte die Treppen hinunter.
Es war 6 Uhr! Wer rief um diese Zeit schon an? Bestimmt wieder nur so eine blöde Telefonwerbung!
"Steinkamp"?
"Simone"?
"Ähhh..ja, wer will das wissen"?
"Hallo Simone. Hier ist Feli."

"Feli...mein Schatz...wie geht es dir"?
"Naja...ich kann das Telefon nicht halten, das tut sau weh. Das macht die Pflegeschülerin für mich. Die findet das auch beschissen. Stell dir vor, sie ist im selben Heim aufgewachsen wie ich.. Nur in einem anderen Haus! Irre oder"?
"Ja, wirklich irre. Wie gehts dir denn"?
"Ich hab irgendwie das Gefühl das es keine Körperstelle gibt, die nicht verletzt ist".
"Es tut mir so leid Kleines".
"Was? du musst dich doch nicht entschuldigen"!
"Hätten wir nicht so gestritten wäre das nicht passiert".
"Ich hätte euch anhören müssen, was ich nicht getan habe. Ich bin müde. Ich ruf euch morgen Nacht wieder an. Da ist die Ellen wieder da. Die überstützt mich".
"Schön. Schlaf gut Feli. Wir denken an dich".
"Ich hab euch lieb. Und ich vermiss euch sehr".
"Wir dich auch. Sehr sogar, Feli. Schlaf schön, ja"?
"Jetzt bestimmt. Gute Nacht. Ich hoffe, ich habe dich und Richard nicht geweckt".
"Nicht wirklich mein Schatz. Jetzt schlaf aber. Du musst dich noch erholen".
"Gut. Tschüss."
"Tschüss mein Engel":
Richard war kurz nach Gesprächsbeginn neben seine Frau getreten, die vor Aufregung gezittert hatte. Nun umarmten sie sich erleichtert.
In diesem Moment kam Mariella nach hause.
"Hey, ist was passiert? Ist was mit Feli"? fragte sie erschrocken, als sie die beiden Arm in Arm stehen sah.
Simone nickte, lächelte aber glücklich.
"Was ist passiert"? bohrte Mariella weiter.
In diesem Moment kam Richard auf Mariella zu und wirbelte sie übermütig durch die Luft.
"Nicht so schnell, das verträgt mein Hirn noch nicht wirklich" kicherte Mariella.
Richard setzte Mariella auf der Treppe ab und fing das gleiche von vorn an, diesmal mit Simone.
"´Sie ist aufgewacht" erklärte Simone nachdem sie sich auf die Treppe gesetzt hatte um sich von einem Drehwurm zu erholen.
"Eigentlich wollte ich mir noch eine heiße Milch mit Honig machen, aber das ist eine Flasche Sekt wert"!
Mariella sprang auf und flitzte in die Küche.
Kurz darauf hörten die beiden den Korken knallen.
"Ups, wo ist der den hingeflogen"? rief sie darauf.
Simone und Richard lachten und liefen Arm in Arm in die Küche.
Gemeinsam stießen die drei auf Felis Wohl an und gingen danach ins Bett.

Als Richard am nächsten Morgen aufwachte, lag Simone nicht neben ihm.
In Lunas Zimmer wurde er fündig.
Simone hatte die kleine Luna gebadet und fütterte sie nun.
"Guten Morgen meine Schätze. Habt ihr gut geschlafen"?
Die kleine Prinzessin schon, ich weniger. Die Nacht war sehr kurz".
Die beiden küssten sich zärtlich.
"Richard?"
"Ja"?
"Ich hab mir was überlegt".
"Erzähl".
"Adoptieren dürfen wir Feli nicht. Aber als Pflegekind können wir sie doch zu uns nehmen oder"?
"Die Idee ist sehr gut, aber ob sie durchführbar nicht..."
"Frag doch mal deine schlaue Anwältin. Vielleicht hilft sie uns."
"Du möchtest das ich zu Frau Schmelter gehe"?
"Ich möchte mit dir gemeinsam gehen".
"Okay. Ich ruf sie an, sobald ich sichergehen kann, das sie in der Kanzlei ist".
Simone küsste Richard glücklich. Bestimmt wurde jetzt alles gut.

3 Wochen rief Feli immer in der Nacht an, auch ohne die Pflegeschülerin, heimlich natürlich. Richard und Simone hatten beim Jugendamt einen Antrag auf eine Pflegschaft für Feli gestellt.
Seit 2 Wochen warteten sie auf die Antwort.
Von Tag zu Tag wurde vor allem Simone nervöser. In dieser Zeit hatte sie sich auch ein bißchen mit Claudia Schmelter angefreundet. Die Anwältin stand der ganzen Familie mit Rat und vor allem viel Tat zur Seite. Die Juristin hatte eine Familienrichterin um Hilfe gebeten. Heute sollte die Nachricht kommen, ob Claudia eine Aufhebung des Kontaktverbotes erreicht hatte. Den nicht nur für die Pflegschaft hatte die Anwältin sich stark gemacht, sondern auch hierfür.
Simone und Richard saßen vor dem ungeöffneten Brief und warteten auf Claudia, die sich angekündigt hatte, um im Notfall gleich juristisch vorgegehen zu können.
Endlich klingelte klingelte es an der Tür und kurz darauf kam Claudia in den Salon.
Sie wedelte lächelnd mit einem geöffneten Umschlag in der Luft.
"Macht ihn ruhig auf. Aber bleibt sitzen, das haut euch um".
Richard öffnete den Brief und las ihn durch.
Dann lächelte er ung gab ihn seiner Frau.
"....freueen wir uns, ihnen mitteilen zu können, dass das Kontaktverbot für Felicitas Möller aufgehoben wurde" las Simone halblaut.
Dann begann sie zu jubeln und fiel Richard freudestrahlend um den Hals.
Gleich darauf fuhren sie ins Krankenhaus.

Gegen Nachmittag begegnete Vanessa einem Kurier. Er wollte zu den Steinkamps.
Vanessa drehte den Brief um. Er war vom Jugendamt.

Vanessa sah Frau Scholz entgegenkommen.
"Vanessa, gut das du da bist, ich habe meinen Schlüssel vergessen"!
Eilig ließ Vanessa die Haushälterin in die Villa, dann rannte sie, ohne ein Wort zu sagen, davon.
Gerade noch so erwischte sie den nächsten Bus zur Uniklinik.
Als wäre ein Irrer hinter ihr her, rannte Vanessa kurz darauf durch die Klinikgänge und suchte den Weg auf die Intensivstation. Endlich fand sie den richtigen Aufzug und stieg hinein. Keine 5 Sekunden später gab es einen Ruck und dann ging - nichts mehr! Sie steckte fest!

Zur gleichen Zeit kamen zwei Krankenschwestern in Felis Zimmer.
"So Felicitas, Verbandswechsel."
Die andere wandte sich an Richard und Simone.
"Ich muss sie bitten, das Zimmer zu verlassen".
"Nein, bitte bleibt bei mir"! wehrte Feli sich.
"Ich geb dir keine Spritze in die Infusion. Das kennst du ja mittlerweile".
"Nein, ich will das nicht, ich bin genug vollgepumpt mit Medikamenten! Mir reichts, ich hab die Schnauze voll! Ich will das Simone und Richard bleiben"!
"Also gut".
Richard und Simone blieben. Als der erste Verband aufgeschnitten wurde, sah Feli panisch zu Simone.
"Simone...hielst du meine Hand? Bitte".
Simone nahm Felis Hand ganz zaghaft in ihre Hände.
Sekunden später raste der Schmerz durch Felis Körper. Das Mädchen schrie vor Schmerzen.
In Simones Gesicht war blankes Entsetzen und schimmernde Tränen zu sehen.
Da bäumte Feli sich auf und schlang die Arme um Simone. Den Schwestern gelang es nun, Felis von neuem aufgerissene Wunden zu versorgen und neu zu verbinden. Feli weinte währenddessen weniger. Simone strich ihr vorsichtig über die Haare, immer wieder. Irgendwann weinte das Mädchen nicht mehr, klammerte sich aber um so fester an Simone.
Simone schossen vor Verzweiflung trennen in die Augen. Sie konnte Feli die Schmerzen nicht abnehmen. Das machte sie fertig. In diesem Moment hörte Simone einen dumpfen Schlag., Richard war umgekippt.

Zur gleichen Zeit drückte Vanessa bereits mindestens zum zehnten Mal auf den Alarmknopf des Lifs. Nichts ging. Gar nichts. Ihr blieb nichts anderes übrig, als um Hilfe zu schreien.
"Hilfe! Hallo!??! Hört mich jemand? Ich stecke fest! Hallo"!!!!!!
Nichts.
Vanessa trommelte energisch gegen die Aufzugstür.
"Hallo!!!! Hört mich denn niemand? Ich bin hier drin! Man, nicht mal gefahrlos Lift fahren kann man hier! Hallo"!!!!!!!
Immer wieder hörte Vanessa Menschen vorbei laufen. Aber sie hörten Vanessa nicht.
Schließlich setzte sie sich auf den Boden und öffnete ihre Tasche. Sie zog eine Flasche Limo und einen Schokoriegel heraus. Nun hieß es wohl: Abwarten und Tee trinken! Ihrem Fall war es wohl Limonade!
Kaum hatte Vanessa den Schokoriegel gegessen, rief jemand: "Hallo? Steckt jemand im Aufzug?"
Diese Stimme kam Vanessa nur zu bekannt vor. Auch das noch1

3 Stockwerke weiter saß Richard auf einem Stuhl und drückte sich ein Kühlelement auf die Stirn.
Simone und Feli grinsten schadenfroh vor sich hin.
"Bei Jennys und Vanessas Geburt ist er auch umgekippt" frotzelte Simone lachend.
Feli lachte auch, obwohl lachen wehtat.
"Haha, Mädels, es ist gar nicht so einfach, das Glreichgewicht zu koordinieren wenn sich auf einmal alles dreht" knurrte Richard.
Feli und Simone lachten nur noch mehr.
"Lacht ihr nur. von dem Ei an der Stirn hab ich bestimmt noch eine Woche was".
Simone küsste Richards mächtige Beule liebevoll. Gleich danach musste sie sich das Lachen verkneifen.

"Hallo, ist hier jemand"? fragte die Stimme noch einmal.
"Ja, ich bin hier drin! Holen sie mich hier raus, ich muss sofort zu meinen Eltern, es ist wichtig"!!!
"Fräulein Steinkamp"?
Mist! Jetzt hatte Schwester Rabiata sie erkannt! Na toll! Warum musste ausgewrechnet diese Schreckschraube in weiß vor dem Aufzug stehen? Das war mal wieder typisch!

Eine halbe Stunde später wurde Vanessa aus ihrem "Kanst" befreit.
Sie bedankte sich flüchtig bei Schwester Ingeborg und rannte dann zu Fuß in Richtung Intensivstation.
Total abgestzt erschien sie im Zimmer.
Völlig außer Atem hielt sie Richard den Brief hin. Der riss ihn auf, las ihn und gab ihn an seine Frau weiter. Kurz darauf sank der Brief zu Boden. In Simones Gesicht schimmernten erneut Tränen.
Vanessa hob den Brief auf.
"....freuen wir uns, ihnen mitteilen zu können, das der Antrag auf Pflegschaft von Felicitas Martens bewilligt wurde" las sie halblaut.
Feli riss vor lauter lauter Erstaunen die Augen auf. Die Familie hatte für sie gekämpft. Das hatte noch niemand getan!
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